Ja, Sorry: Nein.

Irgendwie ist Ironie nicht das Ding von Nils Pickert.

Im Link macht er sich standardmäßig über JJL lustig. Ok. Weil der sich nicht so richtig gut entschuldigen könnte. Nagut. Dazu wird ein Videobeitrag von Liefers verlinkt. Meine naive Erwartung wäre gewesen, dass dahinter ein halbherziger oder gar ironischer Entschuldigungsbeitrag läge. Irgendwo zwischen „Sorry, dass ich nicht noch sarkastischer war!“ und tränenreicher „Beichte“. Nö, ist offenbar der ursprüngliche #allesdichtmachen Film. Ähhh, ja. Besser gar nicht entschuldigen als unaufrichtig, oder?

Ich möchte mich vorab bei Ihnen entschuldigen, dass mir diese Kolumne nicht leidtut. Oder halt, doch nicht.

Ok, das ist jetzt Pickert beim Versuch, ironisch zu sein. Hoffentlich bricht er sich nichts. Sich im Voraus zu entschuldigen, ist sicher eine Parodie auf Leute, die ihre Sätze mit: „Ich will ja niemanden zu nahe treten, aber… “ anfangen. Hat aber nichts mit JJL zu tun oder der Dichtmacher-Bewegung im Allgemeinen, weil die, soweit ich das nachvollziehen kann, keine derartigen Ausreden oder Höflichkeitsfloskeln verwendet haben, und weil zumindest einige von denen anderen zu nahe treten wollten.

Falls ich mit den folgenden Sätzen Ihre Gefühle verletzen sollte, bin ich natürlich untröstlich.

Die Ironie hier soll wohl sein, dass niemand Pickert trösten wollen würde. Eigentlich käme jetzt eine Triggerwarnung, aber dann würde Pickert sich ja über Triggerwarnungen lustig machen.

Ich könnte es weder mit der Vaterlandsliebe, die ich nicht empfinde, noch mit meinem Glauben an einen nichtvorhandenen Gott vereinbaren, einen weniger großartigen Text zu schreiben.

Ja, das klingt super intellektuell und aufgeklärt und so, aber solange er seine Basisgrundannahme, die das Fundament all seiner Gedankengebäude erdet, nicht in Frage stellt, nämlich die allgegenwärtige Präsenz des allumfassenden Patriarchats, muss man sich um seine weitere Tätigkeit keine Sorgen machen. Wenigstens ist das gratis lesbar. Mein unerschütterlicher Glaube in die alleinseligmachende Regelung des Marktes durch den Markt und im Markt verbietet es mir, dafür eine Bezahlschranke zu durchbrechen.

Für manche Dinge wie beispielsweise den Tod von 290 Zivilisten sollte man einfach nicht um Verzeihung bitten, egal was die Fakten sagen.

Ja, die Ironie hier ist, dass Pickert nicht die Schuld an dem Tod von diesen 290 Zivilisten trägt. Die Fakten sagen das. Aber weil das egal ist, sollte Pickert sich jetzt eigentlich trotzdem sofort für den Tod dieser 290 Zivilisten entschuldigen. (Ok, er macht das jetzt aus Satiregründen: die Entschuldigung verweigern, obwohl er selbst sagt, dass er sich dessenungeachtet entschuldigen muss. Trotzdem finde ich, dass 290 Zivilisten auch für die unbegrenzten Möglichkeiten von Satire eine Rote Linie darstellen. Bei 100 oder 200 toten Zivilisten kann man das mal machen, aber bei 290 hört der Spaß auf.)

Und wie drückte es John Wayne schon vor Jahrzehnten so schön aus: „Entschuldigen Sie sich niemals, Mister, es ist ein Zeichen von Schwäche.“

Das ist nicht John Wayne. Das ist eine Rolle, die von John Wayne gespielt wird. Ironie ist kluges Dummstellen, aber entweder, Pickert übertreibt hier maßlos, oder…

Deshalb habe ich Ihnen nicht nur in aller Kürze ein paar der klassischen Zutaten einer Nichtentschuldigung zusammengestellt,

Sich einfach nicht entschuldigen ist technisch gesehen eine „Nicht-Entschuldigung“, aber dazu braucht man keine „Zutaten“. Entschuldigungen haben i.d.R. einen der folgenden Gründe:

