Alan Moore

Macht sich Sorgen.

Infantiles Interesse an Superhelden sei ein Vorläufer zum Faschismus.

Jaaaa, das kann passieren. Liest man Superheldencomics – oder generell Geschichten mit sehr überlegenen Helden – weil man sich mit ihnen identifiziert, oder weil man hofft, es gäbe solche Helden in der Wirklichkeit?

Oder, etwas allgemeiner gefragt, ist eine Geschichte mit sehr sauberer Gut-Böse-Trennung ein Vorläufer zum Faschismus, oder eher eine mit sehr verschwommener Grenze, denn wenn man in seiner Freizeit nicht so auf Gut-vs-Böse achten muss, kann man das vllt. auch politisch ignorieren?

Ich weiß, bzw., ich habe sehr stark den Eindruck, dass GoT vor den Gefahren von Faschismus warnen will, weil sie sehr plakativ erzählt, wie eine sympathische und dabei auch vergleichsweise ethische Hauptfigur am Ende zur Faschistin wird. Nur, soll das pädagogisch sein? „Ihr mochtet Dany? Na, Pech gehabt, die ist eine Faschistin, Ihr Faschisten!“

Andererseits hätten die Westerosi ihre Probleme in drei Staffeln erledigen können, wenn die einfach freiwillig ihre persönlichen Probleme und Befindlichkeiten hintenangestellt hätten. Ist das jetzt pro- oder contrafaschistisch? Faschisten würden denken: „Profaschistisch, weil ein starker Führer dergleichen unterbindet!“, aber sagen würden sie: „Das ist contrafaschistisch, aber pro-Uns, weil wir ja keine Faschisten sind!“

Letztendlich wird man weder profaschistisch, weil man die falschen Serien sieht, noch contrafaschistisch, weil man die richtigen Serien sieht. Man könnte bspw. beim neusten Batman zwar sehen, das der gute alte „Du und ich, wir sind gar nicht so verschieden!“-Move gemacht wird, aber ziemlich verdient, finde ich.

Propagiert der Film Faschismus? Eigentlich nicht, Bruce Wayne merkt im Verlauf des Filmes, dass er seine Pflichten als Bruce Wayne, nicht als Batman, vllt. besser wahrgenommen hätte, und argumentiert also gegen Superheldentum. Warnt er davor, dass Superheldentum und jedenfalls Terrorismus statt Faschismus nicht sooo verschieden sind? Aber auf jeden Fall.

Aber das sagt jetzt nichts über die politische Gesinnung der Batman-Fans aus, oder speziell derjenigen, die diesen Film gutfinden. Es gibt bestimmt auch Menschen, die „The Woman King“ gut finden, entweder rein von der handwerklichen und künstlerischen Qualität her, oder weil irgendein größerer Film über schwarze Frauen besser ist als gar keiner, und die von sich wahrheitsgemäß sagen können, dass sie keine Sklavenwirtschaft propagieren; die Doppelmoral beginnt, wenn man die problematischen Punkte bei einer Sache überbetont und bei einer anderen komplett ignoriert.

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