Kinderstube

Pickert bei die Standard.

Die neuen alten Anstandsregeln

Einen Transmann falsch anzusprechen oder unbeirrt das N*Wort zu wiederholen: Das ist nichts anderes als sehr schlechte Manieren

Ähh, ja. Einen Menschen mit dem Wort anzusprechen ist aber grundsätzlich was anderes als Wort zu zitieren. Ein Hakenkreuz in der Öffentlichkeit zu tragen ist ja auch was anderes, als bspw. in einem Film oder Vortrag zu zeigen, wenn sie von der Nazizeit handeln. Aber grundsätzlich ja, man kann Götz von Berlichingen zitieren, oder man  kann „das Götz-von-Berlichingen-Zitat“ sagen. Letzteres klingt nach Kultur und Bildung. Oder Carmen Catulli (16) zitieren – „In den Arsch werd‘ ich Euch ficken, und in die Fresse!“ – um die eigene humanistische Bildung unter Beweis zu stellen. Im lateinischen Original braucht der Satz kein indirektes Objekt, sondern nur zwei Verben, die die jeweilige Praktik bezeichnen. Dafür gibt es nur ein Verb für (auf)sammeln, auswählen, lesen, (ein Segel) reffen und noch ein paar Sachen. Wo war ich?

Ich würde heute gerne ein Experiment mit Ihnen wagen.

Ja, per Computer-I-Net-Gedingse ist das Risiko minimal.

Eines, bei dem es um Anstand, Respekt und gutes Benehmen geht.

Das sind ja gleich DREI Dinge auf einmal – da hat jemand früher zu viel Werbung gesehen.

Alles Dinge, die man mir in meinem durchaus auch polternden, wütenden Tonfall, gegen diese oder jene von mir identifizierte Ungerechtigkeit, nicht unbedingt attestieren würde.

Ach, geht so. Bzw., Pickert ist ja nicht direkt unanständig, respektlos oder schlecht erzogen, sondern mehr gedankenlos und ohne Einfühlungsvermögen. Aber egal, Experiment!

Die mich aber trotzdem oder womöglich sogar deswegen sehr beschäftigen.

Möglicherweise liegt das aber auch an unterschiedlichen Definitionen.

Wenn Ihnen das, was man gemeinhin als „gute Kinderstube“ bezeichnet, wichtig ist, Sie aber zugleich finden, dass seit einigen Jahren leider immer weniger Menschen darüber zu verfügen scheinen, dann sind Sie für dieses Experiment perfekt.

Soll es mir wichtig sein, dass ich sie habe, oder andere? Die Formulierung impliziert, andere, aber auch da kann man der Ansicht sein, dass man erstmal selbst einen gewissen Standard aufbaut. Zweitens gibt es auch unterschiedliche Kinderstuben. Und drittens bin ich der Ansicht, dass Höflichkeit kein Ersatz für Ethik ist. Also bin ich nicht perfekt.

Falls nicht, freue ich mich, wenn Sie mich trotzdem begleiten.

Das sagt er natürlich nur aus Höflichkeit, in Wahrheit ist er leicht genervt davon.

Ich biete mich als Ihr persönlicher feministischer Pöbelguide an, an dessen Benehmen Sie nach Herzenslust und mehr als berechtigt Anstoß nehmen können.

Ein Pöbelguide wäre jemand, der mir zeigt, wann, wie und gegen wen man Pöbeln kann. Wie ich das Wort verstehe. Ok. Liegt jetzt vllt. an mir.

Wir befinden uns gemeinsam – je nachdem, was Sie bevorzugen – bei der Aufzeichnung der ARD-Sendung „Hart aber Fair“ mit Frank Plasberg oder „Im Zentrum“ mit Claudia Reiterer.

Oh, nein. Wenn ich das beides nicht „bevorzuge“? Ok, aber jetzt ist klar, warum ich Mut brauche – ich muss mich mental in eine Situation begeben, in der ich mich freiwillig nicht begeben würde. Satans 8. Gebot sagt, jetzt darf ich mich nicht beschweren…

Es geht um ein sehr übliches Thema: politische Korrektheit, Gender-Gedöns, Heimat großer Töchter und Söhne, darf man denn heute überhaupt nichts mehr sagen, Toilettenwitze, wieso sind alle so überempfindlich, und ist das überhaupt rassistisch?