  1. sozialer Schmierstoff („Entschuldigen Sie die Störung…“)
  2. Reue, Bedauern oder sonstwie das Gefühl oder der Gedanke, eine bestimmte Aktion wäre nicht so gut wie gedacht
  3. Kompromissbereitschaft (man würde den Streit eigentlich weiter führen, aber aus anderen Gründen hört man auf)
  4. Zwang (um finanzielle, ideelle, politische oder sonstige Ziele zu erreichen formuliert man eine Entschuldigung, ohne Reue, Kompromissbereitschaft, Höflichkeit oder sonstwas hat)

Es liegt in der Natur der Sache, dass manche Bitten um Entschuldigung floskelhafter klingen und manche überzeugender.

Nur, wenn sich jemand wie JJL bis dato gar nicht entschuldigt, nicht ehrlich, nicht ironisch, nicht floskelhaft oder mit wenig Überzeugungskraft, sondern GAR NICHT, dann trifft halt nichts davon auf ihn zu. (Das mag man doof finden, insbesondere, wenn man die Aktion für auf multible Art und Weise schlecht findet, ändert aber nichts an der Beobachtung.)

sondern belästige Sie ganz ungeniert im restlichen Verlauf des Textes mit der Tatsache, dass vor allem Männer sich nicht entschuldigen können.

Nils Pickert, meine Damen und Herren. Master of anektdotische Evidenz. Die Tatsache, dass ein Mann sich mal schlecht, wenig überzeugend, mit erbärmlich unpassender Mimik, Gestik und Körpersprache und recht lieblos zusammengestückelten Satzbausteinen entschuldigt, beweist nur, dass dieser Mann sich nicht entschuldigen kann. Oder jedenfalls nicht, wenn er es nicht ernst meint. Es beweist nicht, dass sich ALLE Männer nicht entschuldigen können. Jetzt ist JJL allerdings Schauspieler, der also zumindest überzeugend so tun könnte, ehrliches Bedauern, Reue oder selbstzerfleischenden Selbsthass zu empfinden. Was die ganze Beweiskraft dieser evidenten Anekdote umso mehr vernichtet. Und drittens will er offensichtlich nicht. Noch nicht einmal so tun. Also ist nicht einmal für JJL selbst bewiesen, dass er sich nicht entschuldigen kann.

Ja, genau: Obwohl Frauen sich durchaus der gleichen Mittel bedienen, spreche ich hier von der Manpology und damit von der Frage, warum Männer in ungleich größerer Zahl anscheinend nicht in der Lage sind, sich angemessen zu entschuldigen.

Der Link ist keine repräsentative Statistik. Weiterhin wäre die Frage wichtig, aus welchen Grund sich Männer bzw. Frauen entschuldigen – Höflichkeit, Reue, Kompromiss oder Zwang. Drittens würde ich mich interessieren, aus welchen Anlass Leute um Entschuldigung bitten. Viertens, um auf JJL zurückzukommen, bei wem.

Tut mir ja leid, wenn Sie solche Sensibelchen sind, dass Sie diese Wahrheit nicht verkraften.

Wenn’s die Wahrheit ist, wo ist dann der Beleg?

Womöglich haben Sie mit Ihrem Verhalten selber auch zu diesem Text beigetragen, haben Sie daran schon mal gedacht?!

Ja, aber nein. Für die paar Fehler, die ich mache, entschuldige ich mich. Sorry dafür.

Immerhin tut mir das hier mehr weh als Ihnen.

Ja, schmerzbefreit, wie er ist, bezweifle ich das. Aber er hält sich ja für besonders empathisch, vllt. denkt er, dass seine Gefühle Schmerz sind?

 Ach ja: Frauen bitten viel häufiger um Entschuldigung.

Ja, in der Studie steht, dass sie geringere Schwellen für „offensive behavior“ hätten als Männer. Das ist vermutlich auch noch kulturabhängig. Aber hey, Studie. Wie viel häufiger ist viel häufiger? Egal.

Sie tun es, weil man Ihnen beigebracht und mit ihrem Geschlecht identifiziert hat, sich um die Gefühle und das Wohlergehen anderer sehr viel mehr zu kümmern als Männer.

