Ehrenfrau vs. Unehrenmann

Aus der Reihe geradegerückt:

Mia Farrow!

Mia Farrow: Der Stempel der rachsüchtigen Ex

Ok, ich hoffe mal, den allermeisten Menschen ist klar, dass Scheidungen oder Trennungen im Allgemeinen von beiden Parteien gleichzeitig sehr hässlich werden können. Und dass man daher Vorwürfe von beiden Seiten mit innerem Vorbehalt (Quellenkritik, erkenntnisleitendem Interesse, usw.) begegnen sollte oder müsste.

Die Schauspielerin legte sich lange vor der #MeToo-Bewegung mit einem der berühmtesten Filmproduzenten an.

Wenn sie Woody Allen meint: der ist in erster Linie Regisseur und Drehbuchautor. Was den Sachverhalt als solchen weder „besser“ noch „schlechter“ macht, aber wenn schon der Beruf nicht richtig wiedergegeben wird… Bzw., man könnte argumentieren, dass er nicht für seine Regie und Drehbücher am berühmtesten ist, aber dann ist er eben in erster Linie Schauspieler. Er ist nicht Weinstein.

Dieser Kampf kostete sie lange Zeit ihren Ruf und ihre Glaubwürdigkeit

Allen hat es wohl auch Ruf und Glaubwürdigkeit gekostet. Aber Leute, die Produktion und Regie verwechseln, sind natürlich besonders glaubwürdige Journalisten.

Ausgerechnet mit „Rosemary’s Baby“, dem Kult-Horrorfilm aus den späten 1960ern, gelang Mia Farrow der große Durchbruch als Schauspielerin.

Eigentlich nicht „ausgerechnet“. Ein eher langweiliger und belangloser Film wäre ein viel schlechteres „Sprungbrett“.

Rosemary (Mia Farrow) versucht, sich und ihr ungeborenes Baby vor einer satanistischen Sekte zu schützen,

Es ist nicht nur eine „Sekte“.

doch viel gruseliger als das ist die Darstellung des Frau- und Mutterseins in einer patriarchalen Gesellschaft, die der Film implizit analysiert.

„Sein Bluuuut trinken wiiiiirrr, sain Flaisch ässen wiiiir!“ Aber gut, Seele verkaufen für Erfolg in Hollywood. Wer wäre nicht darauf eingegangen?

Nicht einmal der Teufel ist so grauenvoll zu Frauen und Müttern wie unsere Gesellschaft.

Die Aussage kann unmöglich richtig sein. Die ganze Gesellschaft ist im Film von der satanistischen Verschwörung unterwandert – es gibt buchstäblich keine Aussage über Menschen, die nicht FÜR den Teufel arbeiten.

so kann Rosemary letztendlich keinem trauen, am wenigsten ihrem nach Erfolg strebenden Ehemann.

Rosemarys Mann ist mMn wirklich der Schlimmste im Film, weil er der größte Verräter ist. Ein Stück weit ist es zwar unplausibel – hat er wirklich leibhaftig mit dem Teufel gesprochen, oder mit irgendwelchen Nachbarn? Wenn letzteres, wieso glaubt er, dass die seiner Karriere derartig helfen könnten, wenn ersteres, tF? Aber gut, wir erfahren alles nur aus Rosemarya Perspektive.

Nicht weniger tragisch wurde Farrows Vertrauen von ihrem ehemaligen Lebensgefährten, dem Filmregisseur Woody Allen, missbraucht.

Äh, doch? Weniger tragisch. Deutlich weniger. Bzw., wenn sie „nicht weniger schlimm“ meint, hängt das jetzt sehr davon ab, wie sehr man Partei ergreift oder ergreifen will.

Von allen Trennungsgründen traf Farrow das denkbar schlimmste Szenario: Der Partner und die Tochter haben eine Affäre. Ja, die Tochter Soon-Yi Previn ist adoptiert und auch gar nicht die gemeinsame Adoptivtochter, sondern aus ihrer zweiten Ehe mit dem Komponisten André Previn. Außerdem war Soon-Yi schon 21 Jahre alt, als die Affäre aufgeflogen ist.

Das ist, ganz offenbar, unbestritten. Aber das ist eben nicht das „schlimmste“ Szenario.

