Besser als gar nicht

“Wir sollten aufhören, die Wiedervereinigung als große Erfolgsgeschichte zu verkaufen”

tl,dr: manche Menschen finden, dass sie von der Wiedervereinigung nicht besonders profititeren. Da diese aus dem Osten kommen, ist nicht auf Anhieb klar, warum.

Anekdotische Geschichte: Eine Cousine von mir war zufällig auf Klassenfahrt in Grenznähe, als die Mauer fiel. Mit auf Klassenfahrt waren Ausstauschschüler aus England oder so. Die Deutschen in der Klasse jubelten der Trabbikolonne zu, die Englischen standen daneben und verstanden irgendwie nicht, was los war.

Wir haben sechs Nachwendekinder, die sich in Ostdeutschland politisch engagieren, gefragt

Ostdeutsche Nachwendekinder. Westdeutsche Nachwendekinder würden vllt. sagen, dass sie sich für Ostdeutschland freuen, aber selbst nicht allzuviel davon hätten. Was so natürlich auch nicht stimmt, weil mehr Märkte mehr Umsatz und mehr Geld bedeutet, aber jut.

Jakob Springfeld, 2002 in Zwickau in Sachsen geboren.

… Ich würde mich nicht als ostdeutsch bezeichnen. Mein Onkel ist nach der Wende in den Westen gegangen. In meiner Zwickauer Familie war er immer „der Wessi“.

Ja. Mein Opa ging bald nach dem Krieg in den Westen. Keine Ahnung, ob die Familie seines Bruder ihn Wessi nannte. Unsere Hälfte der Verwandtschaft nannte die andere Seite aber nie „Ossi“, soweit ich dabei war. („Ostzone“, als es noch die DDR war, allerdings schon.)

Mit dem Sohn meines Onkels verstehe ich mich total gut, wir haben uns nie als „der Ossi“ oder “der Wessi” betrachtet.

Tja, daran sieht man das Zusammenwachsen. Eine Cousine von mir ist zum Studieren nach Dresden gezogen. Wenn ich sie jetzt in Köln besuche, verstehen wir uns auch ganz gut. Toitoitoi.

Lilly Blaudszun, 2001 geboren und in Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen

Wäre ich meine Mutter, hätte ich mir gewünscht, dass mein Kind sich 2020 nicht mehr als ostdeutsch definieren muss

Die Vereinigung von Nordrhein und Westfalen ist mehr als DOPPELT solange her. Dennoch definiere ich mich als Westfale. Wie kommt sowas nur? Und Köln und Düsseldorf versehen sich auch nicht, obwohl BEIDE Rheinländer sind. Irre.

Ich habe erlebt, dass man sehr schnell mit Aussagen wie „Der Osten besteht doch nur aus Nazis“ konfrontiert wurde. Da geriet ich automatisch in eine Verteidigungshaltung, weil das ein falsches Klischee ist.

Es ist insofern falsch, weil damit suggeriert wird, dass das ein rein ostdeutsches Problem wäre. Nein, ist es nicht; dass perspektivlose Infrastruktur Menschen unzufriedener mit ihrem Staat macht, und daher mit der Demokratie als solcher, sollte man aber vllt. trotzdem im Hinterkopf haben.

Meine Oma hat mir beispielsweise erzählt, wie wichtig der solidarische Zusammenhalt während der DDR war. Ich glaube, diesen Zusammenhalt gibt es bis heute und er ist etwas, das mich als Ostdeutsche geprägt hat.

Außer mit Gastarbeitern aus Mosambik und Vietnam jetzt? Solidarität mit der eigenen Gruppe und Ausgrenzung aller anderen ist jetzt etwas, was auch Nazis praktizieren. Wer in den Westen geht, wird zum Verrät Wessi. Oder jedenfalls ist Solidarität nicht ganz so menschenfreundlich, wie oft getan wird.

Die Wiedervereinigung ist für mich etwas, das leider immer noch nicht vollendet ist. Das betrifft nicht nur ungleiche Löhne oder Renten,…

Ok. Das ist eine Stelle, wo ich dem Begriff „Privilegien“ ohne Vorbehalt oder Einschränkung gelten lasse. Und ja, nach dreißig Jahren könnte man ja mal darüber nachdenken, welchen SINN das noch haben soll. Aber hm, wieso beschwert sich ein SPD-Mitglied darüber?

