Die Kosten bei der Marktforschung

Hier wird er hier noch einmal verhört äh interviewt.

Und offensichtlich auch von jemanden, der sich für Heesens Hintergrund interessiert. Weil er wohl Marktforscher ist, der von einer Marktforschungsseite interviewt wird.

Das war da schon etwas die Frage. (Der Rest ist ja ziemlich abgefrühstückt.)

Jedenfalls eine ausführlichere Biographie.

Boris von Heesen (*1969) ist Wirtschaftswissenschafter mit ersten beruflichen Stationen bei der Diakonie in Bayern und der Drogenhilfe in Frankfurt am Main. Er war Gründer eines der ersten deutschen Online-Marktforschungsinstitute namens Speedfacts, das später an Toluna verkauft wurde. Ab 2009 war er Geschäftsführer von Globalpark, die später zu Questback wurden und heute als Tivian fungieren. 2012 gründete er die Anywab GmbH, bevor er die Marktforschungsbranche verließ. Heute arbeitet er als Männerberater und geschäftsführender Vorstand eines Jugendhilfeträgers. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich als Autor und Referent mit dem Thema kritische Männlichkeit und veröffentlichte bereits zwei Bücher zum Thema.

Ich habe ehrlich gesagt absolut keine Ahnung, wie spektakulär oder langweilig das ist, aber jedenfalls ist er kein Genderwissenschaftler.

Vom Gründer von Speedfacts hin zum Buch über die Auswirkungen des Patriachats – Was ist in den Jahren zwischen Speedfacts und heute passiert?

Das klingt, als fragte man ihn nach einem Erweckungserlebnis. Damals, in Damaskus!

Boris von Heesen: In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Das eine ist ein sozial-karitatives und das andere ist ein kreativ-schöpferisches.

Cool, wenn jemand auch unterschiedliche Interessen hat. Tatsächlich wäre ein etwas ungewöhnlicher Lebenslauf ja eine Möglichkeit, einen neuen, ungewöhnlichen Blickwinkel einzunehmen.

Diese beiden Herzen kämpfen miteinander.

Man kann Goethe einfach nicht verstehen, wenn man ihn nicht im klingonischen Original liest: Zwei Herzen schlagen sich, ächz! In meiner Brust! qapla‘!

Das hat dazu geführt, dass ich BWL studiert habe, aber den Schwerpunkt auf soziales Marketing gelegt habe. Dann war ich in der Diakonie und Drogenhilfe, bis ich dann mit einer Idee in der Online-Marktforschung gelandet bin. Und danach bin ich wieder zurück in die Sozialwirtschaft.

Aber mit der Kraft der zwei Herzen ist das gar kein Problem. Er scheint aber selbst mit seiner eigenen Männerrolle keine Probleme gehabt zu haben…

Weil es eine Idee ist, die bis jetzt noch kein Mensch hatte, sich damit auseinanderzusetzen ungesundes Geschlechterverhalten zu monetarisieren, um den Blick darauf zu richten.

Die Idee oder der Blickwinkel ist wohl wirklich neu, aber der neue Blickwinkel reproduziert trotzdem einfach dieselben Gedanken. Wenn es so ist, dass Männer häufiger im Gefängnis landen, Selbstmord begehen, Drogen nehmen etc., warum sollte „das“ Patriarchat das wollen? Würde „das“ Patriarchat nicht Frauen härter bestrafen? Frauen mehr unter psychischen Druck setzen? Oder, umgekehrt, wenn das Patriarchat aus irgendwelchen Gründen das bloß nicht verhindern kann, müsste es das nicht propagandistisch ausnutzen? Also, wenn der Ku-Klux-Klan feststellte, dass Juden, Schwarze und Homosexuelle eine durchschnittlich höhere Lebenserwartung hätten als der Durchschnitts-WASP, weil sie u.a. weniger mit Drogen zu tun hätten, seltener Selbstmorde begingen, seltener im Gefängnis landeten oder jedenfalls mit kürzeren Haftstrafen bei gleichen Delikten, würde das nicht als Beleg für die WASP-Feindlichkeit der „afro-jüdischen Homolobby“ oder so angeführt?

Fürs Protokoll: ein einzelner Nachteil, den Angehörige einer insgesamt deutlich bevorzugten Bevölkerungsgruppe haben, widerlegt noch nicht deren generelle Bevorzugung (aka „Privilegien“). Ein Dandy aus der Oberschicht im dt. Kaiserreich vor 1900 hatte sicher eine Menge Vorteile einschließlich Sonderrechte, wie die bessere Gewichtung seiner Stimme bei Wahlen. Allerdings war er gelegentlich gezwungen (vom sozialen Druck her), an Duellen mit tötlichen Waffen teilzunehmen; nicht nur, dass er Herausforderungen zu Duellen annehmen musste, sondern u.U. auch aussprechen. Ein Arbeiter, der sich einmal vor einer unbewaffneten Kneipenschlägerei drückt, wäre hinterher trotzdem nicht sozial komplett erledigt. Insgesamt überwiegen die Nachteile des Arbeiters aber deutlich.

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