Black Panther II

War ich am Wochenende.

Nachdem der Hauptdarsteller traurigerweise an Krebs gestorben ist, ist der Film wohl nicht genau das, was sich die Beteiligten gewünscht haben. Und daher geht der Film auch ein gutes Stück über Trauer und Verlust, aber das ist bei Superheldenfilmen meistens so, weil Superhelden typischerweise mindestens ein früh verstorbenes Elternteil haben. Oder ein sehr schwieriges Elternteil, wie der Hulk. Oder zusätzlich noch eine problematische Stieffamilie, wie Black Widow. Oder man ist Aquaman. Aquaman ist irgendwie anders als die anderen. Und natürlich Captain Marvel. Die hat Eltern, die vermutlich noch am Leben sind, als der Film spielte, und für die sie sich mal so rein gar nicht interessiert.

Jedenfalls nutzt Hollywood, oder jedenfalls Marvel die Gelegenheit, einen Film nicht einfach über Schwarze oder über Frauen zu machen, sondern über schwarze Frauen, und zwar ohne irgendwelcher Genderswaps oder Raceswaps. Man nimmt einfach die Figuren, die man bereits eingeführt hatte: die Mutter von T’Challa, die Schwester von T’Challa, die Generalin von T’Challa, die Freundin/Verlobte/Exverlobte/??? von T’Challa und ein Wunderkind, das mit T’Challa eigentlich nichts zu tun hat, aber halt schwarz und weiblich ist.

Als Superheldenactionfilm ist er ziemlich gut, auch wenn die eigentliche Superheldenaction sich auf das Ende beschränkt. Die Superantiheldenaction fängt dafür eher an.

Ansonsten habe ich meine heißgeliebten Erbsen zu zählen: „Black Panther“ ist ein Pleonasmus. Wakandaner reden mal englisch/deutsch und mal wakandisch mit Untertiteln. Das Wort für „Black Panther“ scheint auf wakandisch wie „Bläck Panther“ zu klingen. Vibranium heißt in der Sprache von Namors Volk „Vibranium“. Die könnten sehr viel effektivere und vor allem mehr Fernkampfwaffen haben als das halbe Dutzend, das im Film zu sehen ist. Stark Enterprises scheint keine Praktikanten mehr zu suchen. Ein Vibraniumdetektor kann nicht nachgebaut werden, weil…? Außerdem, derselbe Zaubertrank, der ewig im System bleibt, bis der aktuelle Black Panther das Gegenmittel trinkt, sollte laut Shuri das Heilmittel für die Krankheit sein, an der ohr Bruder starb?

Jedenfalls ist das die coole Art, wie man einen weiblichen Superhelden, der die Kräfte eines männlichen Verwandten übernimmt, aufbaut, ohne dass das unverdient oder leicht arschig rüberkommt, hallo She-Hulk.

Richtig seltsam fand ich die Credit-Szene. Ein Stück weit verstehe ich, warum das so abgelaufen ist, aber warum geht Shuri ausgerechnet dahin, um ihre Trauerzeit zu beenden, wenn sie dabei allein sein will? Dass sie sich mit der Person treffen will, verstehe ich, aber es wäre doch genau der Grund, dass die mit ihr zusammen an den Strand geht? Und dann erfährt Shuri von ihr etwas, was ihr vermutlich auch eher wie ein Tritt in die Magengrube vorkommt. Nicht die Information an sich, sondern dass weder die Person noch zwei andere ihr das nicht eher sagten, als ob man ihr nicht trauen könnte. Fairerweise für den Film scheint es aber so zu sein, dass Shuri sich zusammenreißt, die andere Person nicht langzumachen. Außerdem stellt sich die Frage, wieso die andere Person genug Freizeit für Agententätigkeiten hat, aber hey…

Der Schluss mag Gründe haben, wegen denen man Teil III sehen soll, und das mit dem Gegenmittel war vllt. auch reine Verzwieflung. Aber: Die Fernkampfwaffen-„Erbse“ ist schon ein Knackpunkt, weil damit scheinbar primitive, aber technologisch fortgeschrittene Völker – die so dem Kolonialismus entgingen (ohne selbst kolonialistisch zu werden) – tatsächlich „folkloristisch“ bleiben. Eine Lanze aus Vibranium ist sicher eine tolle Waffe, und sicher geeignet für Agenteneinsätze (Lautstärke), Paraden (Tradition) und gegen andere Vibraniumspeerträger. Und meinetwegen gegen Typen mit Maschinenpistolen auf kurze Distanz, die man überrascht. Aber nicht gegen Tränengas, Handgranaten und alle Gelegenheiten, bei denen die Gegner mit der Knarre einen eher sieht. Dergleichen bedient Traditionen und Klischees vom wackeren Schwertkämpfer, der immer „ritterlicher“ ist als der Schütze, was soweit geht, dass selbst die Musketiere, die nach ihrer seinerzeit modernen Fernkämpfwaffen benannt waren, ihn Filmen ihren meisterhaften Umgang mit dem Degen darstellen, und Musketen mehr für triviale SAchen wie eine Flasche öffenen oder Stroh in Brand zu schießen.

Es ist also nicht unbedingt ein kolonialistisches oder rassistisches Klischee, aber nunja…

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