Ghetto-Kinder(m/w/d)

Mal ohne Wortspiel mit taz.

Eine Welt ohne Heten: Besser als jede Aspirin

tl,dr: Mit Heteroas hat man viel Kopfschmerzen. [Witz über Hetera mit Migräne einfügen]

Auf der Dating-Plattform OkCupid gibt es die Funktion „Don’t want to see/be seen by straight people“.

Ja, DAS ist doch mal eine nützliche Sache; früher stand in Kontaktanzeigen: „Nur ernstgemeinte Antworten erbeten“, heute kann man die Partnersuche online optimieren. Die Wunder der Technik.

 die Möglichkeit, mit einem einzigen Häkchen zu deaktivieren, dass ihre Profile für heterosexuelle Personen sichtbar sind – und vice versa.

Was ich davon hätte, dass mein Profil von einem Hetero gesehen wird, wenn ich Heteras suche, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Vermutlich glauben die nicht ans generische Maskulinum und verstehen daher „Partnersuche“ falsch.

Parallelgesellschaft per Mausklick sozusagen. Manchmal wünschte ich, es gäbe ein Real-Life-Plugin. Für ein paar Stunden, Tage, Monate oder ein Leben lang unsichtbar für Heten sein

Viele Homosexuellenphobiker, oder wie die heißen, wünschen sich ebenfalls, keine Homosexuelle sehen zu müssen. Was sagt uns das? Dass HY nicht alles konsequent zuende denkt, und sich nicht in andere hineindenken kann.

Klar, einige von uns würden ihre Familien nicht mehr sehen, und manche ihrer Freund:innen auch nicht

Das ist etwas, was viele Schulenhasser billigend in Kauf nehmen würden.

es gibt schließlich auch okaye bis tolle Heteros.

HY hat nichts gegen Heteros. Einige von HYs besten Freunden sind Heteros.

Aber die Mehrheit dieser Demografie fickt einfach den Kopf.

Nun, auch bei Heteroas liegen die Geschlechtsorgane weiter unten, aber ok, manche benutzen auch den Mund für Sexpraktiken, und manche denken mit den Genitalien. Fragt sich nur, ob das „die Mehrheit“ ist.

Wie würde sie aussehen, gegenseitige Unsichtbarkeit zwischen Queers und cis Heten?

Cisheten oder Cis-Heten, zur besseren Lesbar- und Aussprechbarkeit, bitteschön. Und Trans-Heteroas dürfen mal wieder zusehen, wo sie bleiben. War ja so klar..

Auf jeden Fall weniger brutal.

Auf jeden Fall wäre das ein Ghetto. Eine komplette Trennung in Hetero- und Homosexuelle wäre einfach Ghettoisierung. Und, wie gesagt, die, die am meisten gegen Schwule und Lesben sind, hätten da am wenigsten gegen.

Einfach in der Öffentlichkeit draufloszuknutschen wäre nicht mehr von der Angst begleitet, im nächsten Moment angegriffen zu werden.

Das wohl schon. Andererseits, man müsste um sein Ghetto eine Mauer haben, oder wenigstens einen gescheiten Zaun, damit das zuverlässig klappt.

Wie könnten Straßen aussehen, auf denen sich Menschen weniger verstellen, verstecken, kleiner machen?

Asphaltiert? Betoniert? Gepflastert? Grau? Aber die eigentliche Frage ist doch: sind das Bürgersteige oder Bürger*innensteige?

Hinsichtlich der Fashion würden Türen geöffnet: Endlich geile Outfits ballern, ohne als Freak zu gelten,

Den Ledermantel, für den HY letztens Werbung machte, finde ich tatsächlich schön. Problem an der Sache – ich weigere mich, einen vierstelligen Betrag für Klamotten im Jahr rauszuhauen. Oder wenn doch, dann, weil ich SO hart abnehme, dass ich mich komplett neu einkleiden muss. Nicht für EINEN EINZIGEN MANTEL! Freak.

ohne von den falschen Leuten gegeiert zu werden

Upps, sorry!

und ohne die Tränen deiner local Anna-Lena,

Doch. Ich will Anna-Lena weinen sehen. Warum auch immer sie „local“ ist.

die sich neben dir langweilig fühlt

Weil sie keine Werbung für zwar schöne, aber leider unangenehm teure Lederjacken machen darf?

als wäre es per Zwangsvorschrift auferlegt, dass sie von Kopf bis Fuß in s.Oliver gekleidet ist.

