Wie kann man hassen, was man einst liebte?

Keine Ahnung, lieber GRRM, vllt., weil man sich hart verraten fühlt?

The ‘Game of Thrones’ creator sits down with Kevin E G Perry at the Santa Fe Literary Festival to discuss toxic fans, the enduring influence of Marvel’s Stan Lee, and the new HBO series ‘House of the Dragon’

Kein Fan ist toxisch. Auch nicht die vom Hulk und Spiderman. Aber ja, ein interessantes philosophisches Problem.

The runaway success of the show made Martin rich beyond even the wildest fever dreams of a lifelong science-fiction writer, but it’s his first-hand experience of the viciousness of a particular type of hyper-online fan that’s left him uncharacteristically stumped.

Jaaa, die Hardcore-Fans, die mit dem Ende der GoT-Fernsehserie nicht einverstanden sind, also so gar nicht, die fühlen sich verraten. Sie haben sich nicht nur selbst etwas anderes versprochen, sondern es wurde ihnen von der Show selbst etwas anderes versprochen: Tolle Dialoge, ambivalente Figuren, überraschende Wendungen und Leute, die in aussichtslosen Situationen tatsächlich sterben. Das dritte gab’s dann auch tatsächlich. (Und das ist tatsächlich nicht GRRMs Schuld, aber andererseits sieht es nicht danach aus, dass er die Bücher zu Ende schreibt, also nicht zu einem anderen Ende, oder einem besser erklärten Ende, sondern zu irgendeinem Ende.)

“I don’t understand how people can come to hate so much something that they once loved,” he says. “If you don’t like a show, don’t watch it! How has everything become so toxic?”

Also: „Ich verstehe nicht, wie Leute etwas irgendwann so sehr hassen können, das sie einst liebten.“ sagt er. „Wenn Du eine Serie nicht magst, sie sie einfach nicht! Wie alles so toxisch geworden?“ Tja. Jamie hat Cersei auch mal geliebt, und hat sie am Ende werde gehasst noch war sie ihm egal. Sein Hass wäre nicht unverdient, und Gleichgültigkeit wäre für ihn besser gewesen. Aber wenn GRRM das nicht verstehen kann, ist der Teil zumindest kein Wunder.

He’s also seen the virulent scorn poured by some critics and professed fans on the final season of Game of Thrones, so it’s perhaps with some trepidation that he’s returning to the televisual fray.

Ok, als Fan sollte man auch besser darin sein, Gleichgültigkeit zu erreichen. Aber das ist für von einem Menschen, dessen Vermögen dadurch entstanden ist, dass Leute nicht gleichgültig sind, ein komischer Vorwurf. Außerdem, wenn er an einer Prequel arbeitet, anstatt an einem gescheiten Ende…

It tells the story of the Targaryens, whose royal dynasty was built on their power as dragonlords before a civil war tore the family apart – which means there should be enough fire-breathing and aerial battles for even the most hard-to-please fan.

Ehrlich gesagt, den meisten Fan-Zuwachs bekam Eis und Feuer während der ersten Staffeln der TV-Serie. Feuerodem und Luftschlachten waren da nicht annähernd die Hauptsache. Sondern: Tolle Dialoge, ambivalente Figuren, überraschende Wendungen und Leute, die in aussichtslosen Situationen tatsächlich sterben.

The author is wise enough not to take any of the online abuse he suffers too personally.

Er ist nicht nur ein erfolgreicher SF+F-Autor, sondern auch so weise. Trotzdem versteht er nicht, wieso aus Liebe Hass wird.

After all, the same toxicity seems to infect the discourse around many of the world’s most popular stories. “The Lord of the Rings: The Rings of Power isn’t even on yet […], but if you follow what’s going on online, the controversy about it is like World War Two.

