Wie man gegen Vorurteile vorgeht!

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Gewalt gegen Frauen nur dann skandalisieren, wenn man damit rassistische Hetze verbreiten kann?
Nicht mit uns!

Mit mir auch nicht! Ich skandalisiere ab sofort grundsätzlich keine Gewalt gegen Frauen mehr.

»Gewalttätig gegen Frauen sind nur ‚die Anderen’«

Gewalttätig gegen Frauen bin ich nicht. Ich muss mich daher nicht rechtfertigen und entschuldigen. Genausowenig für Gewalt gegen Kinder, Rollstuhlfahrer, Linkshänder, Rollschuhfahrer, Männer und Politiker.

Kaum eine Stammtischparole hat sich wohl so erfolgreich durchgesetzt wie das Märchen davon, dass sich Frauen in Deutschland nicht mehr sicher fühlen könnten, weil „so viele ausländische Männer hierherkommen“.

Beleg erforderlich – welche Stammtischparolen gibt es, wie erfolgreich sind die, welche statistischen Verfahren wurden genutzt, um dies zu ermitteln? Aber ja, weshalb Frauen sich sicher fühlen oder nicht, sagt ja erstmal nichts darüber aus, warum Frauen sich nicht sicher fühlen. Das hat ja auch viel damit zu tun, dass Frauen zur Vorsicht erzogen werden.

In Sozialen Medien wie Facebook und Twitter verbreiten rechte Netzwerke Zeitungsartikel und Falschmeldungen, die von sexuellen Übergriffen bis hin zu Tötungen („deutscher“) Frauen durch „nicht-deutsche“ Männer berichten, um gegen die Migrations- und Asylpolitik zu hetzen.

Merkt Ihr? Wenn („deutsche“) Männer getötet werden, ist das allen egal. Einschließlich anderer („deutscher“) Männer. Stellt Euch vor, das wäre anders. Aber gut, manche thematisieren das nur, um gegen „Asyl“ zu argumentieren, manche tun das auch, um das allgemeine Gut-Böse-Schema anzuzweifeln, wonach jede Gruppe entweder Täter (ohne Gendersonderzeichen!) oder Opfer ist. Und jetzt?

Nicht-weiße Männer werden in diesem Narrativ als per se frauenfeindlich, hypersexuell und rückständig dargestellt im Gegensatz zum „westlichen“ Mann mit seinen „modernen Werten“.

Immerhin eine bessere Liebesgeschichte als Twilight, ähhh… immerhin differenzierter als das Narrativ, wonach ALLE Männer per se frauenfeindlich, hypersexuell und rückständig wären, wie bei Gillette. Oder nur Väter, hallo Edeka.

Welchen Pass oder Aufenthaltsstatus jemand hat, ist dabei egal:

Stimmt, dass interessiert Edeka und Co. ja auch nicht.

Als ein besonderes Schlüsselmoment wirkte die Silvesternacht 2015/16

Ich hörte davon. Einschließlich von Vorwürfen, deutsche Männer seien nicht männlich genug, weil sie das nicht verhindert hätten.

Gesamtgesellschaftliche Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt wurden natürlich nicht diskutiert

Ähh, doch? Mehr Polizei, mehr Pfefferspray, mehr Abschiebungen, irgendwer sprach sich sogar für eine Sperrstunde für Männer aus – was denn noch?

…rechte Akteur*innen nutzen derartige schlagzeilenträchtige Ereignisse aus, um ihre rassistischen Forderungen in die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ zu tragen.

Ja, in rechten Kreisen hat man diese geschlechtsspezifischen Rollenbilder drauf – Weiße Ritter und so. Ich sehe da aber keine grundsätzlichen, sondern mehr graduelle Unterschiede zu Pinkstinks. Insofern: Keks allerseits!

Der Blick hinter die Statistiken zeigt, dass eine ganze Reihe an Faktoren solche Gewalttaten begünstigen kann, weswegen der direkte Vergleich von „weiße deutsche vs. nicht-weiße/nicht-deutsche Männer“ hinfällig ist.

Der Blick hinter die Statistiken zeigt auch, dass der direkte Vergleich „Frauen gut vs. Männer böse“ hinfällig ist. Insofern machen Feministinnen genau das, was sie anderen vorwerfen: Rosinenpicken.

Dass sich diese rassistischen Bilder dennoch so stark durchsetzen konnten, liegt auch an den Medien:

Oh, ist das so? Wenn Medien Täterinnen verharmlosen und männliche Opfer unsichtbar machen, ist das dasselbe Spiel. Also beschwert Euch bitte beim Spiegel.

Dabei verbreiten sie strategisch Halbwahrheiten bis hin zu komplett erfundenen Falschinformationen.

