Nachspiel

Einst, in grauer, kaum erinnerter Vorzeit (2017) beklagte eine Zeitjournalistin, wie eine Kollegin von ihr den Umgang der Berliner Kunstszene mit „Sexismus“ beklagte. Es werden nicht „einfach sexistische“ Leute aufgezählt, sondern auch solche, die Verbrechen begangen haben. Bzw., denen ein Verhalten zugeschrieben wird, was strafbar wäre, wenn es sich so zugetragen hätte, und – wenn man es zur Anzeige brächte, oder tatsächlich auch von Amts wegen – sicherlich verfolgt werden würde, bis sich der Verdacht erhärtet oder eben nicht bestätigt werden kann. #MeToo rangiert stufenlos von einem anzüglichen Spruch bis zur Vergewaltigung.

Insbesondere kritisierte Frau Rückert, u.a. Gerichtsreporterin, an Frau Würfel, dass diese die Verdächtigen per Beruf nennt, was jetzt zu Verdachtsmomenten gegen deren Berufskollegen führen könnte. Würfel hätte ja, reportermäßigerweise, den Geschichten nachgehen können, Zeuginnen (Opfer) ansprechen und interviewen, und darüber dann einen Artikel schreiben. Deutscher MeToo-Fall!

Und persönlich finde ich die Aussage „Ich will Euch nicht vor Gericht sehen.“ schlimm. Warum will sie das nicht? Was sonst könnte sie wollen? Wieso beklagt sie, dass bestimmte Männer offenbar vor Strafe oder sonstigen Konsequenzen geschützt werden, wenn sie keinerlei Schritte unternimmt, die zu Strafe oder sonstigen Konsequenzen führen. Wenn sie selbst, durch eigene Erfahrung oder Zeugenaussagen, ehrlicherweise der Ansicht ist, dass sie nicht bloße Gerüchte wiedergibt, sondern dass das alles so ist, dann beteiligt sie sich an dem Schutz, wenn sie darüber nicht berichtet. Dass sie, wie sie andeutet, Kollegen hat, die bei solchen Veröffentlichungen zur Vorsicht raten, ist ja sicher richtig, aber dann muss man eben besonders gründlich recheerchieren, bevor man so etwas in die Zeitung setzt.

Es scheint, dass möglicherweise der „Galerist“ jetzt den Artikel (Bezahlschranke) bekommen hat, den er schon vorher verdiente, oder jedenfalls „verdiente“. Oder ein anderer Galerist. Oder das hat doch nichts mit Würfel zu tun. Der Artikel ist auch nicht mehr das, was er bei seiner Veröffentlichung war, weil größere Teile inzwischen fehlen. Hier der Artikel über den Artikel über den Galeristen, der möglicherweise oder auch nicht der ist, der in dem Artikel von 2017 seine Hände nicht bei sich behalten konnte.

Eigentlich wären die Architekten, die ihre Opfer unter Drogen setzen, zwar das „härtere Ziel“, aber das Jahrtausend ist ja noch jung.

Ein Gedanke zu “Nachspiel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s