Männerkosten: jetzt auch in der Schweiz

Hier

Siehe auch hier, hier und hier oder nutzt die Suchfunktion.

Männer-Coach Boris von Heesen: «Mit mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen hätte es keinen Cum-Ex-Skandal gegeben»

Also, die Merkel hat das wohl nicht verhindern können. Ob diese Aussage jetzt die Kernaussage sein soll, weiß der Gilb, aber offenbar ist das eine Aussage. Und die ist Schwachsinn.

Deutschlands Männer seien für die Gesellschaft vor allem ein teures Problem, behauptet der Autor und Berater Boris von Heesen.

In der Schweiz ist das natürlich völlig anders. Dann geh doch nach drüben.

Männer verursachten in Deutschland einen gesellschaftlichen Schaden von 63 Milliarden Euro im Jahr

Die Basics nach Heesen, das muss natürlich jedesmal gefragt werden.

Es sind 63 Milliarden, die Deutschland mehr für Männer als für Frauen ausgibt. Die Summe ergibt sich aus den Kosten für Gefängnisaufenthalte, Wirtschaftskriminalität, Diebstähle, Alkoholmissbrauch und all die anderen problematischen Felder, die Männer statistisch gesehen dominieren.

Mehr für Männer ausgibt“ stimmt so nicht. Er meint Geld, dass unverdienterweise wegen Männern ausgegeben werden muss. Das wird später klarer.

Wie kommt dieses Ungleichgewicht zustande?

Männer und Frauen werden durch Rollenstereotype geprägt, und das manifestiert sich in bestimmten Verhaltensweisen.

Man könnte jetzt sagen, dass das gesellschaftlich gewollt ist, und sich die Gesellschaft diesen zugegebenermaßen fragwürdigen Luxus gönnen will. Aber natürlich muss man das nicht hinnehmen. Da ich der Ansicht bin, dass die meisten Rollenstereotypen und praktisch alle Rollenerwartungen auf der Vorsicht-Risiko-Achse liegen, bin ich da tatsächlich seiner Meinung, was die Ursachen betrifft.

Meine These ist, dass die Stereotype, von denen Männer geprägt werden – immer stark sein, sich durchsetzen, auf keinen Fall weinen –, zu einem ungesunden Verhalten führen können.

Im Prinzip die Eigenschaften, die man von Soldaten erwartet. Soldat zu sein ist generell eher ungesund. Wen wundert’s, was am Ende dabei herauskommt.

Männer haben beispielsweise fast 80 Prozent der Punkte in Flensburg

Und 80 % aller Selbstmorde.

Die Biologie reicht da einfach nicht aus als Erklärung. Es ist die gesellschaftliche Prägung: Risikoreiches Fahren ist ein vornehmlich männliches Phänomen.

Als Nebenprodukt von risikoreichen Verhalten im Allgemeinen. (Es ist tatsächlich auch insofern egal, ob Männer „von Natur aus“ riskobereiter sind; wenn die Gesellschaft das nicht nur hinnimmt, sondern Männer und Frauen dahingehend bestärkt, ist das ein gesellschaftliches Phänomen.)

 In Gesellschaften, in denen ein höherer Grad an Geschlechtergerechtigkeit herrscht, sind solche Unterschiede geringfügiger. Das Mass heisst Gender-Equality-Index. Er zeigt, dass etwa in Schweden oder Norwegen nicht nur Frauen, sondern auch Männer ab dem 65. Lebensalter mehr beschwerdefreie Lebensjahre haben.

Ja, aber nein. Einmal hierwegen, weiterhin unterscheidet sich die Lebenserwartung immerhin noch um knapp vier Jahre, und die mittlere Lebenserwartung ist in Schweden auch nur 2,5 Jahre mehr als in Deutschland. Möglicherweise einfach wegen der strengeren schwedischen Alkoholpolitik.

Auch der Abstand zu den Frauen in puncto Lebenszufriedenheit und Gesundheit ist dort praktisch nivelliert.

Wenn die Frauen in D. nicht nur gesünder sind als Männer, sondern sogar glücklicher – ist das dann überhaupt noch das misogyne Patriarchat, für das wir kämpfen, töten oder sogar sterben wollten?

