Herr der Gezeiten

Es gibt auch Positives zu vermelden:

In der GoT-Prequel gibt es auch schwarze Westerosi.

Haus Velarion, unter ihrem Anführer, dem Lord der Gezeiten, kontrolliert große Teile des Seehandels. Wappen: In Blau ein silbernes Seepferdchen, das nach heraldisch rechts sieht.

Dass die schwarz sind, obwohl ihr Fürstentum auf dem „Breitengrad“ von Königsmund im eher gemäßigten Klima liegt, wird vermutlich noch erklärt, allerdings gibt es sie dort sowieso erst seit ein paar Jahrhunderten; ihre Vorfahren stammen von Valyrern ab – daher auch die weißen Haare – und möglicherweise von den Sommerinseln, die tatsächlich in „Äquator“nähe liegen (oder jedenfals deutlich näher als Westeros), und dunkelhäutige Seefahrer beheimaten.

Immerhin besser als ein blonder Elrond. Niemand in Elronds Sippe ist blond.

Haarfarben sind in GoT allerdings noch einen Tacken wichtiger als in Mittelerde, wo das zwar  ebenso Verwandschaft ausdrückt, aber hauptsächlich die Liebe zu Frau Tolkien zum Ausdruck bringen soll.

Ein blonder Elrond ist ein Logikbug.

Ein blonder Robert Baratheon, oder überhaupt ein blonder Baratheon würde 90% der Handlung der ursprünglichen Buch- bzw. in blonder Besetzung der Fernsehserie hinfällig machen. Denn Jon Arryns Beobachtung, dass es seit Generationen keine blonden Baratheons gab, macht es ihm überhaupt erst verdächtig, dass es jetzt plötzlich gleich drei davon gab, nämlich Cerseis Kinder, was zum plötzlichen Ableben Lord Arryns führte. Weshalb Robert Baratheon überhaupt erst in den Norden reiste, um Ned Stark zur neuen Hand zu ernennen. Weshalb Bran Stark überhaupt erst Cersei und Jamie erwischte. Weshalb…

Langer Rede kurzer Sinn, Daenerys‘ Geschichte hätte vermutlich auch mit Lord Arryn als Hand die meiste Zeit so stattgefunden, sofern der Anschlag nicht erfolgreich gewesen wäre, Jons Geschichte hätte stattgefunden, wäre aber deutlich anders verlaufen (weil er z.B. andere Rückendeckung gehabt, oder deutlich eher von seiner Abstammung erfahren hätte), und möglicherweise hätte der Nachtkönig seinen Feldzug auch sonst begonnen – keine Ahnung, ob der auf einen Bürgerkrieg der Lebendigen gewartet hat. Im letzten Drittel wäre Danys Geschichte dann schon deshalb anders abgelaufen, weil sie auf einige überhaupt nicht kriegsmüde westerosische Heere und Kriegsflotten getroffen wäre, und vllt. (also keine Ahnung) hätte sie sich mit dem Nachtkönig verbündet, um das Lied zum bitteren Ende zu führen: die eine Hälfte von Westeros wird verbrannt, die andere tiefgefroren: Der Sieg von Eis und Feuer!

Die Geschichten aller anderen Hauptfiguren wäre deutlich anders (und meistens auch viel länger) gewesen, wenn Jon Arryn nicht vergiftet worden wäre, was nicht passiert wäre, wenn es öfter mal blonde Baratheons gegeben hätte. Haarfarben sind halt nicht unwichtig.

Ansonsten: Westeros ist, wenn überhaupt, das Opfer von Kolonialherrschaft. Dass irdische Kolonialherrschaft Sklaverei mit einer bestimmten Hautfarbe verknüpfte, ist das Ergebnis irdischer Geschichte. Auf Planetos gibt es sowohl Rassismus als auch Sklaverei, aber netterweise wird das eine mit dem anderen nicht vermischt. Yäy?

Ein Gedanke zu “Herr der Gezeiten

  1. Dass wir Sklaverei mit einer Hautfarbe verbinden, ist Ergebnis der kurzen Geschichte EINES Landes (was selbst aus 13 Kolonien hervorgegangen ist).

    Im antiken Europa war es keine Frage der „Rasse“ oder „Nation“. Im mittelalterlichen Orient war es eine Frage des Glaubens.

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