Wie die hier? Laatzen hat deutlich mehr als eine Autowaschanlage, und selbst wenn nicht, wäre Hannover viel näher als Hamburg. (Kann ja sein, dass man grundsätzlich lieber nach Hamburg fährt, aber doch nicht zum Autowaschen.)

Es geht ihnen also nicht um Fakten oder effektiven Betroffenenschutz. Ihr Ziel ist es, „die Anderen“ als alleinige Täter und Ursache des Problems darzustellen.

Wenn man „Männer“ als alleinige Täter und Ursachen des Problems darstellt, ist das allerdings viel differenzierter, aufgeklärter und emanzipierter. Und dabei total an Fakten interessiert. Und der Betroffenenschutz ist direkt viel effektiver! Ach, einen Unterschied gibt es: Feministinnen wollen Männer einspannen, Frauen gegen Männer zu schützen, wohingegen Rechte offenbar keinerlei Vorschläge machen, dass „Ausländer“ Frauen gegen andere „Ausländer“ zu beschützen haben. Hmmm…

Ihre eigene Verantwortung im Umgang mit sexualisierter Gewalt zu hinterfragen kommt ihnen natürlich auch nicht in den Sinn.

Entweder, jemand schlägt Frauen, dann wird er natürlich sagen, dass er das nicht täte. Oder, jemand schlägt keine Frauen, dann wird er natürlich auch nicht sagen, dass er das täte. Was dachten die jetzt?

Denn Fakt ist, dass der Großteil von geschlechtsspezifischer Gewalt im nahen sozialen Umfeld geschieht, wo sich Betroffene und Täter kennen.7

Und? Die Rechten werden jetzt natürlich sagen, dass die „Nafris“ zu hause die „Nafrinnen“ schlagen. Mein Punkt wäre hier aber mehr, dass Gewalt in der Öffentlichkeit ja schon etwas wäre, wogegen die Öffentlichkeit handeln könnte, doch bei privater Gewalt ist das schon schwieriger.

1. Keine rassistischen Instrumentalisierungen

Feministische Instrumentalisierungen sind aber natürlich ok.

Geschlechtsspezifische Gewalt ist ein strukturelles und gesamtgesellschaftliches Problem.

Genau wie nichtssagende Phrasen. Wenn „strukturell“ und „gesamtgesellschaftlich“ eine konkrete Bedeutung hätte, müsste man zumindest hypothetisch Beispiele nennen können, welche Gewalt kein „strukturelles“ und/oder „gesamtgesellschaftliches“ Problem wäre.

Die rassistische Vereinnahmung und Aufladung des Themas wird daher nicht zu weniger geschlechtsspezifischer Gewalt führen.

Vermutlich nicht, aber…

Die dauerhafte Hetze schürt vielmehr den Hass in der Gesellschaft, der wiederum in Gewalt gegen migrantisierte8 bzw. Schwarze Menschen und People of Color…

… wäre keine geschlechtsspezifische Gewalt, sondern rassistische Gewalt. Außer, man betrachtet Gewalt  von rechten Männer gegen Männer of Color plötzlich doch als „geschlechtsspezifisch.

2. Betroffene entscheiden selbst, was sie brauchen

Es gibt tatsächlich auch rechte Frauen, die Betroffene sind.

Geschlechtsspezifische Gewalt geschieht nicht im luftleeren Raum, sie ist immer in den gesellschaftlichen Kontext eingebettet und zeigt sich in unterschiedlichen Formen.

Im luftleeren Raum hört Dich auch keiner schreien. Oder Phrasen dreschen. Hat alles Vor- und Nachteile.

Um gute Gegen- und Präventionsmaßnahmen ergreifen zu können, sind u.a. folgende Fragen entscheidend:

  • Wer ist in welchen Situationen aus welchen Gründen von Gewalt betroffen?

Es gibt keine „Gründe“, unbescholtene Bürgerinnen und nicht-weibliche Bürger mit Gewalt zu begegnen, außer, man betreibt Victimbläming. Es gibt höchstens Ursachen.

  • Wie können wir alle als Gesellschaft Betroffene unterstützen und langfristig die Strukturen verändern, die solche Taten begünstigen?

Wieso sollte das meine Aufgabe sein? „Wir als Gesellschaft“ finanzieren mit unseren Steuer u.a. die Polizei. Die natürlich auch nicht makellos ist, aber daran könnte man ja drehen.

Die Antworten auf diese Fragen können nur zusammen mit Betroffenen formuliert werden, gerade deshalb ist es so wichtig, ihnen zuzuhören!

Wenn ich bspw. im Stadtpark ausgeraubt werde, bin ich nicht instant ein Experte im Bereich Gewalt- und Diebstahl-Prävention. Aber wenn ich mich danach für ein liberaleres Waffengestz ausspräche, würden DIE mir zuhören? Ich bezweifle das.