Von dieser Beziehung erfuhr Mia Farrow übrigens, als sie Nacktfotos ihrer Tochter auf dem Schreibtisch ihres damaligen Partners vorfand. Ist für einen Modeljob, meinte der Regisseur damals. Alles normal.

Aber Farrow hat das dann trotzdem nicht geglaubt. Aber hey, immerhin „Regisseur“, nicht „Produzent“. Der Vollständigkeit halber: das ist sicher schon geeignet, Farrow Sympathien gewinnen zu lassen, und eine Menge Menschen – einschließlich der Autorin selbst – haben ja auch Sympathie mit ihr, nicht mit ihm. Aber, alas…

Die Tortur nahm für Mia Farrow 1992 erst ihren Anfang. Einige Monate nach Bekanntwerden der Affäre erzählte Dylan – die siebenjährige Adoptivtochter von Farrow und Allen – ihrer Babysitterin, Allen habe sie im Intimbereich berührt.

Ich will, fürs Protokoll, nicht behaupten, dass man solche Dinge nicht ernst nehmen sollte. Dieser sehr prominente Fall ist allerdings sehr ausführlich behandelt worden, so dass man schon lange nicht mehr in der „Verdachtsphase“ sein kann.

Farrow meldete den Vorfall ihrem Arzt, der die Behörden informierte, und diese setzten wiederum Woody Allen in Kenntnis, der daraufhin auf alleiniges Sorgerecht klagte.

Jaaaa, hierzu mal Tante Wiki. Einerseits gibt es ein Gutachten, dass einen Missbrauch ausschließt, andererseits einen Staatsanwalt, der das Gutachten anzweifelt, der aber, andererandererseits, das Verfahren dann doch nicht eröffnet, um dem Kind die Belastung zu ersparen. Was ist das für eine Haltung? Entweder, es gibt ernstzunehmende Hinweise auf ein schlimmes Verbrechen, dann wäre es wichtiger, den Täter zu verursachen. Oder aber, es gibt keine ernstzunehmenden Hinweise, dann sollte man es lassen. Aber dieser Kompromiss ist extra faul…

Das Gutachten eines Kinderarztes lautete, unter Eid: Die kleine Dylan hat sich das a) entweder ausgedacht oder b) von ihrer Mutter einreden lassen.

Warum ein Kinderarzt ein Gutachter vor Gericht sein sollte, wenn es um sexuellen Missbrauch einerseits und psychologische Manipulation andererseits ginge, weiß der Gilb. Als Zeuge, der frische Verletzungen behandelt hat, vllt. schon eher.

Doch der Richter entschied gegen Allen. In der Entscheidung begründete er, sein Versuch, Farrow als „verschmähte Frau“ darzustellen, sei ein „unkluger Versuch, die Aufmerksamkeit von seinem Versagen abzulenken, als verantwortungsvoller Elternteil zu handeln“.

Ähh, was auch immer. Einerseits ja, nur weil er bzgl. dieser Vorwürfe unschuldig ist, ist er ja nicht unbedingt ein guter Vater oder Vormund. Allerdings wird hier andererseits die Frage verschluckt, wie es zu diesen Vorwürfen überhaupt gekommen ist. Sind sie wahr, dann sollte Allen härter bestraft werden als nur mit dem Verlust des Sorgerechtes. Sind sie von Farrow per Suggestivfragen und andere Manipulationen erzeugt worden, dann ist sie keine Frau, der man Kinder anvertrauen sollte. Oder, es ist in der Tat ein Missverständnis. (Es ist nicht die Schuld von Frau Nicolic, wenn das damals nicht abschließend geklärt wurde, aber sie hat ja offenbar trotzdem eine Meinung dazu…)

Die verschmähte Frau ist Farrow aber für viele noch immer, auch wenn Dylan Farrow 2014 als erwachsene Frau ihre Vorwürfe gegen Allen erneut bestätigte, vier Jahre später sprach sie das erste Mal öffentlich über den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch ihres Vaters:

Wenn Farrow das Dylan als Kind tatsächlich eingeredet hat, warum sollte diese das jetzt anders sehen? Und, mal wieder, die Beobachtung, dass Vorwürfe, die Jahrzehnte nach der Tat erhoben werden, leider nicht optimal dafür sind, Wiederholungstaten zu verhindern…

Woody Allen dementiert bis heute alles, was ihm seine Adoptivtochter vorwirft. Rechtlich wurde er ebenfalls nie dafür belangt.

