Wenn das Geschlecht angeboren ist, dann etwa auch Attraktion?

zu gestern

Die Idee, dass sich Heteros und Heteras bestimmte Körpertypen meistens attraktiver finden als andere, ist nicht neu – Sanduhr bei Heteros und die V-Form bei Heteras.

Dies ergibt vor dem Hintergrund von Jägern und Sammlerinnen am meisten evolutionären Sinn. Bzw., auch bei Jägerinnen und Sammlern, so ganz strikt werden die Aufgaben nicht geteilt gewesen sein.

Jetzt lohnt es sich, evolutionär gesehen, nicht, wenn Frauen sehr viel Muskelmasse aufbauen können, denn eine Schwangere kann trotzdem nicht so schwer heben oder schnell rennen, eine Mutter mit Säugling hat den Säugling zu tragen, beide sollten sich nicht zu weit von der Gruppe entfernen, und von einer halbtoten Gazelle nochmal in den Bauch getreten zu werden, kann zu einer Fehlgeburt führen, so dass Frauen die meiste Zeit über nicht jagen gingen, Männer im Umkehrschluss aber ständig. Das heißt, dass sich Muskelmasse bei Männern umso mehr lohnt, weil sie die Hälfte der Gruppe darstellen, die diese am häufigsten nutzt.

Um das „früher war alles besser“, „edle Wilde“, „paradisischer Urzustand“ und sonstige Klischees zu umgehen – auch die Steinzeit war nicht „friedlich“. Wenn es kein Eigentum gab, gab es aber trotzdem Mangel – mal war Jagdbeute knapp, mal essbare Früchte, mal Wasser, und so gab es bestimmt Konflikte zwischen unterschiedlichen Gruppen, selbst, wenn es innerhalb von Gruppen keine gab (Was ich zwar auch nicht ganz glaube, aber gut). Und rein logisch, die Hälfte der Gruppe, die Waffen zur Jagd einsetzt, damit am besten geübt ist, und deren Tod die Gruppe eher verschmerzen kann, ist dieselbe Hälfte, die Waffen im Kampf gegen andere Gruppen einsetzt. Dass diese Hälfte auch die mit der meisten Muskelmasse ist, macht die Wahl nur NOCH logischer.

Allzeit beachte, wenn ein Mann stirbt, stirbt ein Mann. Wenn eine Schwangere stirbt, stirbt das Ungeborene mit ihr. Wenn eine Stillende stirbt, kann man für das Kind vllt. noch eine Amme finden, aber sonst stirbt es auch. Eine tote Frau kann keine Kinder mehr kriegen, um die Verluste der Gruppe zu kompensieren. Der Schaden, den ein Gruppe hat, wenn eine Frau stirbt, ist mit dem Beitrag der Kampfkraft, den die Frau mitbringt, nicht zu kompensieren. Abgesehen war Kinderkriegen früher ähnlich gefährlich wie Krieg führen, da wäre es schon deshalb unfair gewesen, Frauen ZWEI Risiken auszusetzen, Männern aber nur eines.

Bei den Azteken, technisch gesehen auch noch in der Stienzeit, jedenfalls was die Materialien ihrer Waffen und Werkzeuge betrifft, kam man nicht in „den“ Himmel, weil man als guter Mensch gelebt hat, sondern man musste nur auf die richtige Weise sterben. Frauen im Kindbett, Männer in der Schlacht, und alle, die einer Gottheit geopfert wurden, kamen in die besseren Formen des Jenseits. Und dann wurde natürlich noch mal extra sortiert, Opfer an den Regengott kamen ins Paradies des Regengottes, usw.; diese Religion macht einen schon recht klar, was von einem Individuum erwartet wurde. Soviel zum Thema Unterdrückung im Polytheismus.

Was die Attraktion betrifft, warum sollte sich da was geändert haben? Im 19. Jahrhundert kam man auf die Idee, dass Ärzte sich zwischen Leichenhalle und Kreißsaal wenigstens die Hände waschen sollten. Danke, Semmelweis! Im 20. Jahrhundert haben Fernkampfwaffen eine derartige Reichweite, Präzision, Schussfrequenz und generelle Tödlichkeit bekommen, dass Aktionen wie „den gegnerischen Schützengraben mit Spaten als Nahkampfwaffen stürmen“ kaum noch zum Einsatz kommen, und breite Schultern nicht mehr der Hauptüberlebensfaktor sind. Das sind eine einstellige Anzahl von Generationen, so schnell geht Evolution nicht. Also, die biologische jetzt.

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