Das Schlumpfine-Prinzip

Erwecke die innere Schlumpfine auch in DIR.

Nein, warte.

Das hier.

Das Schlumpfine-Prinzip (englisch Smurfette Principle) ist ein Konzept in Film und Fernsehen, das beschreibt, wenn in einer Gruppe von männlichen Hauptcharakteren nur eine weibliche Hauptfigur vorkommt.

Aus pädagogischen Gründen würde ich sagen: „Wenn in einer Gruppe von männlichen Hauptfiguren nur ein weiblicher Charakter vorkommt.“ Aber ja, das ist manchmal wirklich so.

Das Prinzip beschreibt eine männlich-dominierte Geschichte, in der weibliche Charaktere als Ausnahmen von der Regel gesehen werden, die nur in einer Beziehung zu Männern existieren.

Seht Ihr? Keine Übereinstimmung von Genus und Sexus, weil das generisches Femininum bzw. Maskulinum sind.

Der weibliche Charakter kann eine aktive Rolle in der Handlung übernehmen, muss es aber nicht.

Wenn nicht, wieso ist er dann eine „Hauptfigur“? Bzw., wenn ein einziger weiblicher Charakter vorkommt, diese eine Nebenfigur ist und auch das als Schlumpfine-Prinzip gilt, ok, dann stimmt aber die Definition oben nicht.

Oft repräsentiert diese Figur lediglich „alles Weibliche“, und ihr einziger Wesenszug ist, dass sie Frau oder Mädchen ist.

Bei Schlumpfine selbst ist das tatsächlich nicht so, weil sie komplexer ist als bspw. der 08/15-Schlumpf, der Statisten-Schlumpf, Schlumpf #98 oder auch der Schlumpf-Schlumpf. Aber ja, Schlumpfine war tatsächlich das eine weibliche Prozent in Schlumpfhausen…

So sieht man die weiblichen Charaktere oft als Mutterfigur, „Glamour Queen“, als kleine Schwester in rosa Kleidung oder als weiblichen Sidekick.

…bis man weitere weibliche Schlümpfe auftauchten. Weibliche Schlümpfe werden nicht wie „normale“ Schlümpfe vom Storch gebracht, sondern mittels schwarzer Magie aus blauen Lehm erschaffen. Bisschen wie der Golem und – in einigen Storys – Wonder Woman. Hmmm…

 Sie betont, dass sich das Prinzip nicht lediglich in Kinderserien findet und nennt als Beispiele J.J. Abrams Film Super 8 aus dem Jahr (lediglich ein weiblicher Hauptcharakter, gespielt von Elle Fanning)

Okeee, das ist keine Kinderserie, sondern ein Film über eine Gruppe jüngerer Teenager, also ein Alter, win dem Geschlechter häufig unter sich bleiben. Ist jetzt tatsächlich aus der Prämisse heraus erklärbar.

aber auch die Aufstellung der Nachrichtensprecher des US-Nachrichtensenders MSNBC desselben Jahres (eine Frau, Rachel Maddow, unter zahlreichen männlichen Kollegen).

Ok, keine Ausreden. Das ist völlig unrealistisch. Dieser sogenannte „Nachrichtensender“ ist einfach eine schlechte Fernsehserie und sollte abgesetzt werden.

Miss Piggy ist eine ziemliche Diva und duldet keine anderen weiblichen Figuren neben sich. Das Schwein. Dadurch müssen alle weiblichen Personen in ihrem Umfeld sich auf Nebenrollen beschränken. Ist vllt. nicht schön, aber völlig aus dem Setting und dem Charakter erklärlich, also gerechtfertigt.

Ok, aber die ist wenigstens nicht „stereotyp“. Allerdings wird die nicht Prinzessin genannt, weil ihre biologische Mutter eine (Wahl-)Königin war – was keiner weiß – sondern wegen ihres Verhaltens. Rumkommandieren ohne Ende. Und wie viele Hauptpersonen gibt’s bei Star Wars? Zählen die Droiden?

Jaaaa, eine akademisch eher unbelastete Person ist lebenstüchtiger als vier Personen mit Dr.-Titel oder wenigstens Diplom zusammen. Wie frauenfeindlich kann das sein, wenn diese Person eine Frau ist? Und die Stereotypen bei BBT richten sich hauptsächlich gegen Männer.

Ok, kenne ich nur sehr flüchtig, ist aber natürlich sexistisch von denen.

Kinderserie. Der Junge kann sich vllt. besser mit männlichen Spielgefährten identifizieren. Aber ja, aus pädagogischen Gründen muss man sagen: „Böser Junge. Böse! BÖSE!“

Ok, ist tatsächlich eine Kinderserie und so, aber 5 Freunde ist besser.

April, April. April ist der Quotenmensch, Ihr Nichts-Checker! April repräsentiert alle menschlichen Schwächen, wie „muss dauernd gerettet werden“ und „ist ja ganz nett, aber…“

Ja, ok. Das MCU insgesamt bietet zwar mehr Frauen, aber für den Teil ist das unfair. Fünf Personen lernen sich in einem Weltraumgefängnis kennen, und nur EINE davon ist weiblich? Wie soll DAS bitte frauenfeindlich sein?