Die damaligen Vorwürfe im Zuge des Scheidungsprozesses haben nicht dazu geführt, dass die Ermittungen weiter geführt wurden oder eine Anklage seitens der Staatsanwaltschaft erhoben wurde. Es ist mir auch nicht klar, inwieweit Farrow selbst hätte Klage erheben können, weil das Kindeswohl als einzige Begründung, davon abzusehen, eher vom zuständigen Vormund zu treffen gewesen wäre. Aber nunja.

Was seine Karriere angeht, die seine Ex-Partnerin durch die Anschuldigung des Kindesmissbrauchs ruiniert haben soll, sei nur so viel gesagt:

Sie ist nicht so ruiniert, wie Farrow (und Nicolic) das wohl gerne hätte?

 Hollywood-Schauspielerinnen und -Schauspieler, unter ihnen auch gefeierte Feministinnen wie Miley Cyrus, Kristen Stewart, Diane Keaton oder Kate Winslet, arbeiten nicht nur noch immer mit Allen zusammen, sondern verteidigen ihn auch.

Hmmm, was beweist das jetzt genau? Dass solche Vorwürfe eine Karriere nicht ruinieren können? Oder nur dann nicht, wenn man nicht hinreichend viele Menschen davon überzeugen kann? Nebenbei, wenn „gefeierte“ Feministinnen Allen verteidigen, könnte das vllt. – ich weiß, ich spekuliere – auch daran liegen, dass auch Feministinnen nicht mit jedem Strom schwimmen, sondern fähig sind, eigene Gedanken zu haben, und – was jetzt also so richtig ins Blaue geschossen ist – sich darüber klar sind, dass man die eigene Glaubwürdigkeit nicht verwässern sollte?

Zu ihnen sei er immer korrekt gewesen und überhaupt, man könne ja nicht wissen, was tatsächlich an der Geschichte dran sei.

Ja, diese ganzen Scheißverräterschweinninnen. Wie können die nur? WIE?

Und so konnten Mia Farrow und ihre Tochter Dylan nicht einmal von der #MeToo-Bewegung aufgefangen werden, die 2017 wie eine Tsunamiwelle auf die Filmindustrie knallte und schließlich bis heute den öffentlichen Diskurs über sexuelle Gewalt an Frauen dominiert.

Jaaaa. Noch nicht einmal #MeToo. Also erstmal: Vorwürfe, die schon seit über zwanzig Jahren bekannt waren, und die bei Bekanntwerden kurz nach den fraglichen Vorkommnissen keine juristische Konsequenzen hatten (sei es Mangels hinreichender Verdachtsmomente, sei es wegen juristischer Blödheit), werden nach zwanzig Jahre auch keine haben. Es sei denn, es treten keine neuen Beweise zutage. Und allgemein – wenn 2017 jemand wegen einer Vergewaltigung angeklagt wird, die zwar schon 1997 stattfand, aber das Opfer traute sich erst jetzt, wegen #Metoo, zur Polizei zu gehen, dann ist die Sache zwar tatsächlich wirklich 20 Jahre lang verdeckt worden, aber nicht wegen „Hollywood“, sondern weil der konkrete Täter das konkrete Opfer eingeschüchtert hat.

Denn selbst von den oben genannten Kolleginnen, die sich lautstark für #MeToo einsetzten, konnten sie mit keiner Solidarität rechnen.

Farrow hatte ihre juristischen Möglichkeiten offenbar schon in den Neunzigern ausgeschöpft. In den USA, einem Rechtsstaat. Aus Solidarität jemanden wirtschaftlich zu schaden, indem man ihm boykottiert, überspannt den üblichen Solidaritätsbegriff.

Mehr tragisch als komisch, dass Ronan Farrow, Journalist und Mia Farrows und Woody Allens leiblicher Sohn, 2018 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde, weil er investigativ über die Vorwürfe gegen Filmproduzenten Harvey Weinstein berichtete.

