Batwoman II

Yäy.

Die Fortsetzung hierzu.

Aaaalso, die alte Batwoman ist verschwunden, weil ihre Darstellerin aufgehört hat. Warum die das gemacht hat, weiß man nicht so genau. Blöde Besserwisser im Internet, Leute, die sie nicht für lesbisch genug halten, weil sie sich auch als genderfluid betrachtet, ein schwerer Unfall beim Drehen, die nicht so hohe Beliebtheit der Serie und natürlich blöde Besserwisser im I-Net sind die naheliegensten Theorien.

Immerhin wird die Rolle nicht neu besetzt, sondern man entwickelt eine neue Figur, die die neue Batwoman wird. Also, die bürgerliche Person, die als Batwoman Verbrecher jagt, ist eine andere, nämlich eine gewisse Ryan Wilder. Und das ist tatsächlich eine gute Idee, weil die Batwelt nicht nur in den Batcomics weiterentwickelt wird, sondern auch in Batserien. Der Batzeichentrickserie verdankt die RL-Welt nicht nur einen der epischsten Soundtracks überhaupt, sondern auch Harley Quinn. Aber.

Es wurde darauf Wert gelegt, dass auch die neue Schauspielerin zum LQBT-Kontinuum gehört. Nicht die Figur, deren Schauspielerin. Warum genau? Barney aus HIMYM ist ein Frauenheld, wird aber von einem Schwulen verkörpert. Es mag Schauspielerinnen und Schauspieler geben, die vllt. Probleme hätten, überzeugend eine/n Homo/Heterosexuelle/n zu spielen, weil soe eigentlich auf ein anderes Geschlecht steht, aber nein, hier muss es genau DIE dargestellte sexuelle Orientierung sein. Wie explizit sind die romantischeren Szenen wohl so, wenn das wichtig wird?

Immerhin, Javicia Leslie kann Muay Thai, auch bekannt als Thai-Boxen. Ich habe ja nicht gegen Frauen, die 50 kg schwer aussehen und Typen auf die Fresse geben, die 100 kg schwer aussehen, und es gibt auch die Idee, dass „jeder“ Batman sein kann. Nun, jeder, der so viel Geld, Freizeit, Training von Jugend an und quasifanatische Willenskraft hat wie Bruce Wayne, würde ich sagen. Also auch jede. Nun ist eine Schauspielerin, die Kampfsport macht, die entsprechenden Bewegungsabläufe drauf hat und auch den Körperbau, sicher nicht verkehrt, um die Rolle einer Batperson glaubwürdig zu verkörpern. „DER“ Batman hat ja auch irgendwie schwarze Gürtel in allem. Sind Schwule und Lesben so empfindlich, dass sie nicht nur schwule und lesbische Hauptfiguren wollen, sondern auch nur ebensolche Darsteller(m/w/d)? „JA!“ Ok, aber beschwert Euch nicht, wenn Heteroas irgendwann nur noch mit Heteroas besetzt werden. (Um den Einwand anzuerkennen – dass Schauspieler nach Hautfarbe gecastet werden, hat eine gewisse Logik, weil die ganze schwarze, braune oder rosa-beige-farbene Schminke, die man anderweitig bräuchte, ins Budget gehen. Mark regelt.)

Ok, neue Figur, die alte Batwoman ist spurlos verschwunden, da kann man bestimmt eine tolle Geschichte raus machen. Aber bei der ersten Staffel lästerten viele (ich), weil Kate Kane so leicht Batmans Geheimnis entdeckte, und ihren Status als Batwoman sich kaum erkämpfen, erarbeiten oder sonstwie verdienen musste – haben die Macher daraus vllt. Lehren gezogen?

Naja. Die neue Batwoman ist halt die erste Person, die an den Absturzort (des Flugzeuges) der alten ankommt. Ja, steht so in der Inhaltsangabe. Und den Batwoman-Anzug findet. Steht da.

