Warum Feministen für Feministinnen begehrenswerter sind

Oder: wie man Pick-Up und Realsatire unter einen Hut kriegt, und trotzdem Sex haben kann.

Weil Feministinnen darauf stehen!

denn:

Feministen sind die besseren Liebhaber

Und das ist natürlich kein generisches Maskulinum, nur die männlichen Feministen sind die besseren männlichen Liebhaber. Bisschen fies gegenüber den sonstigen feministischen Menschen, aber wenn eine Feministin das selbst sagt, muss es ja stimmen.

Aber was macht sie zur Krönung der Sex-Schöpfung?

Sie schreiben mit, wenn FeminisINNEN über ihre nicht-so-guten Erlebnisse reden. Die ganzen lila-Pudel-Witze sind nur ein Klischee, einige männliche Feministen haben ja wirklich Sex.

Es war klar, worauf alles hinauslaufen würde. Ich mochte den Typen, nennen wir ihn Tom, und er mochte mich. Außerdem hatten wir Wodka getrunken.

Hohe Alkohol-Dosen sind nichts, was ich in dem Zusammenhang empfehlen würde, liebe Kinder, also Wein geht auch. Oder Bier, wer darauf steht (Freak!).

Da saßen wir also auf dem Sims vor der Bar und rauchten.

Und Zigaretten sind auch nicht gesund. Aber hey, Vorbildfunktion: so wird’s gemacht!

Ich hätte schwören können, dass wir beide dasselbe wollten: … Ich war sowas von bereit, und ich zeigte es.

Ab einer bestimmten Promille-Grenze ist man nicht mehr geschäftsfähig, und vor Gericht hätten eidesstattliche Versicherungen über Sachverhalte, deren Zeuge man war, aber unter Drogeneinfluss, wenig wert. Aber ja, gutes Beispiel.

Tom lächelte zwar, doch machte er keine Anstalten, körperlich zu werden. Stattdessen sagte er: „Ich würd dich gern küssen. Darf ich?“

Das ist die Stelle, wo ein Feminist und ein Mann, der sich über Feministen lustig macht, nicht mehr zu unterscheiden sind.

Fast wäre ich vom Sims gefallen.

Mangelndes Gleichgewicht ist übrigens ein Symptom einer Überdosis Alkohol. Bitte nicht nachmachen, liebe Kinder.

„Mit solchen Fragen machst du die ganze Stimmung kaputt. Du wirst doch wohl gemerkt haben, dass ich Bock habe!“

Nein, liebe Kinder, Männer können KEINE Gedanken lesen. Und wenn sich die Stimmung durch so eine Frage kaputtmachen lässt – hmm, wer wollte denn das?

„Das habe ich mir zwar gedacht. Aber kann ich es sicher wissen, wenn du nicht ausdrücklich zugestimmt hast?“

Mein Reden. Nein, ich war das nicht. Aber das kommt davon, wenn entweder Theorie auf Praxis trifft oder Satire auf Theorie – es wird absurd.

Ein Verfechter des Zustimmungskonzepts also.

Oder jemand, der das Zustimmungskonzept parodiert. Und zwar hart. Und die Feministin kann natürlich nein sagen, aber dann macht sie die Stimmung selbst kaputt.

Eine super Sache im Grunde, doch von mir unter der Rubrik „komplizierter, nicht praktikabler Scheiß“ abgelegt.

Niemand zwingt sie, ja zu sagen. Außer, dass sie ja WILL, dass er sie küsst. Nebenbei, wenn ihr das zu kompliziert ist, auf SEINE Fragen zu warten, könnte sie ja einfach IHM sagen, was er machen soll, oder aber IHN fragen, wenn sie Angst hat, dass er nicht „Nein“ sagen kann und von ihr über“mannt“ wird.

Er war nicht nur der erste mir persönlich bekannte männliche Feminist. Er war offensichtlich auch noch straighter darin, als ich es war.

Ja, dass der schwul ist, hat hier auch keiner angenommen.

Einerseits fühlte ich mich um die Leichtigkeit der Situation betrogen – schließlich sollen sich Zärtlichkeiten wie von selbst ergeben.

Nein. Sie wurde darum betrogen, dass der Typ dem Risiko einer Abfuhr ausgewichen ist. Bzw., wenn sie jetzt gesagt hätte, dass das eben fair und gerecht sei, dass beide Geschlechter sich aussuchen dürfen, wie sie flirten wollen, und niemand irgendwelchen Rollenklischees hinterherrennen müsse, wäre das tatsächlich Gleichberechtigung. Aber sie argumentiert nicht mit dem Vorteil für IHN, sondern nur für sie.

Andererseits fielen mir ad hoc zahllose Situationen ein, in denen sich Typen absolut sicher waren, …

Ich frage nicht, wieviel Wodka DIE vorher getrunken haben. Aber ja, entweder ist der Typ ein echter Feminist, oder, er macht sich über sie lustig und fragt sich, wie weit er gehen kann.

