Schmuddelchef-Redakteur Reichelt suspendiert

Was hat die BILD-Zeitung nur gegen Skandale?

Ich bin zu dem Eindruck gekommen, dass man für den Posten des Schmuddelchef-Redakteurs (aka BILD-Chefredakteur (m/w/d)) einerseits in Hinblick auf journalistisches Berufsethos und allgemeine Anständigkeit sehr biegsam sein muss, andererseits einen selbstgerechten und sehr steifen Moralismus an den Tag zu legen hat, um quasi alle anderen als irgendwie böse, korrupt oder sonstwie verdorben främen zu können. Diese Ethik-Akrobatik fordert einem Menschen natürlich alles ab, wird aber deshalb auch sehr, sehr gut bezahlt.

Ungeachtet dessen, wie zutreffend die Vorwürfe sind, ist hier ein grundsätzlicher Unterschied zu Mockridge, dass es dem Arbeitgeber (SAT.1 bzw. BILD) natürlich mehr angeht, wie ein Arbeitnehmer, freier Mitarbeiter oder semi-göttliches Wesen, dass die Redaktion schon durch ihre schiere Anwesenheit beglückt und beflügelt (aka BILD-Chefredakteur (m/w/d)) quasi zwar in seiner Freizeit möglicherweise ein Ekel ist, Kolleginnen und Kollegen vor und nach Feierabend aber stets korrekt und anständig behandelt, oder aber, ob ein Individuum in einem Arbeitsverhältnis andere Individuen beim selben Arbeitgeber anscheinend inkorrekt und unanständig behandelt, und diese mit mehr als der bloßen Anwesenheit beglückt. (Und wenn jetzt jemand meint, Praktikantin #159 habe sich ja freiwillig und einvernehmlich hochgeschlafen – das wäre aber trotzdem unfair gegenüber Praktikantinnen #158 und #160).

Als Arbeitgeber hat man ja eine gewisse Verandwoatunk gegenüber den Arbeitnehmern, oder wie die Rechtschreibkorrektur bei BILD das Wort schreibt.

Insofern finde ich es gut, wenn BILD tatsächlich selbst Opfer eines Skandals wird, selbst wenn die „Kampagne“ noch gar nicht richtig ins Rollen kam. Weil: keine Ahnung, was Ippen da ritt…

Wobei natürlich die Möglichkeit besteht, dass Reichelt gar nicht der sexuell übergriffige Chef ist, als der er dargestellt wird; er sollte eigentlich jede dt. Medienanwaltskanzlei kennen, die Menschen gegen unzutreffende, hetzerische oder sonstwie schlechte Presse verteidigen. Andererseits kennt er die bisher alle nur als Gegner…

Aus rein unterhaltungsorientierten Gründen hätte ich gerne gesehen, wie BILD ihn behalten hätte und dann mit schlechter Presse umgegangen wäre. Aber NEIN… Feiglinge!

Ein Gedanke zu “Schmuddelchef-Redakteur Reichelt suspendiert

  1. Ippen mag verschwörungstheoretisch auf den „Streisand-Effekt“ gebaut haben.
    Auf die Art hat er Reichelt nicht ans Bein gepinkelt und kann ihn in ein, zwei Jahren als Redaktionslaufbursche einstellen, aber sorgte vor allem für miese Presse bei der Konkurrenz.
    SEINE unbestechlichen Redakteure dagegen werden gefeiert und folglich ihre Artikel (und bald auch wieder die Zeitungen, in denen sie schreiben) gekauft.

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