Blick ins Buch

Von ihm hier.

„LEBENSKOMPLIZ♡INNEN“

Herzchen als Gendersonderzeichen gut und schön, aber was ist mit homosexuellen Paaren?

Was bedeutet es, auf Augenhöhe zu lieben?

Was bedeutet es, nicht auf Augenhöhe zu lieben? Dass Partner A Partner B mehr liebt als umgekehrt?

Was kann der Ungleichheit, die mit dem heutigen Bild der romantischen Liebe immer noch einhergeht, entgegen gesetzt werden?

Angenommen, nach einem Schiffsunglück treibt das Paar im eiskalten Nordatlantik. Die Planke reicht für zwei nur für eine Hälfte des Paares – wer muss erfrieren? Das ist die Ungleichheit, die von einem als recht romantisch betrachteten Film als mit wahrer Liebe einhergehend dargestellt wird. Keine Ahnung, was Pickert jetzt meint.

Mit diesen Frage beschäftigt sich Nils Pickert in seinem neuen Buch „Lebenskomplizinnen: Liebe auf Augenhöhe“.

Mit dieser Frage oder mit diesen Fragen. Ich hoffe, sein Lektorat war besser als der Teaser bei Pinkstinks.

Zur Veröffentlichung des Buchs könnt ihr bei Pinkstinks exklusiv ein Kapitel vorab lesen.

Gratis. Das Wort lautet „gratis“. „Exklusiv“ sagt man, wenn man dafür eine Mitgliedsschaft braucht. Ok, ich zähle Erbsen.

MENTAL LOAD

Gibt es bei Erwerbsarbeit ja nie, weil… Keks.

Werfen Sie mit mir einen Blick auf den Mental Load.

Wie will er micht zwingen, wenn ich einfach „Nein“ sage?

Wobei ich ziemlich erschöpft bin. Vielleicht sollte ich mich zuvor noch etwas stärken.

Anderen Leuten den Mental Load zu zeigen, ist sein Job – wovon ist er jetzt schon erschöpft?

Wissen Sie zufällig, ob noch Butter im Kühlschrank ist? Ah, und wo es mir gerade einfällt: Was soll es heute Abend eigentlich zu essen geben?

„Keine Ahnung“ und „Ist mir egal“, das sind genau die Reaktionen, die ich hätte, wenn der real existierende Nils Pickert mit mir im richtigen Leben so reden würde. Dieser Versuch, Vertraulichkeit herzustellen, ist irgendwie schon direkt gescheitert.

Ich kann natürlich auch kochen, aber ich habe im Moment echt keinen Plan, was noch da ist.

Diese Frage beißt sich mit der davor: die Frage, was es zu essen geben soll, ist nur relevant, wenn Pickert kochen oder fürs Abendessen einkaufen soll. Wenn er auf das Abendessen keinen Einfluss hat, muss er nicht wissen, was es gibt, bevor es fertig ist.

Wann genau muss ich die Kleine noch mal aus der Kita holen? Hatte ich Ihnen erzählt, dass ich erst heute früh den Aushang in der Kita gesehen habe, dass morgen Schließtag ist – das hätten Sie mir ruhig früher sagen können.

Was ist „Schließtag“? Aber der Aushang hing hoffentlich nicht erst seit gestern da, und theoretisch könnte man sich auch einen Kalender in den Flur hängen, wo Stundenpläne oder dergleichen aufgeführt sind.

Sind die Sachen schon aus der Reinigung zurück? Nicht? Tja, dann muss es noch mal das schwarze Hemd sein.

Sein letztes Hemd, meine Damen und Herren: ist schwarz. Nebenbei, solche Themensprünge sind extrem schlecht für die Organisation, und ich merke das, obwohl ich extrem schlecht im Organisieren bin.

Das hatten Sie ja schon gewaschen, oder?

Wen schert´s?

Wann kommen die Großen heute aus der Schule? Wie, die bringen vielleicht Freunde mit! Sind die geimpft?

Und wenn nicht, muss man sich nicht im selben Raum aufhalten wie die. Aber erzwungene Probleme sind halt wichtig, sonst funktioniert die Geschichte nicht.

