Zwangsentschwulung für Feministen

Hier ist mir erst aufgefallen, dass es ein Missverständnis gibt.

Kein „ich stelle mich mal doof“-Missverständnis, sondern tatsächlich ein Zusammentraffen unterschiedlicher Auffassungen. Und es ist tatsächlich nicht die Schuld der Feministen als solchen.

Der Mann, der den Gastartikel für pinkstinks geschrieben hat, ist seinem Wikipedia-Eintrag zufolge schwul.

Und ja, das erklärt einiges.

Das Narrativ, was die ganze Zeit verbreitet wird, ist, dass Männer, also insbesondere die Cis-Hetero-Männer, Dinge nur deshalb machen, um sich und anderen Männern, vor allem Cis-Hetero-Männern, zu beweisen, dass sie männlich seien.

Was mir die ganze Zeit recht abwegig vorkam, bis mir klar wurde:

Das wird von einem Schwulen behauptet.

Und jetzt muss ich weiter ausholen. „Schwul“ wird als Schimpfwort verwendet, und ich kann jeden homosexuellen Mann verstehen, der das doof findet, auch wenn es als Geusenwort-Selbstbezeichnung die schlimmsten Konnotationen hinter sich gelassen hat, allerdings wird das nicht nur auf Personen verwendet, sondern auch auf Gegenstände und sogar Situationen.

„Dieses Fahrrad ist schwul!“ oder „Was für eine schwule Spielmechanik!“

Damit ist tatsächlich nicht gemeint, dass das Fahrrad oder die Spielmechanik männliche Homosexuelle seien oder für solche gedacht wären, sondern das ist eine Metapher: Schule sind für Frauen sexuell uninteressant und daher keine Konkurrenz, ergo steht „schwul“ für „nicht attraktiv für Frauen“ oder „nicht konkurrenzfähig“.

Das ist natürlich weiterhin eine Beleidigung für die vielen gutaussehenden, sportlichen, gepflegten und erfolgreichen Homosexuellen, die nur deshalb keinen Sex mit Frauen haben, weil sie halt keine Lust darauf haben.

Es bedeutet nicht oder nur selten, dass die Heteros, die das Wort so verwenden, denken, bestimmte Dinge bewiesen oder widerlegten Homosexualität. Den meisten Heteros ist klar, dass Steaks nichts mit Sex zu tun haben.

Nur wissen Homosexuelle nicht, was jetzt mehr ironisch und was ernst gemeint ist, wenn jemand „das ist aber schwul!“ sagt, und die, die nicht zwangsgeoutet werden wollen, vermeiden logischerweise alles, was jemand „schwul“ nennt. Also meinetwegen Eiskunstlauf, Salat als Hauptgang, rosa Lippenstift und Zungenküsse mit Männern, die in der Öffentlichkeit rosa Lippenstift tragen. Auch, wenn das gar keine Vegetarier sind, sicher ist sicher.

Und das ist natürlich ein Stress, den ein Hetero so nicht hat. Ein Hetero weiß, was er wegen einer Frau oder Frauen allgemein macht (teures Auto) und was aus sonstigem Privatvergnügen (Fußball), und Fälle, wo jemand für schwul gehalten wird, ohne es zu sein, weil er tatsächlich etwas Schwulen-Klischee-mäßiges tut, kommen zwar vor, sind aber seltener, als der durchschnittliche homosexuelle Feminist das anscheinend denkt, und solche Fälle haben dann typischerweise mehr Klischee-Potential als „Vegetarier“, „ist kein Fußballfan“ oder „Prosecco-Trinker“.

Womit natürlich nicht gesagt sein soll, dass Heteros, die Sex mit Frauen wollen, dafür Dinge tun, die teuer, albern, dumm, sinnlos, gefährlich oder eine beliebige Kombination dieser Eigenschaften sind, was natürlich auch einen gewissen Stress für Heteros bedeutet. Und ja, ein Stück weit sind die Heteros auch selber schuld. Nur, wenn schwule Feministen nicht ganz verstehen, worin dieser Stress überhaupt besteht, sind ihre Angebote, dabei zu helfen, eher nutzlos. Also nicht „schwul“, aber „unattraktiv und nicht konkurrenzfähig“.

4 Gedanken zu “Zwangsentschwulung für Feministen

  1. Ich glaube, mein und Dein Verständnis weiblichen Sexualinteresses gehen enorm weit auseinander. Frauen können das überhaupt nicht ab, wenn sich ein Mann nicht für sie interessiert, vor allem nicht, wenn sie den auch noch attraktiv finden.

    Du kannst Dir keinen Porsche kaufen, um Frauen zu beeindrucken. Das hilft genau 0. Du kannst Dir aber einen Porsche kaufen, weil Du Dir einen Porsche kaufen kannst. Kannste gar nicht gucken, so schnell steckt Dein Penis in irgendeiner (das ist nur eine Theorie; ich hab keinen Porsche. Aber einen Ehering).

    Like

    1. Ja, aber die Feministische Theorie besagt, dass Männer sich eigentlich keine Porsche kaufen wollen, weder zum Fahrspaß noch um Frauen auf eine Spritztour einzuladen, sondern dass nur deshalb tun, damit andere Männer sie für männlich halten, und der Feminismus rettet sie vorm Porschekauf, aber wundert sich, warum so wenig Männer feministisch werden wollen.

      Gefällt 1 Person

      1. Joah, so kann man das natürlich auch verstehen. Aber dann isses halt Quark. Papa von einem Freund hat sich neulich, zum Ruhestand, endlich seinen 911 gekauft. Der fährt nicht mehr zu Kunden. Käme ja nun blöd, wenn Sonntag Abend Dein Klo verstopft ist und der Installateur dann nicht mit einem verranschten Vito kommt, ne? Das verstehen Feministen aber natürlich nicht, dazu müsste man mal irgendwas arbeiten, so mit Kunden und so.

        Like

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s