Don’t Worry, be Darling!

Die Filmkritik

Siehe auch hier.

Die Filmhandlung ist wohl recht spoilerempfindlich, d.h., wer den Film sehen will und dabei über den Twist rätseln möchte, bitte nicht weiterlesen.

Alle anderen: die Tatsache, dass in einem feministischen Film die Männer böse sind, ist natürlich nicht der Plottwist. Die spannende Frage ist, wie die Frauen denn diesmal ausgebeutet werden.

Speziell Frauen, die ein 50er-Jahre-Hausfrauen-Dasein führen. Mann verdient Geld, Frau gibt es aus. (So war das in den 50ern eigentlich auch nicht unbedingt, aber dies sollen „idealisierte“ Oberschicht-50er-Jahre sein.) Und zwar arbeiten alle Männer einer „Vorstadt“-Siedlung (in der Wüste) bei einem Geheimprojekt, und alle Frauen sitzen zu hause, oder im Pool, oder gehen Shoppen, oder haben Dinnerparties. Klarer Fall von „zu schön um wahr zu sein“.

Der Plottwist ist nicht, dass die Männer in Wahrheit von Marsianern übernommen wurden, oder von Reptilienmenschen ausgetauscht.

Der Plottwist ist auch nicht, dass die Männer eigentlich alle bi sind und sich zu geilen Männer-Gruppensex-Parties treffen, aber weil das in den 50ern verpönt war, müssen die das heimlich tun.

Der Plottwist ist die Stepford-Matrix. Die Frauen leben in einer virtuellen Realität, während die Männer sich nur in ihrer Freizeit einstöpseln, aber im Richtigen Leben Geld verdienen. Weil das das Leben ist, was Jordan Peterson Incels als Ideal verkauft?

Die Rezensentin findet übrigens, dass die Botschaft tatsächlich nicht soo „preachy“ daherkommt, weil die Männer nicht so arschig sind, wie sie sein könnten. (Und Männer können sehr arschig sein, um der Wahrheit die Ehre zu geben.) Also eigentlich ist es so sogar besser.

Der eigentliche Haken an der Sache ist für mich: wieso überhaupt echte Frauen und keine NPC/NSCs (Nichtspielercharaktere)? Keine Ahnung, ob Jordan Peterson das richtig findet, aber tagsüber arbeiten und abends in einer virtuellen heilen Welt zu virtuellen Dinnerpartys gehen, um virtuelles Essen zu essen und virtuellen Alkohol zu trinken, Sex mit einer virtuellen Frau haben, oder mit mehreren – hat bestimmt einen Markt, sowas.

2 Gedanken zu “Don’t Worry, be Darling!

  1. Die virtuelle Welt ist doch böse und vor allem voller Belästigung – siehe z.B. https://www.nzz.ch/technologie/sexuelle-belaestigung-im-metaverse-wenn-avatare-zu-opfern-werden-ld.1668651
    Also alles ganz ganz schlimm und nix mit Entspannung im Metaverse.
    Außerdem wird sich sicher die Künstliche Intelligenz bald beschweren – die frühen KIs wurden ja ziemlich schnell rassistisch, wenn sie im „realen“ Internet lernten. Eine „KI-Frau“ würde vermutlich mit dieser Maßgabe zur Oberfeministin – das wird eher unlustig…

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