Natürlich kann man es besser machen

Nils Pickert hat ein Buch geschrieben.

Und natürlich will er nichts von dem machen, was er an anderen Büchern kritisiert.

Und – doppelt natürlich – nimmt er an, dass er das auch schafft.

Und jetzt weiß ich nicht, ob er auf ganz komische Weise nach Komplimenten fischt, oder ob er merkt, dass er selbst so vorurteilsverhaftet ist, wie er es anderen immer vorwirft, und daraus etwas lernt, oder, ob er seine Pädagogik als Bescheidenheit tarnt, weil er damit ja anderen wieder Vorwürfe machen kann.

In so eine privilegierte Situation muss man erst einmal kommen: Ich habe mir eine Geschichte für Kinder ausgedacht und aufgeschrieben

Tja, Herr Pickert ist halt gut vernetzt. Aber Kindergeschichten sind tatsächlich schwieriger als solche für Erwachsene, weil Kinder keine Langeweile verzeihen. Man vergleiche den Anfang vom Kleinen Hobbit mit dem vom Herrn der Ringe.

in der wunderbaren Welt der Illustrationsvorschläge. Das bedeutet, dass ich mir die Ideen und Entwürfe von einer sehr tollen Illustratorin anschauen darf und mein einziges Problem darin besteht, mich zu entscheiden, welcher Vorschlag am großartigsten ist.

Gut, dass Frauen nie anders als großartig abliefern. Oder ist das ein Vorurteil? Oder soll das Schmeicheln sein? Ehrlich – ungeachtet dessen, ob das von Pickert kommt oder sonstwem – was bringen derartige Lobeshymnen? Man würde Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, nicht öffentlich in die Pfanne hauen. Ein Lob ein paar Nummern kleiner würde reichen.

Wobei – ehrlich gesagt, gibt es da noch ein Problem.

Das ist jetzt die Stelle, wo die Mary Sue beklagt, dass ihre Schönheit ein Fluch ist.

… dieses Neue zu schreiben, stellt für mich einen Seitenwechsel dar.

Eigentlich nicht. Er ist immer auf derselben Seite, nur seine Methoden ändern sich.

Anstatt wie so oft diese Bücher zu lesen oder vielmehr vorzulesen und mich dabei über diskriminierende und stereotype Darstellungen zu ärgern…

Alle Slytherins sind böse. Ist egal, dass es Slytherins in Wahrheit nicht gibt, aber offenbar ist es so, dass alle Mitglieder einer Gruppe böse sein können, weil sie Mitglieder dieser Gruppe sind. Außerdem gibt es Magie und Geister und Riesenspinnen und und und… man sollte fiktive Geschichten verbieten und sich nur noch reale ausdenken.

… mich über diskriminierungsfreie, diverse Beschreibungen zu freuen, muss ich letztere dann selber liefern.

Jetzt habe ich an der Stelle sogar gedacht, dass er so hohe, kritische Erwartungen an sich selbst hat, dass er sich selbst blockiert. Aber nein. Die Latten, die er reißt, sind ziemlich weit unten.

Man sollte meinen, dass das total einfach sein müsste, wo ich mich doch schon so lange damit beschäftige, Kinderbücher unter diesen Gesichtspunkten auszusuchen und zu bewerten.

Ja, genau. Es kommt jetzt aber trotzdem nicht die Stelle, wo Nils Pickert sich selbst geißelt, weil eine blonde Frau  an einer Stelle „Hä?“ sagt, weil das das Dumme-Blondinen-Klischee bedient. Oder einen US-Amerikaner, der wirklich keine Ahnung von Europa hat.

Das ist es aber nicht.

Ich glaube fast, er will doch nicht nach Komplimenten fischen. Aber nur fast.

Diskriminierung ist kein eindimensionales Phänomen, mit dem Menschen marginalisiert werden, sondern ein vielschichtiges, komplexes Problem, dem man niemals dadurch beikommt, dass man sich selbst für ultimativ qualifiziert hält oder die Diskriminierungsproblematik für endgültig beendet erklärt.

Wie die Corona-Lage! Aber das kann ja nicht der Anspruch für ein Buch sein. Fürs Buch ist nur wichtig, ob man Klischees und Vorurteile aus dem richtigen Leben darin übernimmt, oder nicht. Oder meinetwegen, ob man sie unkritisch übernimmt oder ironisch bricht. Oder – weil’s Pickert ist – ob man die pädagogische Zielsetzung hat, diese Klischees und Vorurteile zu widerlegen und ad absurdum zu führen oder nicht. Das Buch verändert nicht die ganze Welt.