…sondern auch, dass wir immer noch in einer westdeutschen Dominanzgesellschaft leben oder dass Ostdeutsche in entscheidenden Positionen nach wie vor unterrepräsentiert sind.

Stimmt, Merkel ist ja keine richtige Ostdeutsche, die wurde in Hamburg geboren. Aber ja, rd. ein Fünftel aller Deutsche sind Ostdeutsche. Rd. ein Viertel aus NRW. Mein Regierungsbezirk hat mehr Einwohner als die meisten Ost-Bundesländer. Menschen mit Migrationshintergrund liegen VOR Menschen mit Osthintergrund, allerdings gibt’s da eine Schnittmenge. Von denen hier min. DREI interviewt werden.

Meine Generation ist die erste seit der friedlichen Revolution, die dieselben Startvoraussetzungen wie gleichaltrige Westdeutsche hat. Ich kann genauso Bundesverfassungsrichterin werden wie Westdeutsche.

Ja, dann mach doch. Oder sorge für Lohnangleichungen. Meine Güte.

Dennis Chiponda, 1991 in Senftenberg in Brandenburg geboren.

Ich habe oft darüber nachgedacht, was es für mein Leben bedeutet hätte, wenn es die DDR noch geben würde.

Man würde Dich nicht für eine Zeitung interviewen? Eine Ostzeitung nicht, weil die keine Minderheitsmeinungen wiedergibt, eine Westzeitung nicht, weil man westdeutsche Journalisten das nicht erlaubt hätte? Um jetzt einen der offensichtlichsten Nachteile zu benennen.

Ich war aufmüpfig und habe ein große Klappe. Ich wäre wahrscheinlich in der DDR in ein Erziehungslager gekommen.

Tja.

Ich hätte mich wahrscheinlich auch nicht politisch engagiert, nie im Ausland gelebt und einen ganz anderen Beruf gelernt.

Die Vorteile der Wiedervereinigung in elegantester Zusammenfassung, meine Damen und Herren. Zusätzlich zum Vorteil, dass man die Nachteile der Wiedervereinigung benennen darf, ohne, dass das zensiert wird.

Immer wieder heißt es ja von manchen Westdeutschen: „Hört auf zu jammern, ihr habt doch den Soli von uns bekommen und es ist doch jetzt auch mal gut.“

Ok, das ist nicht nett formuliert. Positiv formuliert müsste es heißen: „Ihr profitiertet deutlich mehr von der Einheit als wir. Sowohl in ideellen Werten wie Freiheit, als auch rein materiell, habt Ihr mehr gewonnen als wir, weil wir fast dasselbe haben wie vorher.“

Wenn ich mir anschaue, dass bei mir zu Hause in Brandenburg auf dem Land der Bus nur einmal die Stunde fährt, dass diskutiert wird, ob Krankenhäuser oder Schulen geschlossen werden und es für die Jugend dort eigentlich keine Perspektive gibt, stellt sich natürlich die Frage: …

Wer hindert Euch daran, Euer Bundesland attraktiver zu machen? Elektroautofabrik in Brandenburg? Irgendwas?

Die jungen Leute, die die Zukunft gestalten müssten, gehen weg.

Das war ja der Sinn dieser Mauer: dass die Leute nicht weggehen. Wenn niemand im Osten leben will, ist das natürlich die Schuld des Westens.

Es war komisch, dass ich plötzlich nicht „der Schwarze“ war, sondern eine andere, für mich neue Minderheit darstellte.

