Ja, neee

Ok, wer meckert, soll’s besser machen.

Also z.B. pinkstinks.

Aber naja.

(Ich weiß übrigens nicht, ob man Bilder genauso zitieren darf wie Texte, daher beschreibe ich sie; ansonsten s. Link)

Vorher: Nackte Frau mit Jagdgewehr mit Wärmebild-Zielfernrohr. Für Wärmebild-Zielfernrohre.

Nachher: Mona Lisa in Wärmebildoptik, man sieht das Wild im Hintergrund.

Das Wild ist extrem riesig – die Bogenbrücke als Vergleich zum Fuchs ist bestimmt über 2 m hoch, weil ein solcher Bogen üblicherweise Spannweiten von 4 m+ haben. Der Fuchs, der eine Flussbiegung weiter hinten ist, ist demnach über drei Meter hoch. Reicht da noch ein Jagdgewehr, oder sollte man besser eine Panzerfaust mitbringen? Außerdem, wenn die Kamera die Wärme der Tiere durch Fell und Gefieder sehen kann – auf welche Entfernung auch immer – warum ist dann die Brust der Mona Lisa so dunkel? So gut kann die Bluse ja wohl nicht isolieren.

Vorher: Halbnackte Frau trinkt Ketschup pur und verschmiert die Hälfte.

Nachher: Schlechtes Deutsch wie „Hier gehts um die [Wurstbild]“ oder „Alles andere is nur Wurst“. Es gibt Stellen, wo Apostrophe richtig sind. Aber an die Art Mensch, die man vom Betrachten halbnackter Frauen abbringen will, ist Orthographie ja eh‘ vergeutet, woll?

Vorher: Die Waschanlage bei Hamburg Hannover.

Nachher: Der Spruch „Umwelten besser, als Du denkst.“ Ok, Wortspiel oder Schreibfehler? Ich bin misstrauisch. Aber gut, der Umweltschutzeffekt ist besser rausgestellt.

Vorher: 3/4-Nackte Frau mit Pink-Power-Powerschaum.

Nachher: „Grüner wird’s nicht.“ Bei einem grünen Auto. Weil das buchstäbliches Grün ist und kein ökologisches. Wenn das Auto pink wäre, wie das Produkt, wäre das vllt. assoziativer, aber was will man schon erwarten auf einer Seite, die nach ihrer Abneigung gegenüber pink ist?

Vorher: Nackte Frau im LKW.

Nachher: Dieses Kirmes-Greifarm-Spiel. Okeee? Einfach nur: okeee.

Vorher: „Wir lieben geile Kurven“ bei einem Motorrad.

Nachher: „Laut, sexy, wild und die Liebe Deines Lebens“ bei einem Motorrad. Oder: „Unsere Definition von scharfer Kurve“, weil Gleichsetzungen von Frauen, Motorräder und Straßen ja total ok und witzig sind, solange das Wort „geil“ nicht erwähnt wird. „Geil“ ist böse.

Übrigens: Wir haben uns lange überlegt, ob wir die Firmen direkt mit den Verbesserungsvorschlägen kontaktieren, und sicher hätten die Agenturen/Kreativen nichts dagegen, diese zu spenden.

Hey, Cancel-Culture ist doch nichts weiter als die Reichweitenverstärkung der Gecancelten. Also ist Anti-Werbung mehr Pro-Werbung als die eigentliche Pro-Werbung. Also müsstet Ihr eigentlich Geld dafür kriegen, dass Ihr die bisherige Werbung kritisiert, nicht dafür, dass Ihr neue entwickeln lasst.

Aber löst das wirklich das Problem?

Nachdem Ihr Euch das Problem überhaupt erst ausgedacht habt, wäre es zu viel verlangt, dass Ihr es auch löst.

Nur, wenn Produzent:innen sexistischer Werbung selbst aktiv werden und etwas verändern wollen, kommen wir voran.

Wer ist „wir“? Sind Zielfernrohre für Waffen irgendwie besser als nackte Frauen? „Junge, kuckst Du etwa nackte Frauen an?“ – „Nein, nur die geile Knarren!“ – „Dann ist ja gut.“ Ich bin evt. auch nicht Teil der jeweiligen Zielgruppen, insofern hat es nichts zu sagen, wenn ich weder die Vorher- noch die Nachher-Bilder besonders toll finde, aber die erwarten doch einen Erziehungseffekt bei der Zielgruppe, oder?

Also haben wir uns entschieden, sie nach Hamburg einzuladen, um gemeinsam mit ihnen in einem neuen Workshop neue Motive zu erstellen.

Statt Hannover. Im Bro-Code gibt es drei Regeln zum Thema „Orientierung“.

  1. Ein richtiger Mann fragt nie nach dem Weg, es sei denn, er fragt eine heiße Braut.
  2. Wenn die Braut sehr heiß ist, darf ersie auch dann nach dem Weg fragen, wenn sie nicht danach aussieht, als ob sie ihn wüsste.
  3. Wenn die Braut extrem heiß ist, ist es gestattet, sie nach dem Weg zu fragen, wenn man ihn tatsächlich schon weiß.

Aber das ist natürlich sexistische Kackscheiße für Männer, richtige Feministinnen wissen immer, wo es lang geht.

Ein Gedanke zu “Ja, neee

  1. Zum Bro-Code fällt mir noch eine Werbung aus der Zeit ein, als GPS noch nur in Luxuslimousinen verbaut war. Text: „Sie müssen nie wieder nach dem Weg fragen. Außer, wenn Sie es wollen.“ Zufällig stand auf dem zugehörigen Foto ein relativ hübsches Model am Straßenrand neben der beworbenen Luxuskarosse.
    Daraus und aus der Vermutung, dass Frauen, insbesondere bei Pinkstinks, immer wissen, wo es langgeht, folgt, dass GPS eine feministische Verschwörung ist, um Kontaktaufnahmen zwischen den Geschlechtern zu reduzieren…

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