Sportlichkeit

Nachdem hier „sportlich“ als „männlich“ und damit als „Arschlochcurriculum“ gefrämt wurde, sollte man sich klar machen, dass die Teenies das auf zweierlei Weisen gemeint haben könnten.

Und wegen der generellen Dämlichkeit der Wiedergabe weiß man nicht, welche.

Erstens „sportlich“ als eine Person, die häufig Sport treibt und daher entsprechend fit ist, und zum anderen „sportlich“ als eine Person, die sich bei Wettbewerben anständig verhält. Also nicht betrügen, nicht dopen, keine sonstigen Vorteile nutzen, die man sich nicht selbst erarbeitet hat, generell Respekt und Höflichkeit gegen den Gegner, und vor allem ein guter Sieger oder Verlierer sein.

Und gute Verlierer geben dem Sieger die Hand. Das machen die sportlicherweise vor allen anderen.

Und wenn man iosen Gegner noch so sehr hasst, das Händeschütteln sollte man hinkriegen. (Und hassen sollte man ihn auch sowieso nicht.)

Andere abgewählte US-Präsidenten haben dergleichen hinbekommen. Ok, Nachzählen oder Gerichtsentscheide gab es schon früher, und das Mehrheitswahlsystem hat auch bekannte Nachteile, aber Trump ist soweit, dass seine eigene Regierung sich allmählich von ihm distanziert. Dieses Tempo, dieses atemberaubende Tempo, mit der die das tun.

Wie auch immer, zumindest die jetzigen Eskalationen würden nicht passieren, wenn Trump tatsächlich sportlich wäre. Weil Trump erstens mal inzwischen Biden gratuliert hätte, und zweitens man die eigenen Fans davon abhält, auf Spielfeld zu rennen und die gegnerische Mannschaft anzugreifen.

Natürlich ist „Sportlichkeit“ keine Eigenschaft, die nur Männer haben oder haben sollten. Nur offensichtlich ist es eine gute, was man jetzt merkt, wo sie offensichtlich fehlt.

6 Gedanken zu “Sportlichkeit

  1. Grundsätzlich stimme ich dir bzgl. Sportlichkeit im Allgemeinen zu. Allerdings sollte man bedenken das man selbst als fairster Verlierer seinem Gegener (hier die sogenannten Demokraten), die einem über den Verlauf von 4 Jahren mit allen erdenklichen Unterstellungen politisch und medial traktiert haben (z.B, „russische Wahlhilfe“ und Impeachment) nichts schuldet. Zumal Hillery Clinton und ihre Befürworter damals selbst von einer gestohlenen Wahl bzw. Betrug gesprochen haben und schon bei der Ernennung von Trump nichts besseres zutun hatten als zu vergleichen wo mehr Besucher vor der Tribüne waren (ObahmaTrump).
    Sportlichkeit muss es auf beiden Seiten geben ansonsten ist das nur ein schöner Gedanke.

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      1. Die Ereignisse sind bedauerlich, es wurde aber niemand aufgefordert ins Capitol einzudringen. Es gibt meinem aktuellen Wissensstand nach auch nichts was in der Hinsicht justizabel wäre. Ob der Einsatz von Waffen gegen die beteiligten Pro-Trump-Protestierer in der Situation angemessen war muss natürlich geklärt werden. Momentan bewegt man sich aber ausschließlich in einem Bereich in dem auf eine wie auch immer geartete moralische Verantwortung oder Schuld abgestellt wird.

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      2. Wie viel moralische Schuld dahintersteckt, weiß ich natürlich auch nicht, aber Trump hätte sich grundsätzlich anders verhalten sollen und auch können.

        Beim nächsten Mal denkt sich einen Demokratenkandidat vllt., ach, ist egal, und dann wird das zur Regel.

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  2. „Beim nächsten Mal denkt sich einen Demokratenkandidat vllt., ach, ist egal, und dann wird das zur Regel.“

    Die Demokraten sind dahingehend schon weiter, zur Erinnerung siehe Hillary Clinton mit „Basket of deplorables“ im Wahlkampf 2016 https://en.wikipedia.org/wiki/Basket_of_deplorables.

    Trump ist medial ein Großmaul weil er in der Vergangenheit im Zusammenhang mit den Shows und Artikeln mit und über ihn gelernt hat, dass Übertreibung und ein gewisser Grad an Ausfälligkeit Aufmerksamkeit und Quote bringt. Damals hat sich aber keiner der politischen und medialen Tugendwächter, die ihn zum Teil schon kurz nach seiner Wahl quasi als Reinkarnation des östereichischen Diktator dargestellt haben, so auf der persönlichen Ebene an ihm abgearbeitet.

    Wie gesagt, Sportlichkeit muss es auf beiden Seiten geben. Die Demokraten und die ihnen zugeneigten Medien waren 2016 keine guten Verlierer, warum sollte man also einen anderen Maßstab an Trump anlegen.

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