Schon gut, ich geh ja jetzt die Kleine holen und dann geht es hier auch gleich weiter. Wenn Sie mir schnell sagen, wo meine FFP2 Maske und der Schlüssel für das Fahrradschloss sind, dann bin ich auch schon weg.

Um meine Eltern zu zitieren: „Da, wo Du sie hingelegt hast!“ Ehrlich, wenn Nils das größte Kind in der Familie ist, ist das mit der Mental Load auch irgendwie kein Wunder.

Was soll ich denn mit einer Bildermappe? Was soll das heißen: »Heute Abschluss Kunstprojekt«? Wie kriege ich das ganze Geraffel denn jetzt transportiert?!!

Lastenfahrrad. Ruhm und Ehre der Grünen Partei Deutschlands!

Ah ja: Mental Load. Mental Load bezeichnet die mentale Belastung, die durch die permanente Zuständigkeit und das Organisieren von Alltäglichkeiten entsteht.

Ich kenne Architekten, die sich alles aufschreiben. Also wirklich alles. Adressen und Telefonnumern, Namen von Ansprechpartnern, Termine, Folgetermine, alles. Und ja, Bauleitung ist auch Stress. Aber ein Haushalt ist schlimmer.

Eine Belastung also, die über die Summe der einzelnen Tätigkeiten hinausgeht, über deren Aufteilung man sich als Paar verständigt hat.

Und wenn jemand in der Beziehung feststellt, dass die Aufteilung so nicht mehr funktioniert, köööönte man die nicht neu organisieren, waaaail… ???

Sie ergibt sich aus der beiläufigen, fast immer geschlechtsspezifischen Zwangszuständigkeit für einen ganzen Tätigkeitsbereich.

Wie der obige Monolog zeigt, wird das Organisationsproblem nicht dadurch gelöst, dass Pickert sich einige Aufgaben rauspickt, diese aber immer nur kurz vor dem Zeitpunkt anspricht, an dem diese erledigt werden. Hat also tatsächlich weniger mit Mann-Frau-Rollenproblemen zu tun, sondern mit schlechter Organisation und Kommunikation. Evt. macht Pickerts Hilfe die Sache nur noch schlimmer…

Mental Load ist das, was in der Nichtabsprache heterosexueller Beziehungen hauptsächlich von Frauen geleistet wird und sie belastet.

Ahhh, Homosexuelle sprechen sich also häufiger ab. Weil… keine Ahnung. Ehrlich, die obigen Probleme hätten sich erledigt, wenn Pickerts Partnerin ihm einfach einen Zettel oder eine Datei mit seiner Tu-Du-Liste geschickt hätte.

Doppelt belastet wohlgemerkt. Erstens durch den Stress der permanenten gedanklichen Arbeit, die eben vornehmlich Frauen leisten, damit der Familienalltag nicht auseinanderfliegt. Und zweitens durch die fehlende Wertschätzung.

Ein Typ, der seine eigenen Sachen suchen muss, wäre mit gedanklicher Arbeit für einen Familienalltag sicher überfordert. Andererseits weiß ich nicht, ob ich mich über Pickerts Wertschätzung freuen würde. Auch hierzu: Keks. („Keks“ ist das „kA“ der Rezimafia.)

Eltern waten an sich schon in den hüfthoch in Fremdbedürfnissen ihrer Kinder. Insbesondere Müttern reichen sie aber oftmals bis zum Hals, weil die Organisation dieser Fremdbedürfnisse, das Abspeichern, Abwägen und Priorisieren noch oben drauf kommt.

Ok, Organisieren und Kommunizieren ist Arbeit, die zur Erziehungsarbeit und dergleichen mit dazugehört; aber niemand erwartet, dass man sich alles im Kopf behält. Kalender im Flur, Einkaufslistenaufschreibding in der Küche (ich glaube, das heißt anders), irgendwelche praktischen Apps – warum sollte das härter oder schwieriger sein als Bauleitung?

Und das alles bei fehlender Anerkennung und Wertschätzung.

