Juchu.

Seufz.

Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass heute im „Heute Journal“ und den „Tagesthemen“ gegendert wird?

Oder dass die Fifa das mit der WM in Qatar ernst meint? Ja, ok, das waren mehr.

Genau der richtige Zeitpunkt, mal innezuhalten, uns gemeinsam zu feiern und über Pinkstinks zu sprechen.

Ja, besser als Fußball!

Und wer wäre dafür besser geeignet, als unsere wundervolle Geschäftsführerin Ariane Lettow?

So ziemlich jeder? Oder meinetwegen jede andere Person, die feministisch ist, aber nicht direkt mit der Marke pinkstinks verbunden ist?

Ariane, wenn du die Anfänge von Pinkstinks vor 10 Jahren mit heute vergleichst: Was waren damals die Themen?

Stevie Schmiedel gründete Pinkstinks 2012 als große Visionärin, und in der Rückschau bin ich immer noch sprachlos und begeistert

Achso, Ariane Lettow stellt nicht die Fragen, sie beantwortet sie. Oder sie reagiert auf eine Frage, indem sie erstmal über etwas redet, was nicht Gegenstand der Frage ist…

Was Stevie vor 10 Jahren mit ihrer unglaublichen Expertise und „next level“-Mut in die Welt brachte, wurde dringend benötigt – nur wusste das die Welt noch nicht.

Eine Nummer kleiner geht es nicht? Verbrennen wir einfach den ganzen Weihrauch auf einmal!

Zuerst ging es darum, Sexismus überhaupt ins Bewusstsein zu bringen.

D’oh! Aber hey, dieser Satz passt antwortmäßig immerhin zur Frage. Zwei Absätze weiter oben. Andere Redaktionen würden den Teil der Antwort um mindestens einen Absatz kürzen.

Das gesellschaftliche Interesse an dem Thema war gering, Feminismus hatte ein sehr schlechtes Image.

Das hatte Gründe. Und zwar Gründe, gegen die pinkstinks nicht viel unternommen hat.

Unser Gründungsjahr lag 5 Jahre vor Metoo, damals war es undenkbar, dass in ARD und ZDF gegendert oder ein Pinkstinks-Arbeitsheft zu Sexismus tausendfach an Schulen eingesetzt würde.

Zwei Dinge, die wenig miteinander zu tun haben. Nebenbei, dass Arbeitshefte gegen Sexismus an Schulen eingesetzt würden, war schon „denkbar“, nur halt nicht von einer Organisation, die es bis dato in D. nicht gab…

Stevie und Nils Pickert bloggten oft die Nächte durch, um das zu ändern.

Ganz genau: die beiden haben im Alleingang die ÖRR zum Gendern gezwungen!

Nils’ Stimme war und ist immer noch ein wichtiger Bestandteil von Pinkstinks,

Ja, im Unterschied zu seiner Kollegin.

 einige Serverzusammenbrüche gehen auf sein Konto – weil zu viele Leute gleichzeitig seine Texte lesen wollten.

Nachdem die Kommentarfunktion deaktiviert wurde, hat sich das hoffentlich gebessert.

Die Themen der Anfangsjahre waren Rollenstereotype und Sexismus in der Werbung.

Wohingegen es jetzt Sexismus sind und Rollenstereotype in der Werbung UND der Iran. Drei Dinge, die alle gleichermaßen schlecht sind.

 Mit Erfolg: Ferrero nahm aufgrund unserer Kampagne das rosafarbene Ü-Ei „nur für Mädchen“ vom Markt, auch andere Firmen reagierten auf unsere Kritik.

Ferrero oder die Mullahs – alles eine Soße.

Ein weiterer wichtiger Bereich war und ist Theaterarbeit an Schulen

Noch so eine Sache, die in D. erlaubt ist und im Iran harte Reguliereungen unterworfen ist.

…Mitgründerin, lange Vorständin von Pinkstinks und Entwicklerin unserer Theaterarbeit…

„Vorstand“ ist ein Gremium, das aus einer oder mehreren Personen besteht, die dann eigentlich „Vorstandsmitglieder“ heißen. Diese umgangssprachlich ebenfalls „Vorstände“ zu nennen, ist insofern falsch, und wird durch Gendern auch nicht richtiger oder fälscher. Aber ist wieso ist es relevant, dass sie lang ist?

Wie hat sich das feministische Denken von Pinkstinks verändert?

Irgendwann war klar, dass wir mit unserer Art, feministische Themen zu vermitteln, tatsächlich auch Menschen außerhalb der sogenannten Bubble erreichen können.

Also: gar nicht? Weil, wenn man überraschenderweise erfolgreich ist, warum sollte man?

Wir entwickelten uns weg vom Aktivismus, hin zur Bildungsorganisation.

Was immer der Unterschied dabei ist.