Erinnert sich jemand noch an Blade (schwarzer Superheld, im Film gespielt von Wesley Snipes)? Tja, DER hat ein Katana mit Diebstahlsicherung. Der Batwomananzug ist hier kein einfaches, kugelsicheres Kleidungsstück mit lauter praktischen Sachen mehr, sondern kann nur noch mit Kryptonit durchdrungen werden. Weil: jeder Superheld braucht ja irgendein Kryptonit, metaphorisch gesprochen, das zeigt, dass jeder Mensch Schwächen hat. Warum dafür nicht einfach das überhaupt nicht metaphorische Kryptonit nehmen, das wegen Carol Kara Denvers sowieso schon irgendwo herumliegt? Wenn so ein Superwesen mal Amok fliegt, stoppt es sonst gar nichts mehr. D’oh. Und wieso kann so ein Anzug einfach geklaut und benutzt werden? Bzw., wenn der Anzug seiner Diebin nicht instant Schlafmittel injiziert – was mein Hightec-Superheldenanzug – wenn ich einen hätte – zweifellos täte – wieso geht da nicht automatisch eine Alarmanlage an, damit jede andere Person, gegen die der Anzug eingesetzt werden soll, dies von weitem hört?

Ok, dafür gibt es bestimmt eine einfache Erklärung (die Alarmanlage wurde ausgebaut, um den Anzug an Kate anzupassen), ändert aber nichts daran, dass die nächstbeste Person – die zufällig in einem Van bei der Absturzstelle wohnt – das Ding nehmen und nutzen kann. Schiiiicksaaaal! Der Anzug wollte gefunden werden! Oder vllt. eine ganz superplausible Erklärung, die halt noch später kommt.

Aber das sind dieselben Leute, die Wert darauf legen, dass Figur und Schauspieler dieselbe Sexualität haben. Und für die „normaler Mensch mit gutem Training und High-Tec-Gadgets, der aber mit normalen Waffen verletzt und getötet werden kann, wenn er (oder halt sie) oft oder hart genug damit getroffen werden“ nicht super genug ist, sondern er (oder auf jeden Fall SIE) muss so supergirlmäßig hochgetunt werden, dass man plötzlich Kryptonit braucht. Buchstäbliches Kryptonit.

Und da stellen die sich selbst ein Bein – wenn männliche Helden, besonders die besonders beliebten unter ihnen – Schwächen, Fehler und wunde Punkte haben, dann kann der Plan doch nicht sein, weibliche Helden aufzubauen, die populär werden sollen, aber KEINE Schwächen, Fehler oder wunde Punkte haben. Ein Anzug, der nur mit einem seltenen exotischen Material beschädigt werden, ist nicht ganz dasselbe, wie daran sterben zu können. Harley Quinn hat Schwächen, Fehler und wunde Punkte. Bzw. alles in einem, und das ist ihre ungesunde Beziehung zum Joker, etwas, was sie von ihrer Intelligenz und einschlägigen Ausbildung her erkennen und vermeiden sollte, aber wir leben halt in keiner idealen Welt, und Gotham City ist noch weniger ideal als das RL. Harley hat jetzt einen Film, in dem sie sich vom Joker emanzipiert (der darin auch gar nicht vorkommt). Ich sehe darin ein leichtes Fehlverständnis, was die (besseren) Superheldengeschichten ausmacht. Wobei Wilder sich vllt. noch in der Richtung entwickelt, es kann ja noch viel passieren.

Bei Harley hätte ich es bspw. witzig gefunden, wenn sie in Suicide Squad ein Smartphone und die ganze Zeit Nachrichten bekommt, obwohl sie im Gefängnis sitzt, und das Publikum nimmt an, dass das der Joker wäre, aber der will sie zwar befreien, hat dazu aber ganz was anderes vor, und am Ende – meinetwegen in der Szene, wegen der man den Abspann abwartet – wird sie DOCH noch befreit. Von Poison Ivy. Kein Mensch ist toxisch außer ihr, aber sie verabreicht Harley das Gegengift. Und vllt. ist diese knospende Frauenfreundschaft das, was aus der „leicht“ soziopathischen Quinn eine sozialverträgliche, verletzliche Person macht.

Oder, die beiden drehen völlig ab und müssen von Wilders und ihrer Topfpflanze aufgehalten werden. *Popcorn hol.

Wieauchimmer, Wilders hat gleich zwei tote Elternteile. Da ist viel mehr Superheldenpotential vorhanden.

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