Job mit Genitalien

Als Mann werde ich oft gefragt:

„Wie fühlt es sich an, wenn man den Job nur wegen seines männlichen Geschlechtsorganes bekommen hat.“

Jedenfalls bei Twitter.

Zu möglichen Antworten habe ich HIER schon was geschrieben, aber ich möchte nicht verschleiern, dass ich dazu tatsächlich Expertise habe. Und zwar nicht, weil ich mal Darsteller in der Pornobranche war.

Der Job war an sich ok, ich hatte einen Posten mit Arbeit an Wochenenden und Feiertagen, aber die Wochenarbeitszeit war normal. Ich durfte Überstunden prinzipiell abfeiern, aber aus Rücksicht auf meine männlichen Mitmenschen nicht an Wochenenden und Feiertagen. Aber dafür gab’s mehr Urlaub als bei anderen. Dass ich leider Gottes einmal 26 Tage am Stück arbeiten musste, wal Pech.

Geld ist natürlich auch ein Thema; genau weiß ich gar nicht mehr, wie viel ich verdient habe, aber schon nach einem halben Jahr bekam ich eine Steigerung meiner Bezüge iHv 10% oder so. Also ein richtiger Batzen. Nur, weil ich ein männliches Geschlechtsorgan habe.

Außerdem wurde ich nach einem Monat zu einer Fortbildung geschickt, die über einen weiteren Monat ging. Alles Leute mit Penis. Die einzigen Personen ohne verschwanden schon vor Beginn der Schulungen. Ich hatte nebenbei das Glück, dass die Seminarräume ganz in der Nähe lagen, andere hodentragenden Kameraden wurden duch die halbe Republik geschickt. Und in der Bibliothek habe ich eine Kurzgeschichtensammlung mit Vance‘ „Mondmotte“ gelesen, und dafür hat es sich schon alleine gelohnt.

Natürlich bin ich über die hodenlose Ungleichbehandlung, also die Ungleichbehandlung der Hodenlosen, rechtschaffen erbost, aber der Job war ok für mich.

Nur einer meiner Mitzivis hatte über die Tür des Ziviraumes „Arbeit macht FREI!“ geschrieben. Und das, liebe Kinder, stimmt nun wirklich nicht. Arbeit macht nicht frei, und Nazis lügen, und das ist sogar noch das Harmloseste an dem Satz. Eine Frau aus der Küche in dem Altenheim meinte, dass der Spruch besser wegsollte, bevor es richtig Ärger gibt, aber ich habe keine Ahnung, wie das ausging, weil ich da schon meine Restdienstzeit mit meinen üppig angelegten URLAUB verbringen konnte, WuHuu!

So Geschlechtsorgane sind schon was Tolles.

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