Elternschaft

Boing

Gab’s inzwischen auch schon bei Schwarzer. Via

Okeeee. Feministinnen sind allgemein pro Choice und contra Wechselmodell. Was damit zu tun hat, dass sie Frauen prinzipiell, grundsätzlich und sowieso für bessere Eltern halten. Wenn eine Schwangere der Ansicht ist, keine gute Mutter werden zu können, ist es also egal, ob der Vater des Kindes da anderer Ansicht ist. Umgekehrt hat eine Mutter, die sich für das bessere Elternteil hält, automatisch recht.

Nun ist es leider schon so, dass manche Väter als Elternteile die reinsten Totalausfälle sind, aber andere sind es nicht, und manche kommen nicht in die Situation, ihre diesbezüglichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, weil: Gruppenschuld.

Die guten Väter und die, die keine Gelegenheit hatten, werden dafür bestraft, das es schleche Väter gibt. Feministinnen würden sich sehr dagegen verwehren, wenn man das mit Müttern machte.

Und diese „Opt-Out“-Idee scheint mir der Versuch zu sein, die schlechten Väter als Verbündete zu gewinnen, um die guten noch mehr unter Druck setzen zu können. Warum sonst sollte man als Feministin und (theoretischer) Mütter-Lobbyistin sonst etwas vorstellen, wovon nur die schlechten Väter etwas hätten?

in der anschließenden Diskussion sorgte eine Fragestellung für Kontroversen, die ich so nicht erwartet hätte: Ob es für Väter (beziehungsweise für die Männer, mit deren Sperma eine Frau schwanger geworden ist) die Möglichkeit eines „Opt-Out“ geben sollte.

Die Formulierung „Männer, mit deren Sperma eine Frau schwanger geworden ist“ soll natürlich Väter unsichtbar machen. Einer Person, die sonst so sehr auf korrekte Formulierungen achtet, kann man nichts anderes unterstellen.

Denn während eine Schwangere nach der Zeugung darüber entscheiden kann, ob sie das Kind austrägt oder nicht, hat der Samenspender diese Möglichkeit nicht, da es nicht sein Körper ist, der schwanger ist.

Bei solchen Diskussionen stelle ich mir nebenbei die Frage, was ist, wenn die Eltern verheiratet sind. Angenommen, sie sind es, sie will aus Gründen kein Kind, die weder medizinisch noch kriminologisch sind, er schon. Darf er sich scheiden lassen? (Ja. Jeder darf sich scheiden lassen.)

Es sei denn, wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft, die die körperliche Selbstbestimmung von Frauen durch Gesetze und Machtverhältnisse unterbindet.

In einer patriarchalen Gesellschaft könnte man Männer nicht auf Unterhalt verklagen. Oder höchstens, wenn man selbst ein Mann ist. Außerdem würde man Frauen zwangsverpflichten und keine Männer. Aber gut, das Argument, dass eine gewisse Asymmetrie auftritt, ist ja berechtigt. Wie wird das in feministischen Kreisen diskutiert?

Wenn wir uns jetzt aber einig sind, dass das nicht geht und dass auch eine schwangere Person jederzeit über ihren Körper selbst bestimmen darf (und das waren wir in Mainz)

Also auch im neunten Monat? Gilt das im übrigen nur in der Abtreibungsfrage oder auch in Hinblick auf Drogen? Hoffentlich werden bald künstliche Uteri erfunden, dann ist das Problem gelöst.

bedeutet das eine Ungleichheit zwischen den beiden Zeugenden: die Frau kann das Kind austragen oder nicht, der Mann muss ihre Entscheidung akzeptieren.

In den richtig patriarchalen Gesellschaften kann man das Kind auch noch postnatal abtreiben lassen. Straffrei bis zum vollendeten ersten Lebensjahr.

Wie ich an anderer Stelle schrieb, ist die Erfindung des heteronormativen Paares die klassisch-patriarchale Antwort: Jeder Frau wird genau ein Mann zu geordnet.

Wohingegen im Matriarchat die Frauen alles selber machen?

