Männer sind das austauschbare Geschlecht

Insbesondere Andrew Tate, wie es aussieht.

Ich habe von Tate eigentlich erst erfahren, als er von diversen Plattformen geflogen ist, auf denen ich größtenteils gar nicht bin, und es scheint mir ein Abzocker und generell unangenehmer Zeitgenosse zu sein. Allerdings hat er immerhin soviel Empathie, dass er weiß, wie er Männer abzocken kann.

Im Unterschied zu Nils Pickert.

Andrew Tate und Co: Austauschbare Hampelmänner

Ohne Tate rechtfertigen zu wollen, aber ein Hampelmann ist jemand, der von anderen zum Hampeln gebracht wird. Das wären eher seine „Kunden“.

Wieder so ein Typ, der seine frauenverachtenden Lächerlichkeiten durch ein Schneeballsystem bestens an junge Männer verticken kann

Zur weiterführenden Literatur bitte hier entlang, auch die Kommentare lesen. Am besten finde ich Adrians Erklärung, dass er sich zu Frauen verhält wie ein Junkie: oszillieren zwischen Begehren und Ablehnung.

In einer bemerkenswert kurzen Zeitspanne hat sich der ehemalige Profikickboxer Andrew Tate einen Namen als „Life-Coach“ für junge Männer gemacht, die sich nach Geld, Macht und vor allem Erfolg bei Frauen sehnen.

„Nachts muss man schlafen, weil es dann dunkel ist und außerdem die Sonne nicht scheint!“ Die typische Zielgruppe dürften die Männer sein, die Macht und Geld wollen, weil sie sich davon mehr Erfolg bei Frauen versprechen. Es gibt ja auch Schneeballsysteme nur für Geld.

Die Masche, die er dabei anwendet, ist altbekannt.

Naja, die Verbreitung über die mehr oder weniger sozialen Medien ist schon recht neu.

Sehr viele optimierte Bilder und Videos von „Mein Haus, mein Auto, mein Pferd. Meine Reisen, meine Zigarren, meine sehr jungen Sexpartnerinnen“.

Das ist nicht ganz dasselbe. Ein k.A, Bankfilialleiter oder so würde anderen Bankfilialleitern gegenüber protzen, aber nicht seinen Kunden. Bei Tate ist das aber Teil des Geschäftmodells.

Sehr viel Misogynie.

Er sagt, er würde Frauen notfalls beschützen. Das mag gelogen sein oder auch nicht, aber ist schon das, was Feministinnen wollen.

Tate ist also schon wieder einer dieser Typen, die ihren angeblichen Erfolg zur Schau stellen, dabei ihre Hypermaskulinität betonen und nicht müde werden, Frauen als Eigentum von Männern darzustellen.

Nun, da das sein Geschäftsmodell ist, mit dem er tatsächlich finanziell sehr erfolgreich ist, ist das „angeblich“ falsch. Aber natürlich meint er sozialistischerweise, dass alle Männer Frauen haben sollten, und nicht nur die attraktivsten 10%. Rolex für alle!

Als unterwürfig. Unterlegen. Unselbstständig. Dekoration. Sexobjekte.

Die tollen Verschwörungstheorien, die Tate auch noch raushaut, hat Pickert vergessen. Aber ja, wenn er Frauen als „Statussymbol“ betrachtet, verdinglicht er sie.

Und diejenigen, die ihm diesen Schwachsinn im wörtlichen und im übertragenen Sinn abkaufen, werden angehalten, andere als zahlungskräftige Follower und Fans zu rekrutieren.

Es ist nicht so, und das ist etwas, was Pickert entweder nicht verstehen kann oder beharrlich ignoriert, dass Männern Frauen egal wären. Der Wunsch, eine Partnerschaft oder halbwegs regelmäßig ONSs zu haben, ist recht weit verbreitet, so dass Tate diesen Wunsch nicht erzeugt, sondern höchstens bedient.

Ich schreibe „schon wieder“, weil diese Masche schon seit Jahren verfängt.

Woran mag das nur liegen? Woran nur? Wir haben keine Ahnung, weil Männer so mysteriöse Geschöpfe sind und so.

