Probleme bei Twitter

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Angenommen, der Besitzer eines guten Restaurants in schöner Lage entscheidet sich, nur noch Beamte (m/w/d) zu bewirten. Kann der Gesetzgeber das verbieten? 1. Abwandlung: Es geht nicht um Beamte, sondern um Geimpfte. 2. Abwandlung: Wie ist es, wenn alle Wirte das so machen wollen

Ist eine Abwandlung der Frage, ob man die Impfbereitschaft der Bevölkerung dadurch erhöhen sollte oder dürfte, indem man Geimpften die Rechte oder Möglichkeiten gibt, die man bis dato eingeschränkt hat, den nicht Geimpften aber nicht.

Fürs Argument gehe ich mal davon aus, dass die Impfung tatsächlich nicht nur die Erkrankung – also leichte bis lebensgefährliche Corona-Symptome – verhindert, sondern auch die Infektion, bei den Geimpften selbst und durch die Geimpften. Wenn nicht, gibt es nämlich keinen sachlichen Grund, die Maßnahmen einzuschränken, bis alle Risikogruppen geschützt sind.

Meine Antwort: nein, darf der Staat im Falle einer Pandemie nicht erlauben. Weil:

  1. die Analogie nicht stimmt. Ein Restaurant nur für Beamte diskriminiert vllt. Nicht-Beamte, es gibt aber prinzipiell genug Restaurants, die auch Angestellte, Selbstständige oder notfalls auch Arbeitslose bedienen würden; im Corona-Szenario gibt es keine, die Nicht-Geimpfte bedienen dürften.
  2. die Interessenlage eine andere ist. Wenn ein Beamten-Restaurant mal „ausnahmsweise“ nicht-Beamte bedient, stört das niemanden. Der Staat müsste aber kontrollieren, dass das Restaurant nur Geimpfte bedient und Leute, die nach Corona-Infektion immun sind, wohingegen das Restaurant mehr Geld verdient, wenn es weniger pingelig ist. Da diese Kontrollen einen unrealistisch hohen Aufwand erfordern würden, darf man dergleichen nicht erlauben.
  3. Wirt und Angestellte ebenfalls infiziert oder immun sein müssen. Menschen, die wegen Risikostatus ein oder zwei Monate eher als ihre Konkurrenz geimpft wurden, hätten einen derartig enormen wirtschaftlichen Vorteil, dass die anderen versuchen werden, eine frühere Impfung einzuklagen.
  4. Gäste müssten ihre Impfung oder überstandene Krankheit belegen. Jetzt könnte man sagen, dass ein Restaurantbesuch nicht ganz so wichtig ist wie die Erlaubnis, im eigenen Beruf arbeiten zu dürfen, und die Ungleichbehandlung bzw. Offenlegung der eigenen Krankenakte hier verschmerzbar ist; es wird allerdings relativ schnell zu gefälschten Attesten kommen.

Das ganze Szenario ist vllt. gedacht, die Solidarität durch Impfbereitschaft zu erhöhen, ermöglicht aber unsolidarisches Verhalten.

Dann doch lieber wie Heinz Erhardt sagt: „Entweder alle oder keiner.“

2 Gedanken zu “Probleme bei Twitter

  1. Das sehe ich anders. Der Wirt hat Hausrecht, er darf entscheiden, wer kn seinem Restaurant essen darf und wer nicht. Da ein Restaurant kein Monopol hat, müssen die Abgwiesenen sich eben etwas anderes suchen.
    Sinnvoll und auch moralisch in Ordnung ist das allerdings erst, wenn alle Menschen die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. Ansonsten würde das wirklich in Richtung Diskrimierung gehen.
    Und der Staat darf so etwas natürlich auch nicht vorschreiben, die Entscheidung liegt im Ermessen des Wirts.

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    1. Ich glaube, in der konkreten Krise wird das Szenario so nie auftreten – entweder sind irgendwann so viele Menschen immun, dass man die Restaurants wieder komplett öffnen lassen kann, dann hätten die keinen Vorteil mehr, nur Geimpfte zu bedienen, oder, man lässt sie gar nicht öffnen.

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