Historisch ist das der Ehemann der Schwangeren, heutzutage ist das der Samenspender (beides muss ja nicht dieselbe Person sein).

Ja, was das betrifft – wird vom Ehemann der Schwangeren nicht mehr erwartet, für ihre Kinder zu sorgen? Falls doch, gibt es sogar zwei Männer, die zur Schwangerschaft/Abtreibung eine Meinung haben könnten.

Ich plädiere dafür, dass nicht nur die Schwangere, sondern auch der Samenspender die Möglichkeit haben sollte, vom Projekt „Kindhaben“ zurückzutreten.

Wie genau kann während der Schwangerschaft festgestellt werden, wer der Samenspender ist? Wenn mehrere in Frage kämen, wird dann abgestimmt? Ich habe Fragen.

Wählt er den Opt-Out, ist er raus, muss sich um nichts kümmern, keinen Unterhalt bezahlen und so weiter.

Bei aller Unterstützung für Männeranliegen, und aller Sympathie, Männer sind keine Heiligen und DAS wird in extrem kurzer Zeit auch postnatal gefordert werden. Weil es sonst eine Ungleichbehandlung wäre. Und es gibt auch keinen realen Grund, warum ein Mann während der Schwangerschaft der Frau von seinen vaterpflichten zurücktreten kann, später aber nicht (Müttern würde man dieses Recht natürlich auch zugestehen…)

Das kann natürlich nicht bedeuten, dass die Frau allein für das Kind aufkommen muss, aber diesen Part würde dann eben jemand anderes übernehmen

Es würde sehr viele Fälle von Frauen geben, die ihre Entscheidung pro oder contra Kind von der des Vaters abhängig machen werden. Bei solchen Rechtsverhältnissen auch verständlicherweise.

entweder ein freiwilliges Elternteil (im Fall von lesbischen Paaren eine wichtige Möglichkeit), oder die Gesellschaft als ganze, die für finanziellen Unterhalt und Infrastruktur oder andere Hilfen aufkommt.

Dann kann die Gesellschaft der Mutter das Kind auch nach der Geburt wegnehmen? Wäre ja die Konsequenz.

Ich war überrascht, dass doch von zahlreichen Diskutant_innen vehementer Widerspruch gegen dieses Modell kam.

Ich nicht. Hey, nennt mich Frauenversteher!

Sie bestanden darauf, dass der Samenspender die Verantwortung nicht ablehnen dürfe.

Natürlich taten sie das. Dafür, dass Schrupp eine Feministin ist, kennt sie ihre Leute aber schlecht.

Mein Argument mit der Ungerechtigkeit, die darin liege, dass er – anders als die Schwangere – nach einer erfolgten Zeugung keine Entscheidungsmöglichkeit mehr hat, sei nicht stichhaltig, denn mit dem Vollzug eines ungeschützten Geschlechtsverkehrs habe er implizit in die Vaterschaft eingewilligt.

Konkludentes Verhalten, oder wie das Ding heißt. Stealthing – oder wie das Vortäuschen von Verhütung heißt – von Seiten der Frau wäre da übrigens auch ein Argument, aber hey, Schrupp wird tatsächlich mit Doppelmoral konfrontiert. Bzw., es fällt Ihr tatsächlich auf.

Mich überzeugt das nicht wirklich, denn dieses Argument ließe sich auch Frauen, die abtreiben, entgegen halten.

Ja, nä?

Außerdem würde ich die Opt-Out-Möglichkeit auch auf die schwangeren Frauen ausweiten: Sie müssten ebenfalls die Möglichkeit haben, aus der Beziehung zu dem Samenspender auszusteigen

Jetzt generell, oder wenn sie anderweitig verheiratet ist? Woher weiß sie im Einzelfall eigentlich so genau, wer der Vater ist? Partnerschaftliche Treue, auch ohne Trauschein, ist doch nur heteronormative Monogamie-Scheiße.

Vaterschaft setzt meiner Ansicht nach nicht nur eine Spermaspende, sondern auch die Einwilligung der Schwangeren voraus, mit dem Samenspender eine Beziehung haben zu wollen.