Architekten kriegen manchmal richtig viel Ärger.

All die genannten Beispiele mögen für sich Kleinigkeiten sein. Aber nehmen Sie einfach nur einmal die Situation, in die ich mich gerade fiktiv mit Ihnen begeben habe. Stellen Sie sich vor, ich wüsste all diese Dinge wirklich nicht und könnte sie auch nicht in Erfahrung bringen.

Mein Mitleid hielte sich in Grenzen. Es gibt keine Gatekeeper am Kühlschrank. Abholzeiten und Einkaufslisten sind keine Geheimlehre. Das fiktive Szenario ist zu konstruiert, um etwas zu beweisen.

Entweder weil Sie nicht da sind oder sich weigern, sie mir zu sagen.

Ok, wer Schlüssel und FFP2-Maske verliert, hat auch die Kontrolle über sein Leben verloren.

Das wäre das absolute Chaos. Nichts von dem, was normalerweise dafür sorgt, dass der Familienablauf einigermaßen reibungslos funktioniert, würde dann greifen.

So, als ob der Bauunternehmer dem Architekten nicht sagt, wann der erste Bauabschnitt fertig wird? Jaaa, Oberst Offensichtlich, das wäre Chaos.

Ich wäre in kurzer Zeit gezwungen, mir unter Stress genau die Informationen zu beschaffen, die ich seit sehr langer Zeit ignoriere.

Angenommen, die Redaktion ruft an, und Pickerts Partnerin soll sofort den Text mailen, den dieser bis in 5 Minuten zugesagt hat – könnte sie den richtigen finden? Innerhalb von fünf Minuten?

All diese Dinge hätte ich nicht nur längst wissen können, sondern wissen müssen. Ich habe mich aber bewusst oder unbewusst der Zuständigkeit entzogen und rechtfertige in Rückschau meinen Mangel an Einsatz als Nebensächlichkeit.

Wer dafür zuständig ist, Kind #4 vom Kindergarten abzuholen, ist auch dafür zuständig, den jeweiligen Termin zu wissen. Wer fürs Kochen zuständig ist, ist für den Einkaufszettel zuständig. Wer täglich frisch gereinigte Hemden will, ist für die Fahrt zur Wäscherei zuständig. Ob man das halbe-halbe aufteilt oder anders, ist erstmal egal.

Männer verweisen an dieser Stelle dann gerne darauf, dass es auch Bereiche gibt, in denen ihnen ohne Absprachen Mental Load zugeschoben wird.

Knackpunkt wäre „ohne Absprache“. Wenn jemand ständig Schlüssel und FFP2 MAske vergisst, WILL man dem aber vllt. auch nicht mehr Verantwortung aufdrücken.

Das stimmt nicht nur, sondern deckt sich auch mit meiner persönlichen Erfahrung.

Boah, echt?

Ich bin einer dieser Väter, die ständig im Haus ihre Kreise ziehen, um Glühbirnen zu wechseln, kaputte Geräte zu reparieren, die digitalen Endgeräte der Familienmitglieder zu warten und die Recherche für notwendige technische Neuanschaffungen zu übernehmen.

Ok, bei mir würde es, ehrlich gesagt, bei den Leuchtmitteln aufhören, allerdings ist „ständig“ vllt. auch etwas übertrieben, oder?

Das alles auf dem Plan zu haben, ist mentale Belastung.

Wie gesagt, es gibt Organisationshilfen. Dies ist ein Problem, was man am besten familienintern lösen kann, aber machen wir ein gesellschaftliches Problem daraus, um ein Buch zu vermarkten. Also „wir“ jetzt.

Die Nichtwertschätzung von Mental Load ist also weniger böser Absicht als mehr der Ignoranz geschuldet.

Also, folgendes ist jetzt wirklich nur meine Privatmeinung, die man nicht unbedingt verallgemeinern kann, aber je weniger ich mich um die Wertschätzung anderer Menschen Gedanken mache, so meine Erfahrung, desto weniger Stress habe ich. Komisch, wa?

