DUNE

Endlich bin ich drin gewesen!

Es war so gut!

Oscar Isaak wird jetzt getypcastet, oder wie das heißt. In Star Wars spielt er einen Piloten, der früher einmal Spice-Schmuggler war. Jetzt spielt er den imperial beauftragen Ober-Spice-Exporteur, komplett mit Brief und Siegel, der eigentlich viel lieber Pilot geworden wäre. Immerhin kann sich Leto dahingehend verwirklichen, dass er selbst seine Ornithopter fliegt. Die teilweise irritierenderweise „Schiffe“ genannt werden. Gleiches gilt für die Erntemaschinen, die „Harvester“ heißen. Aber zum Glück wenigstens nicht „Mähdrescher“, wie in der einen Sprachausgabe von dem einen Spiel. Die Thopter oder Ornis sehen richtig cool aus. Kein wunder, dass man da lieber Pilot werden will.

Was raus haut, sind die Carryalls. Zwar ist bei denen die englische Bezeichnung Standard im Deutschen, aber in diesem Film sind die eine Kreuzung aus Antischwerkraftplattform und ääh… Gasballon? Selbstaufblasende Gasballons, um genau zu sein. Wenn es irgendwelche Zeppelline wären, die langsam aber zuverlässig arbeiten, aber sowas?

Ansonsten sind Kulissen, Kostüme, Requisite und Spezialeffekte prima. Man kommt – soweit ich das als jemand sagen kann, der die Geschichte schon kennt – auch gut in die Welt von Dune hinein. Viele Dinge werden en passant erklärt, manche hat man noch ausgelassen, die vermutlich in Teil Zwei noch akut werden, und ein paar Sachen, naja.

Dr. Kynes als Frau macht eigentlich wenig Unterschied.

Nur die ganze Geschichte mit dem Verräter wurde praktisch weggelassen. Also ja, er kommt vor, aber da steckt so viel drin, was man sich (ich mir) selbst dann ansehen würde, wenn man weiß, wer es ist. Keine (mit Absicht gestreuten?) Hinweise, dass die Harkonnen einen Verräter bei den Atreiden eingeschleust haben, keine Mutmaßungen, wer das sein könnte, keine Gründe, warum genau DER das nicht sein kann. Und das finde ich sehr schade, weil man anhand dessen viel mehr über die Welt erzählen kann.

Eine Stelle zum Rumnörgeln – wobei das hier vllt. anders aufgelöst wird – im Film wird so getan, als hätte man mit der Terraformung von Arrakis, dem Wüstenplaneten, auch bekannt als Dune, schon kurz nach dessen Entdeckung beginnen wollen, aber die Existenz des Gewürzes, was die Raumfahrt ermöglicht, macht dem ein Ende. Dass man den Zusammenhang zwischen Wüste und Spice-Melange kennt, ist jetzt tatsächlich plausibel, aber in den Büchern hat die Raumfahrergilde schon seit Jahrtausenden ein Monopol auf die Raumfahrt, so dass kein Mensch mehr weiß, wie man vor der Entdeckung von Arrakis interstellare Raumfahrt betrieben hat. Also gibt es keine Kenntnisse von der Entdeckung von Arrakis; so, wie heute niemand mehr weiß, wie die ersten Menschen Amerika besiedelten.

Achso, der Film ist übrigens sehr aktuell. Religiöser Führer und seine Gruppe von fanatischen Guerilla-Kämpfern finanzieren ihren Djihad, Kreuzzug, heiligen Krieg mit Hilfe einer Droge. Der Hauptunterschied zu Afghanistan: alle Geschlechter tragen auf Arrakis Masken. Außerdem sprechen im RL die Taliban eine Variante des Persischen, wohingegen die Fremen eher arabisch sprechen und der Imperator „persisch“ spricht. Nagut, sein Familienname endet nicht auf -i, sondern -o, und er heißt mit Vornamen Shaddam, aber Padishah-Imperator. Das ist per se persisch.

edit: weiterführende Lektüre, falls die Frage aufkommt: Was bedeutet eigentlich „Bene Gesserit“?

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