Männer neigen auch im positiven Sinne zu Extremen. Würde diese Seite nicht wegfallen, wenn sich die gesellschaftlichen Prägungen grundlegend ändern?

Das glaube ich überhaupt nicht.

Hey, eine kritische Frage. JETZT bin ich mal gespannt.

Warum?

Weil es mir einfach nicht einleuchten will, warum nicht auch Frauen epochale Sinfonien komponieren oder weltverändernde Erfindungen machen können, wenn in einer Gesellschaft geschlechtergerechte Strukturen herrschen.

Das ist ja nicht der Punkt. Sinfonien und Erfindungen sind ja nicht Produkt von Risikobereitschaft. Und wenn man mal vom soldatischen Aspekt wegbleibt – die Berufe mit dem geringsten Frauenanteil sind die mit der höchsten Unfallquote. Irgendwer wird mir jetzt erzählen, dass Frauen einfach weniger Fehler machen, und Männer sich auch als Kindergärtner irgendwann das Genick brechen werden, aber tja.

Die meisten Staatsoberhäupter sind männlich, im Durchschnitt arbeiten Männer mehr als Frauen, die grössten Philanthropen der Geschichte sind Männer.

Altruismus, politischer Erfolg, unternehmerischer Erfolg sind keine typisch männlichen Ergebnisse.

Erfolg ist häufig das Ergebnis einer vorherigen Risikobereitschaft. Man investiert Zeit, Arbeit und andere Ressourcen und riskiert, dass das alles umsonst war. Altruismus ist allerdings tatsächlich eher keine Risikobereitschaft, sofern man nur das investiert, worauf man verzichten kann.

Wir brauchen nur nach Finnland oder Neuseeland zu schauen, um zu sehen, dass Frauen gerade in der Politik sehr erfolgreich sein können.

Das ist nicht der Punkt. Die allermeisten Männer und Frauen sind nicht politisch aktiv, also ist beides ein Fall von Apex-Irrtum. Nebenbei, wenn Frauen in der Politik erfolgreich sein können, belegt das jetzt Gleichberechtigung oder nicht?

So erfolgreich wie Jeff Bezos, Elon Musk oder Bill Gates?

Reichtum ist ein männliches Phänomen, das stimmt. An der Spitze von Unternehmen herrschen patriarchale Strukturen, die es Männern einfacher machen weiterzukommen, weil es selbstverständlicher ist.

Armut ist auch ein männliches Phänomen. Weil „Risikobereitschaft“ ja nicht ausschließt, dass das schlecht ausgeht. Aber ja, ganz ohne Risikobereitschaft kommt man schwer bis ganz nach oben.

Ausserdem: Viele grosse Unternehmen produzieren nicht nur Gewinne, sie verhalten sich auch unethisch.

Schon, aber das hat ja nichts damit zu tun, dass sie Steuern bezahlen, von denen die „Kosten der Männer“ beglichen werden. Bzw., es hat damit zu tun, wenn sie keine Steuern bezahlen.

In Ihrem Buch «Was Männer kosten: der hohe Preis des Patriarchats» schreiben Sie, der sogenannte Cum-Ex-Steuerskandal sei «ein Symbol für männliche Dominanz in der Wirtschaftskriminalität». Warum?

Mehr als drei Viertel aller Tatverdächtigen im Feld der Wirtschaftskriminalität sind Männer.

Frauen werden gar nicht erst verdächtigt? Oder bildet das ab, dass in Spitzenpositionen der Wirtschaft – aka: wo sich Wirtschaftskriminalität am meisten lohnt – drei Viertel aller Posten von Männern belegt sind? Man weiset nicht.

Der Fall Wirecard sowie der Cum-Ex-Skandal wurden von Männern begangen.

Na, dann.

Interessanterweise sorgten bei Cum-Ex Frauen für Aufklärung, eine Sachbearbeiterin im Bundeszentralamt für Steuern und die Chefredakteurin von «Correctiv».

Ok, Redakteure sind meistens Männer, aber in Ämtern ist der Frauenanteil schon recht hoch. Also, was sagt das über die Statistik aus?