Wechselmodell? Also ja, vom Prinzip her ist die Ehe tatsächlich dafür da, Kinder großzuziehen, oder jedenfalls die stabile Paarbeziehung. Aber was ist, wenn ein Mann gerne Vater ist und Unterhalt und Kinderbetreuung und Erziehungsarbeit gerne übernehmen will, aber keine Beziehung mit der Mutter? Also z.B. nach der Scheidung?

Denn das ist im Fall gemeinsamer Elternschaft ja unvermeidbar.

Wieso? Entweder, sie hat sich das heteronormative Dingsbums zu sehr verinnerlicht, um sich andere Konzepte vorzustellen, wie das Wechselmodell, oder aber, sie will einfach nicht, dass Mütter die Kontrolle über ihre Kinder mit irgendwelchen“Samenspendern“ teilen könnten. Angenommen, der Staat übernimmt die Vaterrolle, dann hätte die Mutter ja auch keine Bezieung mit dem Staat.

Positiv und für alle Beteiligten (speziell auch das Kind) fruchtbar wird eine gemeinsame Elternschaft nur verlaufen, wenn alle Beteiligten sich freiwillig und mit guten Absichten dafür entscheiden

Die Kinder! Denkt vllt. jemand mal an die Kinder?! Dass es für Kinder besser ist, Kontakt, und zwar möglichst guten Kontakt zu beiden Eltern zu haben, ist ja ein schöner Gedanke, aber dafür ist es nicht nötig, dass die Eltern eine Beziehung führen. Und wenn ich richtig arschig bin, sind die Eltern fürs Kind da, nicht zur eigenen Selbstverwirklichung.

Männer, die Väter werden wollen, müssen dafür eben eine vertrauensvolle Beziehung zu einer Frau aufbauen, die freiwillig darin einwilligt, mit ihnen die Elternschaft zu teilen.

Frauen, die Mütter werden wollen, müssen natürlich keine Vorleistungen erbringen, um sich zu qualifizieren. Das hieße sonst nämlich, dass Frauen nicht von alleine qualifiziert wären.

Und Frauen, die einen Vater für ihr Kind haben wollen, müssen dafür eben eine vertrauensvolle Beziehung zu einem Mann aufbauen, der freiwillig darin einwilligt, die Elternschaft mit ihnen zu teilen.

Wie gesagt: Nicht „Frauen, die Mütter werden wollen“. „Frauen, die einen Vater für ihr Kind wollen“. So eine Denke verhindert natürlich weiterhin das Wechselmodell als Standardfall.

Ist eine solche vertrauensvolle und auf völliger Freiwilligkeit basierende Beziehung

Eltern sind für ihre Kinder da. Freiwilligkeit hört bei solch grundlegenden Pflichten auf.

Und wir als Gesellschaft sollten für diese Fälle Alternativen bereitstellen.

Wechselmodell. Oder das Modell, bei dem der Vater und seine Frau das Kind großziehen. Oder sein Mann, um von der Heteroa-Schiene wegzukommen.

Ein Gedanke zu “Elternschaft

  1. Denk mal an die Kinder? Die Schrupp? Die scheißt auf Kinder, für die zählen allein die Interessen der Frau, der sich die Kinder anzupassen haben, Schrupp herself:
    Stattdessen müssen wir sagen: Du kannst abtreiben, das ist nicht sozial stigmatisiert. Du kannst auch das Kind bekommen und allein oder mit anderen Leuten großziehen. Es gibt dafür gesellschaftliche Unterstützung, du stürzt dadurch nicht in Armut. Oder du kannst das Kind zur Adoption freigeben, und auch dann erfolgt keine Stigmatisierung. Eine Frau soll keinen Mann brauchen müssen, um ein Kind zu gebären.

    Ansonsten ist die Gewährung so einer Opt-Out-Möglichkeit nur ein kleiner Schritt, das Matriarchat einzuführen:

    Endsieg des Feminismus‘: Das Band zwischen Vater und Kind zerreißen

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