Die globale Weltverschwörung namens Steuern

Steuern heißen Steuern, weil man Menschen damit steuert.

Diese Chemtrails waren nur eine Ablenkung.

Hachja.

WERDEN FRAUEN IM STEUERSYSTEM BENACHTEILIGT?

Männer zahlen mehr Steuern, also eher nicht.

Selbst bei gleichem Brutto-Gehalt bekommen Männer mehr aufs Konto als Frauen. Denn das Steuersystem ist von Männern für Männer geschaffen – und das geht auf Kosten der Frauen.

Das ist SO Blödsinn. Warum sollte der Staat a) das tun, und b) wo wird im Steuerbescheid auf das Geschlecht abgestellt?

Die feministische Ökonomin Dr. Christine Rudolf erklärt, wie die Benachteiligung von weiblich gelesenen Menschen im deutschen Steuersystem zustande kommt.

Es ist egal, wie Menschen „gelesen“ werden. Selbst, wenn das Geschlecht eine Rolle spielen würde, wäre es das Geschlecht in der Geburtsurkunde.

Hauptsächlich gibt es dafür nämlich zwei ineinandergreifende Gründe: ungerechte Lohn- und Einkommensteuer sowie das Ehegattensplitting.

Nicht Ehegatt*Innensplitting?

„Der größte Bereich, in dem Frauen direkt im deutschen Steuersystem benachteiligt werden, ist die Lohn- und Einkommensteuer“, sagt Dr. Rudolf. Die ist progressiv gestaffelt und das bedeutet: Je mehr jemand verdient, desto mehr Steuern muss er*sie prozentual zahlen.

Jaaaa, und das ist ungerecht gegenüber den Ärmeren, die somit anteilig mehr Netto vom Brutto kriegen?

 “Bevor überhaupt Lohnsteuer erhoben wird, werden Menschen in Steuerklassen eingeteilt“, erklärt die Expertin.

Das ist keine Diskriminierung. Oder wenn, hat man die Möglichkeit, einfach Geld zu spenden, wenn man meint, zuwenig Steuern zu zahlen.

Wenn ein Paar verheiratet oder verpartnert ist, dann werden die Steuerklassen angepasst. Die Person, die mehr verdient, kann dann in Steuerklasse 3, zahlt weniger Steuern und hat dadurch mehr netto, also bekommt am Ende mehr raus.

Ja, verdammter Staat. Würde er das nicht machen, gäbe es gar keinen Anreiz mehr, sich zu verpartnern oder zu verheiraten. Warum nur, BRD, WARUM?

Die Person, die weniger verdient, geht dann in die ungünstigere Steuerklasse 5. Dadurch zahlt sie einen höheren Steuersatz und hat weniger netto.

Ok, das ist ein Grund, warum die weniger verdienende Person evt. GAR nichts mehr verdienen will. Der andere ist, dass Arbeitsteilung – eine Hälfte konzentriert sich auf die Lohnarbeit, die andere auf Haushalt und ggfs. Kinder – effektiver ist.

Insgesamt als Haushalt haben sie dann aber mehr Geld zur Verfügung. Prima, oder?

Prima. Bzw., wenn man das nicht will, also absolut kategorisch ablehnt, dann kann man einfach darauf verzichten, das dem Finanzamt zu sagen, man wird insgesamt stärker besteuert, und gut ist.

Tja, nicht ganz. Unter anderem dank Gender Pay Gap – das ist der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen, der in Deutschland derzeit bei 18 Prozent liegt

Gender Pay Gap Zusammenfassung

sind diejenigen mit weniger Gehalt meistens Frauen. Und die gehen deshalb in die ungünstigere Steuerklasse.

Ok. Pro-Tipp: einen gut bezahlten Job suchen UND einen schlecht bezahlten Partner. Oder einen Arbeitslosen. Oder Single bleiben. Es „benachteiligt“ die schlechter verdienende Hälfte einer Partnerschaft, nicht „Frauen“ oder Menschen, die für solche gehalten werden. Es ist ein Ausgleich dafür, dass die Person Zugriff auf das Vermögen der anderen hat. Aber gut, meinetwegen. Schaffen wir das AB. Macht in der Summe WENIGER Geld für Paare. Ich bin Single, ist mir doch egal.

