Jetzt wird kriminell

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Wollen Frauen lieber eine Tochter als einen Sohn?

Die Frage wäre, ist es für das Kind besser, ein Mädchen zu sein oder ein Junge, wenn man so eine Mutter kriegt.

in einer fiktiven Kurzgeschichte schreibt die Autorin Sibylle Berg vom Leben mit einem zwanzigjährigen Sohn, der sich von einem süßen Kind zu einem grobhirnigen Fußball-Vieh entwickelt hat.

Was mit einem Mädchen nie passieren würde, weil? Dass Kurzgeschichten typischerweise fiktiv sind, ist eigentlich bekannt, uneigentlich hat sich Berg die Geschichte nur ausgedacht…

Die Geschichte endet damit, dass die Erzählerin es nicht mehr aushält, heimlich das Gas aufdreht und die Wohnung verlässt.

Der Magda-Goebbels-Overkill, sozusagen? Leute zu vergasen, die man nicht leiden kann, gilt allgemein als Nazitaktik. Aber schön, dass das Narrativ über häusliche Gewalt, das sonst verbreitet wird, mal durchbrochen wird.

Was da beschrieben wird, ist so ziemlich das destillierte Feindbild vieler Feministinnen, aber auch insgesamt vieler Menschen: Der Mann, auf seine niedersten Triebe reduziert.

Na, stellt Euch mal vor, der Junge in der Geschichte wäre zum Judentum konvertiert.

Ein schnaubendes, dummes, selbstsüchtiges Wesen auf zwei Beinen, unfähig zu Empathie, geschweige denn zu abstrakten Gedanken über sich und die Welt.

Jagut, Juden gesteht man schon ein Abstraktionsvermögen zu.

Das Fatalste daran: Die Mutter in dieser Geschichte hat ihr Bestes getan, um dem Sohn Eigenschaften wie Mitgefühl oder Kultiviertheit zu vermitteln.

„Ihr Bestes“ ist allerdings auch ziemlich wenig, weil ihr Mitgefühl offensichtlich fehlt. Offenbar kann sie mit Männern rein gar nichts anfangen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das lyrische Ich uns überhaupt sympathisch sein soll.

Aber sie kommt nicht gegen die Natur an, die ihrem zarten Büblein irgendwann einfach ordentlich Hormone durch den Körper jagt und ihn zu diesem Fressen-Ficken-Töten-Wesen macht.

Der Junge hat, was uns die Geschichte erzählt, niemanden getötet. Es können nicht alles Nazis sein.

Die Mutter in der Geschichte verzweifelt an ihrem Sohn, fühlt sich in ihrem Zuhause nicht mehr wohl, ist in ihrem Handeln nicht mehr frei.

Nennt es Infantizid, nicht Familientragödie! (Dass ein technisch versierter Mensch wissen könnte, dass man Gas riecht, damit genau solche Mordanschläge nicht vorkommen, geschenkt.)

Deshalb, Hand auf’s Herz: Falls ihr denn überhaupt Kinder wollt – lieber ein Mädchen?

Achwas? Nein, das wäre doch sexistisch.

Denn abgesehen von dem persönlichen Horror für euch als Mütter – hättet ihr nicht auch Angst, dem gesellschaftlichen Rückschritt Vorschub zu leisten, indem ihr einen weiteren potentiellen Grapscher, Schläger oder cholerischen Chef zeugt?

Wenn Genderollen nicht angeboren, sondern angezogen sind, wäre das ja überhaupt kein Problem. Die katholische Kirche hat mehr Vertrauen in den freien Willen als IHR. Was sagt uns das über Euch und Euer Menschenbild?

Im Berg-Text heißt es: „Von ein paar unterbelichteten Frauen abgesehen, geht der Großteil des Leides, das auf dieser Welt anderen zugefügt wird, von pubertierenden Männern aus.“ 

Normalerweise sind Männer dadurch gekennzeichnet, dass ihre Pubertät vorbei ist. Und der Sohn ist zwanzig. Offenbar ist das sehr ironisch gemeint, und wir sollen uns NICHT mit der Nazi-Trulla identifizieren. Also „wir“.

Oder graut es euch am Ende vielleicht sogar noch mehr vor einem Mädchen, das irgendwann anfängt, diese Fressen-Ficken-Töten-Wesen auch noch anzuhimmeln?

Ne, lieber so ein braves, ordentliches Mädel, das den Gashahn aufdreht.

die kurze Antwort ist: Natürlich sagen wir: „Herausforderung angenommen!“ Und am Ende wäre alles andere ja auch Quatsch – mit Kindern ist es ja ohnehin so, dass man sie nehmen muss, wie sie auf die Welt kommen.

Jaaaa, das sagt sie jetzt. Aber eigentlich müsste sie einen Vortrag halten, dass Gender eben sozial konstruiert und nicht angeboren ist und daher Veränderungswünschen unterworfen.

Der Mensch, den Sibylle Berg da beschreibt, ist wahrscheinlich nicht nur der Horror jeder Mutter, sondern auch jedes Vaters und ganz allgemein jedes Elternteils, das halbwegs empathisch und menschenfreundlich ist.

