Fische!

Bei dem Skandalvortrag an der Humbold-Uni war der Skandal u.a., dass da eine Biologin, die sich sonst auf Fische „konzentrierte“, über die Realität von zwei Geschlechtern, und zwar genau zwei Geschlechtern äußerte.

Der Einwand, den ich gelten ließe – nicht gegen den Vortrag an sich, sondern in Hinblick auf die Konsequenzen für den Menschen – wäre der naturalistische Fehlschluss: „Wenn etwas in der Natur so und so vorkommt, ist das automatisch gut oder richtig.“

Also die Konstruktion von drei oder mehr sozialen Geschlechtern in der menschlichen Gesellschaft wäre nicht deshalb „falsch“, wenn/weil es nur zwei biologische Geschlechter gibt. Mal angenommen, dergleichen könne man so konstruieren wie ein Haus oder einen Staat.

Oder – was ja eigentlich das Freiheitliche wäre – man überwindet das soziale Geschlecht, also das Gender, und alle machen, was sie wollen.

Jetzt ist die Aussage, die mit „Es gibt in der Biologie zwei Geschlechter“ angegriffen wird, aber nicht die, dass man sich nicht von seiner „Biologie“ definieren lassen muss (Anatomie, sexuelle Präferenzen, etc.), sondern, dass diese Definition nicht existent wäre. „Geschlecht“ sei ein rein soziales Konstrukt, und zwar eines, das sogenannte „Männer“ erfunden hätten, um sogenannte „Frauen“ zu unterdrücken, nicht aber umgekehrt, weil… Käsekuchen.

Nun stellt „die“ Biologie fest, dass es bei mehrzelligen Tieren und Pflanzen (nicht unbedingt Einzellern, Pilzen, Schleimpilzen und dergleichen mehr), sofern sie sich geschlechtlich vermehren, genau zwei Arten von Keim- oder Geschlechtszellen gibt, die man der Größe nach als „männlich“ oder „weiblich“ definieren kann, und diese Definition ist derartig universal, dass man bis dato in den betreffenden Reichen keine Gegenbeispiele gefunden hat.

Jetzt gibt es allerdings gelegentlich den Fall der ungeschlechtlichen Vermehrung – wobei keine Geschlechtszellen produziert werden – und solche Fälle, wo eine individuelle Pflanze oder manchmal aus ein Tier gleichzeitig oder hintereinander beide Sorten von Keimzellen produziert, so dass das Individuum dann nicht eindeutig männlich oder weiblich ist. Wie diese Kollegen, die nicht so weiblich sind, wie ihr Name vermuten lässt.

Das widerlegt aber nicht, dass man Individuen, die ausschließlich männliche Keimzellen produzieren, „männlich“ nennen kann, und solche, die ausschließlich weibliche produzieren, „weiblich“. Bzw., solche Individuen, die aus irgendwelchen Gründen gar keine Geschlechtszellen produzieren, werden anhand der Anatomie zugewiesen. Brutalst!

Jedenfalls ist diese Definition nicht abhängig von Gesellschaft und Gesetzen, sondern der Empirie unterworfen, beim Menschen zu 99,9nochwas Prozent eindeutig, in medizinischen Bereichen tatsächlich auch relevant und daher insgesamt nicht einfach per Sprachakt änderbar. Wie gesagt, daraus abzuleiten, dass soziale Geschlechterrollen „natürlich“ seien und daher „gut“ sein müssten, ist falsch. Aber schon die Ableitung, dass das soziale Geschlecht nicht das einzige sein kann, sondern dass es ein biologisches gibt, wird bereits hart abgelehnt. Nur machen die Ablehner plötzlich auch naturalistische Fehlsch(l)üsse…

Denn hey, es gibt noch bessere Gegenbeispiele als Seescheiden: der Regenbogenfisch. Nicht der. Der. Ok, technisch gesehen ist das kein Regenbogenfisch, sondern ein Rosenschleier-Feenlippfisch, der farblich wie ein auf der Seite liegender Tequila Sunrise aussieht, aber es ist protogyn. Das heißt, das Tier beginnt sein Leben als Larve Frau, wird dann ein Mann, und ist somit ein neues Mitglied der LBGTQ+*-Community.

Ich vermute mal, dass sich weibliche Rosenschleierfische mit männlichen paaren und umgekehrt. Oder, Tante Wiki?

Fast alle Lippfische wechseln im Laufe ihres Lebens das Geschlecht.

Wahrscheinlich werden die, die das nicht machen, von den anderen böse gemobbt.

In der frühen Juvenilphase sind sie noch nicht geschlechtsreif und unterscheiden sich in Farbe, oft auch in der schlankeren Körperform von den erwachsenen Tieren.