Wenn ich sehe, wie krass die Wirtschaftskriminalität von Männern dominiert ist, sage ich: Mit mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen hätte es keinen Cum-Ex-Skandal gegeben.

Non sequitur. Vor allem von jemanden, der gerade sich erst über überwiegend männliche Wirtschaftsgrößen beschwerte. Wenn die ganz überwiegende Mehrheit aller Menschen, die in Kindergärten arbeiten, weiblich sind, werden die meisten Verbrechen, die in diesem Zusammenhang passieren, von Frauen begangen werden.

Gefängnisaufenthalte, Diebstähle, Verkehrsunfälle, Drogen- und Spielsucht, ungesundes Essen: Deutsche Männer dominieren überall, wo die Gesellschaft Probleme hat, und sie verursachen enorme Kosten.

Im gaaanz allgemeinen Risiko-Bereich mag man das zusammenfassen, aber ein Manager, der den Staat um zig Millionen Euro Steuern bringt oder bringen will mit einem Drogenkranken auf dieselbe moralische Stufe zu setzen, ist schon etwas unempathisch.

Wenn man die Rechnung so macht, müsste man auch sagen, Frauen leben länger, das kostet die Rentensysteme mehr.

Das finde ich zynisch, da geht es nicht um gesellschaftliche Fehlentwicklungen, sondern um das, was wir uns doch alle wünschen: nach dem Ruhestand noch ein paar gesunde und schöne Jahre zu haben.

Die beim Cum-Ex-Skandal wollten das bestimmt auch. Aber das ist nicht zynisch – oder jedenfalls nicht zynischer als die Gleichsetzung von Steuerbetrügern und Drogenopfern – die Gesellschaft als ganzes will möglichst wenig Geld ausgeben, dass Individuum will möglichst viel von ihr haben. Fairerweise müsste man vergleichen, was eine Frau im Schnitt und ein Mann im Schnitt über die Lebenszeit „kosten“.

Männer bereichern die Gesellschaft auf vielfältige Weise.

Holz ist vielseitig verwendbar.

Sie stellen sich eher Gefahren, sind Feuerwehrmänner, Polizisten, Rettungsschwimmer.

Dachdecker, Gerüstbauer, Zimmerleute, Bergleute (letztere beiden sogar genderneutral) und dergleichen mehr.

Warum ignorieren Sie diese Seite der Medaille?

Weil’s nicht ins Narrativ passt?

Ohne die patriarchalen Strukturen wären viel mehr Frauen Polizistinnen und Rettungsschwimmerinnen!

Stimmt, wenn Männer weniger Risikobereitschaft hätten, müssten Frauen entsprechend mehr haben. Dann gäbe es nicht nur mehr Polizistinnen und Rettungsschwimmerinnen, sondern auch mehr Verbrecherinnen.

Ich ignoriere die andere Seite der Medaille nicht, im Gegenteil.

Ignorieren heißt „bewusst nicht beachten“. Was ist das Gegenteil davon? Bewusst beachten oder unbewusst nicht beachten? Man weiset nicht.

Es hat aber keinen Sinn, die gesellschaftlichen Schäden, unter denen am Ende einzelne Menschen leiden, gegen vermeintliche männliche Errungenschaften aufzurechnen.

Äh – DOCH? Bzw., wenn man sagt, dass die höhere Risikobereitschaft bei Männern gleichermaßen dafür sorgt, dass Männer überproportional häufig Polizisten wie Diebe werden, Dachdecker und Drogenopfer, Wirtschaftsbosse und Wirtschaftskriminelle, dann sind das Vor- und Nachteile derselben Sache, die man aufrechnen kann, um zu sehen, ob das Ergebnis im Plus oder im Minus ist.

Es gibt ein gesellschaftliches Problem, und da müssen wir ran.

Schon, aber selbst, wenn man das Ergebnis einfach weiter ins Plus drücken will, muss man das doch analysieren?

Dann mal konkret: Wie wollen Sie das Patriarchat überwinden?

Ein erster Schritt wäre es, dass die Behörden die Zahlen, auf die ich aufmerksam mache, explizit ausweisen.

