Devolution

Zum Thema, warum es ok sein kann, dass Schauspieler nicht die Herkunft des Charakters haben, den sie darstellen.

Dragonball Evolution

Oder kurz „Devolution“.

Real-Verfilmung eines irre erfolgreichen Mangas und Animes. Durch Hollywood. Und extrem gehasst von allen, die die Vorlage lieben oder auch nur mögen. Weil… ich sage mal so: „Cinema Sins“, ein YT-Channel, der sich über Filmfehler – also „Film-Sünden“ – lustig macht, hat einen Spruch: „Das Buch ist scheißegal.“ Der gilt in beide Richtungen: etwas, was im Buch oder sonstigem Quellenmaterial erklärt wird, aber im Film nicht, ist eben nicht erklärt und somit eine „Sünde“, die mitgezählt wird, aber etwas, was im Film erklärt wird, aber anders als in der Vorlage, ist keine, auch wenn die Vorlagenfans sich beschweren. Außer, wenn die Film-Erklärung scheiße ist. Jedenfalls, bei Devolution sind sie von der Philosophie etwas abgewichen, indem sie eine „Abweichungen von der Vorlage“-Bonusrunde drangehängt haben.

Ein Kritikpunkt ist, dass die Hauptfigur, ein Junge namens Son Goku, von einem Kanadier gespielt wird. Einem Euro-Kanadier. Okeee.

Die Rechtfertigung hier ist, dass der Junge adoptiert ist. Sein Adoptivgroßvater Son Gohan, gespielt von Randall Duk Kim (u.a. der Schlüsselmeister aus Matrix II), hat ihm einen Namen gegeben, der zu seiner asiatischen Familie passt. Das ist nicht anders, als dass die Eltern von Philipp Rösler Philipp „Philipp Rösler“ genannt haben. Im Kontext und im Kontinuum des Filmes ist das also keinesfalls abwegig oder sinnlos. Auch gibt es selbst in Hinblick auf die Vorlage keinen Grund, dass Goku asiatisch aussehen müsste, denn Goku ist weder Asiate noch Europäer oder sonst ein Bewohner eines irdischen Kontinents, sondern ein Außerirdischer, zweitens ist die Erde aus der Vorlage ein wilder Mix aus Fantasy, SF und anderen Elementen, und drittens hat Goku da zu Beginn der Story einen Affenschwanz. Dass Clark Kent mit fast derselben Hintergrundgeschichte tatsächlich so wie ein Durchschnitts-US-Bürger aussieht, ist ja auch nur reiner Zufall.

Auf der Meta-Ebene würde man aber Superman von keinem Koreaner spielen lassen; die Leute beschweren sich ja schon, wenn der Schauspieler nicht aus Kansas den USA ist, sondern aus *gasp!* England.

Außerdem ist der Film auch sonst schlecht. Also richtig schlecht. Ich sage nur „Airbending“. Airbending. Nichts gegen Avatar, the last Airbender (aka AtlA). Aber das ist jetzt so, als wäre ein Horkrux aus Harry Potter der Ring der Macht aus Herr der Ringe. Wenn man SUPER-pingelig ist, könnte man noch sagen, dass Son Goku auf dem Affen in „Reise nach Westen“ basiert, dieser wiederum auf Hanuman aus dem Ramayana, und der wiederum der Sohn der Luftgottes Vayu ist, weshalb Luftbändigen tatsächlich ein Ding für Dragonballs sein könnte, aber soviel Verständnis der Vorlage, der Vorvorlage, der Vorvorvorlage und AtlA traue ich den Machern von Devolution nicht zu. Außerdem wäre Opa Gohan dann der Schlüsselmeister.

Und was wäre eigentlich los, wenn man HP ohne Ron verfilmt hätte oder HdR ohne Sam? Ich frag für Krellin/Kuririn. Jedenfalls, wenn ALLES ANDERE eine gescheite Adaption wäre, die sich ernsthaft für die Vorlage interessiert, eine recht umfangreiche Geschichte sinnvoll in einen abendfüllenden Film kompressieren will und dabei halt einen Kanadier für die Hauptrolle castet, weil der irgendwie die beste Wahl ist, hätte man das vllt. vergeben. Bzw., irgendwer hätte das bestimmt nicht gut gefunden, aber nunja.

Weiterführendes Video.

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