Der Mental Load, der gemeinhin Müttern aufgehalst wird, erlaubt keine gemächlich gedrehten Runden, sondern erfordert ihre dauerhafte Rotation.

Dies ist exakt der Punkt, wo Absprachen das Leben erleichtern. Es geht mir tatsächlich nicht darum, dass Haushalt keine Arbeit ist, sondern darum, dass dessen Organisation beliebig gestaltet werden kann. Was will „die“ Gesellschaft machen, wenn Nils bspw. zu hause kocht und dazu auch die Einkäufe erledigt?

Da wirkt die Nachfrage »Schatz, du wirkst so angespannt, was ist denn los?« wie der Gipfel der Niedertracht.

Kommunikation kann auch scheitern.

Ein Elternliebespaar ergibt sich nicht einfach so. Selbst im sichtbaren Aufgabenbereich sind die meisten an der Belastungsgrenze. Mangelnde Wertschätzung, fehlende Zeit und Erschöpfung fressen sie auf. Die vertraute Menge Wohlwollen gegenüber dem Herzensmenschen reicht bei Weitem nicht aus und fühlt sich unendlich viel schwerer als früher an. Wundermittel gibt es nicht. Nur beinhartes Training, um unter buchstäblich erschwerenden Bedingungen mehr Wohlwollen stemmen zu können.

Klingt eher danach, bloß keine Kinder zu kriegen.

Radikale Ehrlichkeit beim Einpreisen von Tätigkeiten und Mentalbelastungen.

Wenn ein Partner 100 €/h verdient und der andere 50 €/h, ist es wirklich der schlauste Move, wenn beide halbtags arbeiten? Radikale Ehrlichkeit führt alos evt. dazu, dass nur Paare mit ungefähr gleichem Einkommen wirklich „auf Augenhöhe“ leben können.

Beziehungsvertragsaktualisierungen.

Ok, DAS klingt jetzt richtig anstrengend. Braucht man dazu einen Notar?

Und Gleichberechtigung, immer wieder Gleichberechtigung.

Gleichverpflichtung. Das Problem sind hier nicht unterschiedliche Rechte, sondern unterschiedliche Pflichten. Was natürlich kein Problem sein muss, aber wenn es ein Problem ist, heißt es Ungleichverpflichtung.

6 Gedanken zu “Blick ins Buch

  1. Wer schreibt den Mental-Load-Opfern eigentlich vor, dass sie für alle diese Dinge zuständig sind?
    Du gibst ja selbst Beispiele aus der Arbeitswelt, wie man seinen Alltag mit anderen abstimmen kann (bzw. muss, sonst wärst du ja längst pleite).

    Beim Thema Mental Load warte ich bis heute auf Beispiele, die nicht durch eine vernünftige Absprache und Arbeitsorganisation gelöst werden können.
    Schlagworte: sortieren, peiorisieren, deligieren.

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    1. Ja, und dann stellt es sich vllt. heraus, dass eine relativ strikte Arbeitsteilung – die eine Hälfte macht nur Hausarbeit und die andere nur Erwerbsarbeit – unkomplizierter ist, und daher leichter zu organisieren.
      Ob man das will und ob das aus anderen Gründen schwierig ist, sind andere Fragen, aber das Beispiel lebt ja davon, dass der fiktionale Pickert sich um kleinere Details von Abläufen kümmert, die im im Ganzen unbekannt sind.

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  2. Ich steh um 6:30 Uhr auf, mach beide Kinder für den Kindergarten fertig und mach ihnen Frühstück und stelle die Pausenboxen zusammen (Marmeladebrot, Wurstbrot, Obst, Gemüsesticks etc.), bring die Kinder dann in die Kita und gehe meinem 40 Stunden Job nach. Mittags holt dann meine Frau die Kinder ab, da Sie halbtags Arbeitet. Da kümmert Sie sich um die Kinder und macht Wäsche weil das Ihr Aufgabenbereich ist. Wenn Sie es schafft was anderes im haushalt zu machen, dann tut sie das. Wenn nicht, dann nicht.

