Was kann Symbolik?

Es gibt so Geschichten, die sind universal gespoilert. Das Buch ist mehrfach verfilmt worden, das Drama wird ständig immer irgendwo aufgeführt, und das Game zockt man „blaint“ auf „Hell“ durch. Nagut, das vllt. nicht. Aber Romeo und Julia, Dracula, Titanic und die von Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Ja, dass Dracula ein Vampir ist, wird mittendrin als völlig schockierende Enthüllung dargestellt, die heutzutage nur noch die Charas im Buch überrascht. Und wie das mit Jekyll und Hyde war, erfährt man eigentlich ganz am Ende des Buches, uneigentlich weiß man das schon vor der ersten Seite.

Weil jeder die Redenart von „Jekyll und Hyde“ kennt, also die gute, moralische Seite eines Menschen und seine böse, unmoralische, die unterschiedlich aussehen und sich bekämpfen.

Wenn man ein bisschen philosophischer an das Thema herangeht, ist Jekyll aber nicht wirklich gut. Er will ein angesehenes Mitglied der viktorianischen londoner Gesellschaft bleiben, ohne sich an deren Regeln zu halten (welche Regeln er genau brechen will, ist der Fantasie der Leserschaft überlassen), und es geht ihm mit dem Elixier eigentlich nicht darum, seine Triebe und Affekte zu unterdrücken. Wir erfahren seine Motive aus Tagebucheinträgen und nicht im Dialog. Es kann sein, dass er einfach nur sein Äußeres ändern wollte, um beim Regelnbrechen nicht erkannt zu werden. Und selbst wenn nicht, ist es moralisch gesehen auch keine Verbesserung, wenn man unmoralisches Verhalten nicht „persönlich“ ausführt, sondern eine Ersatzperson dafür entwickelt. Aber gut, Jekylls Plan geht so oder so nicht wirklich in seinem Sinne auf, und somit ist er ein bisschen auch ein tragischer Forscher.

Hyde hingegen hat immerhin die „positive“ Eigenschaft, sich nicht zu verstellen. Also wären die beiden nicht notwendigerweise der Kampf „gut gegen böse“ oder „Erziehung gegen Triebe“, sondern auch der „angepasst vs. unangepasst“ oder auch „Schein vs. Sein“.

Kann man außerdem noch Drogen und unterdrückte Gefühle reininterpretieren, ich will darauf hinaus, dass das Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde- Bild nicht nur ein ganz primitives „Gut-und-Böse-in-einer-Person“-Bild sein muss oder sein soll.

Und dann kommt das hier.

OLAF SCHOLZ

Der Dr. Jekyll der deutschen Politik

Betrachten wir in Zahlen, was uns Dr. Jekyll als „solide wirtschaften“ verkauft: Während er als Mr. Hyde immer gern mitgemacht hat, wann immer Wähler mit der harten Realität ausgesöhnt werden sollten, wurden neue Sozialausgaben erdacht.

Ähh, ja. Nein. Ich könnte mir Dr. Jekyll als jemanden vorstellen, der anderen etwas „verkauft“, z.B. sich selbst als Stütze der Gesellschaft. Mr. Hyde ist aber keinesfalls der Teil der Persönlichkeit, der andere Leute irgendwie mit irgendwas „aussöhnt“.

Es wäre genau umgekehrt jetzt auch nicht die optimale Metapher, aber der sanfte Jekyll würde besser dazu passen, Menschen mit Geld auszusöhnen, und der brutale Wüterich Hyde ist der Scholz, der die Wirtschaft über den Haufen rennt wie ein kleines Mädchen und einen (anderen) Abgeordneten totschlägt.

Aber es gäbe eine viel bessere Metapher, die bei Finanzministern immer geht – Olaf Scholz, der Graf Dracula der SPD: Will in Immobilien und dergleichen investieren, saugt aber Kraft und Leben aus allem, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Oder, wie die englischsprachigen SPD-Personen sagen würden: „That sucks – of course!“

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