Die Anti-Terfs schlagen zurück

Neulich bei Twitter.

J.K. Rowling trendet. Wegen Terfigkeit. Bzw., weil es ein neues Computer-Spiel im Potterverse gibt.

Und Rowling kriegt irgendwie wohl Tantiemen oder so, oder hat die Rechte schon verkauft, oder wie auch immer. Und das muss unterbunden werden, denn mit dem Geld kann sie Transrechte direkt verhindern oder so.

Und JA, auf ein Computerspiel zu verzichten, aus Solidarität zu Transpersonen, ist einfacher als auf Heizung zu verzichten, aus Solidarität zur Ukraine. Andererseits ist Putin möglicherweise doch ein etwas schlechterer Mensch als Rowling.

Und, wie schon mehrfach erklärt, bin ich gegen Terf-Feminismus, weil das T in Terf nur für Transfrauen steht, da sich das ganze Konzept aus der Idee speist, dass Frauen immer gegenüber Männern benachteiligt seien, so dass Männer, die als Frauen wahrgenommen werden wollen, daher nur üble Absichten haben können.

Nein. Es gibt einerseits Transfrauen, die ehrlich und von ganzer Seele wie eine Frau leben und daher auch als eine solche wahrgenommen werden wollen, UND es gibt tatsächlich auch für Cismänner Nachteile gegenüber Cisfrauen. Warum sollte ich mich zur Frau erklären, nur um aufs Damenklo zu kommen, wenn ich mit dem gleichen Aufwand auch die allgemeine Dienstpflicht umgehen könnte und mich für einen Quotenausfsichtsratposten bewerben dürfte?

Weiterhin halte ich den Boykott eines Potterspieles für wenig zielführend, weil es vermutlich zig Promis gibt, die dieselbe Meinung haben wie Rowling, und die man daher ebenso „canceln“ müsste, aber umgekehrt verdienen an so einem Projekt deutlich mehr Menschen als nur Rowling, die keine Terfs sind, weder heimlich noch unheimlich, und denen der Boykott vermutlich mehr schadet.

Drittens, aber das ist tatsächlich eine Frage der Umsetzung, hat so ein Boykott auch einen gewissen Gruppenzwang. Wenn jemand sagt, soe spielt genau dieses Spiel aus genau dieser Terfigkeit nicht, (selbst wenn das Spiel keinerlei transfeindlichen Behauptungen, Andeutungen, Witze oder wasauchimmer macht), ok. Man hat nicht beliebig viel Geld, und es gibt noch andere Möglichkeiten, das rauszuhauen. Ist das aber nur die Info: „Ich spiele das Spiel nicht.“ oder die Aufforderung: „Spiele auch DU das Spiel nicht!“? Hier im konkreten Fall kann es mir tatsächlich egal sein, aber allgemein bin ich dagegen, andere mit Schuldgefühlen und Moralin zu einem bestimmten Verhalten zu bringen, wenn der Schaden, den das beanstandete Verhalten maximal verursachen kann, unter der Messgrenze liegt.

Zum Vergleich: von paar Hundert Euros, die eine Person für Gas und Öl ausgibt, landen einige Prozent in Russland, davon wiederum einige Prozent als Steuern beim russischen Staat, und davon wiederum gehen einige Prozent in den „Verteidigungs“haushalt ein. Ok, vllt. nur genug für eine Handvoll Munition, aber trotzdem deutlich gefährlicher als Rowlings Getwitter.

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