Ich könnte Witze über Österreich machen, und berühmte Leute daraus. Die weder Deutsche noch Ungarn waren. Funfact: Hitler und Wittgenstein waren auf derselben Schule. Hachja.

Einige versichern sich, dass hier niemand wirklich rassistisch oder sexistisch ist, ein paar Mal fällt das N*Wort, man verweist auf ein Vorarlberger Bier, Traditionen und dass man derlei Begriffe schon immer vollkommen wertneutral gebraucht hat.

Wer jetzt für „man“ sprechen kann, ist jetzt generell die Frage. Persönlich ist für mich hier der Kontext wichtiger als die Intention, weil man letztere schlechter kontrollieren kann. Wie gesagt, Hakenkreuz bei Indiana Jones oder der da Vinci-Code ist etwas anderes als im Richtigen Leben. (Was natürlich nicht heißt, dass ein Film mit Hakenkreuzen nicht DOCH ein übler Nazi-Streifen sein kann…)

Eine kluge, von Rassismus betroffene schwarze Autorin, die mehr über Diskriminierungsmechanismen weiß, als alle anderen zusammen,

Gibt’s auch schwarze Autorinnen, die nicht von Rassismus betroffen sind?

leider aber nur deshalb eingeladen wurde, weil es bei Ankündigung der Sendung mit sehr weißer Gästeliste zu einem kleineren Shitstorm in den sozialen Netzwerken gekommen ist

Warum zahlt man denn sonst einen Rundfunkbeitrag? Nebenbei, ich würde mehr als eine schwarze Person zu dem Thema einladen, um zu dokumentieren, dass nicht alle Schwarzen gleich sind und die gleiche Meinung vertreten.

wird gefragt, wo das denn noch alles enden soll.

Ohnein, sie wird auch noch gefragt? Ja, wer hätte damit rechnen können. In einer Talkshow.

Müssen wir jetzt wirklich alle Straßen umbenennen, Denkmäler stürzen und Bücher verbrennen?

Wer ist eigentlich diese „wir“ immer? Aber angenommen, die Antwort wäre: „Wir alle“ Dann wäre das eine demokratische Frage, über die demokratischerweise abgestimmt werden muss.

Das ist der Moment, wo ich ein bisschen ausraste.

Warum genau? Kann ja sein, dass die Frage eeetwaaas suggestiv war, „Das kann doch niemand wollen.“, aber ich mache mir gerne den Spraß, Suggestivfragen einfach SO beantworten, wie sie gestellt sind, aber nicht unbedingt so, wie man sich die Antwort erhofft hat.

nenne wahlweise den Moderator Frank Blasszwerg oder die Moderatorin Claudia Reiterin und hasple mich durch ein Statement der Überzeugungen, die ich Ihnen hier monatlich ausbreiten darf.

Pils Nickert klingt auch nach einer tollen Biersorte. Aber eigentlich wäre das der Punkt, wo man keine Emotionen zeigen sollte, sondern Meinungen und Fakten darlegen. Oder halt die Frage – so, wie man sie gestellt bekam – beantworten. Am einfachsten mit „Ja“ oder „Nein“, ein „kommt drauf an“ geht natürlich auch. Und wenn man sich keine Namen merken kann, einfach weglassen. Die Namensträger

schütteln missmutig den Kopf und korrigieren meine Fehlbenennung. Ich entschuldige mich hastig, will noch etwas sagen, aber da geht es in der Runde schon weiter.

Ich bin rhetorisch, und rhetorisch in einer Echtzeit-Situation, nicht besonders gut. Deshalb könnte mir sowas auch passieren, wenn auch vllt. wegen anderer Sachen, aber das ist der Punkt, warum ich nicht in so eine Talkshow wollte.

Alles wie gehabt: Irgendjemand beschwert sich darüber, dass Identitätspolitik nur die Unterschiede betone.

Ja, das ist albern. Genausogut könnte man sich bei einer Talkrunde über Fußball beschweren, dass der Ball immer rund ist und das Spiel immer 90 Minuten hat. Plus Nachspielzeit.

