Ein neuer Gap!

In Österreich.

Equal Pension Day: Schluss mit guten Tipps für Frauen

Alles klar, wird gemacht! Für Frauen nur noch schlechte Tipps.

Die Politik tut nichts gegen geringe Pensionen für Frauen, stattdessen werden Frauen beratschlagt

Die Pension für Männer hat anscheinend ihre eigenen Probleme.

Wir wissen genau, warum zwischen Frauen und Männern eine Pensionskluft von 41 Prozent klafft.

In Deutschland wurde erst letztens laut darüber nachgedacht, ob man nicht einfach bis 70 arbeitet. Statt bis 60, wie Östereicherinnen, anscheinend.

Nichts, was am heutigen Equal Pension Day über die Gründe für die geringen Pensionen von Frauen gesagt oder geschrieben wird, überrascht. Dass sich die unbezahlte und bezahlte Arbeit nach Geschlechtern verteilt, dass Erstere vorwiegend Frauen erledigen, während Männer nicht nur stärker in der bezahlten Arbeit sind, sondern in dieser auch besser verdienen.

Wenn man eher in Pension geht, aber dann auch länger lebt, wird eine bestimmte Summe eventuell auch einfach über einen größeren Zeitraum verteilt, so dass man weniger pro Zeiteinheit bekommt. Aber ok, Ohr wollt das ändern, dann bringt Euch ein. Geht wählen, gründet eine Partei, macht irgendwas.

Das bringt uns zu den traditionellen Rollenbildern, die ein weiterer, längst bekannter Grund sind, der zur Einkommenskluft und letztlich zur Pensionslücke führt.

Ihr wollt keine Ratschläge, ok. Aber diese Ratschläge lauten ja nicht: „Bleibt in Euren traditionellen Rollenbildern.“ Sondern eher…

Geht in „besser bezahlte“ Jobs, arbeitet Vollzeit, behaltet eure Finanzen im Blick.

… also eher das Gegenteil. Ihr beschwert Euch darüber, dass von Euch erwartet wird, Eure Rollen zu verlassen? Ok, dann ist das wohl doch keine so schlimme Unterdrückung.

Doch Kinderbetreuung ist oft teuer, zu wenig ausgebaut und mit einem Vollzeitjob nicht kompatibel.

Nuuuun, Kinderbetreuung orientiert sich am Angebot, oder nicht? Wenn Dein Vollzeitjob nicht so viel bringt, dass DU damit den Kindergartenplatz bezahlen kannst, nunja…

Und wo bleiben die Maßnahmen, die Männer stärker in die Sorgearbeit bringen? Wo bleibt ihr Beitrag?

Dieselben Männer, die Frauen sagen, sie sollten in „besser bezahlte“ Jobs, Vollzeit arbeiten und ihre Finanzen im Blick halten? Die trinken halt ihre eigene Medizin. Wein predigen und Wein trinken. Oder Wasser trinken und predigen.

Von der im Regierungsprogramm angekündigten Stärkung des Pensionssplittings, mit dem erwerbstätige Eltern Teile ihrer Pension an den Erziehenden übertragen und so finanzielle Verluste durch Kindererziehung reduziert werden können, ist keine Rede mehr.

Ok, ich kenne mich mit fremden Ländern und Kulturen und so nicht ganz so gut aus, aber herrscht in Österreich nicht Demokratie? Das heißt, diese Regierung ist abwählbar? Also, wo genau ist das Problem? Außer, dass Ihr vllt. keine Mehrheit findet, die den Pensionsgap schließen will, aber NICHT das Eintrittsalter angleichen?

Dabei wäre das ein Notfallrezept gegen Altersarmut bei Frauen, zumindest bis sich die Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen grundlegender ändert.

Soweit ich das nachvollziehen kann, herrscht in Österreich auch noch freie Berufswahl. Die Regierung darf demnach gar nicht vorschreiben, als was wer arbeitet. Also kann sie an dieser Arbeitsteilung auch nichts ändern.

Dafür braucht es aber die Einsicht, dass das kein „Frauenproblem“ ist, aus dem sie sich bitte rausempowern sollen.

Soll heißen, Frauen sollen sich nicht ändern müssen, sondern alle anderen. Ja, dann… keine guten Tipps mehr.

Macht weiter wie bisher, liebe Österreicherinnen, behaltet Eure Rollenvorstellungen, und beklagt Euch, dass sich nie etwas ändert. Das ist völlig schlau und taktisch überlegen.

Ein Gedanke zu “Ein neuer Gap!

  1. „Doch Kinderbetreuung ist oft teuer, zu wenig ausgebaut und mit einem Vollzeitjob nicht kompatibel.“
    — Wenn sich doch nur ein paar Menschen fänden, die für Geld auf die Kinder von anderen aufpassen würden und man klären könnte, woher das Geld käme, damit es sich als Vollzeitjob lohnen würde. Ich hab das Gefühl, die sind da etwas Großem auf der Spur…

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