Moralapostel

Bisschen älter, aber hier.

Nah am Silbersee gebaut

Eine Kolumne von Samira El Ouassil

Got the joke? Got it? Zu „nah am Wasser gebaut“! Weil der Silbersee, trotz seines Namens, aus Wasser besteht und nicht aus Silber. Und man sich ja über Leute lustig machen muss, die weinen. Um sich dann zu beschweren, wenn jedenfalls Männer keine Gefühle zeigen, und/oder, wenn die Gefühle von Frauen verletzt werden.

Kritik? Na und! Was treibt Menschen dazu, jetzt erst recht Winnetou zu lesen, SUV zu fahren, heiß zu duschen und Layla zu huldigen? Es ist der Trotzstolz.

SUV in dieselbe Liste zu stecken wie heiß zu duschen, und beides in dieselbe Liste wie Winnetou und Layla, ist tatsächlich ein Teil des Problemes. Ein SUV als Statussymbol ist nicht ganz dasselbe wie eine heiße Dusche, und Layla vermittelt ein deutlich weniger positives Frauenbild wie Winnetou über Apatschen. Winnetou zu lesen schadet real existierenden, heutigen Apatschen deutlich weniger als ein SUV der Umwelt. Und diese implizierte Gleichsetzung lässt dergleichen Kritik mehr wie das Gemecker spaßbefreiter Moralapostel wirken als alles andere.

Nach zweieinhalb Wochen Funkstille meldet sich Sigmar Gabriel mit etwas ungewohntem Pathos auf Twitter ,

Okeee, DER sollte vllt. einfach mal die Klappe halten aus Gründen, die mit seine eher mittelarbeitnehmerfreundlichen Politik zu tun haben, aber schön…

Als Kind habe ich Karl Mays Bücher geliebt, besonders #Winnetou. Als mein Held starb, flossen Tränen. Zum Rassisten hat mich das ebenso wenig gemacht wie Tom Sawyer&Huckelberry Finn.

Das ist allerdings das Argument – wer SUV fährt, ist umweltschädlich. Bzw., umweltschädlicher als jemand mit einem kleineren Auto. Warum sollte jemand rassistisch werden, weil er Winnetou liest? Oder, warum sollte jemand sexistisch werden, weil er „Layla“ hört? Oder meinetwegen mitsingt? Und ja, genaugenommen ging es um das Kinderbuch, aber die Kritik am Kinderbuch gilt analog auch für die Originalroman von May, also alle oder keiner.

Dank Karl May wissen wir: die indigenen Völker Nordamerikas kannten keinen Schmerz .

Den Spruch fand ich schon als Kind doof. Bzw., ich fand die Winnetou-Bücher doof und habe sie daher nicht gelesen. Allerdings, als Erwachsener jedenfalls halte ich die Stelle, wo Winnetou Vater und Schwester verliert, aber weitermachen muss, für eine Relativierung – es geht darum, sich vom Schmerz nicht kleinmachen zu lassen. Aber gut, blöder Spruch.

Möglicherweise sind mit der Bedeutung des Namens Winnetou, die bekanntlich »Brennendes Wasser« lautet, genau diese leidenschaftlichen Tränen gemeint.

Deutsche Politiker, die keine Gefühle für rassistisch verfolgte Minderheiten auf anderen Kontinenten haben = böse. Deutsche Politiker, die Gefühle für rassistisch verfolgte Minderheiten auf anderen Kontinenten haben = lächerlich.

Winnetou gelesen. Geweint. #WinnemeToo.

Man könnte fast meinen, dass Frau Ouassil was gegen deutsche Politiker hat.

Bei Gabriel existierten also zweieinhalb Wochen lang keine Impulse, die ihm eine Äußerung zum Weltgeschehen entlocken konnten.

Wenn es nur um Gabriel ginge, würde ich mich ja nicht beschweren, aber jaaa, etwas sonderbare Prioritäten – warum nicht mit diesem Kritikpunkt anfangen und dabei bleiben?

Auch z. B. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gestand, 45 Bücher von May gelesen zu haben. Wobei sie betonte, dass sie dennoch weder Rassistin noch Kolonialistin sei .