Wir veränderten unsere Ausrichtung und gingen – gerade auch im Format „Schule gegen Sexismus“ – Themen niedrigschwelliger und humorvoller an, wir begannen, gezielt mit ganz unterschiedlichen Multiplikator*innen zusammen zu arbeiten.

Ein Multiplikator ist eine Zahl. Aber ja, gendert halt auch Metaphern. Sehr humorvoll.

So wurde es zum Pinkstinks-Kern, feministische Themen für die breite Öffentlichkeit zu übersetzen, um möglichst viele Menschen zu begeistern.

Heißt das mit dem Kern nicht Pink Pudel? Und Begeisterung entwickelt man auch für Fußball; Begeisterung ist nicht per se gut.

Was gilt es in den nächsten 10 Jahren zu erreichen?

Laut einem kürzlich erschienenen UN-Bericht soll es mit dem aktuellen Tempo noch 300 Jahre dauern, bis Gleichberechtigung erreicht ist.

Weltweit. Deshalb konzentrieren sich pinkstinks aauch auf Deutschland. Nebenbei konnte man sich denken, dass 44 Mio. vertriebene Mädchen und Frauen nicht aus Deutschland kommen, weil da nur 40 Mio. Mädchen und Frauen leben. Wie viele Männer und Jungen vertrieben wurden, interessiert natürlich mal wieder niemanden.

Dafür brauchen wir drei Dinge:

Yäy, Liste!

Was mir am meisten am Herzen liegt: Wir brauchen einander!

Das ist Politikerdeutsch für: „wir brauchen Euch“.

Wir müssen uns zusammentun, uns bestärken, miteinander diskutieren, es gut meinen miteinander, gegenseitiges Verständnis für unterschiedliche Situationen aufbringen und von unseren verschiedenen Perspektiven profitieren.

Ja, das muss dieses „humorvoll“ sein, von dem weiter oben die Rede war. Ich habe bis dato keinen Beitrag gelesen, der meine Situation oder meine Perspektive auch nur ansatzweise richtig wiedergab, und vermute daher, dass die kein Verständnis für meine Situation aufbringen oder von meiner Perspektive profitieren wollen.

 Schwangerschaftsabbruch oder – fälschlicherweise so genannte – „häusliche“ Gewalt

Das mindeste, was ich hier erwarte, ist, wie das richtig heißt…

Diese Kämpfe möchten wir verbinden mit aktuellen Debatten zu Verschränkungen von verschiedenen Diskriminierungsformen, mit Fragen zu Klimapolitik aus feministischer Perspektive und mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Geschlecht.

Wie kann Klimapolitik sich durch feministische Perspektive ändern? Aber ja, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu „Geschlecht“: Guggstu.

Eine große Herausforderung derzeit ist auch der Umgang mit erstarkendem Antifeminismus, überall auf der Welt müssen Menschen starke politische Rückschritte in Kauf nehmen.

Ja, Typ im Internet macht sich über die Denkfehler bei Pinkstinks lustig und die iranische Sittenpolizei schlägt eine Frau tot. Alles dasselbe. Zweitens:

Wir bei Pinkstinks müssen beweglich bleiben, auf Herausforderungen und Themen reagieren. Uns weiterbilden, uns korrigieren, wenn nötig.

Okeeee….

Immer wieder überprüfen, wie wir neue Menschen erreichen können. Undogmatisch sein.

Oder öfter Frauen zu Wort kommen lassen? Also öfter als heute einmal? Und einmal zum Iran?

Drittens brauchen wir ganz schnödes Geld für unsere Arbeit.

Ja, wer hätte das gedacht?

Durch die schwierige wirtschaftliche Lage verlieren wir derzeit so viele Förder*innen wie noch nie.

Rein logisch betrachtet müssen die ja auch mal Förderer gewonnen haben. Aber so, wie die das gendern, soll das wohl  ausgeschrieben „Förderinnen und Förderen“ heißen. Deutsch ist was für Unterdrücker! Föderen haben aber nichts mit Star Trek zu tun, btw.

Unsere Grafikerin Antonia Krüger hat sich für alle neuen Förder*innen eine tolle Überraschung überlegt.

Aus Gründen habe ich irgendwie kein Interesse an pinkstinks-Merch, aber Tassen zu verticken ist natürlich nicht nur legitim, sondern eine bessere Idee als die Ideen, die die schon mal hatten. Schlappen für schlappe 50 €!

2 Gedanken zu “Juchu.

  1. Mit Hurra in den Untergang. Ach nein, wenn die Zeiten wieder härter werden, dann wollen die Frauen was…?! Genau! Den pflichtbewussten Ernährer. Was eine Verlogenheit, und damit können die auch noch Geld machen.

    Aber sie gehen gegen Sexismus in den Schulen vor? Dann werden sie sich auch den Fall vorgenommen haben, in dem die Jungen aufstehen mussten und sich entschuldigen für männliche Übergriffe auf Frauen? Nein? Dieser Sexismus geht in Ordnung?

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