Darüber hinaus ist Mehrfachdiskriminierung mehr als die Summe ihrer Teile. Eine schwarze Frau wird nicht nur als Frau und als schwarze Person diskriminiert, sondern obendrein auch noch ganz spezifisch als schwarze Frau.

Wirklich? Wenn ein schwuler Mann härter diskriminiert wird als eine lesbische Frau?

Und weil Diskriminierung eine der grundlegenden Praxen zur Funktionsweise von Gesellschaft sind, ist sie auch eine grundlegende Praxis in unserem Erzählen.

In seinem vielleicht, nicht in jedem. Oder er definiert Diskriminierung so weit, dass alles Diskriminierung ist, aber dann ist das Wort sinnlos.

In meinem Erzählen.

Dann lass es halt.

Während es mir also möglicherweise gelingt, geschlechtergerechte Geschichten zu schreiben und mir Figuren auszudenken, die unter diesem Aspekt gleichberechtigt sind, übersehe ich andere und scheitere an meinen Ansprüchen.

Ich glaube eigentlich nicht, dass es Pickert gelingt, geschlechtergerechte Geschichten zu schreiben, weil er zu viele männerfeindliche Vorurteile hat. Aber davon abgesehen, ein einigermaßen reflektierter Mensch sollte in der Lage sein, Klischees von der Wirklichkeit zu unterscheiden. Oder, wenn man nicht genau weiß, welche Geschichten über Schweden stimmen und welche ein Vorurteil sind, kann man sich entweder Kenntnisse über Schweden anlesen, oder man lässt die Schweden einfach weg.

Indem ich mir beispielsweise einen kleinen dicken Jungen ausdenke, der in meiner Geschichte nur den Zweck hat, die üblichen Klischees über kleine dicke Jungen zu erfüllen, um die Story voranzubringen oder “lustiger” zu machen.

Ernsthaft? ERNSTHAFT??? Ist ihm das wirklich passiert, oder hat er sich das Beispiel einfach nur ausgedacht, um stolz erzählen zu können, wie er die Scharte wokerweise wieder auswetzen konnte? Das ist nämlich die Art von Fehler, die man ganz einfach vermeiden kann. Einfach einen lustigen Jungen schreiben, der nicht dick ist, oder einen dicken Jungen, der superernst ist. (Um dem Einwand zuvorzukommen: wenn Pickert einfach alle Klischees bei seinen Figuren ins Gegenteil verkehrt, würde ich mich darüber auch etwas lustig machen, weil das etwas schlicht ist. Andererseits galten Apachen zu Karl Mays Zeiten als besonders barbarische Wilde, und er hat das Klischee einfach ins Gegenteil verkehrt. Aber Pickert ist halt nicht May.)

Oder ich exotisiere eine Person mit Migrationshintergrund, um anzuzeigen, wie superdivers ich erzählen kann und wie sehr ich mir bewusst bin, dass nicht immer nur weiße Menschen in Kinderbüchern stattfinden sollten.

Dann denke Dir halt Phantasienamen aus und sag nicht, welche Hautfarbe die Personen haben. Oder nimm sprechende Tiere. Oder nimm eine Person mit Migrationshintergrund, die so unexotisch ist wie möglich. Am besten gib ihr alle Eigenschaften, die Du gemeinhin Wessis zuschreibst.

Oder ich benutze ableistische Formulierungen wie “Wahnsinn”, “dumm” oder “an den Rollstuhl gefesselt”, …

Wenn eine Person wirklich wahnsinnig oder dumm ist, kann man die Wörter verwenden. Komische Metaphern sollte man wirklich vermeiden, aber dafür gibt es ja ein Lektorat.

… weil ich mein ganzes Leben lang diese Formulierungen wie selbstverständlich benutzt habe und längst nicht damit fertig bin, sie zu entlernen.

