Eigentlich ist J.K. Rowling gar nicht so progressiv

Weil…

Nun, Harry selbst lebt in einer Familie, die ihn nicht gerade liebt, wertschätzt oder wenigstens versteht, und blüht in einer Umgebung auf, in der zumindest einige Leute das tun, und wo seine Talente zur Entfaltung kommen. Also der Sportler in einer Familie von Sportmuffeln, Musiker in einer unmusikalischen Familie, der Comiczeichner in einer Familie von Opernfans, und natürlich die hier.

Das hat natürlich für viele Menschen eine gewissen Appeal, eines Tages zu erfahren, ein Talent zu haben, welches den meisten Menschen fehlt.

Aber ein bestimmtes wokes Thema bei Harry Potter gibt es eigentlich nicht außer Klassismus. Nein, Frau Rowling, sie haben Lykanthropie nicht mit Aids verglichen, sondern die Reaktion auf das eine mit der Reaktion auf das andere – kann man als Kritik an der Aidshysterie auffassen, aber im Kontext der Bücher funktioniert das nicht. Aidskranke laufen typischerweise nicht einmal im Monat Amok, um mit ihrer fehlenden Impulskontrolle und drastisch gewachsenen Körperkräfte so viele Menschen wie möglich zu töten oder zu infizieren, Werwölfe schon.

Der Klassismus ist ein Elite-Internat in Großbritannien, die Kinder, die dorthin gehen sind, meistens die Kinder und Enkel von früheren Kindern dort – teilweise haben sich besagte Eltern und Großeltern genau dort kennen gelernt – und eine Funktion diese elitären Veranstaltung ist in der Tat, die richtigen Leute kennen zu lernen. Ein Kind, das aus keiner der Familie mit „Hogwarts-Abo“ dorthin kommt, würde auf diesem Elite-Internat zumindest teilweise ähnlich ausgegrenzt werden wie Hermine.

Während also in der Zauberer-Welt Diskriminierung vorkommt, ist Diskriminierung von LBTQ*-Personen nicht das Thema, und deshalb sollte die Enttäuschung nicht allzugroß sein, wenn man sich da mehr erhofft hat.

Und ja, man kann sich mit Verwandlungstränken in eine Person vom anderen Geschlecht verwandeln, ABER die erste Gelegenheit, wo das vorkommt, findet in einer unbenutzten Mädchentoilette statt.

Da sieht man mal wieder, wenn sich einfach jeder Mann einfach zur Frau erklären kann, sind Mädchentoiletten kein Safe-Space mehr! Nagut, auf dieser Mädchentoilette spukt der Geist von einem Mobbingopfer, aber die Botschaft ist doch auch so klar, oder?

Soweit die Worte der heutigen Lesung.

Ein Gedanke zu “Eigentlich ist J.K. Rowling gar nicht so progressiv

  1. Die maulende Myrte ist in den Filmen auch noch übergriffig.
    Immerhin sucht sie Harry heim, während er badet.

    Die ganzen lebenden Bilder sind natürlich auch der feuchte Traum von NSA und co. (vielleicht eine prophetische Sicht auf Facebook?).

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