    Nach meinem Arbeitstag, fahr ich entweder heim und trainiere eine Runde mit meinen Jungs (Ringfit Adventure macht sogar der ganz kleine gerne mit) bevor ich mit dem Kochen beginne, oder ich fahr einkaufen und hab mir davor schon zusammengeschrieben was wir brauchen. Jedes mal bevor ich einkaufen fahre, frage ich nur noch ob meiner Frau irgendwas einfällt, was sie bräuchte und wenns nicht eh schon auf der Liste ist, wird das gekauft. Ich hab dafür ein Google Doc zusammengestellt und auch für meine Frau freigegeben, sie nimmt es so halt nicht her, weil weniger über Ihr Smartphone organisiert, aber dafür über ihren Kalender (Ihgitt Papier!)

    Nach dem essen räumt einer die Küche auf und der andere bringt die Kinder ins Bett. Da wird täglich gewechselt, weil Kinder ins Bett bringen einfach länger dauert als Küche sauber machen…

    Das sind Aufgaben die einfach gemacht werden und kaum Speicherkapazitäten benötigen. Natürlich gibt noch andere Aufgaben im Haushalt, aber die sind dann in unregelmäßigen Abständen verteilt.

    In meinem Job Manage ich normalerweise immer so 10-15 Projekte gleichzeitig. Meine Mentalload liegt sicher nicht bei der Haushalts- und Care-Arbeit… Im Gegenteil, Haushalt find ich eher entspannend, WEIL ich nicht so viel denken muss. Meine Frau ist regelmäßig beeindruckt wie sauber das Haus wird wenn ich Urlaub hab. Ich denk da nicht, ich mach einfach, hör Musik/Podcast und putze. So what?

    Mein Problem is eher das mein Tag nur 24 Stunden hat und ich dummerweise auch noch 6 davon schlafen sollte… (Gerne erinnere ich mich an den Jungen aus dem ersten X-Men Film, der nicht schlafen muss. Beste Mutation ever!)

    Wenn Herr Pickert daheim so viele Probleme hat, dann liegt das eher an seinem organisatorischen Talent, als an seinem Geschlecht. Man(n) sollte nicht von sich auf andere schließen.

    PS: Thema Wertschätzung. Die holen sich meine Frau und ich von uns gegenseitig, indem wir uns einfach erzählen was wir an dem und dem Tag gemacht haben und loben uns dann gegenseitig. Wenn man daraufwartet, dass andere von sich aus bemerken was man gemacht hat, wartet man vergebens. Ich muss schon darauf aufmerksam machen warum ich toll bin. Mach ich ja in der Arbeit nicht anders.

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  3. In einer Talkshow saß mal ein Mann der erklärte, Mütter wären unfähig. Warum? Weil er als alleinerziehender Vater Beruf und Familie unter einen Hut bekäme, ohne im ständigen Dauerklagemodus zu sein, wie es die Mütter, bzw. ihrer Vertreter, die Feministen sind.

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    1. Pickert merkt gar nicht, dass er genau das den Frauen implizit vorwirft:
      „Der Mental Load, der gemeinhin Müttern aufgehalst wird, erlaubt keine gemächlich gedrehten Runden, sondern erfordert ihre dauerhafte Rotation. Mütter drehen sich hierhin und dorthin: Welche Schuhgröße hat das Kind gerade? Ist der Schwimmkurs schon bezahlt? Wann ist die Spielverabredung morgen Nachmittag? Ist meine Lieblingshose aus der Wäsche, welches Buch lesen wir als nächstes vor, hast du schon neues Shampoo gekauft, wann war noch mal Elternabend? Und übrigens: Die Matschklamotten in der Kita sind zu klein, aaaaaaaaaahhhh!!“

      Dabei ist kein einziges Beispiel, um das frau sich STÄNDIG Gedanken machen muss.
      Gedanke, Notiz, ab in den Kalender/ ans schwarze Brett.

      Wer das nicht hinbekommt, muss sich natürlich ständig Gedanken machen. So jemand ist aber auch vollkommen unorganisiert.