Ist wie bei der Killerspieldebatte – ein möglicher Kausalzusammenhang wird von mehr oder weniger besorgten Moralaposteln angedeutet, und mehr oder weniger unbescholtene Leute sehen sich veranlasst, sich zu verteidigen.

eine Geste und Pose, die wir bereits aus vielen anderen Zusammenhängen kennen, doch fühlte ich mich erst jetzt dazu verleitet, für diese doch eher kindliche Haltung einen Begriff ins Spiel zu bringen: Trotzstolz.

Tja, wenn man erwachsene Menschen wie Kinder behandelt, verhalten die sich auch so. Diese Moralapostel sind nicht christliche Prediger im 1.-3. Jahrhundert nach Christus, die in einem imperialistisch-faschistischen Sklavenhalterstaat mit beschränkter Rechtsstaatlichkeit und faktisch abgeschaffter Demokratie versuchten, vor ihrem Märtyrertod noch was zu reißen, sondern mehr die Rottenmeiers des 21. Jahrhunderts. Also Menschen, die durchaus den Einfluss haben, um ihre Moral zu vertreten.

Artefakte, die aus nachvollziehbaren Gründen öffentlich kritisiert werden – in diesem Fall ein neues Winnetou-Buch des Ravensburger Verlags zum Kinderfilm »Der junge Häuptling Winnetou«, folglich jedoch allgemein Karl-May-Bücher

Der Kritikpunkt ist nicht, dass das eine ein schlechtes Buch sei. Die Kritikpunkte sind: die reale historische Epoche würde zu harmlos dargestellt (obwohl es ein Kinderbuch sein soll), und das hier Weiße mit der Geschichte von Indianern Geld verdienten, was im Grund eine vollumfängliches Totschlagargument ist.

werden demonstrativ als Horkruxe der eigenen Unbeirrbarkeit hinsichtlich des gesellschaftlichen Wandels präsentiert.

Wieso „gesellschaftlicher Wandel“? Entweder, die jeweiligen Erwachsenen sind keine Rassisten, dann brauchen die nicht zu Nicht-Rassisten erzogen zu werden, oder aber, sie sind es doch, dann hören die damit nicht auf, nur weil sie kein Karl May mehr lesen. Im Unterschied dazu, ob jemand weiterhin SUV fährt oder nicht, was tatsächlich einen Effekt hat.

Stolz exhibitioniert man seine Fähigkeit, kritischen Stimmen zu trotzen, und feiert die eigene Reaktanz als kämpferische Selbstbehauptung.

Jaaa, ich fühle mich wie ein tapferer Freiheitskämpfer, wenn ich „Layla“ singe. Ok, ist in dem Exzess etwas übertrieben, allerdings ist die behauptete Wirkmächtigkeit auch übertrieben, insofern: Schulterzuck.

Nein, man lässt sich seine Kindheit nicht kaputt reden!

Der implizite Vorwurf ist nunmal da.

Nein, man lässt sich nicht zum Bösewicht machen, nur weil man die eigene Nostalgie mit literarischer Qualität verwechselt, eigene Vorlieben durch angebliche Unangreifbarkeit beschützen möchte!

Keine Ahnung – ist irgendwo das Argument gekommen, dass Karl May literarisch besonders gut sei? Ansonsten ja, man lässt sich nicht zum Bösewicht-by-proxy machen. Ist wie bei den Killerspielspielern.

Dazulernen, sich weiterentwickeln, gesellschaftliche Fehler aufarbeiten?

Also mal abgesehen von dem ganz primitiven Gedanken, dass „Indianerherz kennt kein Schmerz“ ein Klischee ist, schon zu Mays Zeiten war, und dass historische Romane generell nicht unbedingt historisch richtig sind – welchen Erkenntnis vermittelt „uns“ die Debatte? Weiterhin bin ich ehrlich nicht der Ansicht, dass Bücher „gesellschaftliche Fehler“ sein können, weil die von Individuen geschrieben und gelesen werden.

Möchte vielleicht noch jemand kritisieren, dass Karl May antisemitische Ressentiments verbreitet hat ?

