Frauenwestern

Haaa-ha, reingelegt. Es sind natürlich:

Männerostern

Wenn man sich auch alle Jahre wieder über das Tanzverbot aufregt, spießige Spaßbremsen erkennt man nicht notwendigerweise daran, dass sie eine Soutane tragen.

Manche tragen manchmal auch Röcke.

Boah, Pandemie ist aber auch echt ganz schön anstrengend. Monatelang Kinderbetreuung daheim, dann zwei Wochen Kita, hurra, endlich wieder mit anderen spielen, dann wieder Zuhause, es ist ein Traum.

Achwas. Pandemie ist anstrengend. „Es ist auch für mich die sechste Stunde!“

 Für die Großen musste ich mir bei explodierenden Inzidenzwerten irgendwelche “Die Kinder sind krank, aber kein Corona” Formulierungen aus dem Arsch ziehen, damit sie die zwei Wochen vor Ostern nicht in die Schule gehen mussten, um dort Filme zu gucken oder sonst irgendeinen Tinnef zu machen.

Pro-Tipp: das nicht irgendwo im Internet veröffentlichen. Wobei das mit dem Tinnef wohl stimmt, leider.

Wobei ich an dieser Stelle unmissverständlich klarstellen will, dass die Schulen am allerwenigsten dafür können.

Echt? Ich würde meinen, die Modeindustrie kann da NOCH weniger zu als die Schulen, weil völlig unbeteiligt. Aber ja, erstmal dissen, dann entschuldigen.

Deshalb dachte ich mir, ich erhole mich mal mit einem ordentlichen Männerostern.

Ostern ist ein Familienfest, wenn man auf Grund besonderer Umstände meint, das dieses mal umgekehrt zu praktizieren, ok, aber ist klar, dass er alles verächtlich machen will, was anderen Spaß macht.

Die ganzen grauseligen Werbemotive und Produkte, die ich mir seit Jahren bei Pinkstinks reinziehe, müssen ja schließlich für irgendwas gut sein.

Spoiler: NEIN, müssen Sie nicht. Sie sind nur dazu gut, anderen das GELD aus der Tasche zu ziehen.

Und da man mir sowieso schon unterstellt, ich würde das hier alles nur machen, weil ich in Wahrheit ein Beischlafbettler sei,

Jaaa, es gibt diverse verschiedene Feministinnen, die diese Taktik bei ihren männlichen Mitstreitern aufgefallen ist; dass Pickert nicht so ist, beweist jetzt nicht, dass das niemand wäre.

Und ob dieser Nils Pickert wirklich Lebenskomplizin und vier Kinder hat, ist ja auch nicht so ganz klar.

Kann ja sein, dass er die hat, aber nunja. Das eine widerlegt das andere trotzdem nicht.

Zuerst hatte ich mit dem Gedanken gespielt, nach Tschechien zu fahren, um gegen Süssigkeiten mit Weidenruten ein paar Frauen zu verjüngen,

Ich glaube, dass wäre dann aber kulturelle Aneignung durch postkoloniale Fremdherrschaft oder so. Abgesehen davon ist PANDEMIE!

aber das geht in der jetzigen Situation natürlich nicht. Dann lass ich mir halt nur im Abendlicht von böhmischen Osterbräuchen erzählen

In Böhmen, aber nicht in Mähren? Alles klar. Ist das eigentlich schlimmer als BDMS oder so? Ich meine, ist einvernehmlich und nicht schmerzhaft, ne?

und genieße dabei ein paar Wurstpralinen für Männer.

Es gibt vegetarischen Fleischsalat. Im Vergleich dazu ist Wurst im Pralinenformat doch legit, wie der Volksmund sagt. Es gibt auch sonderbare Sachen für Frauen zu kaufen, nebenbei. Aber dann müsste er ja die Frauen kritisieren, die das Zeug kaufen.

Diese Vegetariernummer nimmt mir als ganzer Kerl ja sowieso niemand ab. Ich könnte mich bei schönem Wetter natürlich auch an den Grill stellen, vielleicht wird dann nicht nur das Fleisch heiß, zwinkizwonki.

Die Behauptung, dass seine Lebenskomplizin nur mit ihm schläft, wenn er grillt, ist natürlich Ausdruck eines sehr verengten Meinungskorridores. Aber die Idee, dass ein Mann nur grillt, weil er ein Beischlafbettler ist, hat Pickert wohl nicht ausreichend reflektiert.

Das Grillgut dann aber mit nem ordentlich Männerosterei ablöschen, wenn ihr versteht, was ich meine.

Natürlich muss Liebe, Sex und Zärtlichkeit tabu sein. Wo kämen wir denn sonst hin, wenn man als Feminist irgendwie sexpositiver rüberkommt als die katholische Kirche? Richtig, weiter.

Wenn es mit dem Wetter nichts werden sollte, kann ich mir ansonsten natürlich auch ein Wurstkabel in den Mund verlegen. Wie geil wär das denn?!

Ich habe keine Ahnung, was damit das Problem ist. Wurstpralinen sind natürlich albern, aber Wurst von der Rolle? Vielleicht, weil sich das ein Mann ausgedacht hat? Egal, das ist FÜR Männer und daher FALSCH!

Und das mit den Schokoeiern krieg ich auch irgendwie männlich hin.

Nein, kriegste nicht.

Kann ja nicht so schwer sein.

Ist es aber.

Ich halte mich einfach fern von pinken Ü-Eiern,

Ü-Eier sind für Kinder, nicht für Erwachsene. Männer sind männliche Erwachsene, ergo können sie kein kindlich gefrämtes Verhalten an den Tag legen und gleichzeitig männlich zu wirken. Andererseits ist diese ein freies Land, von daher, gönnen Sie Ihnen.

und lange nur da zu, wo Männer auch zulangen sollten.

Nuss-Nougat, ok. Aber mit Orangen? Ihh.

Ordentlicher Schluck Black Bitch dazu und dann passt das.

„Schwarze Hündin“ ist ein komischer Name für ein Bier, aber wenn man sich vom Namen abgestoßen fühlt, muss man es nicht trinken.

(An dieser Stelle bitte ein geeignetes Tim Taylor Gedächtnis Grunzen auswählen und einfügen)

Ich denke, nicht.

Oder…
… ich lasse es einfach. Meine Güte, diese stereotype Männlichkeit performen zu müssen klingt echt anstrengend.

Tja, deshalb leben Mönche ja auch länger. Und nur Deppen leben so, wie die Werbeindustrie das will.

Dann mache ich doch lieber ein bisschen Osterquatsch mit meinen Kindern, höre noch eine Folge kleine Prinzessin oder bewundere ein weiteres queeres Schnabeltier meiner Jüngsten.

Wieso ist das queer? Weil es gestreift ist? Nebenbei, männliche Schnabeltiere sind tatsächlich toxisch, aber weibliche nicht. „Kein Mensch ist toxisch“ exkludiert halt Monotrematen.

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