Es gibt auch wiederkehrende Schreibfehler, die man immer wieder macht (ich habe in dem Satz zweimal „wider“ korrigiert). Und natürlich sollte man nicht jeden Mist erst vom Lektorat wegräumen lassen, aber so hilflos ausgesetzt, wie er hier tut, kann er den eigenen Vorurteilen ja gar nicht sein. Hinzu kommt die Frage, ob die Geschichte eine Metapher verwendet oder eine Figur in der Geschichte. Oda wenne Figur halt grammatisch schlecht is‘, oder Wörta faschluckt un‘ Buchschtaben unnen komischen Dijalekt spricht, ich sach‘ ma‘ so…

Aber reden Menschen nicht genau so?

Willste ’ne Miljöhschtudije? Oder möchten Sie einfach einfache Sätze in normalem Deutsch, auch als Teil der direkten Rede? Bei Kinderbüchern würde ich letzteres bevorzugen, insofern sollten absichtlich schlechte Grammatik, fragwürdige Metaphern und dergleichen Formulierungen, Schimpfwörter, Fremdwörter und sämtliche Kombinationen daraus eher ganz weggelassen werden.

Wirkt eine Geschichte, die sehr viel diskriminierungsfreier erzählt als es die Gegenwart gewöhnlich tut, nicht irgendwie steril und weltfremd?

Nein. Bzw., wenn Pickert das macht, vllt. doch, aber das ist eben die Herausforderung. Man könnte genausogut argumentieren, dass Figuren, die Klischees und Vorurteile genau nicht bestätigen, interessanter, überraschender und generell künstlerisch besser sind als solche, die das doch tun. Wie Winnetou. Aber dieser Gedanke kommt Pickert nicht.

Wie kann man überhaupt frei erzählen, wenn man von so vielen Fallstricken und Kopfkinobefürchtungen umzingelt ist?

Eine Möglichkeit wäre, dass man alle Minderheiten einfach weglässt. Ist natürlich auch Diskriminierung, aber wenigstens klischeefrei. Variante zwei wäre, dass man sich erst die eigentliche Geschichte überlegt und dann die Figuren. Variante drei, man entwickelt die Geschichte und die Figuren und würfelt dann die Minderheitszugehörigkeiten aus. Oder man denkt vorher, währenddessen und danach einfach über sein eigenes Menschenbild nach, und was davon Vorurteil und was davon tatsächliches Urteil ist.

Und läuft man dabei nicht Gefahr, das eigentliche Erzählen dem bewussten Signalisieren einer möglichst diskriminierungsfreien Sprache unterzuordnen?

Nein, bei Dir ist es einfach so, dass Du die Geschichte komplett Deinem pädagogischen Anspruch unterwirfst. Insofern: Keks.

Sprich, man flext mit seinen angeblich derben Intersektionalitätsskills, hat aber vor lauter Bemühungen darum nicht mehr wirklich viel oder gar Interessantes zu erzählen.

Keine Ahnung. Vllt. überrascht er mich, und sein Buch ist tatsächlich auf die spanndende Weise interessant.

Nun, man kann und sollte es zumindest versuchen. In der Literatur erwacht erst ganz allmählich das Bewusstsein, dass nie wirklich frei erzählt wurde, sondern sich Freiheiten viel zu lange stets auf Kosten anderer herausgenommen wurden.

Häh? Als ehemaliger Einwohner der früheren DDR sollte ihm klar sein, dass „freies Erzählen“ früher auch keine Selbstverständlichkeit war. Jedenfalls wird die Freiheit in der Literatur nicht dadurch eingeschränkt, dass Schriftsteller Ansprüche an sich selbst haben, keinen klischeeverseuchten Mist zu schreiben. (Dass manche diesen Anspruch weder hatten noch haben und andere daran hart gescheitert sind, bestreite ich ja nicht, aber „stets“ wäre selbst dann falsch, wenn der Rest vom Satz richtig wäre.)

Zum Beispiel, indem sich vorrangig männliche Autoren in ihren Geschichten und in ihrem Leben der Care-Arbeit entledigen,

Im Link geht es um was anderes. Und manche Autoren verdienen genug für eine Reinigungskraft. Aber wie auch immer, wenn in einem Roman keine Care-Arbeit vorkommt,

sie verunsichtbaren, an Frauen delegieren und ganz allgemein einfach so tun, als ginge sie das überhaupt nichts an.

…dann kann das nicht etwa damit zu tun haben, dass es im Roman um etwas ganz anderes geht (Drogenhandel, Bergsteigen, Raumfahrt, Okapijagd), nein, der Autor will damit Care-Arbeit verunsichtbaren. Genauso, wenn in einem Roman kein Sex, kein Selbstmord und keine S-Bahn vorkommt. Sex, Selbstmord und S-Bahnen sollen dann eindeutig verunsichtbart werden.