Vor acht Jahren habe ich an dieser Stelle über die Umtriebe des selbsternannten Pick-up-Artists Julien Blanc geschrieben.

Ganz wichtig, liebe Leserschaft: hört nicht auf selbsternannte PUAs, sondern nur auf solche mit Diplom oder am besten Doktortitel von der PUA-Uni. Da weiß man, was man hat. Guten Abend.

An dem Grundprinzip des Geschäftsmodells Misogynie hat sich seitdem nicht viel verändert:

In vollen ACHT Jahren! Kinder, wie die Zeit nicht vergeht.

Irgendwelche Hampelmänner legen ihre Blenderware auf den Präsentiertischen der sozialen Netzwerke aus und verticken ihre frauenverachtenden Lächerlichkeiten durch ein Schneeballsystem an junge Männer, die sich nur allzu gerne blenden lassen, weil es ihnen selbst alles andere als blendend geht.

Also genau wie die Globulisten mit ihrer Homöopathie? Nur, dass PU tatsächlich mehr Erfolg hat,  häufiger wiederholbare Ergebnisse liefert und – wenn man das ganze Anspruchsdenken weglässt – immerhin anerkennt, dass nicht nur Männer was von Frauen wollen, sondern auch umgekehrt.

Ein Unterschied zu damals besteht darin, dass heute alles noch schneller und reichweitenstärker vonstattengeht.

Joah.

Ein weiterer darin, dass die Plattformen, auf denen diese Hampelmänner agieren, sie heute schneller von ihren Seiten verbannen.

Schon, aber das hindert niemanden, ihn zu verbreiten.

Denn zum einen sind es gerade die sozialen Netzwerke und Videoplattformen, die es diesen Hampelmännern so lange ermöglichen, eine eigene Fanbase zu etablieren und an sich zu binden, bis die Männeregoverwertungsmaschine auch anderswo und ohne sie halbwegs einträglich läuft.

Sag ich ja. Der eigentliche Punkt an der Stelle ist aber der, dass es den „Bedarf“ gibt. Manche Männer wollen, dass es eine „einfache“ Möglichkeit gibt, Kontakt mit Frauen zu bekommen. Wer ihnen das verspricht, hat gute Karten.

Zum anderen interessieren sich die Verantwortlichen nur insofern für dieses Thema, als es für sie geschäftsschädigend ist.

Na, wer hätte DAS gedacht? Ok, manchmal kommen einen die Entscheidungen, was menschenfeindliche Scheiße ist und was nicht, schon sehr seltsam vor.

Es gibt aber noch einen wichtigeren Grund, warum das Deplatforming von Hampelmännern nicht genug ist.

… und man sie sicherheitshalber erschießen sollte? Oder reicht einsperren? Dass man ihn von der Plattform wirft, ist insofern reines Hausrecht. Man will bestimmte Inhalte nicht bei sich haben. Wenn man verhindern wollte, dass die Inhalte nirgendwo vorkommen, ist das nicht mehr Hausrecht, sondern Zensur.

Tate ist austauschbar. Er ist nur ein weiteres Streichholz, mit dem erneut ein schier unerschöpfliches Reservoir an leicht brennbaren jungen Männern für Frauenhass und Allmachtsfantasien entflammt.

Und das wäre jetzt der Punkt, wo Pickert seine sozialen Skills einsetzen könnte, indem er zeigt, dass ihm die Probleme von jungen Männern nicht nur nicht egal sind, sondern auch, dass er bessere Lösungswege parat hat.

Er und seinesgleichen ernten, was wir alle säen.

Ich säe da gar nichts. Genausogut könnte man sagen, dass „wir“ schuld an der Globuli-Industrie sind. Oder an Leonardo di Caprios Paarungsverhalten.

Das Hampelmannpublikum steht nämlich schon bereit und wartet auf die Verkaufsshow des nächsten „Stars“.

Pro-Tipp: Leute, die man überzeugen will, nicht als „Hampelmannpublikum“ bezeichnen. Bzw., möglicherweise will er dieses „wir“ überzeugen, zu dem die jungen Männer demnach nicht gehören, aber die sind doch bereits überzeugt!

Wir haben den Geschmack dieses Publikums mit Sexismus und Anspruchshaltung geprägt.