Weder noch. Journalisten arbeiten anders als Künstler. Außerdem was haben die beiden gemeinsam? Vorwürfe wegen Sexualdelikte? Außerdem arbeiten sie in der US-Filmbranche und sind jüdischer Abstammung? Das sind ja gleich drei Gemeinsamkeiten auf einmal – wenn einer von denen erfolgreich angeklagt wurde, kann man alle anderen mit denselben Merkmalen direkt mit einsperren.

Bei sexualisierter Gewalt ist es noch immer gang und gäbe, dass betroffene Frauen und Mädchen a priori der Lüge bezichtigt werden.

Bei Verbrechen ist es generell gang und gäbe, die Glaubwürdigkeit der Kläger und Zeugen zu prüfen. im konkreten Fall waren die Zweifel aber offensichtlich nicht „a priori“.

So ist es Farrow, deren gesamtes Sein und Karriere darauf reduziert wird, angeblich nach Rache gegen Woody Allen zu lechzen.

Entweder, sie glaubt tatsächlich, dass er ihre kleine Tochter sexuell missbraucht hat. Dann gehe ich stark davon aus, dass sie sich rächen dafür will. Oder aber, sie glaubt das nicht, dann behauptet sie das, um sich für etwas anderes zu rächen.

Die erfolgreiche Seifenoper „Peyton Place“ verließ Farrow sehr bald auf Drängen Sinatras. Mia sollte Ehefrau und Lady sein, kein ungewöhnliches Ultimatum im Jahr 1966.

Das mag ja so gewesen sein, hat aber mit dem Fall nichts zu tun.

Aus irgendeinem Grund ist die US-amerikanische Klatschpresse versessen auf die Jungfräulichkeit von Promis, so wurde auch hier eine talentierte Frau befragt, wie ihre erste Nacht mit einem Mann war.

O-keee. kommt mir auch eher nebensächlich vor, aber Frank Sinatra ist jetzt nicht ganz der unbeliebte Mann gewesen, gar ein Sexsymbol vllt. …

Wieder ist es so ein tragisch-ironischer Zufall, dass gerade dieser Film, unter der Regie von Roman Polanski, ihr zum Durchbruch verhalf.

Ach, Fun Fact: DA scheint man das Opfer nicht a priori für eine Lügnerin zu halten. Aber eventuell wird auch einfach ausgewürfelt, wem man glaubt, und Polanski hatte halt ein Einser-Pasch. Oder aber, die Entscheidung, welche angezeigten Fälle tatsächlich vor Gericht landen, hat tatsächlich mit der Beweislage zu tun und nicht mit der ansonsten allumfassenden patriachaischen Weltherrschaft.

Der Spießroutenlauf geht für Farrow noch immer weiter. Sie soll nicht nur die manipulative Ex-Freundin von Woody Allen sein – nachdem drei ihrer 14 Kinder (leiblich plus adoptiert) verstorben sind, muss sich Farrow mit perfiden Gerüchten, sie hätte möglicherweise mit dem Tod ihrer Kinder etwas zu tun, herumschlagen.

Oh, nein! Gerüchte, jemand habe ein Verbrechen begangen, sollte man glauben, aber Gerüchte, jemand habe mehrere Verbrechen begangen, sind perfide. Wenn man doch nur in einen Rechtsstaat leben würde, der dergleichen Fragen nachginge! Aber ACH! US-Willkür-Würfel-Justiz-System halt.

Da hilft nicht einmal, dass sie das „Time“-Magazin im Jahr 2008 zur einflussreichsten Person ernannte, weil sie sich als Unicef-Botschafterin humanitär umfangreich in verschiedensten Ländern Afrikas einsetzt.

Schade. Was macht Amber Heard eigentlich gerade?

Wer sich einmal mit einem angesehenen Mann aus der Filmbranche, oder aus irgendeiner Branche, anlegt, geht auf Eierschalen.

Ja, genau, das ist die Erklärung – Woody Allen und/oder seine Fans haben drei von Farrows Kindern irgendwie ermordet, um sie damit anzuschwärzen. Alles andere ergibt irgendwie keinen Sinn.

Da ist es auch wenig hilfreich, wenn sich die eigenen Kinder gegen einen stellen.