Eine Kritik bei Original-Winnetou ist tatsächlich, dass er positive Klischees über Indianer verbreitet bzw. teilweise überhaupt erst erfunden hat. Jetzt ist hier die Kritik, dass er nicht nur positive jüdische Figuren, sondern auch eine negative vorkommen lässt. Ein durchgehendes Thema bei May ist die Beobachtung, dass es überall gute und schlechte Menschen gibt, und dass demnach Gut und Böse keine Funktion von Hautfarbe, Religion oder anderer Oberflächlichkeiten sein kann.

Ein wichtiger Aspekt des Trotzstolzes ist, dass er genau das kanalisiert, was er anderen vorwirft: eine Reaktion aus verletzten Gefühlen heraus.

Der Vorwurf als solcher ist nicht aus der Luft gegriffen – der materielle Schaden, den ein deutsches Kinderbuch für Ureinwohner in Amerika anrichten kann, ist wohl deutlich unter der Messgrenze, also geht es mehr um gefühlten Schaden. Den es natürlich auch gibt, aber ist der ähnlich groß wie „Rassist, wer Winnetou mag!“?

Denn ein gängiges Argument bei jeder Kritik an Kunst und Konsum lautet, man könne sich doch nicht von ein paar Menschen mit ein paar verletzten Gefühlen diktieren lassen, wie Kultur, Kanon oder Klimaschutz auszusehen haben.

Klimaschutz nein. Kultur schon. Bzw., ich finde für JEDES Kunstprojekt Menschen, die sich davon verletzt fühlen, wenn ich lange genug suche, also gibt es keine Kunst, die auf alle Gefühle Rücksicht nimmt. Bei meiner Ringe-der-Macht-Kritik höre ich übrigens öfter das Argument: „Du musst es ja nicht sehen!“ Stimmt ja, aber meine Kritik ist nicht direkt, dass das meine Gefühle verletzt, sondern dass die so viele Punkte liegen lassen, dass die auch ganz was anderes hätten verfilmen können.

Dabei ist das demonstrative Sich-Schmücken mit dem Kritisierten Ausdruck der Kränkung, dass man plötzlich ein anderer sein soll, als der, der man immer zu sein glaubte

Gaaanz vorsichtig formuliert – manche, die man als „Rassist“ bezeichnet, sind das auch wirklich. So, wie irgendein Killerspielspieler auch schon über einen Amoklauf nachgedacht hat. Nur die Kausalkette ist eher eine andere, wenn überhaupt vorhanden, also ist die Kritik insofern trotzdem falsch.

nun soll man also z. B. jemand sein, der einen kolonialistischen Text gut findet;

Ist Winnetou ein „kolonialistischer Text“? Also ein Text, der Kolonialismus befürwortet? Ich denke, diese Formulierung hält einer inhaltlichen Analyse nicht stand.

jemand, der mit seiner Wortwahl Rassismus reproduziert;

Das käme wohl auf die Wortwahl an, aber auch hier die Frage: ist Winnetou ein „rassistischer Text“?

oder jemand, dessen Handlungen der Umwelt schaden

Dies ist eine Frage, die nicht durch ein Laberfach wie Textanalyse zu beantworten ist, sondern naturwissentschaftlich. Was hat das mit Winnetou zu tun?

In dieser Abwehr wird »ein autobiografischer Gründungsmythos entworfen, der die politische Unschuld der eigenen Kindheit verteidigen möchte«

Die Umkehrung ist falsch: nur, weil jemand Winnetou liest, oder jedenfalls toll findet, hört soe nicht auf, rassistisch zu sein. Aber ja, reale Kinder sind politisch unschuldig.

wie der Literaturwissenschaftler Johannes Franzen in seiner hellsichtigen Analyse zur Winnetou-Causa formuliert .

Hellsichtig. Unterhalb von paranormalen Fähigkeiten geht es ja mal gar nicht. Analog zu gewissen literarischen Personen hat Franzen vllt. hellseherische Fähigkeiten, aber keine Empathie – ihm ist einfach nicht klar, dass eine Kritik, die nicht lautet: „Das gefällt mir nicht!“, sondern: „Das soll(te)st Du nicht lesen/ansehen/hören/singen!“ von der Geschmackschiene auf die Moralschiene wechselt, und dadurch wird es persönlich.