Halbwegs empathische und menschenfreundliche Leute vergasen typischerweise keine Menschen. Vllt. arbeitet der Sohn ehrenamtlich in einer Suppenküche, was weiß die Mutter schon?

Deshalb finde ich es auch spannend, dass in eurer Frage gar keine Rede davon ist, wie ihr einen solchen Sohn fändet.

Oder keine Rede davon, was wohl der Vater dieses Sohnes macht? Nebenbei, das die „Glatzen“ mutmaßlich rechtsradikal sein sollen, ok, aber das stört die Mutter wohl noch am wenigsten. Wäre auch etwas heuchlerischer als so schon.

Früher wollte ich unbedingt und diskussionslos Töchter.

Hihi, „diskussionslos“. Hat sie wohl Erinnerungen, wie gut sie mit ihrer Mutter klarkam?

Der erste Grund dafür ist naheliegend: Ich bin selbst mit einer Schwester aufgewachsen, sie ist der beste Mensch, den ich kenne.

Und ihre Mutter nicht?

Der zweite Grund ist diffuser: Ich habe das Gefühl, ich könnte eine Tochter besser verstehen, weil ich vieles von dem, was sie im Laufe ihres Lebens durchmacht, auch so oder so ähnlich erlebt habe.

Vllt. macht eine Tochter doch ganz was anderes? Aber gut, statt echtes Einfühlungsvermögen Empathie basierend auf gemeinsamen Erfahrungen. Besser als gar nichts.

Meine Schwester nannte mich früher immer unfair und irrational, wenn ich mal wieder sagte, dass ich unter KEINEN UMSTÄNDEN einen (oder sogar mehrere!) Söhne wöllte.

Ok, ich mache auch Tippfehler. Ich habe aber keine Redaktion, die mich kontrolliert. Aber wenn ihre Schwester – bester Mensch – ihr was gegenteiliges sagt, könnte sie vllt. Unrecht haben? Bzw., es wäre wohl wirklich besser, wenn sie keine Söhne kriegt, aber für die Söhne, nicht für sie.

Mittlerweile kann ich es mir sogar besser vorstellen, einen großzuziehen. Das liegt auch daran, dass Freundinnen von mir in den vergangenen Jahren Jungs geboren haben, die ich sehr liebe

Oder, die Freundinnen haben einfach mehr Empathie, und können sich so in andere Menschen mit einem anderen Geschlecht hineinversetzen.

einen Jungen zu einem Mann zu erziehen, der sich seiner Privilegien bewusst ist – und dann auch so handelt – das wäre für die Gesellschaft zumindest gewinnbringend. 

Ein Mann, der irgendwann merkt, dass viele seiner angeblichen Privilegien Verarsche oder rein erfunden sind, wird sein Verhalten evt. nochmal anpassen. Aber natürlich muss ein Sohn „für die Gesellschaft gewinnbringend“ sein. Kennt Ihr die Geschichte von der Spartanerin, die ihrem Sohn einen Schild für den nächsten Kriegszug überreicht mit den Worten: „Komme mit ihm oder auf ihm zurück.“? Schön, wie sich die Denke von vor 2.500 Jahren nicht weiterentwickelt hat.

„Bei einem Mädchen ist die erzieherische Herausforderung, dass sie selbstbestimmt wird, und beim Jungen, dass er kein misogynes Arschloch wird“

Wenn man selbst ein misandrisches Miststück ist – wie die Exmutter aus der Kurzgeschichte – hat man halt keine Alternativen, nä?

Kleiner Trost: In der Hand haben wir es ja dann doch nicht. 

Ach, wieso? In Indien und China werden Kinder abgetrieben, die nicht das Wunschgeschlecht haben. Trost geht anders.

3 Gedanken zu “Jetzt wird kriminell

    1. … und dieselben Bestien, die durch ihre Hetze erst die Ursachen für das Elend unter Jungen legen, werden bei der nächstbesten Gelegenheit erklären, das ganze Problem läge darin, dass Jungen, Männer nicht um Hilfe fragen könnten, toxische Männlichkeit und so weiter. Oder dass es noch mehr Feminismus bräuchte, um Jungen und Männern zu helfen. Aber nein: Das Problem sind Männerrechtler, welche angeblich gegen Frauen hetzen.

      Derselbe Dreck gegen Juden, Schwarze und der Staatsanwalt würde wegen Volksverhetzung ermitteln. Scheiße, hab‘ ich einen Hals…

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  1. Die Geschichte von Frau Berg offenbart auch eine weitere clichéhafte Seite von Feministinnen:
    Ihnen ist es egal, ob dritte durch ihre Aktionen zu Schaden kommen (können).

    Die Mutter in der Geschichte dreht das Gas in der Wohnung auf, nicht im einzeln stehendem Haus, sondern in der WOHNUNG!
    Das ist nicht nach Magda Goebbels, sondern eher wie Beate Zschäpe. Die eigenen Spuren verwischen. Wenn die Nachbarn durch das Feuer ebenso Schaden erleiden, egal…

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