 „Und genau darum frage ich vorher, und zwar immer“

Mehr Satire geht einfach nicht. Hurra für Juvenal!

Wir kamen uns in dieser Nacht noch ziemlich nahe. Vor jedem weiteren Schritt fragte er, ob er dürfe. Ob ich wolle.

Man beachte, dass er nicht einmal fragt: „Was soll ich jetzt machen?“ Oder allgemein nach „Regieanweisungen“. Das eine selbstbestimmte Feministin einfach von alleine sagt, was er machen soll, wäre ja Eigeninitiative.

Und obwohl ich jedes Mal irritiert war und insgeheim dachte: „Alter, mach doch einfach!“,

Selber schuld. Ich glaube immer noch, er macht sich HART über das Zustimmungskonzept lustig.

Das Fragen macht einen Unterschied. Aber auch sonst war der Sex mit diesem Mann die absolute Ausnahmeerscheinung.

Ja, weil der Sex durch die zwischengeschaltete Bürokratie natürlich deutlich länger dauert. Eine positive Begleiterscheinung nicht nur des Zustimmungsprinzipes, sondern auch von Ironie und Sarkasmus.

1. Er steht auf Konsens

Ja. Nichts törnt mehr ab als Dissens im Bett.

2. Er redet

Im Unterschied zu ihr, vermutlich.

3. Er will, dass du auf deine Kosten kommst

Hihi, Kosten. Andere Männer zahlen einfach den Wodka.

4. Er verehrt deinen Körper

Jetzt wird es komplizierter…

Hast du Lust, dich wie eine Königin fühlen?

Bestimmt.

Wie ein gottgleiches, überirdisch schönes Wesen?

Warum sich mit weniger zufrieden geben?

Meist fällt es uns schwer, das zuzulassen.

Ja, Frauen sind untereinander manchmal sehr fies.

Wir sind es gewohnt, uns schlecht zu machen oder schlecht machen zu lassen.

Ja, man sollte dazu auch jemanden Fragen, der auf Frauen steht. Oder die, meinetwegen, aber meistens ist das ein der.

Der Feminist hingegen wird dir sagen, wie schön er deinen ganz und gar nicht perfekten Bauch findet, und wenn er es nicht sagt, wird er es dich durch seine Berührungen spüren lassen.

Weil es nicht sein kann, dass er einfach denkt: „Wenigstens ist der Hintern toll?“ Man muss weder Feminist noch Satiriker sein, um ernsthafte Kritik oder gar Bodyshäming an der Frau, mit der man gerade Sex hat, zu verkneifen. Oder Telepath. Ein bisschen Höflichkeit und gesunder Menschenverstand halten die meisten Männer von sowas ab. Außer Klaus, aber Klaus ist wirklich komisch. Und hat selten öfter als einmal Sex mit derselben Frau.

Dein Körper ist ihm ein Tempel, und genau so wird er ihn behandeln.

Alsooo, mit Sperma vollspritzen? Komische Religion…

5. Er bedankt sich

Achja, genau. Da war ja was…

6. Der Sex mit ihm kann (trotzdem) wild oder hart sein

Der Sex könnte auch dann hart sein, wenn die Frau genau DAS vorher sagt. „Oh, ich will wilden und harten Sex, traue mich aber nicht, dass zu sagen, weil ich so ein schüchternes, wohlerzogenes Mädchen bin…“ Irgendwie ist hier das Argument, dass männliche Feministen deshalb besser im Bett sind, weil sie Frauen nicht aus ihren Komfortzonen holen, wenn’s um Sex geht.

Männlicher Feminismus lohnt sich schon allein aus sexuellen Gründen.

Für die Frau jetzt? Was hat er davon, außer diesem gratis Empfehlungsschreiben?

Und sind das nicht immer die besten?

Nein. Umweltschutz ist wichtiger als Sex.

Dieser Text wurde zum ersten Mal am 04.08.2017 veröffentlicht und am 10.10.2020 noch einmal aktualisiert.

Satiriker, aufgepasst! Parodiert das Zustimmungsprinzip bei jeder Feministin, mit der Ihr ins Gespräch kommt – entweder, sie bricht die Angelegenheit genervt ab, was beweist, dass Feministinnen das selbst nervig finden, oder, ihr habt Sex mit einer Feministin und werdet weiter empfohlen. Win-Win!

3 Gedanken zu “Warum Feministen für Feministinnen begehrenswerter sind

  1. „Also drehte ich mich zu ihm, machte meinen bezaubernden Augenaufschlag und öffnete meine Lippen ein ganz kleines bisschen. Ich war sowas von bereit, und ich zeigte es.“

    Also ehrlich, ich hätte das nicht so eindeutig erkannt, dass sie will.

    Kleiner Tipp fürs nächste Mal, wenn du es willst: sag es einfach!

    Like

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