Was kann Satire?

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tl,dr: Satirepartei „Die“ PARTEI macht Satire. „Eine“ davon wurde als rassistisch betrachtet. Parteioberhaupt und Chefsatiriker – auf deren Mist das gewachsen ist – reagiert ironisch. Parteiunteroberhaupt tritt daraufhin aus, nicht wegen der Satire als solcher, sondern auch wegen dem zu ironischen und unempathischen Umgang mit Kritik. Oberhaupt twittert Entschuldigung, die ich für ok halte, aber wer bin ich schon, Partei-Loser behält Mandat für die restliche Amtszeit, weil das ja niemanden zuzumuten sei. Inklusive Schmerzensgeld, aka Diät.

Ich fand das beanstandete T-Shirt auch nicht lustig. Solche r-l-Fehlwächserungs-Witze gibt es auch in gut, verflixt noch mal.

Andererseits ging das T-Shirt offenbar gegen Trump und dessen Handelskrieg mit China, nicht gegen Chinesen.

Und drittens sind Chinesen keine unterdrückte Minderheit oder Opfer von Imperialismus, also ein legitimes Ziel.

Und viertens gibt es bestimmt auch Witze über Westler, die Tonhöhen nicht unterscheiden können. Also ALLE.

Old Shatterhand, Winnetou und Käptn Turnerstick kommen nach China. Turnerstick versucht, mit den Einheimischen zu reden, mit seiner patentierten Deutsch-Chinesisch-General-Konvertierung: „Guteng Tang, wirung kommeng ing Friedeng!“

Einheimischer redet irgendwas.

Old Shatterhand (kann natürlich auch Chinesisch): „Das war ziemlich schnell. Entweder, er beschwert sich, dass seine Mutter ihn wegen Hanf ausschimpft, oder er erzählt uns irgendwas vom Pferd.“

Winnetou: „Hört mein weißer Bruder nicht den Unterschied zwischen ‚Pferd‘ und ‚Mutter‘?“

Erklärung: Wenn man eine Tonhöhensprache als Muttersprachler oder Vatersprachlerin spricht, wie alle normalen Menschen, – also bspw. Chinesen und Apatschen – hat man damit kaum Probleme.

Funfakt: Das chinesische Zeichen für Mutter besteht aus den Zeichen für Pferd und für Frau. Heißt also nicht etwa „Stute“, sondern „Wort, das so ähnlich wie Pferd klingt, aber eine Frau bezeichnet“. Oder, um einen Apatschen-Film zu zitieren: „Die Frau, die sie Pferd nannten“. Also, echt Ma.

So viele potente potentielle Pointen. Aber nein. Einerseits kann ich verstehen, dass man sich davon distanzieren will. Andererseits, wenn man Angst hat, Leute zu kränken, ist der Beruf als Hofnarr vllt. doch nicht der richtige. Und drittens ist die Doppelbelastung als Hofnarr und EU-Abgeordneter – aka die Leute, über die Hofnarren sich lustig machen sollten – doch etwas hoch. Narrenfreiheit war früher auch nichts für die Ritter.

Und wenn man das „Man tritt nicht nach unten“-Prinzip anwendet – wer wäre denn vom EU-Parlament aus gesehen noch „oben“?

2 Gedanken zu “Was kann Satire?

  1. Vielleicht sollte Herr Sonneborn zu den anderen kollektiv Dienstunfähigen aufvdie Müllkippe.

    Entweder darf Satire alles oder eben nicht.

    Typische Bigotterie.

    Gefällt mir

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