Auch Frauen tun das nicht, wenn sie jemanden verletzen wollten und/oder der Ansicht sind, dass ihr Verhalten gerechtfertigt ist. Und das ist nicht ganz dasselbe, was die Studie sagt. Aber hey: Studie!

Sie werden dafür verantwortlich gemacht, den sozialen Frieden wiederherzustellen und dafür sehr hart mit sich selbst ins Gericht zu gehen.

Dafür müssen sie weniger in den Krieg. Mein Bedauern für sie ist jetzt leider nicht so hoch, wie Pickert sich das wohl erhofft hat.

Männer hingegen werden nicht nur dazu angehalten, „unapologetic“ aufzutreten, damit sie geradlinig, kompromisslos und führungsstark wirken, sie bewerten einfach auch ganz grundsätzlich weniger Situationen als entschuldigungswürdig.

Okee. Wenn Männer – „als ganzes“, „wegen Erziehung“ oder „weil die Gesellschaft das erwartet“ – sich eher selten oder nur für eher ernste Sachen entschuldigen, und Frauen – „als ganzes“, „wegen Erziehung“ oder „weil die Gesellschaft das erwartet“ – häufiger bzw. für harmlosere Sachen (und das hat jetzt gar nichts mehr mit Liefers zu tun), warum sollte die Konsequenz sein, dass sich Männer so häufig entschuldigen wie Frauen? Warum sollten sich Frauen nicht einfach seltener entschuldigen? Oder allgemein: wieso kommt Pickert auf die Idee, dass Männer das falsch machten, Frauen aber richtig?

Es ist also eine Mischung aus „Echte Männer entschuldigen sich nicht“ (Buchtitel des Schauspielers Jim Belushi, danke dafür)

Das – oh Wunder – ist tatsächlich das Werk des Schauspielers und keiner Rolle und außerdem ein Ratgeber und kein Roman. Und hey, ich kenne Jim Belushi. Inwieweit ausgerechnet Schauspieler besonders gut in Fragen des Lebens Rat erteilen können, weiß zwar nicht, aber Belushi hat vllt. mehr Expertise im Frauen kennen lernen als Liefers in Epidemiologie, oder wie das heißt.

und „So eine Pillepalle muss einem wirklich nicht leidtun“.

Jaaaaa. Das ist dann noch die andere Frage: wieviel Absicht steckt jeweils dahinter?

Sexismus zum Beispiel. Der entsteht ja bekanntlich, wie schon der Landesparteiobmann der SPÖ, Georg Dornauer, wusste, „beim Empfänger“.

Achwas? Ja, der Empänger ist ja ein Mann, wie nicht nur Pickert immer erklärt, denn Frauen sind beim Maskulinum nie gemeint oder mitgemeint. Ergo sprach er hier von Sexismus gegen Männer. Und wenn jetzt einer sagt, dass es solchen Sexismus ja nicht gäbe, ja eben, er entsteht doch nur im Kopf der Empfänger. Also das, was Feministinnen und Pickert die ganze Zeit erzählen. Wieso sich entschuldigen, wenn man ihnen Recht gibt?

Oder auch die ignorante Überheblichkeit, mit der sich der Schauspieler Jan Josef Liefers zu einer angetäuscht satirischen und dann doch nur zynisch-peinlichen Mediengeneralschelte verstiegen hat

Ja, zum Glück ist Männergeneralschelte nie zynisch oder peinlich. Jedenfalls, solange sie nicht

in makellosen Eigentumswohnungen

gedreht wird.

Wenn-dann-Manpology aus dem Drehbuch. Wenn das jemand falsch verstanden haben sollte, dann tut es ihm leid.

Wann hat er das gesagt? Wem hat er das gesagt? Liefers als Beispiel für jemanden, der sich nur mit leeren Floskeln entschuldigt, wäre ja ein gelungener Aufhänger, aber wenn er dergleichen gar nicht tut, wird hier eine Sache, die nichtmal lose mit Sexismus zu tun hat, für pauschale Männerschelte munitioniert – sorry, militärische Wortwahl – weil Pickert offenbar nichts besseres findet.

Wofür sollte der Mann auch sonst um Verzeihung bitten? Etwa dafür, dass er die Medien, die er hier angeht, laut Selbstauskunft seit Monaten überhaupt nicht mehr liest?