Ein älterer Schauspieler …, blickt mich missbilligend an und gibt mir nachdrücklich zu verstehen, „dass es da bei ihm aufhört“.

Wo genau jetzt? Ok, weiß Pickert jetzt wohl auch nicht. Doofer Schauspieler.

Die Bezeichnung „Putzperle“ für seine Hausangestellte sei liebevoll-wertschätzend gemeint.

Ok, wie der Schauspieler seine Angestellte privat nennt, ist jetzt eigentlich nicht ganz dasselbe Thema, wie die Berufsbezeichnung, die man auch in den Nachrichten verwenden würde, aber angenommen, in Wahrheit würde er seine Reinigungskraft hassen und verachten – er hörte nicht damit auf, wenn man ihn zu einem anderen Wort überredet.

Außerdem komme es nicht darauf an, was man sage, sondern wie man sich verhalte.

Das ist jetzt eigentlich eine Binse. Wir wissen aber nicht, wie er sie behandelt. Vllt. nervt es sie, dass sie Putzperle genannt wird, vllt. stört es sie nicht, sie hätte aber lieber mehr Geld. Insofern ist jetzt die Frage, wieviel Vertrauensvorschuss man ihm zugestehen will, dass er sie tatsächlich wertschätzt.

Ich fletsche die Zähne und verkünde, dass ich ihn und andere Anwesende ab jetzt als Fickprodukt bezeichnen werde.

Ich weiß jetzt nicht, wie genau Pickert das meint. Will er ihnen einfach einen Spiegel vorhalten – dann wären „Ficken“ und „Perle“ ähnlich abwertende Begriffe, damit die Spiegelsymmetrie entsteht.. Was sie meines Erachtens nicht sind. Selbst in sexuellen Zusammenhängen ist „Perle“ eher verhüllend und euphemistisch. Ficken nicht.

Raunen. Getuschel. Frank Nürnberg oder Claudia Fahrradfahrerin erkundigen sich scharf, ob das wirklich mein Ernst sei.

Oder, er übertreibt bewusst. Kann man machen, ist aber wenig zielführend, weil man damit das Argument der anderen nicht ad absurdum führen kann. Perlen sind wertvoll, deshalb ist es vllt. nicht wahr, aber zumindest glaubwürdig, wenn man behauptet, das sei liebevoll-wertschätzend gemeint. Von allen möglichen Wörten für „Geschlechtsverkehr haben“ ist „Ficken“ schon sehr weit in Richtung „Triebbefolgung ohne tiefergehende Gefühle“ verortet. Und ein „Produkt“ ist typischerweise ein Ding, keine Person. Nicht ganz dasselbe.

Ich nicke und will wissen, wo das Problem sein soll.

Stellt er sich also dumm? Was hätte er gesagt, wenn jemand gesagt hätte, dass „Ficken“ abwertend ist, „Perle“ aber nicht?

Die Wahrscheinlichkeit, dass anwesende Personen durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden, gehe schließlich gegen null,

Schon, aber das geht am Punkt vorbei – er könnte auch „Kind der Liebe“ sagen.

Mutti und Vati hätten zur Zeugung der Anwesenden geknattert, das wird man doch wohl noch mal sagen dürfen.

Ist „Knattern“ jetzt genauso (ab)wertend wie „Ficken“, eigentlich?

Daraufhin werde ich mit dem Hinweis, dass Frank Laufwerk oder Claudia Heiterkeit auch Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Gäste hätten, des Studios verwiesen.

Jaaa, die hätten sagen sollen, dass „Perle“ und „Ficken“ unterschiedliche Wertigkeiten darstellen sollen. Selbst, wenn „Perle“ „Klitoris“ heißen soll.

Frage: Wessen unverfrorenes Verhalten regt Sie mehr auf – meines oder das der anderen?

Also, wenn MEINE Rundfunkbeiträge ausgegeben werden, damit Fußballübertragungsrechte gekauft werden können, wodurch mehr Gelder als nötig in die Fußballindustrie fließen, kommt es mir auf DEN Scheiß nun echt nicht mehr an.

