Wenn ich im beruflichen Alltag auf Querdenker treffe, kriege ich das nicht unbedingt mit. Außer beim Klassentreffen, wo eine ehemalige Klassenkameradin davon erzählt, wie ihre Eltern dahin abgedriftet sind. Ich kenne die Eltern eher nur vom sehen und so, aber da meine Klassenkameradin recht stabil war – Mathe LK, Physik LK, etc. – hielt ich ihre Eltern auch dafür.
Tja, leider nein. Es ist wohl nicht so, dass sie ihre Eltern – inzwischen wieder in den Osten gezogen – nicht auf bestimmte Themen ansprechen sollte, sondern sie darf gar keine Themen ansprechen, weil sie sonst unweigerlich in der Querdenkerblase landet.
Einschließlich Chemtrails, was ich tatsächlich wirklich mehr für ein „Meme“ gehalten hatte.
Und anscheinend ist das nicht mehr auf dem „wir kommen auf keinen gemeinsamen Nenner“-Niveau, sondern die Eltern schimpfen über sie gegenüber der Tochter, was das noch mal eine Nummer unangenehmer macht. Wenn meine Klassenkameradin ihrer Tochter sagt, sie solle sich vor einem Schüleraustausch nach Kanada besser gegen Corona impfen, oder es bestehe die Gefahr, dass sie zwei Wochen in Quarantäne landet und/oder nach Hause geschickt wird, ist das nicht die Schuld meiner Klassenkameradin, die ihrer Tochter ja auch keine Vorschriften in der Hinsicht macht. Wenn sie nicht will, dann halt nicht, und kann dann evt. nicht nach Kanada, freies Land und so (so halbwegs). Ihr Vater nennt sie dafür „Monster“.
So lustig finde ich das Chemtrail-Meme nicht mehr…