Mal was mit Unterhaltung

Hierzu bzw. hierzu.

Es gibt eine neue Staffel, aber nicht mehr mit Ruby Rose.

Neben mehr (ähem) oder weniger freundlicher Kritik daran, Comicverfilmungen als plumpe Feminismusvehikel zu nutzen (ok, MEINE Kritik jedenfalls beruht auf dem „plumpe“), hat Rose auch von der Gegenseite Kritik bekommen. Sie sei nicht lesbisch genug. Also nicht die Rolle der Catwoman in einer Serie, in der es eigentlich schon mehr um Superhelden-Action gehen sollte, sondern Ruby Rose. Die Schauspielerin. Die tatsächlich lesbisch ist. Aber nicht lesbisch genug!

Das ist schon länger her und von daher vermutlich nicht der Grund, dass sie aufhört, aber irgendwie habe ich nicht den Eindruck, dass meine Gegner(m/w/d) Aufklärung und Vernunft seien.

Um zu zeigen, dass ich nicht einfach dagegen! bin, hier drei Ideen, wie man profeministische Botschaften besser rüberbringt. „Problem“ mit Kate Kane, alias Batwoman, ist, dass sie frech und selbstbewusst ist, obwohl sie sich ins gemachte Nest setzt. Ich meine jetzt wirklich die Figur, nicht die Schauspielerin. (Die hatte einen üblen Drehunfall, also hört auf, so zu tun, als wäre das ein Machoding.) Und will man, dass man Feminismus als eine fortgesetzte Taktik darstellt, sich in die gemachten Nester anderer Leute zu setzen? Bitte keine falschen Antworten.

Jedenfalls, Kane stößt in der Serie zufällig beim Versuch, ihre Ex zu retten, auf Batmans Assistenten Luke Fox und das Geheimnis, dass der seit drei Jahren verschwundene Batman ihr Vetter Bruce Wayne war. Also veranlasst sie Fox‘, ihr ein Kostüm anzupassen. Denn es sei erst dann perfekt, wenn es einer Frau passt. Und außerdem macht SIE ab jetzt Batmans Arbeit, und es soll ja nicht ein Mann für die Arbeit einer Frau gelobt werden. Nicht, dass Fox irgendwelchen Fame farmt dabei, aber sie meint Batman. Daher die rote Perücke, obwohl ihr militärischer Kurzhaarschnitt gut unter die Maske… passt vllt. doch besser zur Tarnung.

Jedenfalls, wenn man frech und selbstbewusst ist, sollte man erkennen lassen, womit diese Frechheit und das Selbstvertrauen begründet ist, sonst ist das eher arrogant und großmäulig. Aber dafür hätte ich folgende Abhilfe. Hm-m:

  1. Kane ist seit des tragischen Vorfalls mit dem Autounfall und Batman etwas von Batman besessen. Als er verschwindet, nimmt sie das zu Anlass, sich und der Welt zu beweisen, dass sie die bessere Batperson wäre. Also schneidert sie sich ein Kostüm, beschafft sich ein paar Gadgets und auf ins Abenteuer. Nach der zweiten Folge Verbrecherjagd erregt sie die Aufmerksamkeit und den Ärger Foxens, welcher ihr sagt, dass sie nicht so hart und effektiv ist wie „das Original“ ist. Sie erwidert, dass man mit ihrem begrenzten Budget halt nicht weiter kommt. Sie kann ihn überzeugen, dass sie das nicht für ihr Ego macht, sondern tatsächlich aus edleren Motiven: „Oh nein, meine EX! Ist hetera geworden! Ich MUSS sie befreien!“ und dies und das Talent, welches sie bereits auf eigene Faust bewiesen hat, qualifizieren sie zu einem würdigen Nachfolger(m/w/d).
  2. Als Batman verschwunden ist, war er natürlich für eine Nachfolgeregelung vorbereitet. (Batman ist IMMER auf ALLES vorbereitet.) Und zwar gibt es die Gotham-Schnitzeljagd, die ursprünglich zur Rekrutierung von neuen Robins gedacht war. Bei dieser Schnitzeljagd kriegen ausgewählte Individuen Hinweise, die zu anderen Hinweisen führen. Nur jemand, die oder der so intelligent, akrobatisch, aufmerksam, athletisch, mit diversen Schwarzen Gürteln ausgestattet und willensstark ist wie Bruce Wayne, kann bis zur letzten Station gelangen, wo man erfährt, Batman wäre bürgerlich ein gewisser Wally Wessex. Wer mit dieser Info zur Polizei, zur Presse oder zu Wally Wessex geht, hat den Charaktertest nicht bestanden, aber Kate Kane hätte an der Stelle andere Pläne. So wird sie zur Bat Cave gebracht und erhält das Angebot, die neue Robin zu werden, oder das neue Batgirl. Kane lässt sich mit sowas aber natürlich nicht abspeisen, weil es degradierend ist, das „Anhängsel“ eines Mannes zu sein, sondern lässt sich Batwoman nennen. Nur echt mit knallroten Haaren.
  3. Kate Kane hat seit dem tragischen Vorfall den dringenden Wunsch, Batman die Meinung zu sagen. Dass sie überlebt hat, die anderen aber nicht, nagt an ihr, also rechechiert sie, wälzt Zeitungsarchive und Filmaufnahmen, pinnt bunte Bänder auf einen Gotham-City-Plan an der Wand (bekannte Sichtungen von Batman und geschätzte Zeit nach Auftauchen des Batsignales), um die Lage von Batmans Basis zu interpolieren. Außerdem schlussfolgert sie, was Batman können muss, um das zu tun, was er macht, und eventuell hat sie auch selbst mal Beobachtungen gemacht, als sie Vetter Bruce mal zu Thanksgiving besucht hat oder dergleichen. Jedenfalls gelingt es ihr, Batmans Identität mit Wayne zu ermitteln, und wenn sie in der Höhle steht, dann nur, weil sie genau DAnach gesucht hat, und nicht aus irgendwelchen Zufällen. Dem geschockten Fox erklärt sie, dass eine Detektivin, die so gut ist, Batman im Ermitteln zu schlagen, auch gut genug ist, Batman zu sein. (Das D in DC steht für Detective.) Außerdem ist sie freihändig durchs Fenster im zehnten Stock gekommen.

Variante drei wäre meine Lieblingsversion gewesen, aber in allen Varianten beweist sie ihre Qualifikation, bevor sie irgendwas vom Kuchen kriegt. Und dann kann sie gerne frech und selbstbewusst ohne Ende sein.

Die neue Batwoman ist übrigens intersektional.

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