Heterosex!

Wie unter anderem hier erfahren habe, ist die taz gar nicht so verbiestert, wie ich immer dachte.

SATIRE!

Heterosex ist nicht natürlich

Die taz nimmt hart arbeitenden Satirikern wie Eulenspiegel, Titanic und dem neunjährigen Praktikanten beim Postillion (Tim) die Arbeit weg.

Ich habe nichts gegen Heteros.

Ihr wisst, wie der Text jetzt weitergeht.

Ich habe heterosexuelle Freunde.

Klassiker. Deshalb setzt sie noch einen drauf:

Manchmal schlafe ich sogar selbst mit Cis-Männern.

Welcher Nicht-Antisemit hätte sowas über Juden gesagt, welcher Nicht-Rassist über andere Hautfarben? Und von Nicht-Homophobikern will ich gar nicht anfangen. (Doch.)

Alle sollen von mir aus Sex haben, wie und mit wem sie wollen.

Außer mit Kindern, natürlich. Und Krokodilartigen. Und Leuten, die keinen Sex mit „Alle“ haben wollen. Und Putin sollte generell keinen Sex haben. Und… Sie hat die Sprüche halt drauf.

Heterosex ist einfach nicht natürlich. Ich denke mir das ja nicht aus, das sind die biologischen Fakten.

Genau! Gott hat die Blaualgen erschaffen. Blaualgen pflanzen sich seither völlig ohne irgendwelche sexuellen Mechanismen fort, die Gendefekte ausgleichen sollen. Alle anderen Bakterien, Pflanzen, Tiere, Pilze und wasauchimmer haben offenbar Gendefekte und brauchen Sex. Oder zumindest parasexuellen Genaustausch. Alles degenerierte Blaualgen!!!

Sperma und Scheidenflora haben völlig unterschiedliche PH-Werte. Die Vagina hat ein saures Milieu, um Krankheitserreger abzuwehren. Durch das basische Sperma steigt der PH-Wert zumindest kurzzeitig an – die Scheidenflora wird also weniger sauer – und Krankheitserreger können sich leichter ausbreiten.

Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen. Weil Frauen ständig sauer sind. Was ja based ist. Diese Herleitung ist absolut zwingend.

Viele Menschen mit Vagina bekommen deshalb von ungeschützem Geschlechtsverkehr mit Penissen eine Pilzinfektion.

Aber aus penisförmigen Pilzen macht man doch Peniszillin! (Das ist gegen Bakterien, Du Depp.) Sorry für Karl Aua.

Noch ein Klassiker: Blasenentzündung. Bei Menschen ohne Penis ist der Weg zwischen Blase und Harnausgang nicht weit.

Also gut, hier macht sie sich selbst über die Designfehler Gottes lustig. Menschen sind einfach degenerierte Einzeller, die als einzelne Zelle nicht mehr lebensfähig sind. Und als Zellhaufen auch nicht viel besser. Aber Menschen ohne Penis sind halt noch mal extra benachteiligt.

Durch die mechanische Rein-raus-Bewegung, die für die meisten Heteros zum Sex dazugehört, werden Darmbakterien in die Harnröhre transportiert.

Ok, dem könnte man vorbeugen, aber rein technisch ist das schon unpraktisch.

Viele meiner Heterofreundinnen bekommen ständig nach Penetrationssex eine Blasenentzündung.

Heterafreundinnen. Oder Heterofreund:innen. Je, nachdem, über was man sich mehr lustig machen will. Die taz-Redaktion ist noch nicht so fit in Satire und Parodieren, da muss man etwas Geduld mit haben.

Fiese Sache. Wenn es schlecht läuft, hilft nur ein Antibiotikum. Das ist verschreibungspflichtig. Das bedeutet, mit besagten Symptomen regelmäßig Stunden in einem überfüllten Gynäkolog*innen-Wartezimmer zu sitzen.

(„Darf ich jetzt den Witz mit Peniszillin bringen?“ – „NEIN!“) Aber immerhin machen sie Genderwitzchen…

Heterofrauen müssen sich quasi entscheiden, ob sie Sex oder ein Leben haben wollen. Antibiotika wiederum töten die guten Milchsäurebakterien in der Scheidenflora. Also kommt als Nächstes wieder eine Pilzinfektion.

Heterofrauen sind Frauen von Heteros, auch, wenn sie auf was anderes stehen. Heteras wäre der einfachere und unmissverständlichere Begriff, aber den verwendet die hier parodierte Feiministinnen-PoMo-Blase ja grundsätzlich nicht, weil unmissverständliche Begriffe mit der Feministinnen-PoMo-Blase eben NICHT zu vereinbaren sind. Ein Teufelskreis. Genau wie mit der Scheidenflora.

Wo es an medizinischer Versorgung mangelt, ist eines der größten Risiken von Heterosex immer noch: schwanger werden. 295.000 Frauen starben im Jahr 2017 weltweit im Zuge von Schwangerschaft oder Geburt.

Auch dies. Man fängt sich einen anderen Einzeller ein, der daraufhin eskaliert. Natürlich kein Wort über Geschlechtskrankheiten, die beide Geschlechter befallen, weil das ja „antifeministisch“ wäre. Ein Zehntel Promille kommt mir jetzt zwar wenig vor, aber Promillrechnung ist eine Erfindung des Patriarchats.

Ich frage mich oft, was sich die Natur dabei gedacht hat.

Das ist halt die Strafe für diesen „Apfel“.

Weil ich aber, wie gesagt, dafür bin, dass alle Sex haben können, wie sie möchten, sollten wir als Gesellschaft zumindest zwei Dinge tun: die medizinischen Kosten umverteilen, die insbesondere Frauen durch Heterosex entstehen.

Ja, ist wohl schon älter. Vor ein paar Jahren wurden die Krankenkassenbeiträge angeglichen, so dass Männer so viel bezahlen müssen wie Frauen. Um Kosten in Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt querzufinanzieren.

Zum Beispiel durch eine Sex-Abgabe für Heteromänner.

Flat-Rate! Die haben den Flat-Rate-Joke vermasselt! Aber ja, Unisex-Tarife sind im Grunde eine Sex-Abgabe für Männer, und es ist die logische, absurde Konsequenz des heutigen Feminismusses, homosexuelle Männer da wieder rauszunehmen.

Außerdem müssen wir das Risiko für alle Beteiligten verringern.

Genau! Kein Sex mehr vor oder außerhalb der Ehe! Was die Natur uns schon die ganze Zeit sagen wollte!

Dafür brauchen wir mehr Forschung zu Krankheiten, die weibliche Körper betreffen.

Der Unterschied der Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen ist eben immer noch nicht hoch genug! Klassiker.

Und vor allem: Die Früchte dieser Forschung müssen weltweit gerecht verteilt werden.

Deshalb feministische Außenpolitik jetzt – Einmarsch in Afghanistan II!

Juvenal meinte mal, es sei manchmal eben schwieriger, keine Satire zu schreiben. Manchmal? MANCHMAL???

3 Gedanken zu “Heterosex!

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