Der Kränkung folgt ein »Jetzterstrecht«, das nach Zustimmung und Verbrüderung fischt.

Natürlich. Wenn mir jemand sagt: „Du hast keinen Geschmack, weil Du die Tomb-Raider-Filme mit Angelina Jodie magst!“, trifft mich das mehr am Rande. Wenn mir jemand sagt: „Du bist ein schlechter Mensch, weil Du die magst!“, schon eher. Mein ethisches Rückgrat muss ich härter verteidigen als meinen Geschmack.

Also mit Trotzstolz gepostete Fotos von Schnitzeln mit Jägersauce, begleitet vom Z-Wort; Bilder von Schokoküssen, die noch mit einem rassistischen Begriff beschrieben werden; selbstverliebte SUV-Selfies, verbunden mit bockigen Bekundungen, man werde nur extra schnell fahren, extra heiß duschen oder extra laut Layla hören.

Gut, dass die keine Dusch-Selfies posten, was? Aber ja, wenn man sich der Aufgabe widmen, seine Mitmenschen zu besseren Menschen zu erziehen, dabei aber weder besonders empathische noch pädagogische Skills drauf hat, kommt so eine tolle Analyse dabei herum. Keine Ahnung, ob Rassisten aufhören, etwas gegen Sinti und Roma zu haben, nur weil sie Paprikaschnitzel bestellen; aber es geht ja ums Gefühl.

Nun ist das bei Privatpersonen zwar tragisch, aber auch fast egal

Wenn es fast egal wäre, wären wesentliche Teile der Diskussion unwichtig.

Politische Akteure jedoch machen sich diesen Trotzstolz politisch zunutze, insofern er in ihrem Lamento über Einschränkung und Selbstviktimisierung ein extrem praktisches Gefühl ist:

Tja. Selbstviktimisierung lernen heißt siegen lernen.

Erstens muss man sich nicht zu den validen Kritikpunkten äußern oder gar verhalten

Eigentlich schon, aber der lieben Vollständigkeit halber:

  1. Winnetouromane sind weder dazu gedacht noch geeignet, indianerfeindliche Vorurteile zu erzeugen oder zu reproduzieren, Kolonialismus zu propagieren oder im Nachhinein zu rechtfertigen, oder heutige Rassismus zu begründen.
  2. Layla vermittelt ein wenig realistisches Bild von Prostitution, was allerdings reale Prostitution kaum begünstigen wird.
  3. Weniger heiß duschen ist evt. nicht das beste oder wichtigste Mittel, die russische Kriegsmaschine zu untergraben. Außerdem ist es staatlicherseits übergriffig, dem Bürgern diesbezüglich Vorschriften zu machen.
  4. SUV sind für die meisten Menschen tatsächlich eine überflüssige Investition.

man surft auf einer larmoyanten Welle der Selbstgerechtigkeit und macht die Kritiker:innen zu Sündenböcken.

Teilweise schon, aber wer hat denn angefangen damit?

Zweitens kann man auf diese Weise undankbare Themen aussitzen, wie z. B. die Gasumlage, den Cum-ex-Skandal, den ÖPNV oder die Tatsache, dass die Hälfte der Bevölkerung im Herbst ärmer sein wird.

Ja, DAS wird bei einigen Politikern bestimmt eine Rolle dabei spielen. Aber das ist jetzt nicht die Schuld der Privatleute, sondern einerseits der Politiker selbst, andererseits der Journalisten und anderen Kritikern, die „Winnetou“ als Thema für vergleichbar wichtig halten wie „spritfressende Autos“. Bzw., beides vergleichbar wichtig darstellen.

Menschenfeindlichkeiten sind nicht nur schädlich, sondern in den meisten Fällen auch noch unglaublich hässlich und geschmacklos.

Okeee? Geschmack ist tatsächlich mehr ein Gefühl als alles andere. Ist „Winnetou I-III“ jetzt aber tatsächlich „unglaublich hässlich und geschmacklos“? Mal im Unterschied zu den meisten anderen Western, die geschrieben oder gedreht wurden?