Oder indem weiße Autor*innen People of Color immer nur als die Anderen beschreiben, die “zu Gast” oder “auch hier” sind.

Ist das immer so? Wenn nicht, ist die Aussage nämlich auch falsch.

Aber langsam bewegt sich etwas.

Europäisch anmutendes Land erhält einen schwarzen Zuwanderer und ist daraufhin überbevölkert. Schwarzer Zuwanderer wandert daraufhin aus, heiratet später eine Ostasiatin und löst per Landgewinnung das Bevölkerungsproblem. Mit einer diversifizierten Bevölkerung. qapla‘! Oder halt: „Eine Insel mit zwei Bergen…“ Schönes Buch. Ob Pickert das besser hinkriegt?

Auf Plattformen wie 54books bemühen sich Autor*innen und Literaturkritiker*innen um sehr viel differenziertere und diskriminierungssensiblere Blicke auf die Literatur, das Erzählen und die Machtverhältnisse, die beides ermöglichen.

Es gibt hierzulande keinerlei Machtverhältnisse, die Literatur oder Erzählen verhindern. Oder dahingehend beeinflussen, dass bestimmte Themen oder Klischees bedient oder verschwiegen werden. Insofern ist das kein „Bemühen“, sondern die tun das einfach.

Und beim Sensitivity Reading bieten Expert*innen eine spezielle Form des Lektorats an, das ganz genau hinschaut, ob man einer Figur eine klischeehafte Behinderung oder einen stereotypen Migrationshintergrund andichtet oder ob man authentisch über Menschen erzählt.

Eigentlich würde ich Themen oder Menschen, mit denen ich mich gar nicht auskenne, auch nicht in Romanen vorkommen lassen, weil ich vermutlich unauthentisch werde. Aber ok, sich etwas gegenlesen lassen ist ja eine bewährte Praxis. Jetzt würde mich interessieren, ob Pickert das genutzt hat, oder ob er einfach nur Werbung dafür macht.

Auch wenn es einige (noch) für übertrieben oder gar einen “semantischen Putzfimmel” halten: Am Ende geht es darum, besser zu erzählen.

Jaaaa, okeee. Wenn man über einen hochsensibelen Kriminalkommissar authentisch schreiben will, also so, dass die echten Kommissare und Hochsensibelen darüber weder lachen noch weinen, muss man sich schon Mühe geben. Also mit beiden Gruppen reden und so. Oder, man schreibt halt über das, was man kennt.

Es geht darum, nicht zum viermillionsten Mal Klischees über Autismus aufzuwärmen oder über schwule Männer in affektierten und oberflächlichen Stereotypen zu schreiben,

Davon abgesehen, dass Autismusklischees und Schwulenstereotypen nerven, und davon abgesehen, dass es etwas dämlich ist, Autisten* und Schwule* nur deshalb in die Geschichte einzubauen, um diese Klischees bedienen zu können – worin besteht das Problem, die Klischees einfach wegzulassen?  Wenn man dann nichts wichtiges oder interessantes mehr über die schwule oder autistische Figur mehr zu sagen hat, dann ist diese Figur weder wichtig noch interessant. Und man lässt sie einfach auch weg, oder denkt sich interessante oder wichtige Eigenschaften für sie aus.

 Damit Kinder aus Asien nicht “immer gut in Mathe sind” und “alle gleich aussehen”. Damit Frauen in Büchern nicht länger “viel essen, aber niemals zunehmen”.

Ja, das ist weiterhin das Niveau an Vorurteilen, die es zu überwinden gilt. Irgendwie ist die Idee, dass alle Schwulen woke Allys sind, ja auch ein Vorurteil, aber ein weniger stumpfes, weil dabei nicht einfach eine anekdotische Erscheinung verallgemeinert wird, sondern da es ja die zumindest nicht unplausible Annahme gibt, dass Schwule im Eigeninteresse sich mit dem Feminismus gegen den gemeinsamen Feind verbünden. (Andererseits ist der „Feind“ nicht so gemeinsam wie gedacht.)

Das klappt ganz sicher nicht immer.