Halloho? Anna-Lenas IST es per Zwangsvorschrift auferlegt, s.Oliver zu tragen oder nackt zu sein. Das ist kein freies Land oder so.

Der Nachteil: Ohne den permanenten Anblick von Typen in Camp David und Frauen in Street One fehlt auf lange Sicht die Inspiration zum Camp.

Heult DOCH! Könnt Ihr nicht EINmal was machen, ohne Euch an Heteroas anzubiedern oder Euch von ihnen abzugrenzen? Wie alt seid Ihr?

Dafür gäbe es seltener Missverständnisse wegen Codes. Und bessere Witze.

Jagut, das wird schon so sein. Schon, weil da sehr viel Luft nach oben ist. Die Welt ist schlecht.

Verloren ginge jedoch einiges an Meme-Material.

Ach, Gottchen, ja. Weil es viel zu wenig davon gibt, oder? Bestimmt ist das ein riesen Problem für zukünftige Generationen.

Zumindest eine ganze Sparte an Comedy bliebe uns erspart. Der Karnevalsauftritt von Annegret Kramp-Karrenbauer wäre keine Referenz mehr.

Ja, aber da fällt mir ein – bekommen alle Bundesländer eigene Homo-Ghettos oder bilden alle ein neues, eigenes Bundesland? Wollen Schwule und Lesben ins selbe Ghetto? Wenn nicht, dürfen sich homosexuelle Diverse ihr Ghetto aussuchen? Müssten Menschen, die non-binär, aber sexuell sind, nicht eigentlich nur mit anderen Non-Binären schlafen? Oder wenn nicht, sind die dan bisexuell oder trisexuell? Dürfen sich Bisexuelle aussuchen, in welches Ghetto sie kommen? Denkt das mal irgendwer zuende? Hallo?

Generell weniger Fasching: Endlich wieder von Partys nach Hause kommen, ohne von Heteros auf der Tanzfläche vollgeglitzert zu werden.

Wo feiert man bitteschön Fasching? Im Rheinland heißt das Karneval, und in Westfalen muss man sich darum gar keine Gedanken machen.

Vielleicht ist das auch ein Wunschdenken, das die Transfeindlichkeit, die Misogynie, den Antisemitismus und den Rassismus unter Queers negiert.

Achwas, das ist Einbildung. Aber natürlich kann man auch Ghettos für Transsexuelle, Juden und sonstige Minderheiten einführen, wenn man schon dabei ist. Was? Ich habe damit nicht angefangen.

Denn laut einer neuen Studie der University of California in San Francisco stellte sich heraus, dass lesbische, schwule und bisexuelle Personen zu 58 Prozent häufiger von Migräne betroffen sind als heterosexuelle.

Diese Studie wurde in den USA gemacht und gilt insofern nur für diese. Dass der Stress, sich über seine Sexualität mehr Gedanken zu machen als die Heteroas, Migräne verursacht, ist natürlich eine plausible Arbeitshypothese, aber ob das durch Ghettoisierung (Trennung von Familie, Alibi-Heteroa-Freunden und beruflichen Umfeld) besser würde, oder ob man dann nur einen Stress gegen einen anderen austauscht? Nagut, ohne Beruf ist vieles entspannter. Aber eigentlich will HY doch nur weg von Anna-Lena.

Worauf sich alle einigen können: Heten ficken einfach den Schädel.

Wer ist „alle“? Und woher kommen dann die ganzen Heteroa-Kinder her? Sind das alles Kopfgeburten?

In der Bekämpfung der Hetero- und Cisnormativität schlummert also ein Versprechen: das vielleicht effektivste Mittel gegen Kopfschmerzen.

Weil alle Heteroas, die Migräne haben, in Wahrheit keine Heteroas sind und instant damit aufhören würden, würden sie mit ihrem Heteroa-Kram aufhören? Ich glaube nicht, dass die Studie das gemeint hat.

Ein Gedanke zu “Ghetto-Kinder(m/w/d)

  1. Was für ein hilfloses Gestammel von dieser Person (ich weiß immer noch nicht, was die fette Frau selber zu sein halluziniert, sorry). Was waren das noch Zeiten, als Mitarbeiter von Zeitungen sich noch überwiegend unfallfrei in der jeweiligen Landessprache ausdrücken konnten. Noch vor wenigen Jahren hätte dieses Elaborat berechtigten Anlass gegeben, die „Verfasserin“ knapp am Rande einer geistigen Behinderung einzuordnen, keinesfalls aber als Autorin einer Tageszeitung (nicht einmal DIESER Tageszeitung).

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