Wieso sollte die Bezeichnung „Fickprodukt“ unangebrachter sein als ein rassistischer Begriff, der schwarze Menschen als minderwertig und Eigentumsgegenstand markiert.

Eine „Putzperle“ kann auch weiß sein. Jedenfalls ist das der Begriff, bei dessen Erwähnung er mit dem Fickproduktbeispiel kam. Da steht zwar kein Fragezeichen, ich werte das aber aufgrund der Wortstellung als Frage und beantworte sie dementsprechend.

Weshalb wird es immer noch hingenommen, Frauen in allen möglichen Kontexten auf ihre äußere Erscheinung zu reduzieren?

Weil das Frauen mit Männern auch so praktizieren, vllt.? Nur so als Theorie.

Warum ist es „überzogen“, wenn sich ein Transmann wie der Schauspieler Elliot Page einen Namen verbittet, der ihn nicht bezeichnet?

Keine Ahnung, er kann mich meinetwegen auch umgekehrt als „Ding“ bezeichnen. Page lebt auf einem anderen Kontinent und spricht eine andere Spreche als ich. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir mal interagieren, ist minimal, und DANN kann ich mir immer noch Gedanken machen.

Mit welchem Recht meint man, eine Transfrau wie Georgine Kellermann beschimpfen zu dürfen?

Wer ist „man“? Die Leute in der Talkshow? Ich? Irgendwer anderes? Weil „irgendwer“ Georgine Kellermann beschimpft hat, beschimpft Pickert andere Leute? Falls ja, was zum Fick? Falls nicht, was soll dann diese Aufzählung?

Neben vielen anderen Dingen ist ein solches Verhalten vor allem eins: unhöflich.

Joah. Menschen mit dem Wort ansprechen, was mit N anfängt, sich auf Trigger reimt, und in verschiedenen Büchern, aber hauptsächlich solchen über die Sklavenhalter-Ära in den USA vorkommt, ist grob beleidigend. Nils Pickert Pils Nickert zu nennen, ist vermutlich weniger beleidigend, sondern mehr unhöflich, soweit außerhalb des Rahmens von Satire. Das P mit einem F zu ersetzen, geht vermutlich schon wieder in Richtung Beleidigung. (Am Ende würde sowas aber ein Gericht entscheiden, und nicht das Bauchgefühl.)

Und selbst wenn wir hier für einen winzigen Moment der Unterstellung Glauben schenken wollen, dass das, was Menschen mit Diskriminierungserfahrung schildern, nur so ein Gefühl ist und nur für sie persönlich stimmt:

Wo „wir“ schon am Haarespalten sind: Beleidigungen und Diskriminierung sind zwei Dinge, die sich tatsächlich überschneiden können, aber nicht müssen. Wenn ich den Namen von Frau Merkel falsch ausspreche, ist das möglicherweise eine Beleidigung, aber es ist sehr abwegig zu behaupten, dass ich sie damit diskriminiere. Wenn ich jemanden einen Job nicht gebe, weil ich von iosem Äußeren nichts halte, diskriminiere ich soi, aber das Ablehnungsschreiben ist von ausgewählter Höflichkeit. Aber ja, ich glaube, dass bestimmte Menschen von bestimmten anderen Menschen diskriminiert werden. Ich glaube auch, dass jemand zwar i.d.R. weiß, ob soe jemand anderes beleidigen will, aber darüber ggfs. lügen würde. Dass „wir“ Diskriminierungserfahrungen nicht glauben, stimmt so pauschal also nicht.

Wenn ich Ihnen sage, dass meine Eltern gestorben sind und ich nicht darüber reden möchte, werden Sie das vermutlich respektieren.

Selbst wenn nicht, wie könnte ich ihn zwingen? Und eigentlich gehen mich seine Eltern auch nichts an, und interessieren mich nur insofern, als dass er selbst gelegentlich auf seine Kindheit verweist. Aber ja, fürs Argument, ich würde das Argument akzeptieren. Wie alle anderen auch. (Ansonsten, unter welchen Umständen würde ich ihn einfach nach seinen Eltern fragen? Insbesondere, wenn er das Thema nie anspricht?)