Gerade Reproduktionen von Rassismus sind handwerklich missglückter Exotismus-Trash

Weil es davon eine Menge gibt, ist nicht alles so. Es gibt ja auch ziemlich sensationsgeile True-Crime-Serien, aber das ist keine notwendige Eigenschaft von „True Crime“ als Genre. Ich bin auch dagegen, Genres in Sippenhaft zu nehmen.

Ausgestellter Trotzstolz hört auf keine dieser Stimmen. Warum auch?

Dass es unglaublich hässliche Klischees gibt, beweist nicht, dass jeder Western ein literarisch schlechtes Buch ist, geschweige denn moralisch schlecht. Im Link oben wird am Kinderbuch kritisiert, dass das Wort „Squaw“ vorkam, was erst letztes Jahr als abwertend bezeichnet wurde. In den USA, wo eine andere Sprache gesprochen wurde, aber ok. Dergleichen könnte man ändern. Das Problem, dass das Buch nicht mehr zeitgemäß ist, ist sicher richtig, gilt aber sinngemäß für alle Geschichten, die in anderen Epochen spielen, wo mehr Klischees über diese Epochen gezeigt werden als alles andere. Hallo, Mittelalter! Die Erkenntnis, dass ein heutiger Apatsche ebensowenig in Kriegsbemalung und mit Kriegsgeschrei herumläuft, wie ein heutiger deutscher Student einen anderen zum Duell herausfordern würde, weil… ok. Es ist sogar NOCH unüblicher, dass heutige Apatschen sich wie vor 150 Jahren verhielten, als deutsche Studenten!

Er will ein einfaches politisches Identitäts- und Erregungsangebot bieten,

Das auf jeden Fall!

einen doch recht kleingeistigen Freiheitsgedanken (kleingeistig, weil er die Beschneidung der Freiheit anderer einfach ausblendet)

Ein SUV nimmt anderen die Parkflächen weg!

der moralisch so aufgeladen ist

Definitiv! Aber das war er schon, als die Kritik von „literarisch schlechtes Buch“ auf „moralisch schlecht“ wechselte.

dass das Dafürsein gar nicht mehr inhaltlich begründet werden muss

Die Winnetou-Fans wollen nicht, dass die Kritiker Fans werden. Insofern müssen die Kritiker ihre Position begründen. Und weil die Kritik moralisch ist, gelten höhere Ansprüche an die Begründung als „gefällt mir nicht!“. Der SUV hat einen bestimmbaren Schaden, der dem jeweilgien Nutzen gegenübergestellt wird, aber der Roman Winnetou I?

adurch führt diese Simulation einer Haltung – geboren aus einer Kränkung, getarnt als Überzeugung – zu einer Aushöhlung des Politischen

Oh nein, wie schrecklich!

denn wir sprechen nun eben nicht mehr über die relevanten Ängste der Bevölkerung…

Es gibt sicher hart anti-semitische, rassistische, frauenverachtende und ähnlich schlimmer Kunstwerke. Diesbezügliche Ängste sind nicht irrelevant. Aber diese allgemeine Gleichsetzung ist deutlich mit dafür verantwortlich. Es gibt Kritik an den rassistischen Wörtern in Tom Sawyer. Das Buch selbst ist Anti-Sklaverei, aber da es in einer Zeit spielt, wo diese Wörter nicht annähernd das Rassistische war, was die damalige Gesellschaft hergab, wollen manche das Buch auf den sprichwörtlichen Index setzen. Wenn es Euch nicht gefällt, dann lest es halt nicht! Wie bei RdM.

…sondern über Tränen der Trotzigkeit.

Wir sprechen über „Tränen der Trotzigkeit“ bzgl. einer Romanfigur, weil manche Leute wollten, dass man über diese Romanfigur spricht, statt über die relevanten Ängste der Bevölkerung. Gabriels Twitter-Verhalten ist nicht toll, aber was erwartet Ihr?

Ihr habt weder den sozialen Skill noch den argumentativen, um genug Leute zu überzeugen, dass Winnetou unmoralisch ist – warum versucht Ihr es dann? Alles, was Ihr erreicht, sind mehr oder weniger gute Steilvorlagen für Eure politischen Gegner.

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