Immerhin, als Schwarzer aus dem Osten wird man nicht für einen Nazi gehalten. Zwischentest für aufmerksame Leser und die Leserin, wie geht der Dialog korrekterweise weiter:

„Woher kommst Du?“ – „Aus Leipzig.“

  1. „Nein, ich meine wirklich?“ – „Mein Vater aus Mosambik, meine Mutter aus Polen.“
  2. „Echt, aus Sachsen? Dafür sprichst Du aber gut Deutsch.“ – „Danke, das höre ich öfters.“
  3. „Echt, mit DER Hautfarbe? Respekt, dass Du solange überlebt hast.“ – „Ach, jetzt wohne ich ja in Nürnberg.“
  4. „Ach? Also, mein Vater ist aus Wetter an der Ruhr, meine Mutter aus Mülheim an der Möhne, und ich wohne jetzt in Mülheim an der Ruhr. Witzig, oder?“ – „Kennste Wayne?“?

Alles andere als 4. ist rassistisch und ostdeutschenfeindlich. Wenn Eure Eltern nicht aus Wetter oder Mülheim sind, sagt am besten gar nix.

Nhi Le, 1995 in Thüringen geboren. Lebt in Leipzig und arbeitet als Journalistin und Speakerin.

Meine Mutter und mein Vater … aus Vietnam in die DDR. Ihr Schicksal .. ist untrennbar mit der DDR verbunden, oft als Vertragsarbeiter*innen.

Das sind nicht dieselben Vietnamesinnen und -namesen, die „Saigon“ sagen statt „Ho-Chi-Minh-City“, oder? Ich will damit nicht sagen, dass Leute aus Vietnam alle gleich aussehen, aber Leute aus Vietnam sehen den Unterschied zwischen West- und Ostdeutschen ja auch nicht.

Das war aber nicht der nette, geschwisterliche Austausch, als der er verkauft wurde.

Wenn erklärte Kapitalismusgegner schon etwas „verkaufen“, kann das nur was schlechtes sein.

Sie wurden abgeschottet, rassistisch angefeindet und ausgebeutet. Deshalb stört es mich, wenn heute gesagt wird: „Vietnames*innen bleiben ja auch gerne unter sich.“ Denn dieses Unter-sich-bleiben war gewollt.

Ja, war gewollt, jetzt ist es das nicht mehr. Leute mit vietnamesischen Wurzeln dürfen sich mit Leuten mit mosambikanischen Wurzeln oder Sorben fraternisieren. Oder sororisieren. Oder halt welchen aus Leipzig. Wenn’s denn sein muss. Wie kommen die, die vor den Kommunisten nach Westdeutschland flohen, und die, die in die „brüderliche“ DDR gingen, eigentlich miteinander klar? Reden die inzwischen wieder miteinander?

Wenn darüber gesprochen wird, dass die Wiedervereinigung für Ostdeutsche einen krassen Umbruch in der Biografie bedeutete, gehen viele von der weißen Mehrheitsgesellschaft aus

Ja, man ging davon aus, dass Vertragsarbeiter der Kommunisten wieder zurückgingen. Ist natürlich blöd – wer will in ein kommunistisches Land, wenn man mit weniger Aufwand im Kapitalismus leben kann?

Viele sollten abgeschoben werden und vielen, die blieben, blieb oft nur die Selbstständigkeit.

Ach? Kaufmännisches Unternehmertum? Eigenes Geld verdienen? Angebot und Nachfrage und Marktwirtschaft und die Freiheit, dass man auch in ein Land gehen könnte, dessen Sprache die eigene Muttersprache ist? Ja, das mit dem Abschieben wäre schon fies gewesen.

Deshalb gibt es zum Beispiel so viele Geschäfte von Vietnames*innen in Ostdeutschland.

Joah. Offenbar sahen diese eine Chance darin, in der BRD zu leben und zu arbeiten, die man anderswo (aka „Vietnam“) so nicht gehabt hätte. Wo ist jetzt das Problem? (Früher gab’s in der BRD den Spruch: „Dann geh‘ doch nach drüben! (…wenn Dir was nicht passt.)“ Ich fand den schon damals blöd, heute doppelt, dreifach blöd zu Leuten von „drüben“, und vierfach blöd gegenüber den Kindern von Leute, die tatsächlich noch weiter nach drüben hätten gehen können. Aber nunja…)

Geografisch, und weil es große strukturelle Unterschiede zu den westdeutschen Bundesländern gibt.

Beschwere Dich doch bitte bei der SPDlerin von weiter oben, die sich auch darüber beschwert. Ihr steht nicht mehr unter Besatzungsrecht.