Die ganz platten Klischees kriegt man weg. Sachen wie „schwule Allys“ oder alles aus dem „Wham“-Spektrum, wenn man sowas glaubt, sind evt. schon trickiger. Allerdings kommt man da schon in den Bereich, wo auch die werte Leserschaft mal mitdenken sollte, weil ein Figur, die bspw. schwul und Feminist ist, nicht in dem Maße das Vorurteil „alle Schwulen sind Feministen“ bedient, wie meinetwegen eine Busladung voller affektierter Schwule, das „alle Schwulen sind affektiert“-Klischee. Ein unheilvolles Problem ergibt sich aber für Pickert selbst, nämlich dass in seinem Umfeld einige ihm die aller-abwegigstens Vorurteile zum Vorwurf machen. „Dein Schwede isst Fleisch! Soll das etwa heißen, dass es keine vegetarischen Schweden gibt?“ Armer Pickert.

Letztendlich werde ich mich nie ganz der Versuchung bzw. des Automatismus entledigen können, klischeehaft, stereotyp und diskriminierend zu schreiben.

Ja, zum Beispiel hat er Stereotypen über Autoren rausgehauen, die „immer“ versuchten, Care-Arbeit zu verunsichtbaren und Schwarze als „andere“ zu främen. Wenn er seine Vorurteile aber mal überwindet, hätte er vermutlich gar nichts mehr zu schreiben. Ein Teufelskreis. Wobei er nicht der einzige Feminist ist, der klischeehaft, stereotyp und diskriminierend schreibt, Anatol Stefanowitsch hält es zum Beispiel für witzig, Pippi Langstrumpf als

böse gesagt geht es um ein hyperaktives Kind, das unfähig ist, sich zu konzentrieren oder produktiv in soziale Zusammenhänge einzubringen

zu umschreiben. Weil es natürlich die Pflicht von Kindern ist, produktiv zu sein, und jemanden „hyperaktiv“ zu nennen, ist „böse“. Nein zu beiden. Aber offenbar bedient er sich Stereotypen, um fiktive Figuren zu krisieren, ohne Rücksicht auf reale Opfer von Vorurteilen.

Aber ich hab Lust, es zu versuchen. Mal sehen, wie sich das dann liest.

Wahrscheinlich hat er dann darin nur noch Klischees und Vorurteile über Cis-Heteros. Ja, das klingt wie ein pickertfeindliches Vorurteil, aber nach diversen Texten seinerseits, in denen er Klischees und Vorurteile  hauptsächlich über Cis-Heteros raushaut, ist das empirisch schon fundiert. Ach, und oben im Text habe ich eine Redensart aus dem Bereich des Militärs verwendet. Möglicherweise bedient das das „Maskulisten sind gewaltverheerlichend(sic)“-Klischee.

*Autismus betrifft mehr Aspekte als bloß die Sexualität, daher gibt es mehrere Merkmale von Autismus, die tatsächlich Teil der Definition sind und daher kein Klischee. Andererseits ist es aber auch so, dass ein individueller Autist nicht alle Merkmale des kompletten Autismus-Spektrums aufweist. Weil das so ist, ist ein autistischer Haupt- oder Nebencharakter also trotzdem nicht notwendigerweise dadurch charakterisiert, dass man die Eigenschaften aus dem Wikiartikel einfach abkupfert. Andererseits ist ein Autor, der bereit ist, sich über Autismus zu informieren, schon über das reine Reproduzieren von Vorurteilen hinaus. Dennoch haben Autisten im richtigen Leben Charaktereigenschaften, die nicht vom Autismus ableitbar sind, und reale Schwule haben noch andere Charaktereigenschaften außer „Steht auf Männer“.

2 Gedanken zu “Natürlich kann man es besser machen

  1. Mir fällt dazu ein Terry Gilliam zugeschriebenes Zitat ein (aus dem Kopf): „Ich würde gerne mit woken Menschen diskutieren, und die erste Frage, die ich stellen möchte, ist: ‚Könnt ihr mir einen guten woken Witz erzählen?‘ Danach suche ich nämlich schon lange.“
    Vielleicht schafft Pickert das ja; ein woker Witz ist sicher auch in einem Kinderbuch ideal untergebracht.

    Gefällt 1 Person

    1. Das muss anstrengend sein, wenn man eine heitere Geschichte erzählen will und man nur über weiße Männer Witze reißen darf.

      Die Macher von Asterix beklagten, dass es zunehmend schwieriger werde, lustige Geschichten zu schreiben…

      Gefällt 1 Person

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