Hitlervergleiche sind schlimmer als Hitler! Ich habe bereits zugegeben, dass HdR-Buchfans unter allen Fans der Welt die verwöhntesten sind, weil ihr Buch so gut verfilmt wurde, und die Kontroverse ist mMn keinesfalls unverdient, aber wer solche Vergleiche wählt, hat kein Interesse an Deeskalation.

They’re dropping atomic bombs on each other,” he says incredulously of the fans who howl about any perceived deviation from the source material.

Wenn Amazon – ich wiederholte mich, wiederhole mich und werde mich weiterhin wiederholen – einfach ein generisches, tolkienähnliches Fantasysetting erfunden hätte, hätte das keinen Tolkienfan gestört, keinen Nicht-Tolkienfan abgeschreckt und wäre eine VIERTEL Milliarde Dollar billiger geworden. Zuzüglich Tantiemen für die neuen Fantasy-Namen.

“You hear controversies about some of the Marvel shows and the Marvel movies, certainly about the DC characters. It used to be if you were a fan of Star Trek, you liked Star Trek. Now it seems like half the people who call themselves Star Trek fans hate Star Trek, and the Star Wars fans hate Star Wars, and the Tolkien fans hate Rings of Power.

Ok, es wäre absolut legitim, Star Trek generell zu mögen, aber meinetwegen STD nicht. Oder Star Wars, aber „Rogue One“ nicht. Und Rings of Power hat den Trailers nach viele Charas, die Tolkien nicht erfunden hat. Das hat schon mit Jacksons Alfred im „kleinen Hobbit“ nicht geklappt. Der Chara war nicht nur doof, sondern alle anderen verhielten sich ihm gegenüber super blöd.

What the hell? Now maybe it’s because it’s changing, but as a writer you’d go crazy if you didn’t change it somehow. You want to tell new stories, not tell the same stories over and over again.”

Hallo, „Last Jedi“? In „Last Jedi“ wollte man neue Geschichten erzählen? Sorry, man hat die Geschichte sehr hart an „Das Imperium schlägt zurück“ angelehnt. Der einer der beliebtesten oder gar „besten“ SF-Filme, der eine Fortsetzung ist – der andere ist Terminator II – und der u.a. wegen seiner grundsätzlich anderen Story als der Vorgänger eine gute Fortsetzung war – Terminator II eher weniger – wurde einfach abgekupfert. Ja, als Schreiber wird man dann verrückt.

Martin knows what it’s like to be a superfan. … “I was a big Marvel fan, and I tried some of those Marvel shows that were on in the Seventies, The [IncredibleHulk with Bill Bixby and [TV movies about] Captain America. I tried them once and I didn’t watch them again because I didn’t like them very much, but I didn’t go crazy and start writing hate mail,” he says. “I’ve got to think social media has something to do with it.”

Das ist wohl auch war – einen Hass-Brief zu schreiben, mit Papier und Stift und Umschlag und Marke ist deutlich aufwändiger. Und außerdem waren damalige Fernsehserien was fantastische Geschichten betraf, tatsächlich gegenüber Comics im Nachteil, weil Sachen, die gezeichnet super aussehen (können), im Fernsehen mangels moderner Tricktechnik einfach nicht so toll waren. Das war aber in GoT, Staffel 8, so gar nicht das Problem (außer der Schlacht im Dunkeln), und dürfte bei den Ringen der Macht auch nicht so das Problem werden.

In any case, he argues, his reputation as a gleeful mass-murdering character-assassin has been woefully exaggerated. “Star Wars kills more characters than I do!” he argues.

In einer Galaxis mit tausenden von Planeten, die Millionen oder Milliarden von Einwohnern haben, ist das auch nicht schwer. Allerdings sind die Armeen bei Eis und Feuer auch deutlich größer, als sie sein sollten im Mittelalter.

Ich traue Martin selbst tatsächlich eher zu, eine gute Story für Fernsehen zu schreiben als irgendwelchen Leuten, die eine besonders teure Mittelerde-Fanfiction produzieren. Ich traue Martin auch zu, eine woke Geschichte zu erzählen, die spannend ist.

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