Also die, die noch am Leben sind, sind jedenfalls nicht tot. Das ist ja schonmal ein Vorteil. Aber wenn die undankbare Brut nicht zu einer hält – wofür hat man die denn dann?

Denn zwei ihrer Adoptivkinder, Soon Yi Previn und Moses Farrow, behaupteten, Mia sei bei Ungehorsam gegen ihre Kinder mit harten Strafen und Schlägen vorgegangen.

Glaubt den Kindern! Nein, Quatsch. Ne, doch: Glaubt den KINDERN!!! (Der einzige Grund, warum man  hier solchen Aussagen gegen ein Elternteil glaubt und das andere nicht, hat mit dem Geschlecht des jeweiligen Elternteiles zu tun. Gleichberechtigung!!!11!elf)

Das sehen viele als Beweis dafür, dass Mia Farrow bei allem die Unwahrheit sagt und nur Rache gegen Woody Allen im Sinn hatte.

Oder, es wird auf beiden Seiten gelogen. Es ist für Außenstehende wahrscheinlich kaum zu erkennen, was stimmt oder was nicht, aber hier, in diesem einen Artikel, wird einerseits beklagt, dass Allen trotz übler Gerüchte weiter arbeiten kann, aber das Farrow, die ebenfalls weiter arbeiten kann, üblen Gerüchten ausgesetzt ist. Und es wird noch nicht einmal ein Argument angeführt, warum die einen Aussagen glaubhafter, besser mit Beweisen belegt oder sonstwie valider sind. Das einzige:

Denn für so manche ist es nicht vorstellbar, nicht immer ein guter Elternteil zu sein und in manchen Aspekten zu versagen und trotzdem sein Kind in Schutz nehmen zu wollen, wenn dieses erzählt, es sei vom Partner sexuell misshandelt worden.

In „manchen“ Aspekten versagen, m-hm. Vorstellbar ist das schon. Aber das gilt für Allen auch – er ist vllt. auch nicht der ideale Partner oder das perfekte Elternteil, aber dieselbe Unschuldsvermutung, sei es juristisch oder im allgemeinen sozialen Umgang, die Nikolic Allen nicht zugestehen will, soll Farrow genießen? Ja, steht jedenfalls da.

Rosemary gelingt es nicht, aus den Fängen der satanistischen Sekte zu entkommen. Im Film ergibt sie sich symbolisch, so wie viele reale Mütter damals und heute, ihrem Schicksal als Frau und Mutter.

Wer insgesamt 14 Kinder hat, überwiegend adoptiert, kann das nicht auf das „Schicksal“ schieben. Das war ihre Entscheidung.

Das Schicksal, für immer unter der ständigen Aufsicht anderer zu stehen, jeden Schritt rechtfertigen zu müssen, seine Autonomie abzugeben.

Jemand, der die Verantwortung über 14 Menschen übernimmt, muss sich natürlich mehr rechtfertigen als jemand, der die Verantwortung für niemand anderes übernimmt als sich selbst. Warum sollte das anders sein?

Mia Farrow traf es zum Glück nicht so hart wie Rosemary, und sie konnte sich immerhin aus der Rolle der verbitterten, rachsüchtigen Ex langsam befreien.

Rosemary – soweit man das nachvollziehen kann – wäre möglicherweise ermordet worden, wenn sie  am Filmende allzuviel Opposition entwickelt hätte; d.h., auch, wenn man das Filmende nicht mag, man hat trotzdem noch Sympathie mit ihr. Das liegt daran, dass man im Film alle relevanten Fakten, Gefühle, Wahrnehmungen und teilweise sogar Gedanken erfährt, die zu einer Entscheidung wie dieser führen. Wenn man als Außenstehende Nebenfigur im Film nichts davon wüsste, außer, dass sie Satans Sohn geboren hat, sähe das anders aus. Aber bei Mia Farrow sollen wir nicht mit ihr sympathisieren, weil wir die Wahrheit kennen, sondern ihr aus Sympathie glauben.

Apropo rachsüchtige Ex: die Ex von Farrows zweiten Mann hat ein Lied über Mia Farrow geschrieben. Glaubt den Frauen!!!!

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