Rawdogging

Egal, was Männer machen, es ist falsch.

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Männer, die ins Leere starren

Ist das jetzt besser oder schlechter als das mit den Ziegen? Ich frage mal ganz allgemein.

Um ihre Selbstkontrolle zu trainieren, legen manche Menschen auf langen Reisen ihr Handy weg

Ok, eigentlich sind lange Reisen sowieso nicht gut.

und blicken stundenlang ausdruckslos vor sich hin.

Wie Torbin aus „the Acolythe“ – hoffentlich ohne Trauma.

Wann wurde bewusst herbeigeführte Langeweile zu einem Ausweis von Männlichkeit?

Bewusst herbeigeführte Langeweile ist erstmal ein Ausweis vom Erwachsensein – Bücher für Erwachsene können sich viel mehr langweilige Abschnitte leisten als solche für Kinder. Zweitens, behauptet irgendwer, der das macht, er täte dies, um seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen? Gibt es umgekehrt Frauen, die auf solche Typen stehen? Ist die Nichtexistenz von Frauen, die genau dasselbe machen, viertens, erwiesen? Wenn diese Fragen nicht bejaht werden können, gilt „bewusst herbeigeführte Langeweile“ nicht als „Ausweis von Männlichkeit“, und die zitierte Frage muss mit „nie“ beantwortet werden.

…etliche Videos, in denen vor allem Männer zeigen…

…Hervorhebung von mir…

… wie wenig sie sich von den blinkenden Lichtern dieser Welt ablenken lassen.

Es gibt so viele bescheuerte „Challenges“ auf TikTok und anderen Plattformen, aber wenn hauptsächlich Männer etwas machen, muss es ja was schlimmes sein. (Man könnte auch einfach ein Buch lesen, aber naja…)

Der Begriff „Rawdogging“, der ursprünglich umgangssprachlich für Geschlechtsverkehr ohne Kondom steht…

Naja, „umgangssprachlich“. Ich kenne das als „ungeschützt“ oder „ohne Kondom“. Was beides dieselbe Silbenzahl hat, also wo Zeitersparung?

…verdeutlicht, dass es hier um den Umgang mit Stimulation geht…

Weil Sex mit Kondom stimulierender ist? Ich frage für ähhh… nur so…

…und darum, der Verführung eines guten, bequemen Gefühles zu widerstehen.

Das Kondom stellt also die Verführung dar, aber der asketische Mann hat lieber Sex ohne, weil er auch mit weniger Stimulation glücklich ist; und das überträgt er auch auf sein Online-Leben und nennt das dann „Rawdogging“. Männer sind ja manchmal unlogisch, aber so…?

Das ist auch der … Aspekt, der diesen Trend zum skurrilen Auswuchs einer digitalen „tough-guy“-Kultur macht:

Männer gehen nicht einfach ihren Impulsen nach? Und das soll schlecht sein? Insbesondere aus FrauenFeministinnensicht? Okehee…

Männer langweilen sich nicht, um ihren Geist zu entspannen – sondern weil sie Entertainment und Bedürfnisbefriedigung als „unmännlich“ sehen.

Wenn man das schon für ein Mann-Frau-Ding hält, wäre „Konkurrenzverhalten“ mMn die bessere Erklärung – wer es am längsten aushält, ist der Beste. Auch beim Rohdoggen…

Wie verzweifelt wir werden können, wenn uns Reize und Veränderungen verwehrt werden…

Ach, JETZT sind es plötzlich wieder „wir“!

Nach 15 Minuten hatten sich bereits zwei Drittel der Männer und ein Viertel der Frauen selbst Stromstöße zugefügt.

Ja, aber sich selbst zu rohhunden, rohzuhunden, wieauchimmer, soll jetzt schlimmer sein? Sehe ich anders.

Bei manchen … kommt noch ein diffuser technikkritischer Aspekt dazu…

Neben der genannten Kritik, dass digitales Detoxing eher paradox ist, wenn man es direkt online stellt – wenn das ganze in einem Flugzeug stattfindet, im FLUG, ist das nicht wahrhaft technophob oder bodenständig.

Davon abgesehen ist es aber überhaupt nicht seltsam…

Ironiefreie Äußerung, warum das als „suspekt“, „skurril“ und „männlich“ gefrämtes Verhalten plötzlich doch eine gute Idee ist.

Man kennt es unter dem überhaupt nicht „tough“ und „männlich“ konnotierten Namen: Meditation

Ja, kein Scheiß, Mann. Die Sache mag gut sein oder schlecht, dies aber unabhängig davon, wie sie konnotiert ist. So lautet jetzt die Kritik nämlich: „Ich finde das deshalb schlecht, weil ich es mit Männlichkeit assoziiere.“ Bestes Argument überhaupt.

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