Was bedeutet, dass sie jeden Monat anteilig mehr von ihrem sowieso geringerem Einkommen an Steuern bezahlen“, erläutert Christine Rudolf. Frauen haben also im Vergleich zu Männern doppelt weniger Geld zur Verfügung.

Das wäre so, wenn Frauen in Beziehungen keine Zugewinngemeinschaft mit ihren Männern hätten – von Homo-Ehen ganz zu schweigen – was mMn ein Scheidungsgrund ist. Aber ich bin kein Jurist.

Dann ist da noch das Ehegattensplitting. … Dadurch sparen sie Steuern.

Was Ehegattensplitting ist, ist leicht zu googeln. Wozu die Expertin fragen? Deshalb zitiere ich nur die Kernsätze.

Und zwar so: … Allerdings ist dieser Steuervorteil größer, je weniger eine Person von beiden verdient.

Zwei genau gleich viel verdienende Partner zahlen also +- so viel Steuern, wie jeder alleine würde, aber ein Partner mit dem Gehalt wie die anderen beiden und einem Arbeitslosen zahlen deutlich weniger Steuern. Haben aber nur das halbe Einkommen, d.h., die Partnerschaft, wo beide gleich viel verdienen, haben netto trotzdem mehr Geld. Es schadet also nicht, sich Partner mit demselben Einkommen zu suchen wie man selbst.

Diese Ungerechtigkeiten ziehen einen ganzen Rattenschwanz an Problemen und Nachteilen für Frauen hinter sich her.

Ok, wie gesagt, wenn mehr Steuern und weniger netto gerechter sind, her damit.

Zum Beispiel zahlt die Person in Steuerklasse 5 relativ hohe Sozialversicherungsbeiträge – die werden nämlich nach dem Brutto-Gehalt berechnet –, bekommt dann aber an anderer Stelle wenig raus.

Nun, eine Person, die Single ist, und eine, die es nicht ist, zahlen also beide dieselbe Sozialversicherung, obwohl der Single gefährderter ist? Ja, soll doch der Single bitteschön mehr bezahlen, woll? Verwöhnte Pärchenegel.

Kurzarbeitergeld zum Beispiel berechnet sich nach dem Netto-Gehalt.

Weil Kurzarbeitergeld grundsätzlich steuerfrei ist? So eine Gemeinheit!

Also danach, was übrig bleibt, wenn die Steuern bezahlt wurden.

Ist die Zielgruppe dieses Artikel die Gruppe von Menschen, denen man Netto und Brutto erklären muss? Wenn ja… autsch.

Und das kann in Klasse 5 richtig wehtun, nicht nur in Zeiten einer Pandemie.

Also besser kein Kurzarbeitergeld?

Außerdem sorgt es dafür, dass verpartnerte oder verheiratete Frauen öfter in Teilzeit oder gar nicht arbeiten.

Das wäre auch so, wenn er einfach mehr verdient als sie. ERGO: als emanzipierte Frau einen möglichst armen Partner suchen.

Wenn diese Frauen dann wieder in das Berufsleben einsteigen wollen, dann ‚lohnt’ es sich tatsächlich in der Regel gar nicht.

Kommt auf den Beruf an, würde ich sagen, oder?

 Dadurch schmälert sich allerdings auch ihre spätere Rente.

Ja, Frauen wissen das nicht, weil sie nicht lesen können. Böses Patriarchat, böse!

Aber nicht nur, dass Frauen so im Steuersystem benachteiligt und vom Arbeitsmarkt ferngehalten werden – Männer haben konkrete Vorteile.

Mehr Arbeit? Mehrarbeit!

Hier kommt die ungerechte Vermögensverteilung ins Spiel.

Ja, Reiche Männer teilen Ihr Geld mit ihren Frauen, nicht mit armen Männern. DAS sollte man mal ändern.

Am meisten Steuern nimmt der Staat über die Lohn- und Einkommensteuer ein – also von Menschen, die arbeiten.

Also, Arbeitslose zu besteuern, wäre ja mal richtig asi.

Gewinne und Vermögen werden hingegen im Vergleich weniger hoch besteuert.

Okeeee, und das ist sexistisch, weil…?

Wer Geld übrig hat, kann es anlegen, bekommt dann Zinsen und zahlt auf dieses Geld im Verhältnis weniger Steuern als jemand, der die gleiche Summe durch Arbeit erwirtschaftet.