      Übrigens: wer in verantwortungsvolle Positionen (sprich Führungspositionen) vorrücken will, sollte über gewisse Organisations- und Delegationsfähigkeiten verfügen.
      Die Mental-Load-Opfer, wie sie Pickert skizziert, sind nicht fit für Führung…

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  4. Im Film „besser geht es nicht“ erklärt der Protagonist, ein grummeliger Autor, einem Fan auf die Frage hin, wie er denn so gut Frauen schreiben könnte, „ich stelle mir einen Mann vor, und substrahiere Verstand und Zurechnungsfähigkeit“.

    Das ist freilich Frauen gegenüber super-unfair, denn da käme keine Frau raus, sondern Nils.

    Ich meine – was sind das denn für dämliche Beispiele? Natürlich ist Butter im Kühlschrank. Heute abend gibt es Roulande mit Klößen. Das ist deswegen da, weil ich mit meiner Frau per Whatsapp bespreche, was wir essen wollen, und nachdem sie das Auto hat und auf dem Heimweg an eta 6 Supermärkten verbeifährt, kauft sie das dann ein.

    Ich muss keine „Kleine“ aus der Kita holen; aber wenn, wäre das wahlweise 12:15 oder 15 Uhr, das ist davon abhängig, welche der nicht-meinen-Kinder Nils hier meint. Es ist schon eine Runde hart, sowas als Elter2 nicht zu wissen…

    Ja, mein Anzug ist schon wieder aus der Reinigung zurück; die Beerdigung meiner Oma war vor vier Jahren, und seitdem ist niemand gestorben. Hemden – nun, Nils könnte ja auch einfach sein übliches Crop-top tragen; er trägt wohl üblicherweise keine Hemden, da man die Menge, die man zu einer Reinigung bringen würde, würde man welche tragen, nicht mit dem Fahrrad transportieren kann. Was dann übrigens auch die Frage mit der Kunstmappe beantwortet.

    Nein, ich wasche meine Hemden nicht, das macht meine neue Miele-Waschmaschine, die jeden einzelnen Cent sowas von wert war/ist.

    Die Großen kommen jeden Tag etwa um die gleiche Zeit aus der Schule, das wäre so gegen 1, und dann gehen sie zu den Großeltern, weil Mama und Papa arbeiten. Scheiße – das sind nichtmal meine Kinder, und ich weiß das, aber das Elter2 Nils denkt ja, die Bratze wäre sein Kind. Freilich.

    > bringen Freunde mit! Sind die geimpft?

    Ja wen fucking interessiert denn das noch? Liest du gar keine Nachrichten, Nils, oder bist du dümmer als ein Virus, was nichtmal ein Gehirn hat? Hast du denn Corona? Dann musst du das fei dem Gesundheitsamt melden und dich isolieren. Was sowieso keine schlechte Idee wäre, aber auf die kommst du selber mit Sicherheit nicht.

    Meine FFP2-Maske… äh, da liegt mindestens eine im Auto, eine ist in jeder Jackentasche meiner Herbst/Winter/Frühlingsjacken, und die OVP liegen im Flurregal bei den ganzen Schnelltest, von denen man ja nun so viele geschenkt bekommen hat, dass man gar nicht genug Körperöffnungen hat, um sich die irgendwo reinzustecken.

    Ich meine, Leute wie Nils können ja nix dafür, dass sie lebensunfähige Psycho-Wracks sind, aber dafür zahlen unbedarfte normale Leute doch genug Steuern und Sozialabgaben, damit sowas nicht verhungern oder erfrieren muss. Die werden aber halt zusätzlich (!) noch zur Förderung von derartigen Soziopathen verwendet (Pinkstinks bekommt viel Geld via dem BMfürallesaußerweißeMänner), damit die sich gegenseitig einreden können, dass es eine in irgendeiner Art und Form gute Idee wäre, sich auch noch fortzupflanzen.

    Aber gut, in einer gewissen Form löst sich das Problem der armen Frauen, was Nils beschreibt, damit natürlich früher oder später auch: Sack drüber und Fresse halten, ansonsten helfen offenbar 87 Peitschenhiebe. Ich persönlich finde das jetzt nicht die prallste Lösung, aber was willste denn machen?

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