Nein? Ok, ich verstehe es vllt. nicht – weil/wenn „ich“ eine sexistische Anspruchshaltung hätte, würde jemand anderes Geld für Tates Schneebälle ausgeben?

Wir haben die Eintrittskarten gekauft.

Nein, die Eintrittkarten kaufen die „jungen Männer“.

Wir stellen Bühne und Beleuchtung, wir geben Geld für Merchandise mit.

Bühne und Beleuchtung wären die sozialen Medien, die ich indirekterweise mitfinanziere. „Wir“ (ich nicht, Pickert nicht, nur die Schneeballopfer) geben aber definitiv kein Geld für Merch aus.

Wir sorgen dafür, dass, wer auch immer gerade da vorne steht, den altbewährten Mix aus „Sei nicht so ein Waschlappen wie die anderen!“, „Du bist Alpha!!“ und „Behandle Frauen wie Schmutz, dann sind sie dir gefügig!!!“ mit Erfolg durchziehen kann.

Niemand ist Alpha, weil ein Mann ihm das sagt. Genauso, wie niemand schnell rennen kann, weil man ioi eine Goldmedaillie verpasst. Man kriegt, wenn’s ehrlich zugeht, eine Goldmedaillie, weil man schnell rennen kann. Außerdem, hier sind die Männer die Zielgruppe, die Frauen entweder sowieso schon „wie Schmutz“ behandeln und damit gerne Erfolg haben würden, oder aber die, die Frauen überhaupt nicht wie Schmutz behandeln und damit überhaupt keinen Erfolg haben.

Wir verstoßen Jungen aus ihren eigenen Gefühlswelten, um uns wenig später darüber zu wundern, dass sie kaum Mitgefühl mit Menschen aufbringen

Du verstößt Jungen aus DEINEN Gefühlswelten. Wenn Du kein Mitgefühl mit jungen Männern aufbringst, bist Du nicht in der Position, um Dich zu beschweren, wenn die das auch nicht mit anderen tun.

die sie laut dem aktuellen Hampelmann ausnutzen und verachten sollten.

Die Hampelmannmetaphorik ist nach wie vor irritierend und irreführend.

Stattdessen kommt es darauf an, das Publikum geschmackssicherer zu machen.

Was soll das konkret bedeuten? Wer ist das Publikum? Männer, die sich Frauen suchen sollen, die zu ihnen passen? Frauen, die lieber bei schüchternen Männern den ersten Schritt machen als darauf zu warten, dass ein PUA – auch, wenn der einen Bachelor of Pick-up-Arts hat – auf sie zugeht?

Bis sich schließlich irgendwann eine ganze Generation von jungen Männern bei Typen, die ihnen misogyne Allmachtsfantasien verkaufen wollen, kollektiv fragt: „Was will dieser peinliche Hampelmann von mir?!“

Der jeweilige Großteil einer Generation springt darauf sowieso nicht an, insofern scheitert hier das Gruppendenken schon direkt. Aber natürlich will er dieses „Geld“. Die, die darauf anspringen, fragen sich nicht: „Was will er von mir?“, sondern nur: „Was will ich von ihm?“ Und wenn die Antwort: „Besseres Balzverhalten!“ ist, nunja. Gegenbeispiel: offenbar ist di Caprio auch öfters ausgetauscht worden, denn Frauen über 25 wollen etwas besseres. Aber wann wird eine ganze Generation von unter 25-jährigen Frauen sich fragen: „Was will der von uns?“ Wann?

Dann ist Schluss mit der sexistischen Verkaufsshow. Vielleicht wird noch gebuht, aber anschließend gehen die jungen Männer und kommen auch nicht mehr wieder.

Weil jeder von denen eine Frau hat? Oder schwul ist? Wie gesagt, das Bedürfnis, bei dessen Befriedigung Tate Rat und äh, sonst nix anbietet, ist ja nach wie vor vorhanden. Und Pickert bietet eigentlich keine Alternative an.

Sie bezahlen nicht länger für narzissmusverbrämten Selbsthass und Frauenverachtung.

Geiz ist geil! Oder jedenfalls geiler als Sex, Selbsthass und Frauenverachtung! Hurra für Geldmangel!!!