Beim Menschen bleibt immerhin die Hautfarbe gleich…

Bei Erreichen der Geschlechtsreife kommen die Fische in die Initialphase. Die meisten Lippfische sind dann zunächst weiblich.

Das ist schön, weil sich dann niemand von denen wegen ioses Körperbaus Selbstzweifel entwickeln muss…

Bei einigen Arten wird ein kleiner Teil zu Primärmännchen, die männliche Gonaden haben, aber äußerlich wie Weibchen aussehen.

…ups, zu früh gefreut! Aber immerhin heißen sie „Primär“-Männchen, nicht „Sekundär“-Männchen. Das ist gut fürs Selbstvertrauen!

So werden sie von ausgewachsenen, revierbildenden Männchen nicht aus ihrem Territorium verjagt und können sich auch beim gruppenweisen Ablaichen dazwischen drängen und einige Eier befruchten.

Genau! Lasst Euch von den Alpha-Chad-Bullys nicht den Spaß verderben! Auch weiblich gelesene Individuen haben ein Recht darauf, abzusahnen! Ähh, abzumilchen. Achso, liebe Menschen: Kondome schützen!

Mit der Zeit verändern die Individuen der Initialphase ihre Farbe und nehmen die Färbung der Terminalphase an.

Ultimat! Terminal! Neue Hautfarbe!!! Dieser Blog ist wie für sie gemacht! Bis auf die Hautfarbe jetzt.

Dabei wechseln die Weibchen das Geschlecht und werden zu Sekundärmännchen.

Würde man Transmänner auch als „Sekundärmänner“ bezeichnen, oder wäre das abwertend? Ich frage, weil diese Fische jetzt als Anti-TERF-Argument gelten sollen.

Sekundärmännchen unterscheiden sich meist durch Körpergröße, Farbenpracht und ausgezogenen Flossenfilamenten von Weibchen und Primärmännchen.

Wie beim Menschen also, nur haben die i.d.R. keine Flossenfilamente, oder? Jedenfalls, Primär-und Sekundärmännchen produzieren dieselbe Art von Keimzellen, insofern sind die dasselbe biologische Geschlecht. Man könnte überlegen, ob Lippfische eine „Gesellschaft“ haben und somit soziale Geschlechter, dann wären Primär- und Sekundärmännchen tatsächlich zwei soziale Geschlechter aka Gender, weil sie nicht nur unterschiedlich aussehen, sondern sich auch anders verhalten. („Aber Mycroft, Transfrauen wollen doch dasselbe biologische und soziale Geschlecht sein wie Cisfrauen?“ – „Ja. Was ist jetzt das Argument?“ – „Ach, schon gut.“)

Sekundärmännchen sind meist recht kurzlebig, verbrauchen sich durch das Laichgeschäft und werden eher von Raubfischen erbeutet, da sie durch ihre prächtigen Farben auffallen oder durch die Balz abgelenkt sind.

Sekundärmännchen sind eben das leicht ersetzbare Geschlecht! Man könnte sie auch „Ersatzmännchen“ nennen. Tut das schon weh, liebe Transmänner?

Stirbt das Sekundärmännchen einer Gruppe, so wandelt sich das stärkste Weibchen innerhalb weniger Tage in ein Männchen um.

So schnell kriegt man die ersetzt! Nur die harten kommen in den Garten! Gleichberechtigung! Gleichstellung! Gleichheit für ALLE!!!

 Ihre Gonaden werden zu männlichen, ihre Farbe ändert sich und die Flossen wachsen.

Ich lege hierbei Wert auf die Feststellung, dass Geschlecht und Hautfarbe beim Menschen trotzdem kein „soziales Konstrukt“ ist. Vor allem, weil Manschen dergleichen nicht innerhalb weniger Tage ändern können.

Schon nach kurzer Zeit laicht sie mit den Weibchen der Haremsgruppe.

„Sie“ ist dann aber „er“: Pronomina, so wichtig! Ansonsten, wie ich mir schon dachte: LGBT-Fische haben heteronormativen Gruppensex. Wie so ein „Alpha-Chad“ halt. Ich weiß nicht, ob das das ist, was die LBGTetc-Aktivisten(mwd) eigentlich propagieren. Aber so leben Lippfische. Don’t judge!

Das Argumentieren mit dem „naturalistischen Fehlschluss“ wird aber plötzlich von denen aufgegriffen, die diesen Fehlschluss eigentlich ablehnen sollten, um ihren Standpunkt zu verteidigen. Begeisterung! Freude! Argumentativer Bankrott!!!

Ein Gedanke zu “Fische!

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