Von allen möglichen Leuten, denen, die krank und sterbend in den Intensivstationen liegen und tatsächlich verzweifeln, deren Angehörigen, dem Krankenhauspersonal, den Politikern, denen explizit sein Beitrag zum Vorwurf macht, dass die nicht auf die Wissenschaftler hören, die er hören will, und natürlich den Menschen, deren Anliegen er ja angeblich vertritt, sind die Medienschaffenden jetzt nicht gerade die Hauptbeleidigten. Bestimmt auch beleidigt, weil sie nicht annähernd so gleichgeschaltete Staatsmedien sind, wie das impliziert wurde, aber eben eine Gruppe unter vielen. Nebenbei, wen’s interessiert:

Eine Sammlung mit Entschuldigungen

Ich wüsste nicht zu sagen, welche davon ehrliches Bedauern darstellen, welche verhindern sollen, zu Unrecht mit der AfD und Co. in Verbindung gebracht zu werden, welche verhindern wollen, zu Recht mit der AfD und Co. in Verbindung gebracht zu werden, und bei welchen einfach das Bedürfnis dahinter steht, den Streit zu beenden. Trotzdem wäre so eine Gegenüberstellung seitens Pickert hilfreich gewesen, auch, wenn man dann vllt. Frauen kritisieren müsste.

Oder dafür, dass er „denen eine Stimme geben will, die zu wenig gehört werden“, ohne dass er tatsächlich benennen könnte, wer das wohl sein mag?

Wenn ich raten müsste und nett bin, arbeitslose Theaterschauspieler. Wenn nicht, JJL. Ist allerdings noch irrelevanter – wie sinnlos und am Problem vorbei ich den Beitrag auch finde, der Entschuldigung hierbei wäre höchstens, dass er denen einen Bärendienst erwiesen hätte, nicht, dass er es versucht hat. (So richtig hat Pickert nicht verstanden, worüber sich die Leute bei JJL aufregen, kann das?)

Scheiß Regierung, fucking Corona-Maßnahmen einfach. Schlimm genug, dass außer dem Jan Josef und ein paar anderen niemand die Regierung und die Corona-Maßnahmen kritisiert (außer sehr, sehr vielen).

Das soll Ironie sein, fürchte ich. Die Richtung, in die Liefers Kritik die Diskussionen verschieben will, ist eigentlich nicht die der Hauptkritik (zu lasche Maßnahmen, zu sinnlose Aktivismus, zu häufige Änderungen, zu langsame Impfkampagnen, zu schnelle Öffnungen, schlechte Kommunikation, willkürlich ausgewürfelte Grenzwerte, ok, das vllt. nicht), sondern einfach, dass das alles überzogen ist und alle dummerweise mitmachen. Und in dem Fall von JJL gibt es einen ganz konkreten Grund, dass der sich nicht entschuldigt. Nicht halbherzig, nicht ironisch, sondern gar nicht, und offenbar hat NP den nicht verstanden, weil ihm sonst klar wäre, dass JJL ganz schlecht als Aufhänger für Unentschuldigungen taugt: Würde Liefers sich entschuldigen, würde das zeigen, dass er einen Fehler gemacht hat, und sein ganzer bisheriger Erfolg wäre zunichte.

Wie gesagt, ich bin völlig anderer Ansicht als Liefers, das hält mich aber nicht davon ab, seine Taktik zu verstehen.

Außerdem hat es ja was gebracht:

Und das würde instant aufhören. Sorry, das zu sagen, aber das genau ist die Taktik.

Liefers … durfte gerade öffentlichkeitswirksam mit dem deutschen Gesundheitsminister debattieren.

Ja, wir müssen alle Opfer bringen.

Demselben Gesundheitsminister, der vor einem Jahr prognostizierte, dass wir einander viel werden verzeihen müssen.

Wen meinte der mit „wir“? WEN??? Oder, wen denkt Pickert, den Spahn gemeint hat?

,,,das werden wir wirklich. Voraussetzung dafür sind allerdings aufrichtige, schuldbewusste Bitten um Verzeihung.