Und deshalb lassen sie Frauen auch nicht mehr dafür bezahlen.

Ja, das wäre aber auch wirklich arm: „Hey, ich habe dir zwar das Essen ausgegeben, aber meine Pick-Up-Uni kriegt noch Semestergebühren von mir – könntest Du das überweisen?“ – „WIEBITTE!?“ – „Ja, komm, Du hast davon ja auch profitiert: Du hast ja jetzt mich!“

Um dort hinzugelangen, gilt es, endlich eine alte feministische Forderung einzulösen: Educate your sons!

Es gibt zwei Arten von Feministen: die eine beklagt, dass Männer schlecht erzogen sind, die andere, dass Frauen anteilig zu viel Erziehungsarbeit machen. Zu welcher gehört jetzt Pickert?

4 Gedanken zu “Männer sind das austauschbare Geschlecht

  1. Ich hab den Eindruck, es dauert nicht mehr lang, bis Nils vor Neid platzt.

    Glücklicherweise kann ich mit dem neo-marxistischen Klassenkampf-Blödsinn nichts anfangen; es ist hinlänglich empirisch belegt, dass das außer Hungersnot gar nichts bringt.

    Wenn man aber so zwanghaft in dieser Ideologie verhangen ist, denkt man offenbar ununterbrochen an Status. Und dann kommt dieses Elend raus. Pfandflaschen aus Mülleimern zu sammeln ist dann auch ein Statussymbol, aber einen so hohen Status wird Nils nie erreichen.

    Deswegen passt es ihm auch nicht, dass Frauen freilich auch Status signalisieren – das tun Männer nämlich auch. Menschen merken das, ganz instinktiv, und bei Frauen ist das ausgeprägter.

    Wenn Du jetzt eine jesidische Sexsklavin, die ja nun tatsächlich jemandem gehört, neben eine Crackhure vom Straßenstrich und was auch immer freiwillig Sex mit Nils hat stellst, kann Dir jeder einzelne Mensch, Mann wie Frau, von Afghanistan bis Zimbabwe, sagen, wer da wer ist. Selbst wenn Du denen eine Burka anziehst und sie kein Wort sagen; man sieht das an den Augen. Denn die Sexsklavin ist mal so richtig teuer; die zweite macht für 20€ alles, und die dritte ist halt vollkommen wertlos. Und das wissen die selbst.

    Nils weiß das freilich auch von sich, aber kommt damit halt nicht klar. Ist irgendwie verständlich, aber halt sein Problem.

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      1. Ja aber dann verhungern die wertlosen Menschen doch, nachdem sie die wertvollen Menschen totgeprügelt haben?! Weil mehr können sie ja nicht, sonst wären sie nämlich nützlich?! Das ist so saudämlich…

        Eine Gesellschaft, in der Menschen wie Nils von geraubtem Geld leben (Steuern sind immer Raub), kann nicht funktionieren.

        Eine Gesellschaft, in der jeder seine eigenen Kartoffeln anbaut, hingegen schon. Und wenn man das richtig macht und jeder das macht, was er am besten kann, fährt halt der dümmste Bauer den dicksten Mercedes. *Und* die Gesellschaft hat sogar noch Kartoffeln für Leute wie Nils oder Karl Marx übrig. Aber derem neidischen Blödsinn irgendeinen Gehalt zuzumessen, macht halt Somalia. Keine Mercedesse, keine Kartoffeln, aber wenigstens kann da auch keiner lesen.

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  2. Allerdings hat er immerhin soviel Empathie, dass er weiß, wie er Männer abzocken kann.

    Häufiges Mißverständnis: Empathie als Fähigkeit sich in andere hineinzudenken, hineinzufühlen kommt nicht automatisch kommt nicht automatisch mit der Sorge und dem Mitgefühl für den anderen. Unter den Psychopathen die ich kennengelernt habe waren mehrere die mit sehr ordentlichem Einfühlungsvermögen ausgestattet waren. Hat sie zu sehr „leistungsfähigen“ Manipulatoren gemacht.

    Ferndiagnosen sind generell fragwürdig, aber von dem was ich über Tate gehört hab, geht das schon sehr in Richtung Psychopath.

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