Gender Pay Gap für Fortgeschrittene

Gemäß dieser Seite

verdienten Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation im Jahr 2014 pro Stunde 6 % weniger als Männer.

Was jetzt die Obergrenze des bereinigten GPG darstellt, weil unterschiedliche Wochenarbeitsstunden nicht erwähnt werden. Bei einer angenommenen Lebensarbeitszeit von 40 Jahren wären 6 % knapp zweieinhalb Durchschnitts-Jahresgehälter. Ok, oder vllt. auch nicht ok. Gegen die Faktoren, die diesen Teil des GPG verursachen, können Frauen sich mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen aber wehren.

Ich im Unterschied dazu bin (mindestens) ein Jahr später mit dem Studium fertig geworden, habe daher ein Jahr später angefangen, hauptberuflich zu arbeiten, habe ein Jahr später die erste Gehaltserhöhung bekommen, lange Rede kurzer Sinn, habe ein Jahresgehalt weniger bekommen, weil ich ein Mann bin. Der bereinigte GPG beträgt demnach höchstens 1,5 Jahre bei ansonsten gleichen Bedingungen. Effektiv hätte ich vllt. sogar drei Semester, also anderthalb Jahre, einsparen können, aber jetzt mal rein vom Minimalverlust her.

Mein Punkt hier ist, dass ich einer Frau meiner Generation, die sich bei mir über ihre fehlenden 1,5 Jahresgehälter beschwert, sagen kann, dass sie nicht vom Staat per Gesetz dazu gebracht wird, sondern Möglichkeiten hat, die sie vllt. erstmal ausschöpft. Oder, wenn sie das nicht tut, das jedenfalls nicht meine Schuld sei, da nicht sie es ist, der mit der Androhung von bis zu fünf Jahren Haft (inkl. der damit einhergehenden Jahresgehaltsverluste) dazu gezwungen wurde. Oder einem anderen, auch nur annähernd harten Druck gezwungen wird.

Falls sich die eine oder andere Leserin fragt, wovon zum Teufel ich rede: „Allg. Wehrpflicht“

3 Gedanken zu “Gender Pay Gap für Fortgeschrittene

  1. In der verlinkten Studie wird sogar der dickste Brocken (der in den 6% enthalten ist) genannt: Erwerbsunterbrechungen.

    Der Gap ist Folge eines Privilegs: wegen Familie kürzer treten.
    Jaja, ich weiß. Viele Frauen wollen doch sooooo gerne arbeiten. Aber ihr lieben Feministas da draußen: hier geht es um Mittelwerte.
    In den 6% sind auch die Frauen drin, die sagen: und wenn der Job zu stressig wird, dann werde ich eben schwanger. Dadrin sind auch die Frauen, die sagen: wozu tue ich mir ne Schwangerschaft an, wenn ich die Kinder dann eh nur weggebe (wohlgemerkt an den Partner wird auch „weggegeben“).

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  2. Und ein schönes Beispiel wie man auf einen Wage Gap kommt:
    https://www.zeit.de/zett/liebe-sex/2020-12/geld-beziehung-ungleichheit-finanzen-gespraech-liebe

    Zwei Frauen als Paar. Die eine schwanger, verdient zur Zeit 3500€ Netto im Monat. Die andere studiert und verdient mit Nebenjob 400€.

    Die Schwangere will „das ganze Jahr Elternzeit nehmen“. Ich denke, sie meint „den Anspruch auf Elterngeld alleine nutzen“. Das heißt, dass sie nach dem Mutterschutz 1800€ erhalten wird (Deckelung des Elterngelds).

    Die andere hat ihren Job als Polizistin wegen Burn-Out an den Nagel gehängt und studiert Forstwirtschaft („drei Jahre“, also mit Bachelor als Abschluss).
    Als Polizistin habe sie fast so viel verdient wie die Schwangere. Sie ist 30, man kann also davon ausgehen, dass sie bisher nicht befördert wurde. Um auf fast 3500€ Netto zu kommen muss man (nach Besoldungstabelle) mindestens A13 erhalten, d. h. sie war im höheren Dienst.
    Wenn sie nach dem Bachelor wieder in den öffentlichen Dienst strebt, wartet A9 bzw. E9 auf sie.

    An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich die Einstellung der beiden gut finde: niemandem unnötig auf der Tasche liegen und Reserven für knappe Zeiten anlegen.

    … aber: ich selber habe Einkommen gegen Sicherheit getauscht (verdiene als Dipl.-Ing. FH Verfahrenstechnik „nur“ A11), dafür bin ich Beamter auf Lebenszeit. Ich würde meinen abgesicherten Status niemals aufgeben, gerade auch weil ich Vater von bald zwei Kindern bin…

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