Wenn das so unvermeidbar war, hat man die Sache nicht schuldhaft verursacht. Ergo kann es keine schuldbewusste Bitte sein. Ich führe ein sehr coronakonformes Leben – dass mein Beruf und Familienstand mir das glücklicherweise erleichtern, weiß ich – und bin mir tatsächlich wirklich keiner Schuld bewusst, von der man micht freisprechen müsste. Und Spahn redete da nur von Corona.

Ohne „aber“. Ohne „ihr habt ja auch“.

„Aber“ ist oft wirklich nur eine Ausrede. „Ihr habt ja auch“ macht manchmal den Unterschied zwischen Mord und Notwehr aus. Für jemanden, der gerade einen Artikel über um Verzeihung bitten geschrieben hat, ist sein Verständnis von Schuld eher gering.

Ohne „ich wollte doch nur“.

Wenn der Satz, der damit eingeleitet wird, wahr ist, ist das legitimes Teil einer Bitte um Entschuldigung, wenn nicht, nicht. Offenbar will er profilaktisch jede Entschuldigung deligitimieren, die ihm nicht passen könnte.

 Und weil das zu oft so unter ihrer Würde zu sein scheint, so anmaßend, so übertrieben und zu viel verlangt, gilt das vor allem für Männer.

Pickert schließt vllt. nur von sich auf andere. Was nicht ganz dasselbe ist wie Empathie.

2 Gedanken zu “Ja, Sorry: Nein.

  1. Eine Entschuldigung ist heutzutage im öffentlichen „Diskurs“ relativ wertlos.
    Diese würde vom allgemeinen Twittermob von Seite A nicht angenommen, und die andere Seite B würde sich darüber aufregen, dass sich jemand bei Seite A entschuldigt, womit Seite B verraten wird. Im Prinzip würde man mit einer Entschuldigung alles nur noch schlimmer machen.

    Unabhängig davon was man von JJLs Videos hält, denke ich dass es tatsächlich in seiner Situation sinnvoller ist, sich nicht direkt zu entschuldigen.

    Zum Entschuldigen gehört einfach auf der anderen Seite die Vergebung.
    Und Vergeben hat man in unserer Gesellschaft noch mehr verlernt als das Entschuldigen.

    An der Stelle möchte ich noch meinen geschlechterspezifischen Senf dazugeben. Ich würde sagen, dass in der heutigen Debattenkultur generell Menschen sich seltener entschuldigen bzw. einander verzeihen. Wenn ich mir aber mein persönliches Umfeld ansehe, dann fällt es Männern tendenziell tatsächlich schwerer sich zu entschuldigen, aber die Fähigkeit zu verzeihen ist eher bei Frauen unterentwickelt… Umsonst gibt es nicht das alte Klischee der Ehefrau, die noch Jahrzehnte nach einem Streit sich an das genaue Thema erinnern kann und es dem Mann erneut vorhalten kann, während Mann das schon längst verdrängt hat.

    Is natürlich alles nur ne Tendenz, die mir so aufgefallen ist. Ich habe natürlich auch weibliche Freunde, die einem alles verzeihen, und ich selbst entschuldige mich viiiiiiel zu oft für Nichtigkeiten, wo mich Leute schon fragen warum ich mich überhaupt entschuldige…

    Auf jeden Fall glaube ich, dass der unterschiedliche Umgang mit Entschuldigungen und dem Verzeihen schon auf zwischenmenschlicher Ebene erhebliches Konfliktpotential bereithält.
    Mir ist also schleierhaft, wie man erwarten kann, dass es auf gesellschaftlicher Ebene besser ablaufen sollte, wenn man bedenkt, wie gespalten unsere Gesellschaft mittlerweile ist.

    Wäre es wünschenswert, wenn Menschen sich wieder mehr entschuldigen, oder mehr verzeihen? Unbedingt! Halte ich es in den nächsten Jahren für wahrscheinlich, dass die Menschen aufeinander zugehen, sich entschuldigen und verzeihen, trotz jahrelangem Twitterzweifrontenkrieg und politisch/gesellschaftlicher Spaltung? Nope…

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  2. JJL hat sich nirgendwo entschuldigt. Eine Entschuldigung wäre gewesen »Tut mir leid, ich habs nicht so gemeint wie es verstanden wurde.« Tuts ihm aber nicht: er hats ja tatsächlich so gemeint wie ers gemeint hat.

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