 Ich selbst stelle mich aber nie als Ostdeutsche vor. Mein Selbstverständnis ist Deutsche oder Vietdeutsche.

Und ich stelle mich nie als Westdeutscher vor, mein Selbstverständnis ist Deutscher oder Westfale. Da sind wir doch auf einem Nenner.

Zum Tag der Deutschen Einheit sollten wir von diesem romantisierenden Narrativ wegkommen und aufhören, die Wiedervereinigung als große Erfolgsgeschichte zu verkaufen.

„Wir“ „verkaufen“ hier gar nix. Die DDR war offensichtlich nicht nur eine menschenfeindliche Diktatur, sondern unterstützte insbesondere Rassentrennung. Nicht Rassismus, Rassentrennung. Sagst du selbst. Wie kann das Ende davon kein Erfolg sein?

Einerseits wegen der biografischen Brüche, die alle betroffen haben.

Ähh, ja? Wenn die DDR einfach aufgehört hätte, eine Diktatur zu sein, aber dann ein eigener Staat geworden wäre, hättet Ihr dieselben Brüche gehabt. Oder andere, aber ähnlich tiefgreifende. Ihr hättet nur keine echte Chance gehabt, in die Westdeutsche Politik einzugreifen, deren Bürger Ihr nicht geworden wäret. Ihr hättet keine Bodenschätze, landwirtschaftliche Produkte oder sonstwas zum Export, was Eure Nachbarländer nicht auch hätten. Sorry, das ging nicht besser.

Andererseits, weil die Wiedervereinigung auch erstarkenden Nationalismus bedeutet hat.

Ja? Eine Nicht-Vereinigung hätte Nationalismus verhindert? Weil…?

Das war ein wesentlicher Faktor bei den rassistischen Pogromen der 90er-Jahre. Diese Pogrome fanden nicht nur im Osten statt.

Ja, weil es auch vorher schon Nazis im Westen gab. Auch Neo-Nazis. Und Migration. Die Wirkung der Wiedervereinigung ist wohl eher homöopathisch zu sehen.

Ich wünsche mir deshalb, dass zu 30 Jahren Einheit nicht nur gejubelt wird, sondern Menschen sich auch fragen: Inwieweit hat die Wiedervereinigung beim Erstarken von Rassismus und Rechtsradikalismus eine Rolle gespielt?

Wer jubelt? Aber die Antwort ist: Rassismus und Rechtsradikalismus gab es vorher und unabhängig von der Wiedervereinigung.

Jessica Adi Mescheritzki, 1999 in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt geboren.

…Und die Reaktion war häufig: „Halle? Kenne ich gar nicht?“

Tja nun. Das kommt in der Gerd-Show vor: „Dresden, Halle, Leipzig: alle Menschen sind gleich. Mir jedenfalls.“ Wer das nicht kennt, echt jetzt?

Dass viele gleichaltrige Westdeutsche Städte im Osten gar nicht kennen – aber andersrum voraussetzen, dass man jedes Kaff in NRW kennt.

Nein, natürlich nur die westfälischen Käffer. Rheinland ist eh‘ egal. Funfact: Die 12 bevölkerungsreichsten NRW-Städte haben mehr Einwohner als Halle an der Saale (13, wenn man Aachen mitzählt). Oder die andere große Stadt in Sachsen-Anhalt: Magdeburg. Immerhin, 10 kreisfreie Städte in NRW sind kleiner als jede sachsen-anhaltische kreisfreie Stadt. Außer Dessau-Roßlau. Ernsthaft, das tolle Gefühl, wenn man aus dem Osten kommt und ALLE Städte seines Heimatbundeslandes an EINER Hand aufzählen kann, die mehr als 60.000 Einwohner haben. Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg haben je drei davon, Thüringen vier und Sachsen fünf (drei davon kreisfrei). Und Berlin genau eine (Bärlin, aus Bärlihn, innn Bährliihhn!). 19 insgesamt. Neunzehn! Nein, man kann nicht jedes Kaff in NRW kennen. Es ist tatsächlich einfacher, die Städte im Osten mit 60k+ Einwohnern auswendig zu lernen als die in NRW mit 100k+.

