Weil Ostern ist

Lasst Brian frei!

Sind wir nicht alle Brian?

Und auch, wenn das eine Parodie auf Bibelverfilmungen und Sandalenfilme sein soll, kann man den Film wunderbar auf die heutige Zeit übertragen, weil sonderbare Leute, die merkwürdigen Ideen hinterherlaufen, eigentlich kein Alleinstellungsmerkmal der Antike sind. Oder des Mittelalters. Das ist temporaler Rassismus: anstatt Menschen von anderen Kontinenten als kulturell zurückgeblieben zu främen, främt man Menschen des eigenen Kontinentes, aber von vor 1.000-2.000 Jahren. Das hat den Vorteil, dass die sich a) nicht wehren können, und b) hat das nichts mit Kolonialismus zu tun.

Hauptsache, man kann auf andere Leute zeigen, dann muss man die eigenen Stärken nicht unter Beweis stellen.

Wo war ich? Ach ja, in der römischen Kolonie Judäa, kurz vor Ostern. Vor rd. 2.000 Jahren.

Seitdem bis zur Gründung des Staates Israel war das IMMER eine Kolonie, nur die Kolonialherren wurden ab und zu ausgetauscht. Und die Bevölkerung.

Jedenfalls, Props für taz, das die die antiantisemitische Position einnehmen.

Proantisemitisch kann ja jeder.

Mein Lackmustest ist übrigens der Vergleich einer Israel-Kritik mit einer China-Kritik. Wenn China irgendwie besser abschneidet, hat der Kritiker eine etwas sonderbare Perspektive.

Falls jemand das Leben des Brians für antisemitisch hält, weil die Hauptcharas Juden sind und sehr durch den Kakao gezogen werden – nun es ist zugleich antiimperialistisch, weil die Hauptcharas gegen ein expandierendes Imperium kämpfen. Ok, die diskutieren mehr, als das sie kämpfen. Aber prinzipiell kann man gegen Judenhass UND gegen Kolonialismus zugleich sein.

Also grundsätzlich prinzipiell, wenn man zu viele Prinzipien hat, zersplittert man sich. Spalter!

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