Falls Sie später herausfinden sollten, dass meine Eltern noch leben, mich darauf ansprechen und ich Ihnen sage, dass meine Eltern für MICH gestorben sind und ich nicht darüber reden möchte, weil es mich zu sehr verletzt – was tun Sie dann?

Ich würde sagen, dass das hier ein freies Land sei und niemand über iose Eltern reden müsse, lebendig oder tot. Und dass Pickert mir einfach sagen könnte: „Über die will ich nicht reden.“, wenn das Thema tatsächlich mal zur Sprache käme. Oder, ich würde Pickert einfach GAR nicht darauf ansprechen, auch in Abhängigkeit davon, wie gut ich ihn kenne oder nicht.

Werfen Sie mir jedes Mal, wenn wir uns sehen, an den Kopf, dass meine Eltern noch leben, und fragen mich, was bei mir eigentlich falsch läuft?

Wenn ich ehrlicherweise der Ansicht bin, dass Pickert oder wer nicht einfach einem schwierigen Thema ausweichen wollte, sondern mich anlügen – weil ich bspw. in anderen Zusammenhängen ebenfalls einen etwas metaphorischen Umgang mit der Wahrheit bei ihm feststellen konnte – würde ich eher dafür sorgen, soi möglichst gar nicht mehr zu sehen, oder wenn, nicht zu sprechen. Egal, was falsch läuft, ist dann nicht mehr mein Problem. Wenn ich der Ansicht bin, dass das kein Täuschungsversuch im eigentlichen Sinne war, würde ich das Thema bloß nie wieder ansprechen.

Oder verhalten Sie sich anständig?

Wieso „oder“? Ich finde, das Beispiel hat jetzt nur sehr allgemein mit Höflichkeit zu tun, aber nichts mit Diskriminierung.

Sie wissen doch, wie Anstand geht. Sie wissen, was sich schickt und was nicht, Sie wittern Respektlosigkeit und Herablassung drei Meilen gegen den Wind.

Ich habe möglicherweise andere Vorstellungen von Anstand. Ich käme bspw. nicht auf die Idee zu behaupten, meine Eltern wären tot, wenn ich nicht über die reden wollte, ich würde sagen, das ich nicht über die reden will. Weil ich es u.a. arschig fände, mir Mitleidsbekundungen abzuholen, die ich gar nicht „verdiene“. Und ich riche Respektlosigkeit und Herablassung nicht im Voraus. Manchmal kriege ich die mit, ja.

 Ich nenne Sie nicht Scheißer McScheißerchen

Kann ja sein, aber wenn, würde ich das vermultich nie erfahren, also von daher…

Genau dieses Maß an Anstand und Rücksichtnahme fordern marginalisierte und von Diskriminierung betroffene Menschen von uns ein. Das ist nicht zu viel verlangt. Das ist das Mindeste.

Ja. Aber ein Mann, der entweder die Bezeichnung „Putzperle“ für gleichwertig abwertend hält wie „Fickprodukt“ und/oder das Wort für Afroamerikaner aus der Zeit, als die mehrheitlich Sklaven waren, oder das behauptet, um ein „Argument“ zu erzeugen, und der weiterhin einen etwas freien Umgang mit der Wahrheit als Beispiel für Anstand verwendet, hat möglicherweise etwas andere Vorstellungen von Anstand und Rücksichtsnahme als ich, so dass der ganze Apell an mein Gefühl für Anstand und Artverwandtes eher für die Katz ist.

2 Gedanken zu “Kinderstube

  1. Ich weiß jetzt, warum Nils nicht in Talkshows eingeladen wird.

    Warum ich nicht „Neger“ sagen sollte, erschließt sich mir aus dem Text hingegen nicht. Da fehlt es an der im Englischen möglichen Differenzierung zu „Nigger“, was im deutschsprachigen Raum nun wirklich nur als Schimpfwort gebraucht wird.

    Guten Rutsch!

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  2. Kein Österreicher würde seine Hausangestellte jemals als „Putzperle“ bezeichnen, wie kommt der auf diese Idee? (Höchstens als „Lurchfee“, und daran wäre nichts despektierlich.)

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