Frauen am meisten betroffen. Aber ja, man soll bitteschön darüber reden, dass Männer schlechtere Menschen sind. Oder, wenn sie Opfer sind (von Gewalt, Drogen, Selbstmord oder wasauchimmer), daran selber schuld sind. Yäy, Gleichberechtigung!

Ein zweiter Schritt wäre es, die erwähnten Rollenstereotype abzubauen

Joah – aber weil jemand die gefährlichen Arbeiten ja machen muss, wird das dazu führen, dass mehr Frauen gefährliche Arbeiten machen werden. Wogegen ich einen gewissen Widerstand seitens der Feministinnen kommen sehe. Also viel Spaß damit.

Wenn man sich die grossen Social-Media-Plattformen anschaut, sieht man überall dieses starre Bild von Weiblichkeit und Männlichkeit.

Jemand, der will, dass Behörden Männer als böser darstellen, soll sich darüber mal nicht so anstellen.

Aber jede und jeder kann doch posten, was sie oder er möchte. Wollen Sie die Plattformen geschlechtergerecht regulieren?

Nein, auf keinen Fall. Aber es ist wichtig, mit den jungen Menschen darüber zu sprechen, damit das alles nicht einfach als unkommentierte Manipulation über sie hinwegrauscht.

Galadriel, aka „Herr Führerin“, ist bspw. eine Elbin, die zur Handlungszeit Jahrtausende alt ist. Wenn die jedes Jahr nur 5 Stunden Schwertkampfübungen gemacht hätte, hätte sie mehr Übung als eine Dreißigjährige, die jeden Tag ihres Lebens eine Übungsstunde gehabt hätte.

Nicht nur Jungen und Männer verursachen Folgekosten für alle durch ungesundes Geschlechterverhalten. Es gibt den Begriff vom «Schönheitshandeln».

Fairerweise müsste man diese Kosten trotzdem gegenrechnen. Ob ein Mädchen magersüchtig ist oder ein Junge raucht, ist ja beides ungesund. Oder sollten sich Frauen nicht ändern müssen?

Jedes Jahr werden Tausende Operationen durchgeführt, weil Sehnen sich verkürzen oder Füsse deformiert sind – durch hochhackige Schuhe.

Wird das Ihr nächstes Buch?

Ich kümmere mich um die kritische Männlichkeit. Das muss jemand anderes untersuchen.

Man könnte mal ja die Folgekosten davon veröffentlichen. Und natürlich die hier kritisieren. Ach, wird ja gemacht. Und tatsächlich auch von pinkstinks.

2 Gedanken zu “Männerkosten: jetzt auch in der Schweiz

  1. Wenn ein Mann etwas weiß oder kann, sagt er: Frauen können das auch. Wenn ein Mann mit dem, was er weiß oder kann, Geld verdient, sagt er: Männer sind ungerechterweise reich. Ich hoffe, die Leser durchschauen das.

    Und was soll die Antwort „Das glaube ich überhaupt nicht“? So etwas sollte man mal zu LGBTxyz-Themen sagen. Man würde sofort dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet.

    „Ein erster Schritt wäre es, dass die Behörden die Zahlen, auf die ich aufmerksam mache, explizit ausweisen.“ Übersetzt: „Springt erst einmal über mein Stöckchen, dann sehen wir weiter. Aber die Beweislast tragt immer ihr“.

    Und dann erst der Schlusssatz …

    Im Übrigen kann man alles nach Belieben ins Positive oder Negative wenden. Wenn ich zum Essen eingeladen bin, und es gibt ein 5-Gänge-Menü, kann ich sagen „die sind aber großzügig“ (bewundernd) oder „die sind aber reich“ (neidisch). Wenn es aber nur Würstchen mit Kartoffelsalat gibt, kann ich sagen „die sind arm dran, sie können sich noch nicht einmal etwas leisten, wenn sie Besuch haben“ (bedauernd) oder „die sind aber geizig“ (anklagend).

    Immer so, wie es gerade passt.

    Gefällt 1 Person

  2. Tja, und was haben Jeff Bezos, Elon Musk und Bill Gates gemeinsam?

    Merkt euch, liebe Kinder: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine erfolgreiche Frau, die ihn hegt, pflegt, die Scheidungspapiere vorbereitet hat und nach Kräften unterstützt.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s