Aber wir sind keine Einheit, es gibt noch viele Unterschiede.

Straßenkarneval. Deiche. Diese komische Partei, die man nur in Bayern wählen kann. Halloho? Wir sind eine Föderatiohon. Wir müssen nicht alles gleich machen. Gleichmacherei ist so ein Kommunistending.

Ich hab mich immer gefragt, warum meine Eltern nicht in den Westen gezogen sind, schließlich gibt es da die besseren Jobmöglichkeiten. Dabei kam raus: Sie hatten gar keine Wahl.

Ja, hatten. Sind sie inzwischen dt. Staatsbürger? Wenn ja, könnten sie jetzt woanders hin. Wenn nicht, ok, dann ist das Problem hier, dass die Wiedervereinigung eines Staates für einen Menschen extrem nutzlos ist, der dessen Staatsbürgerschaft nicht hat.

Ich bin in der jüdischen Gemeinde in Halle aufgewachsen. Was Erfahrungen mit Antisemitismus angeht, habe ich nicht den Eindruck, dass es einen Unterschied zwischen Ost und West gibt.

Ja, wenigstens etwas. Ich freue mich trotzdem, wenn Juden sagen: „Ich ziehe nach Deutschland!“ Oder Jüdinnen, ist ja gut.

Es ist ein klassisches Vorurteil über Ostdeutschland. Die Leute hören „Halle“ und denken an den Anschlag und Nazis.

Immerhin, sie haben inzwischen von Halle gehört.

Leider hat die deutsche Polizei ein gewaltiges Rechtsextremismusproblem.

Und das ist jetzt wieder die Schuld der Wiedervereinigung, weil… isso?

Anna Gorskih, 1992 in Tomsk (Russland) geboren und in Meißen in Sachsen aufgewachsen

…Ich bin erst mit 12 Jahren mit meiner Familie aus Russland nach Meißen in Sachsen gekommen und habe keine Verwandten, die die DDR selbst erlebt haben.

Ähhhhh, danke trotzdem für Deine Meinung.

Was mich aber mit meinen Mitschüler*innen verbunden hat, war die Erfahrung von Arbeitslosigkeit, sozialer Unsicherheit und Zukunftspessimismus; das gab es auch im Russland der 90er.

Ja. Gibt es in irgendeiner Sprache der Welt die Redewendung: „Deutscher Optimismus“ oder sowas? Und wenn, ist das das gleiche wie „Schwarzer Schwan“ oder „weißer Rabe“?

Ich habe mich nie ausschließlich als Russin oder als Deutsche verstanden, meine Identität hat nicht zuletzt wegen meiner Migrationserfahrung eben mehrere Einflüsse.

Ich frage mich gerade, warum die keine Westdeutschen mit Migrationshintergrund interviewen.

Leipziger Mietpreise mögen für viele Westdeutsche günstig erscheinen, für mich und andere Ostdeutsche, deren Familien weniger verdienen als im Westen, ist das aber viel Geld.

Vor ein paar Jahren erfuhr ich, dass die in Leipzig auch mal tausende von Wohnungen abgerissen haben. Jetzt wäre es die kaufmännische, ingenieurmäßige und mathematische Maßnahme, wieder welche zu bauen. Aber ja – für wohlhabende Westdeutsche sind Leipziger Mietpreise günstig.

Der Osten ist immer noch Billiglohnland und das ist eine schreiende Ungerechtigkeit.

Ja, ich fand’s auch blöd, dass Zwieback Brand nach Thüringen kam. Achso, für Ostdeutsche, ja, das auch. Wenn Ihr doch nur wählen dürftet, dann könntet Ihr die SPD wählen, die die Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitern. Scherzchen. Die mächtigen Gouverneure der siegreichen deutschen, aber definitiv nicht demokratischen Republik werden Euch ausquetschen wie Rabban das Monster Käsekuchen.

Die westdeutsche Perspektive ist eine Normperspektive, die auch immer als gesamtdeutsche Perspektive gedacht wird.

Ja, wie das nur kommt?

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