Also, wenn ich eine reiche Frau heirate, habe ich Geld übrig und kann das machen, aber eine Frau, die reich heiratet, nicht, weil: Sexismus!

Doch da ist noch mehr. “Es gibt auch viele Absetzungsmöglichkeiten in der Lohn- und Einkommensteuer, die Bessererdienende nutzen können, um ihre Steuerlast zu mindern, die Menschen mit weniger Einkommen gar nicht haben“, so die Ökonomin.

Ok, das ist nicht ganz dasselbe wie „Ich will in die Schule gehen, um auch mal Ferien zu haben!“, aber müsste man das nicht mal vergleichrechnen? So, anhand eines Beispiels? Weiter oben kann man selbst nachlesen, dass höhere Einkommen einen höheren Anteil als Steuer zahlen müssen, aber kann das mit Absetzungsmöglichkeiten wirklich so weit gesenkt werden, dass der Steuersatz effektiv niedriger ist?

Männer machen beispielsweise viel häufiger Werbungskosten geltend als Frauen.

Also zusätzlich zum Ehegattensplitting?

Und wer verdient und besitzt in dieser Gesellschaft mehr Geld? Richtig: Männer.

Achwas.

“Frauen verdienen in Deutschland 45,5 Millionen Euro im Jahr weniger als Männer, weil sie viele Stunden mehr unbezahlt arbeiten.“

Ähh, der Grund ist deutlich vielschichtiger. Aber unbezahlte Überstunden ist halt keine gute Idee.

„Deshalb zahlen sie gemessen an ihrem Einkommen mehr Steuern als Männer, die von ihrem Einkommen mehr steuersparend einsetzen können.“

Tja, und stellt Euch vor, jetzt gäbe es kein Ehegattensplitting – dann müssten Männer komplett andere Wege nutzen, um Steuern zu sparen.

Moment. Da ist immer noch mehr.

Achwas.

“Auch die Mehrwertsteuer, die wir auf alle Produkte und Dienstleistungen bezahlen, trifft gemessen an den Einkommen Frauen stärker als Männer. Wer arm ist, muss sein ganzes Geld ausgeben, um Essen, Kleider und andere Dinge des täglichen Lebens einzukaufen“

Aka Dinge mit dem reduzierten MWST-Satz.

„Wer reich ist, kann Geld sparen, darauf muss er oder sie dann keine Mehrwertsteuer bezahlen.

GeNAU! Die reicheren Menschen geben einfach weniger Geld aus als Arme. Boing.

Das bedeutet – da Frauen der ärmere Teil unsere Gesellschaft sind- zahlen sie gemessen an ihrem Einkommen auch hier mehr als Männer.“

Gemessen am EINKOMMEN ist die Lohnsteuer geringer, und eigentlich ist eine „arme“ Frau, die einen „reichen“ Mann gereiratet hat, NICHT exakt der Klassenunterschied, den Marx immer meinte.

Aber warum ändert sich daran nichts? Die kurze Antwort: Es ist nicht gewollt.

Weil Frauen bekanntlich nicht wählen dürfen.

“Ein Staat ist darauf angewiesen, dass Menschen sich unbezahlt um ihre Familien kümmern und Steuern bezahlen. Frauen kümmern sich mehr um ihre Familienangehörige und den Haushalt und zahlen gemessen an ihrem Einkommen mehr Steuern als Männer“

Das ist Blödsinn. Der Staat hätte viel mehr davon, wenn Frauen GELD dafür bekämen, dass sie sich um ihre Familien kümmern, weil er das auch noch versteuern könnte.

“Sie werden also dafür bestraft, dass sie sich um andere kümmern und dadurch weniger verdienen, das ist zutiefst ungerecht.”

Nicht alle Frauen kümmern sich um Familie, und es ist nicht als Strafe gedacht. Weiterhin haben Frauen Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren.

“Diese Arbeitsteilung ist keine ‚freie‘ Wahl, sondern von einer durch Geschlechterstereotypen geprägten Gesellschaft aufgezwungen und politisch gewollt.“

Doch. Weder Gesellschaft noch Staat haben effektive Druckmittel, Frauen dazu zu zwingen, andere Leute zu pflegen. Im Unterschied zu den bis zu fünf Jahren Haft, die Männern drohten, die weder Wehr- noch Zivildienst leisten wollten.

