Männer oder Gleichstellung

Weiter geht’s!

4.

Achtet auf die faire Verteilung von Aufgaben

Mehr Kaugummi-Vorschlag geht nicht. Was ist fair? Fair ist, was die beteiligten Personen für fair halten. In Tabletop-Regelbüchern gibt es Formulierungen wie: „Entscheidet nach einem Verfahren, auf das Ihr Euch geeinigt habt, wer den ersten Zug macht.“ Da gibt es verschiedene Methoden: Spieler A baut das Schlachtfeld auf, Spieler B sucht sich seine Aufstellungszone auf, Spieler A darf entscheiden, wer den ersten Zug macht. Oder beide würfeln, und der mit der höheren oder niedrigeren Zahl fängt an. Oder beide stellen abwechselnd Einheiten auf, aber der, der zuerst fertig wird, darf über den ersten Zug entscheiden. Also selbst, wenn zwei Parteien Gegner sind, gibt es Möglichkeiten, Fairniss zu erzeugen.

Hier wird aber mal unterstellt, dass bei Eltern solche Fairniss nicht vorkommt (obwohl eltern eigentlich keine Gegner sind), und dass diese Unfairniss stets zugunsten des Vaters ist.

Übernehmt Verantwortung in der Care-Arbeit

Eigentlich ist das nichts, was man „übernimmt“. Vor allem, wenn ich Verantwortung für Bauarbeiten übernehme, übernehme ich trotzdem nicht die eigentliche Arbeit. Was vermutlich gemeint sein soll. Aber solche Stilblüten produziert man eben, wenn man eigentlich nur implizierte Vorwürfe vermitteln will.

Durchschnittlich leisten Frauen pro Tag 52,4% mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer.

Und bezahlte Care-Arbeit? Aber hey, stellt doch einfach eine Rechnung, die dann von seinem Konto auf Euer Konto beglichen wird.

Die unfaire Verteilung von Haushaltstätigkeiten und anderen Care-Aufgaben führt aber nicht nur im Alltag zu Ungerechtigkeiten

Heißt „fair“ dieselbe Wochenarbeitszeit, also die Summe aus Erwerbs- und Haushaltsarbeiten? Käme mir fair vor, aber soll das gemeint sein?

zu einem erhöhten mentalen Druck, einem Mangel an Zeit für andere Tätigkeiten wie bezahlter Erwerbsarbeit oder zu einem höheren Burnout-Risiko,

Ähhm, bei bezahlter Erwerbsarbeit gibt es auch mentalen Druck, Zeitmangel und ein höheres Burnout-Risiko. Menschen, die sich mal ernsthaft mit bezahlter Erwerbsarbeit befasst haben, wüssten dies.

sondern wirkt sich auch negativ auf die später durchschnittlich niedrigere Altersversorgung von Frauen aus.

Aber positiv auf die durchchnittlich höhere Lebenserwartung von Frauen.

5.

Benutzt eine geschlechtergerechte Sprache

Sprache ist nicht „gerecht„.

Erhöht die Sichtbarkeit von Frauen und nicht-binären Personen

Wenn ich die sehe, sind sie sichtbar. Mein Denken bestimmt meine Sprache, nicht Ihr.

Sprache schafft Realität.

Schön wär’s. Wenn ich mich oft genug einen Milliardär nenne, wäre ich es dann wirklich. Ich kann mir sogar Dinge ausdenken, die es gar nicht gibt, ich kann dann dafür neue Wörter erfinden. Das formt aber nicht die Wirklichkeit, und  auch nicht meine Wahrnehmung derselben.

Eine geschlechtergerechtere Sprache trägt dazu bei, die Sichtbarkeit von Menschen zu erhöhen, die derzeit im generischen Maskulinum nicht abgebildet werden.

Nur, weil ich „Bakterien“ sage, werden Bakterien ohne Mikroskop auch nicht sichtbar. Sprache ist generell ein Haufen semi-logischer Regeln, die wenig mit gesunden Menschenverstand oder intuitiver Evidenz zu tun haben. Also, was soll’s?

6.

Setzt euch im Arbeitskontext für mehr Fairness ein

Auch für Männer etwa???

Helft mit, patriarchale Strukturen am Arbeitsplatz zu überwinden

Achsooo! Alles klar, keine Teilzeit für Frauen mehr, nur noch für Männer oder diverse Menschen.

Oft wird das als so »normal« empfunden, dass die daraus erwachsenden Ungerechtigkeiten kaum ins Bewusstsein vordringen.

Eben! Und Kündigungsschutz auch für Männer, deren Kind „unterwegs“ ist. Was?

Um diesen Strukturen entgegenzuwirken, sollte man für Diversität sorgen – sowohl auf den Panels als auch hinter den Kulissen.

Im Baubereich gibt es keine Panels. Und keine Kulissen.

Gebt Frauen in Besprechungen Raum für ihre Beiträge

Bei Baubesprechungen sind Frauen praktisch immer Bauleiterinnen oder Bauherrinnen. Von daher haben sie Raum für Ihre Beiträge. Wenn andere Branchen nicht so frauenfreundlich wie die Baubranche sind, kann ich da ja nichts zu.

hört zu, unterstützt, verzichtet auf »Mansplaining« und hinterfragt euer Handeln

Soll ich die Leute ärgern, die meine Rechnung freigeben bzw. bezahlen sollen? Hmmmmmm……

geht ihr wirklich vollkommen gleich mit Männern und Frauen um?

Beruflich ja. In der Balzzeit nicht. Sollte man aber sowieso trennen.

Bzw., vollkommen gleich stimmt ja sowieso nicht, weil man sich dem Verhalten des jeweiligen Gegenübers normalerweise anpasst. Wenn ich Mann A nicht vollkommen gleich wie Mann B behandele, stört das ja auch keine Gleichsetzungsbeauftragte. Aber hey.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s