3. Präventionsarbeit ausbauen

Ok, das ist so trivial formuliert, dass es gar nicht falsch sein kann.

Ich bin begeistert.

3 Gedanken zu “Wie man gegen Vorurteile vorgeht!

  1. Wenn man die in der Kriminalitätsstatistik offensichtlichen Probleme ignoriert, kann man sein idiotisches Narrativ natürlich viel stolzer hochhalten.

    Ich erkläre das mal: Wenn Mbembe aus Weißehkeinerwodasliegt Senga aus Weißehkeinerwodasliegt verprügelt, ist das Theo Neonazi vollkommen egal. Das ändert weder Theos rassistische Meinung über Mbmbe, Senga ist das aus Weißehkeinerwodasliegt eh gewohnt, und Theo verprügelt auch Frauen.

    Stören tut diese Situation _Konservative_, weil man keine Frauen schlägt. Linke stört diese Situation, weil es ihr Narrativ stört, dass alle Männer Frauen schlagen, obwohl Männer aus gewissen Kulturkreisen das sehr viel häufiger tun als arische Deutsche, und in deren Weltbild sind die der Todfeind Nummer 1, die unzivilisierten Leute aus Weißehkeinerwodasliegt hingegen „edle Wilde“.

    Wenn man nun daraus ein „strukturelles, gesamtgesellschaftliches“ Problem machen will, hat man als Irgendein-Neger-Stiftung aber schnell das Problem, dass man zwar fordern kann, da „die Opfer mit einzubeziehen“, aber zB Leonie (13) war nach der Gruppenvergewaltigung durch Männer, die noch nicht so lange hier leben, halt leider tot. Das ist also eine dumme Forderung.

    Und das wäre recht einfach vermeidbar, weil man hier ja eigentlich nicht jeden Yussuf und Mbembe reinlassen müsste. Theo Neonazi findet das sowieso; der Konservative ist hingegen lediglich skeptisch, ob sich die Affen benehmen können. Wenn sie das nachweislich nicht können, sind wir bei „kriminielle Ausländer raus“ – das ist aber halt auch noch marginal rassistisch, aber ich kenne da kein vernünftiges Argument dagegen.

    „Wir“, so als Gesellschaft, müssen nämlich für solch strukturellen Probleme eine Lösung finden. Aus den Heimatländern von Yussuf und Mbembe gibt es da verschiedene Lösungsvorschläge: Yussuf würde für eine Vergewaltigung an seinen Eiern öffentlich aufgehängt werden, bis er tot ist. Mbembe würde der Frau nach der Vergewaltigung eine Banane da lassen, dann zählt das als Prostitution und passt schon. In anderen Kulturkreisen gibt es auch strukturelle Lösungen für das Problem sexueller Gewalt; Mohammed würde z.B. gesteinigt werden, und Chandresh hängt halt am nächstbesten Baum.

    Die Leute nur aus dem Land rauszuwerfen ist da jetzt doch im Vergleich schon die „zivilisierte“ Lösung, oder? Dass das aber nicht passiert, dafür gibt es tatsächlich gesamtgesellschaftliche, strukturelle Erklärungen. Und für die braucht es eine Lösung – in diesem Fall könnte man zum Beispiel die Irgendein-Neger-Stiftung aus dem Land werfen. Freilich aber verletzt das Menschenrechte, die sogar mir Libertärem wichtig sind, aber es würde ja schon reichen, denen kein Geld mehr zu geben. Und es ist ja eine eigentlich Urlinke Position, Leute sinnvoller Arbeit zuzuführen. Jeder Vollidiot kann zum Beispiel Bäume pflanzen. Hab ich von der kommunistischen Partei Chinas gelernt – oder was dachtest Du, was die Uighuren den ganzen Tag lang machen dürfen? Xinjiang ist trostlose Steppe mit viel Wüste – noch. Warte mal zwei-oder vierhundert Jahre, dann sind das blühende Landschaften.

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  2. „Kaum eine Stammtischparole hat sich wohl so erfolgreich durchgesetzt wie das Märchen davon, dass sich Frauen in Deutschland nicht mehr sicher fühlen könnten, weil ’so viele ausländische Männer hierherkommen‘.“

    Wenn in den Frauenhäusern der muslimische Anteil überproportional (nach manchen Quellen auch: „überwältigend“) hoch ist, dann kann das zwei Gründe haben:

    1. diese Frauen werden alle von kartoffeldeutschen Männern misshandelt
    2. kartoffeldeutsche Frauen sind privilegiert und brauchen kein Frauenhaus

    Ich bin es leid, Rassismus gegen Sexismus auszuspielen, aber die Jünger*innen Wokistans zwingen mich dazu.

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