“Es geht um Geld und um Macht“, erläutert die Ökonomin. Und um Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.

Mehr Konkurrenz heißt weniger Lohnkosten. Mächtige Menschen beiderlei Geschlechtes hätten also ein echtes Interesse daran, dass möglichst viele Frauen möglichst viel Erwerbsarbeit verichteten.

So lange in den Köpfen der politischen Entscheider*innen das Bild spuke, Frauen seien für Familie zuständig, werde sich an ihrer Einkommenssituation, ihrer Besteuerung und ihrer ungerechten finanziellen Schlechterstellung laut Dr. Rudolf nichts ändern:

Was jetzt? Die Mehrheit aller Wahlberechtigten – aka politische Entscheiderinnen und -entscheider – sind weiblich. Wenn die das so haben wollen, ist das eben so.

Dabei gäbe es durchaus Lösungen. Die Abschaffung des Ehegattensplittings zum Beispiel. Es gibt seit 30 Jahren immer wieder Bestrebungen dazu, bislang vergeblich.

Nur Diktaturen versuchen, die Menschen zu ihrem Glück zu zwingen. Aber Glück ist die Abwesenheit von Zwängen.

Christine Rudolf schlägt vor, jede Person für sich alleine zu besteuern. So würden Frauen direkt profitieren und nicht als Teil eines Haushalts.

Das habe ich mir schon gedacht, dass das der Vorschlag ist.

Und sie würden auch nicht durch hohe Steuern dazu veranlasst, nur etwas dazuzuverdienen oder ganz zu Hause zu bleiben.

Aber durch Arbeitsteilung. Wieauchimmer, weniger Steuervorteile heißt mehr Geld für den Staat. Ist doch schön.

Außerdem sei es sinnvoll, dass Mädchen und Frauen mehr über Geld lernen.

Was Brutto und Netto ist, z.B., weil: wichtig!

Dieses Wissen beziehe sich nicht nur aufs Gehalt, sondern auch auf Themen wie Steuern, Versicherungen, sparen und anlegen.

Es gibt buchstäblich niemanden, der Mädchen und Frauen davon abhält. Es gibt umgekehrt auch niemanden, der speziell Jungen und Männern davon erzählt. Also ja, ist sicher ein wichtiges Thema, aber dahinter steckt keine Verschwörung oder dergleichen.

Die Annahme, dass Frauen “von Natur aus” nichts mit Finanzen am Hut haben, ist nämlich genauso falsch wie die Vorstellung, dass Mädchen nur Rosa mögen.

Um mich zu wiederholen: Achwas.

Und ebenso wie viele andere diskriminierende Systeme wird auch das Steuersystem einfach als gegeben hingenommen – und erst bei genauerem Hinsehen als das entlarvt, was es ist: eine gezielte Benachteiligung von Frauen.

Ein – wie auch immer gedachter – Steuervorteil für Paare benachteiligt in erster Linie nicht Frauen, sondern Alleinstehende(m/w/d). An die denkt wieder niemand.

Daher ist es wichtig, dass die Politik hier endlich nachbessert.

Kritik am Staate steht Dir zu, doch denk daran, der Staat bist Du.

3 Gedanken zu “Die globale Weltverschwörung namens Steuern

  1. Kleiner Tipp für „Emanzipierte“:
    Niemand wird in Steuerklasse V/III oder bzw. III/V gezwungen. Ohne Antrag ist ein Paar automatisch IV/IV.
    Niemand zwingt ein Paar das Ehegattensplitting zu nutzen. Jeder kann sich alleine veranlagen lassen.

    Bei Artikeln zum Thema Steuerklassen und Splitting finde ich es interessant, dass bei FeministInxen das Konzept des „Familieneinkommens“ nicht existiert.

    In einem Punkt stimme ich der Autorin zu: die Änderung des Systems ist nicht gewollt…
    … meiner Meinung nach von den Ehefrauen…

    Gefällt 1 Person

  2. Leider ist nicht ersichtlich, wer für dieses Machwerk auf PS verantwortlich ist. Offensichtlich hat der Autor*I*n von Steuerrecht ungefähr so viel Ahnung, wie ein Hausschwein von Bilanzbuchhaltung.

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