Gott und Terror

Ja, liebes Internet, da stehste voll drauf, woll?

Es gab mal das hier.

Die semi-logische Weiterentwicklung von „wie würden Sie entscheiden?“. Semi-logisch, weil hier ein tragisches Dilemma erstens sehr verkürzt wird – liegt, wenn überhaupt, eine Rechtfertigung vor oder eine Entschuldigung – zweitens kommt dieses Dilemma aus ziemlich konstruierten Gründen zustande – woher würde man im richtigen Leben sicher wissen, dass der Terrorist genau das Fußballstadium im Visier hätte? Wieso würde man das Stadium nicht evakuieren? Die alten Römer hätten das Kolosseum mit 50.000 Leuten in 5 Minuten leer bekommen, und die hatten es nicht allzusehr mit dem Schutz von Menschenleben, da erwarte ich bei einer Arena mit 70.000 Menschen nichts anderes. Und – ganz allgemein – wenn der Terrorist die alle töten wollte, würde er das Flugzeug in so einer geringen Entfernung entführen, dass man zeitlich kein Chance hätte, den Anschlag zu verhindern, sei es durch Abschuss, sei es durch Evakuierung. Und drittens hat ein ähnliches Szenario, bloß mit mehr Entscheidungszeitraum, ja stattgefunden. Die angemessene Entschädigung ist demnach:

Am 4. Februar 2010 gab die Bundeswehr an, das PRT Kunduz habe insgesamt 1.400 Hilfspakete im Wert von etwa 150.000 Euro an afghanische Verteiler übergeben. Die Pakete seien „für bedürftige Familien gedacht, die in jenem Gebiet leben, das am 4. September 2009 vom Luftschlag betroffen war“, also nicht nur für Opfer und Hinterbliebene des Luftangriffs. Jedes Paket für Familien mit bis zu fünf Personen enthalte 50 Kilogramm Mehl, 10 Kilogramm Reis, 4 Kilogramm Bohnen, 2 Kilogramm Zucker sowie 5 Liter Speiseöl, außerdem etwas Brennholz oder ein Gasheizgerät mit einer fünf Kilogramm Kartusche. Zusätzlich erhalte jedes Familienmitglied eine Wolldecke.[113]

Heißa!

Aber jetzt gibt es Gott. Nicht GoT. GOTT! Es befasst sich einmal mit der Frage: „Sollte Sterbehilfe erlaubt sein?“ (SpoilerRealitätswarnung: Ist sie inszwischen auch.) und indirekt mit der Frage: „Müssen mir andere dabei helfen?“ Nein. Müssen sie nicht. Weil: wenn man das eigene Leben und Sterben selbst organisieren will, und zwar in Würde, dann muss man andere Leute davon überzeugen, genau das zu tun.

Am besten, man droht solange mit einem Terroranschlag, bis man mit dem finalen Rettungsschuss getötet wird.

Oder anders: ich bin ja schon für echte ethische Dilemmata im Fernsehen oder so, aber allzu abstrakt kommt mir das zu einfach vor. Der Mann im Stück ist weder körperlich noch geistig oder seelisch krank, sondern einfach traurig.

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