Brennen muss Westeros!

Yäy, auch das Lied von Eis und Feuer kriegt eine Prequel.

Spielt also 200 Jahre oder so vor Jon, Dany et alii. Hurrah! Die „gute alte Zeit“, als das Haus Targaryen mit ihren Drachen noch ihr Kolonialreich kontrollierten.

Und jetzt ist es eigentlich schon so gewesen, dass GRRM zahlreiche interessante weibliche Figuren geschrieben hatte, so dass man sich nicht gerade über Unterrepräsentation beschweren konnte, andererseits sind die Leute in GoT eher mittelalterlich statt aufgeklärt, so dass es natürlich „genug“ frauenfeindliche Kackscheiße gab.

Andererseits geht es in GoT um

  1. Angehörige des Hochadels bzw. dessen Äquivalente in Essos
  2. Gefolge des Hochadels, wie Vasallen, Minister, Diener, Leibwächter, Konkubinen usw.
  3. Bastarde des Hochadels

Weshalb ein großer Teil der Frauen, die vorkommen, Hochadelige sind. Und zumindest bei denen schlägt Klassismus regelmäßig Sexismus, denn (mit Ausnahme von Arya aus Gründen, die damit wenig zu tun haben) hat keine von denen großartige Probleme, Männer herumzukommandieren. Was jetzt nicht ganz dasselbe ist wie Emanzipation, aber immerhin.

Und jetzt der neue Trailer. Von allen möglichen Gründen oder Anlässen für die Konflikte, die im Vergießen von Blut und Feuer münden werden, wird im Trailer einer genannt: die Lords von Westeros würden lieber das Reich in Flammen setzen als eine Frau auf dem Eisernen Thron sehen.

Bis dato waren deren Motivationen, soweit sie implizit und explizit dargestellt wurden: selbst auf dem Eisernen Thron sitzen oder nicht auf wemauchimmer auf dem Eisernen Thron hören zu müssen. Was beides völlig plausible Konfliktquellen wären. Also ein Lord macht der frisch ernannten Thronfolgerin meinetwegen einen Antrag (leider vergeblich, weil sie ihren Onkel heiratet), ein anderer behauptet, einen besseren Anspruch auf den Thron zu haben, weil er über irgendeine Ecke mit den Targaryens verwandt sei, und außerdem keine Frau, und ein dritter nimmt die Streitigkeiten zum Anlass, den Lehnseid zu verweigern, bis der Punkt geklärt wäre, gleichzeitig hat sie tatsächlich auch noch einen jüngeren Halbbruder, der ihr aber keinen Antrag macht, weil… ach, das übliche halt.

Aber ja, GoT als Lehrstück in Feminismus. BTW, eine gewisse Ambivalenz war auch ein Markenkern; man verstand bspw. einerseits den Hass und die Angst, die Robert Baratheon vor Daenerys hatte und zu einem Mordanschlag veranlasste, andererseits dann auch Drogos Wut auf die Westerosis allgemein.

Eventuell kriegt man das auch hin – die Lords sind vllt. doch keine toxischen Maskuschweine, sondern tapfere Freiheitskämpfer, und alles ist vielschichtiger als ein Trailer. Aber wenn Leute es für eine gute Idee halten, Feminismus als Verkaufsargument zu nutzen – das gab’s ja auch hier. Feminismus nicht nur als Verkaufsargument, sondern als Spoiler. Hachja.

Genausogut wie Feminismus, oder noch besser, könnte man Demokratie, Arbeitnehmerrechte und eine unabhängige Justiz mit GoT bewerben.

2 Gedanken zu “Brennen muss Westeros!

  1. Nicht schlecht. Bei den Targaryens heirateten Brüder ihre Schwestern. Das war und ist in ALLEN Kulturen ein Tabu.

    Aber klar, blos weil eine Frau auf den Thron will…

    Bei GoT gab es genug Frauen, die gezeigt haben, dass sie auch als Gemahlin/Mutter de facto die Herrscherin sein können (Oma Tyrell rules!).
    Bei den Martells durften Frauen sogar Fürst sein.

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