Ja, das ist sozusagen der harte Kern des MCU. Das seinerseits aus Comics entstanden sind, so dass das Setting im Film nicht unbedingt die freie Entscheidung für genau diese Gruppe war. Aber gut, analysieren wir mal, wieso und warum genau eine Frau unter sechs Hauptpersonen auftaucht. Wie und warum sind genau diese 6 Personen Avenger geworden? Also nicht: „Wieso sind diese Comics entstanden/populär geworden?“, sondern: „Was ist die Geschichte dieser Figuren, und würde die Geschichte in einer Welt, die unserer in fast allem gleichen soll, auch in geschlechtergetauscht funktionieren?“

  • Captain America hat eine experimentelle Droge genommen, die ihn zu einem Supersoldaten machen sollte (hat auch geklappt). Als Soldaten und menschliche Versuchkaninchen nimmt man typischerweise Männer; dass diese Doppelrolle, vor allem in den Vierzigern, von einer Frau ausgefüllt worden wäre, ist eher abwegig…
  • Hulk ist das Ergebnis eines Selbstversuches von Dr. Bruce Banner, zum Supersoldaten zu werden (hat nicht so gut geklappt – haltet Ihr das immer noch für ein „Privileg“, liebe Kinder?), insofern siehe oben
  • Tony Stark ist ursprünglich ein Waffenfabrikant, der in Afghanistan strandete, nachdem etwas militärisch schief ging. Das hätte natürlich auch genausogut einer Frau passieren können. Also fast beinahe genausogut. Dann baut er sich aus Schrott einen körpereigenen Reaktor und einen damit verknüpften Kampfanzug, was ihn zu „Iron Man“ macht. Das „Experimente am eigenen Körper zur Verbesserung der Kampfkraft“-Thema wird einfach nie langweilig. Hallo Green Goblin!
  • Hawkeye ist Soldat (und Familienvater)
  • Thor ist der Thronerbe des abgespaceten Königreiches Asgard; als Frau hätte er tatsächlich denselben Hammer haben können, weil Asgardianer im Allgemeinen und sein Vater im Speziellen nicht sexistisch sind, andererseits ist er ein Wettergott, bzw. ein Außerirdischer, den viele irdische Kulturen für den Wettergott halten, und Wettergottheiten sind meistens männlich, also gibt es einen semihistorischen Grund
  • Black Widow ist Teil eine Gruppe von Assasininnen, die bewusst aus weiblichen Kindern rekrutiert wurden

Von den fünf Avengern, die auf der Erde sozialisiert wurden, haben also vier einen Hintergrund im militärisch-industriellen Bereich. Diese vier sind Männer, weil dergleichen auf der Erde überwiegend von Männern gemacht wird. (Und bei den Black Widows glaube ich immer noch, dass die speziell für männliche Ziele gedacht sind, aber der Aspekt kommt in den Filmen eher gar nicht vor.) Ungeachtet, ob man das wünschenswert oder vorbildlich findet, der fiktive Sachverhalt begründet sich auf der Wirklichkeit. Aber es gibt alle Charas auch in gendergeflippt.

Wenn man sich schon wundert – warum sind so viele Superhelden eigentlich Waisen?

Eleven in Stranger Things (in Staffeln 1–2)

Gilt da nicht dasselbe wie bei Super 8?

Frauen werden eben weniger kriminell. Scheiß-Stereotypen, was?

Eine von DREI Personen. Ach Gottchen, wie schrecklich. Dieses Schlumpfine-Syndrom immer. Fun-fact, Trinity und Orpheus sind offenbar Imitate von Molly Million, und die war ja mit Johnny Mnemonic zusammen, und der sieht bekanntlich aus wie Neo.

Besser als NULL Frauen, oder? Allerdings würden schon Menschen aus dem Mittelalter eher keine Frauen auf gefährliche Expeditionen mitnehmen, und weil bei Tolkiens Zwergen Frauen seltener sind, kommen keine Zwergenfrauen in gefährlichen Situationen vor. Und Bilbo ist ledig. Tja. Begründung aus dem Setting ist ausreichend.

Ok, dafür habe ich jetzt auch keine Erklärung.

„Vanessa will die erste Frau der Männernationalmannschaft sein.“ Da muss sie natürlich früh üben. Außerdem, eine Sportart, die nach Geschlechtern getrennte Mannschaften, Ligen oder wasauchimmer führt? Wer hätte das gedacht?

Ja, es sollten mehr weibliche Figuren in Serien über schlimme Krankheiten bei Jugendlichen vorkommen. Und dann ist ihre Krankheit noch nicht einmal die schlimmste! Frauenpower!

Achja, in Oceans 8 kommt ein Quotenmann vor. Ja, Galadriel und Thorin stehen endlich gemeinsam vor der Kamera, und es geht tolkientypisch um einen Klunker, aber den meine ich nicht mit Quotenmann. Der Quotenmann hat keine Sprechrolle…

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